KOSTEN II.

Heute erreicht uns die beunruhigende Nachricht, dass uns die Folgen der Autoabgase jährlich 2 Mrd. kosten. Halten Sie mich jetzt bitte nicht für zynisch, doch aus ökonomischer Sicht lässt sich diese Meldung natürlich auch ganz anders interpretieren, nämlich: Jährlich fließen 2 Mrd. aus dem Gesundheitsbudget als Einnahmen in das Gesundheitssystem. Also an Krankenanstalten, Pharmaindustrie, Gerätehersteller und medizinisches Personal. Noch dazu ist dieser Umsatzposten ein willkommener Beitrag zum BIP-Wachstum. Die durch Krankheiten ausfallende Produktivität aus dem Waren- und Dienstleistungssektor wird auf den als höherwertig eingestuften Gesundheitsbereich übertragen. Alles paletti also? Mitnichten! Es zeigt nur, wie unsinnig sich vermeintliches Wachstum in der Realität darstellen kann. Mit den Verkehrsabgasen wurde nur eine der Geschäftsgrundlagen der Krankenindustrie identifiziert und quantifiziert. Wer weiß jedoch, auf welche Ideen das Krankensystem verfallen könnte, um einen etwaigen Wegfall dieser Einnahmen zu kompensieren?

Die einen klagen und die anderen freuen sich. So lange wir aber kollektiv an der Erfüllung der unerfüllbaren Forderungen unseres Geldsystems festhalten, wird sich hinsichtlich qualitativer Betrachtung von Lebenszusammenhängen kaum eine Einstellungsänderung durchsetzen können.