Zeitweilige Zugangsbeschränkungen für Geldbehebungen geplant?

Einer aktuellen „Reuters“ Meldung aus Brüssel ist zu entnehmen, dass bereits im Vorfeld akuter Notwendigkeit Überlegungen angestellt werden, Banken bei absehbarer, bzw. begründet befürchteter Problemlage, das vorübergehende Aussetzen für Geldbehebungen zu gestatten.

Begründet wird das mit der Absicht, bank-runs vermeiden zu helfen. Wie von Kritikern gut nachvollziehbar angemerkt wird, könnte aber der mit so einer Regelung fortschreitende Vertrauensverlust auch bloß zu einer zeitlichen Vorziehung des „bank-runs“ führen, der die Banken erst recht in Schieflage bringen könnte. Da hilft auch nicht, dass darauf verwiesen wird, dass die Einlagensicherung davon unberührt bliebe (Die „Zypern-Krise“ ist noch nicht so lange her, als dass sie vergessen wäre).

Die Einlagensicherung selbst, hängt ja, diskret aus dem Fokus verdrängt, in ziemlich dünner Luft. Der Staat hat sich daraus zurückgezogen und die Banken sind erst schleppend dabei, die ihnen aufgetragene gemeinsame Einlagensicherung zu installieren.

Dass bei einem Vollgeld-Regime Bank-runs gar kein Thema wären, weil die Kontenführung außerhalb der Bankbilanz angesiedelt wäre, vergleichbar mit einem Safe-Inhalt, fand verständlicherweise keine Berücksichtigung, weil die Banken damit auf ihr Geldschöpfungsrecht für ihr Kreditgeld verzichten müssten.

Nicht von ungefähr sind ja bereits einige eher als Gefälligkeitsgutachten anzusehenden „Studien“ von den Banken vorgelegt worden, die vor der Einführung von Vollgeld warnen (Die „Studie“ und Harte Kritik an bezahlter Bankenstudie über Vollgeld  ).

Dass Vollgeld den Bürgern die derzeit nur vermeintliche Souveränität bringen würde und dass Souveränität die unabdingbare Voraussetzung jeder demokratischen Entwicklung ist, kann nicht oft genug wiederholt werden. Jedem demokratischen Staat, der die Oberhoheit über sein Geld leichtfertig aufgibt, fehlt das wesentlichste Standbein für Stabilität. Nicht von ungefähr liegen alle, wirklich alle scheinbar unlösbaren Probleme, mit denen Bürger und die von diesen gewählten Vertreter konfrontiert sind, am Versagen der nicht mehr zeitgemäßen Geldordnung.

Für solch‘ wesentliche, dem Souverän dienende Veränderungen, wie es eine Geldreform zweifellos darstellt, benötigt die Politik jedoch unbedingt die Rückenstärkung aus der Bevölkerung. Wer sich aber dazu hinreißen lässt, mit populistischen „Wölfen“ zu heulen, die „den Staat“ nur als Gegner betrachten, sollte bedenken, dass er selbst Teil des Staates ist und dass nur der Staat seine persönliche Souveränität zu schützen vermag. Die eingehende Beschäftigung mit dem in unserer Epoche wichtigsten Elixier, dem Geld und dessen Funktionsmöglichkeiten, erscheint daher geboten.

Nicht angewiderte Resignation, sondern aktive Mitwirkung an den staatlichen Gestaltungsmöglichkeiten für ein ausgewogenes gesellschaftliches Zusammenleben ist gefordert. Funktioniert das Geld, dann funktioniert auch die Gesellschaft. Ich kann mich daher nur mit der Empfehlung an Sie wenden, sich mit dem in der öffentlichen Diskussion so auffällig tabuisierten Thema „Geldordnung“ auseinanderzusetzen. Es ist nicht nur viel wichtiger als Sie glauben, sondern auch viel einfacher als Sie denken.

Und übrigens: Schmökern auf www.lifesense.at lohnt immer.