EXISTIERT AUF DER ERDE INTELLIGENTES LEBEN? (Newsletter 8-19)

Diese im heutigen (12.6.2019) Standard in „Forschung Spezial“ aufgeworfene „Schmunzelfrage“ lässt allein dadurch, dass sie gestellt wurde, einen Funken Hoffnung zu. Beantworten wir die Frage also – schon aus Gründen des Selbstwertgefühls – mit einem JA, dann erhebt sich freilich die Frage, wie wir Intelligenz definieren und weshalb sich die Intelligenz in den Lebenszusammenhängen vor allem derart zum Ausdruck bringt, dass man dann doch eher geneigt ist, die Frage mit NEIN zu beantworten.

Ich glaube, dass heute das allgemeine Verständnis von Intelligenz eher bei egozentrischer Raffinesse und Trickreichtum ohne Verantwortung und Folgenabschätzung zur Ausbeutung und Unterdrückung der Bevölkerungsmehrheiten angesiedelt ist. Als intelligent erscheint, die Menschheit zum kollektiven Sägen an deren eigenem Ast zu überreden. Was offensichtlich nicht erkannt wird, ist der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Vernunft! Vernunft erfordert zwar etwas Intelligenz, doch Intelligenz kommt auch ganz ohne Vernunft aus – zumindest in der gegenwärtig verbreiteten Sichtweise. Demzufolge wird Vernunft mittlerweile sogar als unintelligent und naiv verächtlich gemacht.

Und das hat sehr viel mit unserer Geldordnung, dem höchsten zivilen Machtmittel zu tun. Intelligent gilt alles, was einem eine persönliche Bereicherung an dem Konstrukt „Geld“ bringt. Unabhängig davon, ob es auch als vernünftig einzustufen ist. Das liegt jedoch nicht am Geld als solchem – einer der grandiosesten Erfindungen der Menschheit – sondern an den Spielregeln der Erzeugung, der Inumlaufbringung und der Verteilung von Geld.

Wir leben ja heute in der absurden Vorstellung, dass es Geld ist, das sich rechnen muss. Ein geschaffener Mehrwert der nicht in Geld zu beziffern ist, gilt nicht als Wert, sondern bestenfalls als Liebhaberei. Vernunft rechnet sich eben ganz einfach nicht.

Intelligenz könnte jedoch dazu beitragen, die Problematik der bestehenden Geldordnung zu erkennen. Vor allem, dass die Hoheitsrechte über die Geldschöpfung dem Souverän zustehen und nicht, wie das heute zu über 90% der Fall ist, den anonymen „Märkten“.

Die derzeit und im Zusammenhang mit der Finanzlage Italiens in den Vordergrund gerückte MMT (Modern Money Theory), ist eine perfide Inszenierung des Bankensystems und würde zur restlosen und endgültigen Auslieferung der Bürgergesellschaft an die „Märkte“ führen. Die dahinter stehende Medienkraft, verdrängt mit hochgradig verführerischen aber dennoch naiven Argumenten die Diskussion über eine (intelligente) Vollgeldreform, die im Gegensatz zu MMT zu einer Entschuldung der Staaten führen würde. MMT versucht  sich als „moderne Geldreform“ zu präsentieren, obwohl sie nichts anderes zu bieten hat, als die Staatsverschuldungen noch extremer zu beschleunigen.

Daher bitte auf die Inhalte achten! MMT hat nichts mit Vollgeld und nichts mit einer Geldreform zu tun. Erst mit Vollgeld könnte seriöse Politik wieder Handlungsfreiräume erhalten, um die an sie gerichteten Erwartungen einer modernen Gesellschaft überhaupt auch erfüllen zu können.

VOLLGELD, DAMIT SICH DAS RICHTIGE WIEDER RECHNEN KANN