Rätsel um „Ibiza-Gate“ gelöst?

Mit der vermeintlich drängenden Frage, wer eigentlich hinter dem „Ibiza-Video“ stecken könnte, soll das erschütternde Charakterbild des Vizekanzlers und seiner Mannen verharmlost werden. Es soll unbedingt ein Schuldiger gefunden werden, wenngleich es ja unübersehbar ist, dass der Hauptschuldige der Hauptdarsteller besagten Videos selbst ist – und das sogar eingestanden hat. Dennoch muss man sich fragen, wer aus dieser Aktion eigentlich Vorteile ziehen könnte. Nun gut, ein gesamtgesellschaftlicher Vorteil ergibt sich natürlich aus der Entfernung jedes als solchem erkannten schwarzen Schafes aus politischer Verantwortung. Das erscheint mir als Motivation jedoch etwas zu vage, weil wir doch längst darauf getrimmt sind, Vorteile immer nur als geldwerten Vorteil zu verstehen und der ist zumindest kurzfristig daraus nicht abzuleiten.

Dank einer Meldung im „Standard“ vom 25.5.2019 glaube ich, dass der eigentliche Drahtzieher zur Produktion dieser Sittenbild-Dokumentation nunmehr eindeutig feststeht: Red Bull! Wie zu erfahren ist, wird der Werbewert der in diesem Video ins Zentrum gerückten Dose mit all dem anschließenden „name dropping“ und weiteren kreativen Ergüssen in den social media mit etwa 1,32 Mio beziffert. Der Aufwand zur Herstellung dieser Produktion, angelehnt an „Verstehen Sie Spaß?“, soll sich – wie man bereits einige Tage zuvor erfahren konnte – auf 0,6 Mio belaufen haben. Daraus ergibt sich also ein stattlicher Gewinn und untermauert den Verdacht, dass es der rote Stier war, der unsere Regierung erschüttert hat. Somit ist H.C.Strache also von jeglicher Schuldzuweisung zu entlasten. Er wurde bedauernswertes Opfer einer Stampede. Und wer das tatsächlich glaubt, wird auch Strache, Kickl und Co. neuerlich seine Stimme geben.