KLIMAWANDEL UND VOLLGELD

Allerorten wird spätestens seit dem wie auch immer zustande gekommenen, mutigen Auftreten Greta Thunbergs über den Klimawandel diskutiert. Abgesehen von der US-Dumpfbacke Trump, dem es bekanntlich am Intellekt mangelt, Zusammenhänge erfassen zu können, bemühen sich seither so ziemlich alle politischen Vertreter, quer durch alle parteiideologische Richtungen, zumindest nach außen hin, für Klimaschutzmaßnahmen einzutreten.

Allein jedoch schon die Bezeichnung „Klimaschutz“ für propagierte Maßnahmen führt uns vom Kern der Problematik weg. Nicht das Klima gilt es zu schützen, sondern es geht um die längerfristige Bewahrung menschlichen Lebens auf Erden. Und das scheint mir in erster Linie eine kulturelle Frage zu sein. Eine Frage der Haltung gegenüber dem Leben.

Dass sich nun die Diskussionen vor allem darum ranken, ob der sich beschleunigende Klimawandel durch die Lebensart der Menschen verursacht wurde, oder aber unbeeinflussbaren natürlichen Ursprungs ist, verschiebt den Fokus der Diskussionen von der geistig-kulturellen zur ökonomisch-materiellen Ebene.

Natur ist nicht besiegbar. Und sie ist auch weder käuflich, noch korrumpierbar. Und da die Natur unser aller Lebensgrundlage ist, sollten wir das auch gar nicht erst versuchen. Wie schon seit Menschengedenken müssten wir aber stets ein den Zeitnotwendigkeiten entsprechendes Arrangement mit der Natur herstellen, das unserer Lebenserhaltung in und mit der Natur genügt. Zweifellos haben wir die Natur gleichsam versklavt, sie unter das Diktat des Kapitals gestellt. Wir haben sie einseitig, unbedacht und ohne Gegenleistung ausgebeutet und unsere Lebensgrundlagen damit erodiert. Dass das Sägen am eigenen Ast unangenehme Folgen hat, sollte nicht allzu sehr verwundern.

Die kapitalintensive Industrialisierung war gewiss eine Glanzleistung menschlichen Könnens. Sowohl was technische Fähigkeiten anbelangt, wie auch betreffend der Wohlstandsmehrung. Der Segen lag vor allem in der Erleichterung kräfteraubender Tätigkeiten, wie später auch in der Automatisierung öder Prozesse.

Der Kapitalismus, sogar in seiner immer noch unverändert anhaltenden Geldordnung, hat nach dem 2. Weltkrieg bewiesen, wie er in relativ kurzer Zeit einen relativ breiten Wohlstand zu schaffen vermag. So lange mit dem Kapital die den eigentlichen Bedürfnissen entsprechenden Realwerte geschaffen wurden, war alles in Ordnung und das dahinterstehende Prinzip, Realwerte nur als Mittel anzusehen, um aus investiertem Geld mehr Geld zu kreieren, wurde kaum als Problem wahrgenommen. Im Gegenteil! Das allgemeine Sinnen und Trachten mutierte jedoch sukzessive von der Wertschaffung zur Geldmehrung. Ganz entsprechend den systemischen Anforderungen, in denen keine Bremsmechanismen oder gar ein „Genug“ vorgesehen sind.

Die aufrechterhaltene Verknüpfung von Geldzuteilungen mit gleich welcher Leistungserbringung bedingt aber notwendigerweise einen – mittlerweile unnötigen – Ressourcenverbrauch, wie er im Begriff „Wegwerfgesellschaft“ zum Ausdruck kommt. Um die Geldmehrung immer weiter voranzutreiben, sind wir quasi dazu angehalten, Natur in Müll zu verwandeln. Und freilich entziehen wir den Folgegenerationen diese natürlichen Ressourcen für deren widmungsgerechte Verwendung.

Nun höre ich natürlich schon den Einwand, dass wir uns doch schon lange um Nachhaltigkeit und qualitatives Wachstum bemühen. Wir behaupten das zwar, aber wir tun es tatsächlich nicht. Denn auch „qualitatives“ Wachstum verbraucht Ressourcen, weil es im Prinzip funktionsfähig Bestehendes ersetzt. Und selbst die fraglos anerkennenswerten Recyclingprozesse helfen nur zu einer graduellen Verlangsamung der Vernichtung natürlicher Ressourcen.

Ganz gleich also, ob der Klimawandel durch menschliches Verhalten ausgelöst wurde oder nicht, sollten wir wohl zum ureigensten ökonomischen Handeln finden. Dann sollte es auch keine Probleme mehr mit der Ökologie geben, denn ökonomisch bedeutet, mit geringst möglichem Aufwand den größten Nutzen zu erzielen. Lassen wir doch die akademische Ursachenforschung zum Klimawandel beiseite und konzentrieren wir uns auf unsere Verhaltensänderung – und vor allem darauf, wie man diese erleichtern könnte. Wie kommen wir von einer Natur widrigen zu einer mit der Natur im Einklang stehenden Geldordnung?

Dass wir es bezüglich Klimawandel gar nicht so ernst nehmen, zeigt sich doch schon daran, dass wir es als positiv einschätzen, wenn sich die Fluggastzahlen wieder einmal um zig Prozent erhöht haben, wenn die Autoproduktion gestiegen ist, oder wenn man auf der Autobahn schneller fahren darf. Das sind nur drei der ganz vielen Dinge, die man unmittelbar und ohne Wohlstandsverlust ändern könnte. Auch eine Verlangsamung der Lebensprozesse würde wohl zu einer Steigerung des Wohlbefindens beitragen. Nebstbei vermutlich sogar zu einer Senkung psychischer Leiden führen.

Warum tun wir es dann nicht? Weil wir mittlerweile überzeugt sind, dass der Nutzen aller Tätigkeiten in der Geldmehrung liegt. Und die Politik? Die hat nur mehr sehr beschränkten Einfluss darauf, wofür Geld verwendet wird. Denn längst schon hat die Politik als Vertretung des Souveräns (das sind wir!) die Geldhoheit, die in der Geldschöpfung liegt, an die privaten Geschäftsbanken abgetreten. Und wer berechtigt ist das Geld zu schaffen, kann auch über seine Verwendung bestimmen.

Das ließe sich durch eine Vollgeldreform ändern. Daher:

Vollgeld, damit sich das Richtige wieder rechnen kann!

Näheres zu Vollgeld auf www.vollgeld.de; www.monetative.de; www.vollgeld-initiative.ch; www.vollgeld.at, wie auch unter meinen „Grundsatztexten“.