Neuerliche Diskussion über Einschränkung von Bargeldzahlungen

Die regelmäßig von den Banklobbyisten in Brüssel angestoßenen Diskussionen über eine Abschaffung des Bargeldes haben einen viel weitreichenderen Hintergrund als Terrorbekämpfung oder Eingriffe in die Privatsphäre. Da geht es um die endgültige Entmachtung staatlicher Hoheit. Es geht um die Erodierung staatlicher Souveränität. Den Wenigsten ist ja bewusst, dass nur Bargeld das einzige gesetzliche Zahlungsmittel (Schuldentilgungsmittel) ist. Nur Bares ist Wahres! Positive Zahleneinträge auf Konten stellen nur Forderungen auf Geld gegenüber den Banken dar, sind jedoch kein gesetzliches Zahlungsmittel. Es sind unerfüllbare Versprechen der Banken.

Bevor über die Einschränkungen des Bargeldverkehrs diskutiert wird, sollte daher die Frage erörtert werden, wem denn überhaupt das Recht zur Geldschöpfung zukommen sollte. Privaten Banken, wie das heute bereits zu rund  90% der Fall ist und uns immer häufiger im Strudel von so genannten Finanzkrisen verstrickt und die Staaten bis zur Handlungsunfähigkeit immer weiter in die Verschuldung treibt? Oder einer unter Aufsicht des Souveräns stehenden Institution, für die der Name Monetative – als vierte staatliche Gewalt – vorgeschlagen wurde, und der auch das alleinige Recht zur Buchgeldschöpfung zustünde? Letzteres, als “Vollgeldreform” bezeichnet, wäre der dringend nötige erste Schritt, um die globalen Verwerfungen der Geldordnung unter Kontrolle zu bringen und  Wirtschaftsaktivitäten wieder auf das Gemeinwohl ausrichten zu können. Dann könnte man sogar auch über eine gewisse Einschränkung von Bargeldzahlungen nachdenken. Entschuldung der Staaten und tatsächliche Sicherheit von Erspartem (weil außerhalb der Bankbuchhaltung) wären weitere positive Effekte einer Vollgeldreform, wie auch die Steuerungsmöglichkeit der Geldmenge. Näheres unter www.vollgeld.de; www.vollgeld-initiative.ch; www.monetative.de; www.monetative.at; www.positivemoney.org, u.v.a.

Höchste Zeit, dass das Thema “Geldordnung” enttabuisiert und in breiter Öffentlichkeit erörtert wird. Alle, wirklich alle Probleme, mit denen sich die Politik heute konfrontiert sieht, haben ihren Ursprung in der versagenden Geldordnung. Weiß der Teufel, warum das von keiner Partei aufgegriffen wird und stattdessen so getan wird, als wäre die Konstruktion des Geldsystems gottgegeben und damit alternativlos. Ohne grundlegender Geldreform wird die Welt aus dem derzeitigen Dilemma nicht herauskommen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz