Schellings nicht sehr origineller „Plan B“: Sparkurs

Schelling verwechselt den Staat mit einem Möbelhaus. Wie auf diesem Blog bereits oftmals betont, bedeutet Sparen immer das Vorenthalten von Einkommensmöglichkeiten für andere. Immerhin ist unser Finanzminister fair genug, seinen für einen betriebswirtschaftlichen Blickwinkel verständlichen, reflexartigen Sparkurs medienwirksam anzukündigen. Auch die prognostizierte Laufzeit – bis 2020 – ist sehr mutig, erstreckt sie sich doch über ein Wahljahr hinaus. Peinlich muss jedoch anmuten, dass Schelling ganz offensichtlich den Staatshaushalt mit einem Unternehmen verwechselt, das sich mit Sparmaßnahmen durchaus auf Kosten anderer zu sanieren vermag.

Wer aber sind „die Anderen“ in einem Staat, denen man die Einkommensmöglichkeiten entziehen kann? Es sind die Unternehmen, die Haushalte und gegebenenfalls das Ausland – wenn es sich die Schuldenübertragung gefallen lässt (oder sich dagegen nicht zu wehren vermag).

Freilich sind die Optionen, die so ein armer Finanzminister, der nicht einmal auf parlamentarische Unterstützung hoffen kann, weil auch das Parlament – also der Souverän (!) – keine Oberhoheit über das Zahlungsmittel besitzt, nicht sehr vielfältig. Er kann die Schulden immer nur zwischen diesen Sektoren verschieben. Die Gesamtverschuldung muss dennoch immer weiter zunehmen.

Da jedoch immer nur die Verschuldung des Staatssektors im Kreuzfeuer der Kritik steht und sich niemand um das Ausmaß der Gesamtverschuldung zu kümmern scheint, glaubt Schelling sich mit einem Sparpaket löblich auszeichnen zu können – auch wenn dadurch die gesamtgesellschaftlichen Lebensumstände vor die Hunde gehen würden.

Und so ist dieser als „Plan B“ angekündigte Sparkurs wieder einmal nichts weiter als ein parteipolitisches Machtspielchen auf dem Rücken gutgläubiger Bürger.

Größere Aufmerksamkeit hätte er sich mit der Ankündigung einer überfälligen Enttabuisierung der Geldordnung und deren Versagen in der öffentlichen Diskussion verdient – und damit seiner Partei wahrscheinlich einen Zulauf gesellschaftspolitisch interessierter Bürger bescheren können. Um überhaupt wieder politische Handlungsfähigkeit zu erlangen, kann es darüber gar keine Frage geben, dass die Oberhoheit über das Geld beim Souverän, bei den Staatsbürgern, liegen muss, wie das seit langem von den Vollgeld und positive-money Initiativen ausgearbeitet wurde.

www.monetative.de; www.monetative.at; www.vollgeld.de; www.vollgeld-initiative.ch

Übrigens: Schmökern auf www.lifesense.at lohnt immer