Juristische Spitzfindigkeiten zur Tötungskriminalität

Jemanden zutode zu bringen ist Mord! Die einzige Differenzierung, die dabei noch naheliegt, ist die Unterscheidung von beabsichtigtem oder unbeabsichtigtem Mord (oder auch Selbstmord). Allein, dass nun in strafrechtlicher Hinsicht nach Motivlagen unterschieden wird, räumt Tötungsdelikten einen grundsätzlichen Rahmen von allgemein zu verstehender Berechtigung des Mordens in bestimmten Situationen ein. Ein „Warum?“ eines Mordes zu erfragen hat daher nur einen rein juristischen Hintergrund, ist jedoch bezüglich Auswirkung der Tat überflüssig, wie es auch die Frage nach dem Motiv ist, weshalb denn dem Großmutterl das Tascherl entrissen wurde – wobei man sich da meistens mit einem fast „verständnisvollen Aha“ auf die Antwort „Aus Geldmangel“ zufrieden gibt.

Die Differenzierung von unterschiedlichen Tötungsdelikten hat sich historisch unter offenbar doch etwas zivilisatorischer Entwicklung der Menschheit herausgebildet. Für die Opfer zwar irrelevant, für ein Weiterleben der Täter nach so einer Tat jedoch psychologisch von eminenter Bedeutung. Sind Soldaten Mörder? Grundsätzlich nein, doch sobald sie jemanden erschießen, sind sie es. Und die psychischen Störungen von Kriegsteilnehmern, die, wodurch auch immer, nicht darum herum kamen, andere zu töten, sind in Ermangelung therapeutischer Aufarbeitung erkennbar. Wenn von einem „gefallenen“ statt von einem ermordeten Soldaten berichtet wird, so als wäre er eben nur gestürzt, so soll diese Bezeichnung hauptsächlich dem spezifischen Täter, aber auch seinen überlebenden Kameraden psychologische Stütze für ein Weiterleben sein (Zu berücksichtigen ist ferner, dass Soldaten ja selbst missbrauchte Opfer psychopathischer Kriegsherren sind, die sich das Recht anmaßen, anderen das Morden befehlen zu können).

Nun muss man sich wirklich wundern, wie gedankenlos in den Medien von Terroristen, Attentätern, u.s.w. berichtet wird, und wie diesen Mörderbanden – die zu sein sie sich ja freiwillig entschlossen haben – genau die von diesen angestrebte Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Auch jede Nennung von z.B. „IS“, als ob das ein Unternehmen wäre, macht die Medien zu Verbündeten der Mörderbanden. Auch könnte der regelmäßige Hinweis, dass jeder beabsichtigte Mord die zutiefste Verachtung eines Schöpfergottes, wenn es ihn denn gibt, darstellt, eine Einstellungsänderung hervorrufen.

Nichts dergleichen ist in den öffentlichen Diskussionen zu vernehmen. Und wieder scheinen gewinnversprechende Sensationsmeldungen vor Vernunft zu kommen.