DIE KAPITALISTISCHE WERTSCHÖPFUNG: NATUR IN GELD VERWANDELN; Ernst Dorfner

„Wertschöpfung ist – in einer Geldwirtschaft – das Ziel produktiver Tätigkeit. Diese transformiert vorhandene Güter in Güter mit höherem Geldwert:“ (wikipedia)  Das  heißt: Aus Geld mehr Geld zu machen.

So lehrt es die Betriebswirtschaftslehre. Auch Karl Marx hat den Kapitalismus mit fünf Worten so beschrieben: „Aus Geld mehr Geld machen“. Geld entsteht, so sagt es bereits auch die Bundesbank, durch Aufnahme von Krediten bei den Geschäftsbanken. Also durch Verschuldung in (überwiegend) Bankengeld. Und es ist erforderlich, von Periode zu Periode mehr Schulden zu machen, um den Profit, den  monetären Mehrwert, beim Verkauf der Ware erzielen zu können. Erst wenn das auch von der Politik – insbesondere die der SPD/SPÖ – so verstanden wird, kann sie  sich auf die Suche machen, wie wir zu einer Wirtschaft ohne Wachstumszwang kommen. Und dennoch den Sozialstaat erhalten können, ohne weiterhin rasante Umweltzerstörung zu verursachen: „Natur wird in Geld verwandelt“. (Binswanger). Das Einzige, was bei Kevin Kühnerts Enteignungsvorschlag  herauskommt, ist die Zerstörung unseres Geldsystems, das Eigentum zur Besicherung der Kredite voraussetzt. Einfach Geld zu drucken, führt zu Zuständen wie einstmals in Jugoslawien. Geld, das nichts wert ist, weil man (heute) damit nichts kaufen kann, weil (gestern) auf der Grundlage dieses Geldes nichts produziert werden konnte. Das bringt Schrumpfung und Zusammenbruch statt Wachstum, aber keine Lösung der Probleme.

Der Sozialstaat braucht sein eigenes Geld. Geld, das nicht zuerst Wertschöpfung voraussetzt.

Ernst Dorfner 05.2019