EIN AUFRUF GEGEN RESIGNATION

Alles dreht sich heute um das liebe Geld. Es gibt kein Problem, mit dem Politik und Bürger konfrontiert sind, das nicht auf ein Versagen der Rechtsetzungen bezüglich der Geldordnung zurückzuführen wäre.

Geld ist eine gesellschaftliche Vereinbarung. Seine Widmung besteht zwangsläufig in der Entwicklung, Förderung und Bewahrung des Gemeinwohls. Geht dem Geld diese Widmung durch ideologische anstatt gesellschaftsethisch vertretbare Rechtsetzung verloren, dann geht es um nichts anderes, als um die Überlebensmöglichkeit der Zivilisation. Vor dieser Situation stehen wir heute mehr denn je und bewegen uns zunehmend in Richtung Plutokratie.

Werteschaffung, Werteerhaltung, ja selbst das Wertegenießen, verlieren heute gegenüber der Gleich-wie-Aneignung nominell auf Geld lautender Schulden anderer immer mehr an Bedeutung.

Schrankenlose Liberalisierung, wie auch die Privatisierung ureigenster staatlicher Aufgaben, schufen mithilfe begleitender Gesetze unglaubliche Möglichkeiten, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern und dennoch das Mäntelchen der Rechtschaffenheit tragen zu können.

Mit dem Verweis auf Rechtstaatlichkeit, Amtsgeheimnis, Datenschutz und internationale Vereinbarungen, werden auch noch die größten globalen Gaunereien gegenüber der Menschheit zu nicht weiter verfolgbaren Handlungsmöglichkeiten erklärt. Rechtsprechungen, die sowohl Strafverfolger, wie auch das natürliche Rechtsempfinden regelmäßig frustrieren, tragen zunehmend zum Verlust des Unrechtsbewusstseins in der Bevölkerung bei.

Eine Verhöhnung staatlicher Macht hat Raum gegriffen. Ziemlich hilflos steht der Staat mittlerweile den Ränkespielen der Plutokraten gegenüber, denen es mit der erpresserischen Macht des Geldes sogar immer wirkungsvoller gelingt, den Staat als den eigentlichen Bösewicht darzustellen, ihn der Bevölkerung sogar als Feindbild zu präsentieren – und auf deren Staatsbewusstsein vergessen zu lassen!

Der Staat sind aber wir! Und eine Gesellschaft kann nur mit dem Bekenntnis zum Staat und seinen klar definierten Aufgaben funktionieren. Die Aufgaben des Staates bestehen allerdings nicht darin, sich als Helfer für den Vermögensaufbau einiger weniger vereinnahmen zu lassen, sondern darin, für das Gemeinwohl zu sorgen. Für das Wohl der 99%. Nur dann kann es langfristig auch dem restlichen 1% gut gehen (was von diesen gerne verleugnet wird)!

Nur für das Gemeinwohl wurden in der Entwicklung demokratischer Staaten den Repräsentanten „staatliche Gewalten“ unter parlamentarischer Kontrolle zugestanden. Legislative, Judikative und Exekutive. Übersehen wurde allerdings, dass vor allem und zu allererst auch die Oberhoheit über das Geld als staatliche Gewalt ausgeformt gehörte. Denn ohne Geldschöpfungshoheit erübrigt es sich, von staatlicher Souveränität zu sprechen.

Es liegt mir fern, für dieses Versehen Absicht zu unterstellen, denn zum Zeitpunkt der Gewaltenteilung war die Notwendigkeit dazu noch nicht absehbar. Erst die Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und der damit einhergehenden Möglichkeit der Geldschöpfung mittels Kredit durch die Geschäftsbanken, hebelte die Geldhoheit des Staates sukzessive bis zu seiner heute de facto Entmachtung aus.

Sehr wohl vorzuwerfen ist den Staatsführern daher, dass all die Jahre nichts unternommen wurde, sich dieses höchste zivile Herrschaftsrecht der Geldschöpfung entsprechend den technologischen Entwicklungen auch ausgedehnt auf das Buchgeld zurück zu holen. Sehenden Auges wurden die Gesellschaften ihren Abhängigkeiten von dubiosen „Finanzmärkten“ ausgeliefert. Das ist der eigentliche, immer noch nicht in der öffentlichen Diskussion befindliche Skandal. Und abgesehen davon, dass die durch die Konstruktion des höchsten zivilen Machtmittels, nämlich Geld, zu allem erpressbare Gesellschaft, bereits unglaubliche Auflösungserscheinungen durch soziopathische Verhaltensänderungen aufweist, wird der Boden für den überwunden geglaubten Rechtsradikalismus aufbereitet. Parteipolitische Lippenbekenntnisse,  Sonntagsreden oder die Entfernung von Denkmälern und Umbenennung von Straßennamen helfen dagegen nicht. Das Kernproblem liegt in der Geldschöpfungshoheit.

Mit Begeisterung, so scheint es, verwenden wir heute zu mehr als 90% das von den Geschäftsbanken praktisch aus dem Nichts geschaffene Buchgeld für unsere Zahlungszwecke. Es ist ja auch verdammt praktisch. Es ist jedoch kein staatliches Geld, sondern nur eine Forderung auf staatliches Geld, die mit jedem Kredit geschaffen und bei Tilgung wieder vernichtet wird. Das gilt es zu erkennen. Kredit schafft eine Forderungsbeziehung, aber kein Geld. Auch wenn es in der Funktionsweise den Anschein erweckt Geld zu sein, so ist dieses privat geschöpfte Buchgeld der Banken kein gesetzliches Schuldentilgungsmittel mit Annahmezwang.

Die eigentliche Perfidie liegt nun aber darin, dass der Staat (das sind wir!) für dieses Bankengeld, also für etwas, das er selbst nicht hat, das er selbst nicht erzeugen darf und auf dessen Menge er keinen nennenswerten Einfluss hat, wertmäßig garantieren soll. Eine Denkunmöglichkeit. Eine Denkunmöglichkeit, die dennoch in Gesetzen niedergeschrieben ist und daher die Bürgerrechte des Souveräns mit Füßen tritt.

Nur ein proaktives schonungsloses Aufzeigen dieser tatsächlichen Faktenlage und eine breite Diskussion bestehender Änderungsmöglichkeiten wird die Bevölkerungen dafür gewinnen lassen, wieder hinter ihren Regierungen zu stehen und die staatliche Autorität mit Überzeugung anzuerkennen.

Es könnte eben auch anders sein. Daher meine Bitte: Resignieren Sie nicht, verzagen Sie nicht, sondern thematisieren Sie dieses Kernproblem, das gesellschaftlicher Gemeinwohlentwicklung entgegensteht, in Ihrem Umfeld. Und fallen Sie nicht auf unhaltbare Heilsversprechen egozentrischer Verführer herein, die nur auf persönliche Vorteilsnahme erpicht sind.

Allein die leicht nachvollziehbare Erkenntnis, dass Geld weder in der Natur vorkommt, noch durch Arbeit entstehen kann, sondern erst einmal geschaffen werden muss, um überhaupt Werteschaffung in einer arbeitsteiligen Welt zu ermöglichen, sollte Ihr Interesse auf die richtige Spur lenken. Wem soll das alleinige Recht zur Geldschöpfung zustehen?

Detaillierte Ausführungen dazu finden sich unter: www.vollgeld.de; www.proVollgeld.at; www.monetative.de; www.vollgeld-initiative.ch; und nicht zuletzt auf www.lifesense.at