Besser Vollgeld statt CETA und TTIP

Man wagt sich gar nicht vorzustellen, welch gigantischer Aufwand an redlichem und selbst unredlichem Hirnschmalz bereits in Vorbereitung und Vermarktung der so genannten Freihandelsabkommen gesteckt wurden. Es wird voraussichtlich nicht möglich sein, all diese von der Allgemeinheit bereits geleisteten und noch zu erbringenden Zahlungen den euphorisch überzogenen Gewinnerwartungen einiger Großkonzerne gegenüber zu stellen – vor allem nicht den von den Staaten daraus erhofften zusätzlichen Steuereinnahmen. Von einer diesbezüglichen Bilanz, die auch nie erstellt werden könnte, werden wir daher auch niemals erfahren.

Um mir nicht Einseitigkeit unterstellen zu lassen, soll keineswegs auf die Kosten vergessen werden, die bereits auch durch die zahlreichen Protestaktionen und Großkundgebungen aufgelaufen sind, zu deren Organisierung die Bürger provoziert wurden. Immerhin spricht das aber für eine noch ganz gut funktionierende Bürgergesellschaft, wenn gegen politischen Hochmut, mit dem ohne Not und Veranlassung gegen die Bevölkerungsinteressen entschieden werden soll, protestiert wird.

Könnte eine um Bürgerinteressen tatsächlich bemühte Politik jedoch das so hartnäckig tabuisierte Schlüsselthema „Geldordnung“ als den wesentlichsten Knackpunkt für gesellschaftliche Entwicklungen erkennen und mit vergleichbarem Enthusiasmus und Einsatz aufgreifen, könnten sich ihre Proponenten ihrer ureigensten Widmung, Diener des Staates zu sein, als höchst würdig erweisen. Nur ein Schelm könnte dafür Erklärungen finden, weshalb solche Art von Würde keinen politischen Stellenwert mehr genießt.

Wären jedenfalls die jahrelangen und bislang erbrachten Anstrengungen und Aufwendungen zur Durchsetzung von CETA und TTIP stattdessen in die Ausarbeitung des Prozesses zur Umstellung der Geldordnung auf Vollgeld geflossen, bestünde berechtigte Hoffnung auf ein friedliches Zusammenwirken in einem Postwachstumsgefüge. Ehrliche Politik könnte damit wieder Anerkennung zurück gewinnen.