Interessante Zusammenfassung im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums

Das Weltwirtschaftsforum 2017 findet von morgen, 17.1.-20.1. in Davos statt. Im Vorfeld hat der Kolumnist, Henrik Müller, auf Spiegel-Online (16.1.2017) eine bemerkenswerte Zusammenfassung diesmaliger Schlüsselthemen geliefert (In etwas abgewandelter Form findet sich sein Artikel auch im „Manager Magazin“ unter dem Titel: „Wie kaputt ist der globale Kapitalismus?“). Er schreibt:

„Jahrelang sorgten sich die Top-Manager vor allem um die Weltwirtschaft selbst. Inzwischen fürchten sie die Folgen des Wirtschaftens!“

Und diese Folgen lassen sich beispielhaft an den sich bis zur Unlösbarkeit zuspitzenden Problemlagen in den Bereichen: Verteilungskämpfe, globale Sicherheitslage, Weltklima und Demographie, festmachen.

Bestürzend an dieser Analyse, die sich mit meinen Einschätzungen deckt, ist jedoch, dass auch Henrik Müller weit und breit keinen politischen Willen erkennen kann, diese Misere durch gemeinsame Kraftanstrengung zu lösen. Im Gegenteil! Der Trend geht eindeutig in Richtung konfliktträchtiger einzelstaatlicher Lösungen – soweit Staaten, also die eigentlichen Bürgergesellschaften, dabei überhaupt noch ein Wörtchen mitzureden haben.

Ebenfalls heute, gerade noch rechtzeitig zum Weltwirtschaftsforum, wurde auch die neue Oxfam-Studie zur Vermögensverteilung veröffentlicht. Demnach ist alles noch viel ärger, als man dachte. Nicht 62 (wie noch 2015 angenommen) Milliardäre halten 50% des Weltvermögens, sondern nur mehr 8 (!). So umstritten der Vermögensbegriff auch sein mag, stellt sich mir die Frage, wie lange es noch dauern wird, dass zunächst das halbe, bald darauf dann das gesamte Weltvermögen (siehe Beispiel: Seerosenteich) nur mehr einer Person zugeordnet werden kann.

Als friedliebendem Menschen beschäftigt mich da natürlich auch die Frage, wie und unter welchen Umständen dieser arme Teufel zu überleben gedenkt. Und vor allem: Wozu?

Tja, florierende Wirtschaft ist eine lebenswichtige Angelegenheit – aber nur dann, wenn das Ziel des Wirtschaftens dem Gemeinwohl und nicht nur der Geld- und Machtmehrung dient. Und so ist zu hoffen, dass in Davos vielleicht das Augenmerk auch einmal auf die versagende Geldordnung gerichtet wird, durch die die globale, wirtschaftliche Prosperität trotz oftmals gutem Willen zumindest vieler Beteiligter, zunichte gemacht wird.

Ist meine Hoffnung denn wirklich zu blauäugig, dass von Davos vielleicht doch noch eine Reformbewegung zur Korrektur des Systemfehlers unserer Geldordnung ausgehen könnte? Vielleicht gar ein neues „Bretton Woods“ mit Vollgeldreform als erstem Schritt?

Schmökern auf www.lifesense.at lohnt immer