Die Allianz gegen das Bargeld wird immer stärker….

…..schreibt Hermann Neumüller in den OÖN vom 26.7.2017 und appelliert an die Datenschützer, sich dahingehend zu Wort zu melden. Nun geht es jedoch bei der Abschaffung von Bargeld um wesentlich mehr, als um den Datenschutz. Abgesehen davon, dass mit der Abschaffung des Bargeldes ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Kommunikationsmittel im direkten gesellschaftlichen Austausch verloren ginge, und höchstwahrscheinlich zum Aufblühen von Bargeldsurrogaten führen würde, käme das der endgültigen Entmachtung des Staates gleich, wenn nicht zuvor die Kreditgeldschöpfung der Banken unterbunden würde.

Und so soll die Diskussion über die Bargeldabschaffung offensichtlich nur vom eigentlichen Kern des Problems ablenken. Es geht beim Geld nicht so sehr um die Form, also ob es eine verbriefte oder nur eine verbuchte Forderung darstellt, sondern es geht darum, wem das Recht der Geldschöpfung und die Oberhoheit über das Tauschmittel zukommt. Für einen sich als Demokratie gerierenden Staat gebührt dieses Recht eindeutig dem Souverän, bzw. einem von diesem kontrollierten, von der Regierung allerdings unabhängigen, Gremium. Dass die Mehrheit der Bürger immer noch glaubt, der Staat hätte diese Oberhoheit über das Geld, ist der jahrzehntelangen geschickten Lobbyarbeit der Banken geschuldet, wie auch dem verbreiteten Desinteresse der Bevölkerung. Viele befürworten ja sogar jede Schwächung des Staates, ohne zu bemerken, sich damit selbst in den bürgerlichen Rechten zu beschneiden. Der Staat sind wir! Wir, die Bürgergesellschaft! Und es liegt an uns und es ist unsere Aufgabe für die entsprechende Repräsentanz unseres Bürgerwillens zu sorgen.

Ob Wahlen, in denen es stets nur um Machtverschiebungen zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen geht, die insgesamt auf Grundlage des nur vermeintlich naturgegebenen Geldsystems die Masse der Bevölkerung bis an die Grenze des gerade noch Erträglichen zu übervorteilen trachten, noch das geeignete Mittel zu gesellschaftseinigenden Veränderungen ist, soll dahingestellt bleiben. Dass sich Erkenntnis resistente Politiker, die sich selbst noch dazu als Eliten verstehen, die Augen vor zeitnotwendigen Veränderungen verschließen, müsste allerdings jeden aufrechten Bürger aufwecken.

Alle Aktivitäten sind auf die Erlangung einer möglichst großen positiven Zahl auf dem Konto ausgerichtet, doch kaum jemand will sich mit der Entstehungsgeschichte und der Funktionsweise dieser Zahl auseinandersetzen. Manche glauben ja sogar, dass diese Zahl durch ihre Arbeit entstanden ist. Und so scheint die Geldordnung das größte Tabuthema unserer Epoche zu sein.

Ein weiterer, viel zuwenig beachteter Aspekt stellt sich in der Frage, ob es denn für eine nachhaltige und friedensorientierte Bürgergesellschaft im jetzigen System sinnvoll ist, die Funktion des Geldes als Tauschmittel und die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel mit ein und demselben Medium bewerkstelligen zu wollen. Die unübersehbaren und wesentlich auf die Vermischung dieser Funktionen zurückzuführenden sozialen Verwerfungen sprächen jedenfalls dagegen.

Schmökern auf www.lifesense.at lohnt immer