GELDREFORM?

Einige Aspekte, die es stets zu berücksichtigen gilt

(Diskussionsimpulse für „Seitenstetten II“ 28.Mai 2016)

 

  • Geldreform als solche kann nicht als eigentliches Ziel gesehen werden, sondern muss als mögliches Mittel verstanden werden, die Aufgeschlossenheit gegenüber einem friedlichen Zusammenleben der Völker zu erleichtern.
  • Unzweifelhaft kommt der bestehenden Geldordnung das höchste Machtpotenzial zu, die Menschheit zu absurdesten Handlungen bis hin zu Rivalitäten und Kriegen missbrauchen zu können.
  • Die unheilvolle paradigmatische Selbstbeschränkung unserer Epoche beruht vor allem darin, dass die Rationalität unseres Handelns ausschließlich nach geld-ökonomischen Kriterien beurteilt wird – weil letztlich alle die „Geldordnung“ als Machtmittel anzuerkennen gezwungen sind.
  • Dem bestehenden Geldsystem ein Versagen zu unterstellen, ist naiv, denn das System bewirkt genau das, wozu es geschaffen wurde.
  • Erst wenn es zu einer verbreiteten Übereinkunft über andere Zielsetzungen (z.B. friedliches Miteinander statt ökonomisches Siegen-Müssen) kommt, wird die Notwendigkeit einer Geldreform begreifbar werden.
  • Es besteht kein Systemfehler, sondern der Fehler liegt in unserem selbstzerstörenden Verständnis über Lebenszusammenhänge.
  • Lebensvorstellungen und Gesellschaftsentwürfe sollten zunächst in unerschütterlichem Vertrauen in das für uns unbegreifbare Wesen des Lebens und losgelöst von den künstlich geschaffenen Zwängen des Geldsystems formuliert werden.
  • Nicht Ausstieg, sondern Anhalten (bremsen) des Hamsterrades, das im je spezifischen Kontext unser Leben symbolisiert und uns an eigentlichen Entwicklungsmöglichkeiten hindert, könnte zur Besinnung auf Wesentliches führen.
  • Geld, wenn es denn in seiner Funktionsweise dementsprechend gestaltet ist, ist nur die fabelhafteste Kulturschöpfung, die Verwirklichung global verträglicher, friedensorientierter, arbeitsteiliger Lebensentwürfe zu ermöglichen.
  • Geld fällt nicht vom Himmel und kommt in der Natur nicht vor. Es wird in einseitigen, jedoch gesetzlich als Übereinkunft anzuerkennenden Rechtsakten geschaffen.
  • Durch Arbeit entsteht kein Geld! Durch Arbeit entstehen im günstigsten Fall „Werte“.
  • Geld wird nicht verdient, sondern es wird gemäß den Machtstrukturen innerhalb einer Gesellschaft zugeteilt, bzw. vorenthalten.
  • Durch die Verknüpfung von Arbeit und Einkommenszuteilung laufen die einmal geschaffenen Werte in ausgereiften Volkswirtschaften Gefahr, durch an sich entbehrliche Scheinarbeiten, nur wegen der überlebensnotwendigen Einkommenszuteilung wieder vernichtet zu werden (Hamsterrad!)
  • Mit derartig induzierter Vernichtung von Werten sinkt auch die Lebensqualität – selbst trotz vielleicht erhöhtem Geldeinkommen.
  • Die Entkopplung von Arbeit und Überlebensmittel „Geld“, wie das von den Initiativen für ein bedingungsloses Grundeinkommen angeregt wird, erscheint daher absolut sinnvoll.
  • Wir sollten uns vielleicht an den neuen und durchaus ehrbaren Berufsstand „Konsument“ gewöhnen (Auch „Pensionist“ ist historisch gesehen ein sehr junger Berufsstand).
  • Unsere Verblendung beruht auf resignierend akzeptierter Konditionierung und gedankenloser Hinnahme missbräuchlicher Begriffsdefinitionen.
  • Zu arbeiten muss man sich leisten können.
  • Schaffung von Erwerbsarbeit, sofern diese nicht dem Gemeinwohl dient, ist menschenverachtender, mutwilliger Entzug von Lebenszeit anderer.
  • Von hegemonialer Machtpolitik zur Festigung der Macht herbeigesehntes Wachstum bedeutet Schuldenwachstum und Ressourcenverschleuderung.
  • Erwerbsarbeitsplätze kosten primär Geld und sind zur Refinanzierung spekulativ auf die Bereitschaft anderer angewiesen, sich weitergehend zu verschulden.
  • Bei Fragen nach Gerechtigkeit tendieren wir dazu, unsere eigene Leistung stets als höherwertig einzustufen als jene der anderen.
  • Welches Leben innerhalb einer konkreten Gesellschaftsstruktur ist Menschen zumutbar – und wäre das auch mir selbst zuzumuten?
  • Die meisten Geldreformmodelle beruhen auf der Forderung nach Einstellungsänderungen anderer.
  • Die bestehende, teils sogar zumindest quasi-demokratisch zustande gekommene Rechtslage bedingt, dass alle Reformbestrebungen sich genau an jene Vertreter der Macht wenden müssen, deren Interessen und Einkommen gerade darauf beruhen, dass es diese gewünschten, der breiten Bevölkerung dienenden Reformen nicht gibt.