Staaten planen eigene Bitcoins…….

….berichtet uns Andreas Sator im heutigen GeldStandard. Abgesehen davon, dass die dafür entwickelte Technologie von grundsätzlichem Interesse ist, wäre das ebenso unsinnig, wie die Rückkehr zum Goldstandard. Es ist ökonomischer Unfug, etwas unter großem Aufwand und mit extremen ökologischen Schäden aus der Erdkruste zu gewinnen, um es danach wieder unter der Erde in Tresoren zu lagern, mit dem einzigen Zweck, als Referenz zu dienen (Noch dazu, wenn man gleichzeitig den Referenzwert der Spekulation überlässt). Analog dazu wäre bei Bitcoins der nötige Energieaufwand (Rechnerleistung) als Selbstbeschränkung der Wirtschaft einzustufen. Dezentralität, Blockchain und Kryptographie sind die interessanten Aspekte im Zusammenhang mit Bitcoins, würden jedoch die Stellung der Zentralbanken keineswegs stärken.

Demgegenüber steht die Geldentstehung auf Grundlage der Rechtsordnung, wie das von Arne Pfeilsticker (siehe Gastbeiträge) ausgeführt wurde. Es ist die umfassendste Gelddefinition, die ich kenne: Geld entsteht mit jedem bewertbaren schuldrechtlichen Vertrag. Die Beweisführung wird in seiner Studie erbracht.

Dass eine grundlegende Reform der Geldordnung notwendig ist, ist hingegen kaum mehr zu übersehen. Die Handlungsfähigkeit der Staaten, als Vertreter ihrer Bürgergesellschaften, hat sich in der bestehenden Geldordnung im Laufe der ausreifenden Volkswirtschaften minimiert. Die Hoheit über das Geld, durch das alle politischen Ambitionen gesteuert werden, ist längst verloren gegangen.

Im ersten, an sich logischen Schritt, wäre die parlamentarisch kontrollierte Oberhoheit über das Geld anzustreben, wie das unter der Bezeichnung „Monetative“ als Namensvorschlag für die vierte staatliche Gewalt, ausgearbeitet wurde und womit dieser Institution das alleinige Geldschöpfungsrecht zugesprochen werden soll. Es ist entweder politische Uneinsichtigkeit oder verantwortungsloser politischer Unwille, der die Politik und damit die von ihr vertretenen Gesellschaften im Zustand des Ausgeliefertseins an „die Märkte“ hält und immer weiter in die Radikalität treibt.

Freilich sind nicht alle Probleme mit „Monetative/Vollgeld“ gelöst, doch es ist die Voraussetzung für zwingend erforderliche weitere Reformschritte. Am besten wohl in einer Art zweitem „Bretton Woods“.

Dass es offensichtlich politisch nicht ernsthaft gewollt ist, Hochfrequenz- und Derivatehandel in den Griff zu bekommen, Finanztransaktionssteuern einzuführen, Steueroasen zu schließen und überhaupt mit dem Steuerwettbewerb und mit Handelskriegen (Übertragung von Schulden durch Exportorientierung) aufzuräumen, wirft ein trauriges Bild auf unsere Gesetzgeber, und der Verlust des Ansehens unserer Poltiker sollte nicht verwundern.