SCHLAGZEILEN EINES TAGES – AM BEISPIEL OÖN (Newsletter 6-19)

Ich möchte natürlich nicht so unwichtige Meldungen kritisieren, wie jene über den Nachwuchs von „Prinz Harry“, oder dass das Stimmfestival nach Bad Ischl übersiedelt, und dass die Thermenholding bereits nach einem halben Jahr den Chef wechselt. Das alles hat als Mitteilung, wie auch die Sportmeldungen, durchaus Berechtigung und wird schon irgendjemanden interessieren.

Hier will ich eher Berichte aufgreifen, die tatsächlich allgemeine Lebensinteressen betreffen, aber in der notwendigen Knappheit gezwungenermaßen getrennt und in verschiedenen Blattteilen abgedruckt sind, wodurch ihr Zusammenhang nicht so klar ersichtlich wird. Kein Vorwurf also an die OÖN, sondern eher eine Aufforderung an die Leser, stets das Ganze im Auge zu behalten.

„Experten sehen eine Reform des EU-Vertrags skeptisch“, liest man da auf Seite 3, als Reaktion auf die EU-Wahlwerbung unseres unbedarften Kanzlers, der sich für die Reform des EU-Vertrags einzusetzen verspricht. Aus völligem Unverständnis über die Geldordnung möchte er Sanktionen für Schuldnerstaaten durchsetzen. Ein klares Unding und nicht recht ernst zu nehmen in einer Union, in der Schuldgeld die Zahlungsflüsse dominiert. Wollte man die EU als derzeitige Wirtschaftsunion tatsächlich in Richtung einer Sozialunion ausbauen, dann wäre viel eher eine Vollgeldreform angebracht, denn die unlösbar scheinenden nationalen wie internationalen Probleme sind alle auf die mittlerweile versagende Geldordnung zurückzuführen, mit der „die Märkte“ die Politik beherrschen.

Auf Seite 5 („International“) erfahren wir, dass „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht“ sind, und unter „Land&Leute“ auf Seite 21, liest man, dass die Attacken der Borkenkäfer aufgrund des Klimawandels heuer noch schlimmer als 2018 ausfallen werden. Als Tüpfelchen auf dem i wird dann auf Seite 22 berichtet, dass die „Zahl der Waffen erneut gestiegen“ ist. Dass das alles mit der Art unseres Wirtschaftens zu tun hat, die gezwungenermaßen der Logik des Geldes zu folgen hat, sollte eigentlich nicht unerkannt bleiben.

Na gut, das mit den Waffen ist ja nicht so überraschend, wenn man bedenkt, dass in Florida und wer weiß wo sonst noch, Lehrer nur mehr bewaffnet zum Unterricht kommen und wenn die beliebtesten Computerspiele bereits die Jugendlichen darauf trainieren, Problemlösungen in der physischen Eliminierung des jeweiligen Hindernisses als zielführend anzusehen.

Kann man aber eine Menschheit überhaupt noch als zivilisiert bezeichnen, die nicht erkennt, dass der gemeinsame Feind die von uns selbst zum Gegner gemachte Natur ist? Das verlangt weder nach Militär noch nach Schusswaffen. Und die Natur kümmert sich weder um Links oder Rechts, noch um Rassen oder Religionen. Natur ist emotionslos.

Und wenn wir es nicht schaffen die „Logik des Geldes“ zu ändern, sind sämtliche Nachhaltigkeitsüberlegungen vergebens. Eine Vollgeldreform könnte dazu beitragen, sozialpolitische Handlungsräume zu eröffnen, die auch Haltungsänderungen zulassen und Geldbeziehungen wieder in soziale Bindungen überzuführen gestatten.

Und damit ich nicht vergess‘: Schmökern auf www.lifesense.at lohnt immer