ANTHROPOSOPHISCHE BILDUNG ALS ZEITNOTWENDIGER LÖSUNGSVORSCHLAG? Irmgard Stadler

Dieser Beitrag von Irmgard Stadler, einer Demeter Landwirtin, wurde in Briefform mit der Absicht zur Verfügung gestellt, dass ihn jeder frei übernehmen und ihn den Kontakten seiner Wahl in Politik, Medien und Wirtschaft zusenden kann.



Sehr geehrte(r) … ……………………………………….. … 2020
Der untenstehende Brief ist am 8.7.2019 aus einer privaten Initiative heraus an unseren
Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen ergangen. Darauf folgte im Dezember 2019 ein
zweiter Versuch dem Inhalt Gehör zu verschaffen und der Brief ist mit neuem Begleitschreiben und
300 Unterstützungserklärungen erneut gesendet worden. Der Inhalt des Briefes hat mit seinen
Vorschlägen durch die aktuelle Situation jetzt unerwartet ein noch zusätzliches Maß an Aktualität
gewonnen. Ungewöhnliche Zeiten verlangen eine Veränderung des altgewohnten Denkens. Die Welt
in der ausgeführten Art neu zu betrachten sollte unbedingt geprüft und ins Auge gefasst werden, da
hier ein unglaublich großes Lösungspotential für ganz viele Probleme dieser Welt schlummern. Somit
ist ein neuer Versuch gestartet, um auf die Inhalte der Sozialen Dreigliederung aufmerksam zu
machen.
Offener Brief vom 08.07.2019 Betreff: Mögliche Lösung aktueller Probleme

Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Die Welt ist voller Krisen und Herausforderungen, die es der Menschheit nicht leicht machen, einen
zukunftsfähigen Weg für uns alle zu gehen. Es gibt unzählige Probleme, die mittlerweile die
Menschen ernsthaft bedrohen und Zukunftsängste hervorrufen. Ihre Lösung, ist oft in
Widersprüchen und unlösbaren Interessenskonflikten gefangen und kann dadurch nicht in ihrer
Ernsthaftigkeit und Reichweite angegangen werden. Doch gibt es eine Lösung, die bis jetzt noch nicht
ins Blickfeld der Öffentlichkeit gelangt ist. Dieser Lösungsimpuls ist bereits 100 Jahre alt. Eine Idee,
die als ein wichtiger Meilenstein für die Menschheitsentwicklung angesehen werden kann, da der
Mensch dadurch in eine neue Würde gehoben wird!

Herr Bundespräsident, ich wende mich an Sie mit dem dringenden Anliegen zur Ergreifung dieses
Impulses, der für die Menschheit von größter Bedeutung im Hinblick auf eine lebenswerte Zukunft
für uns alle ist.

Die jüngsten Ereignisse innerhalb unserer Bundesregierung haben mich ermutigt, mich jetzt direkt an
Sie zu wenden, der Sie an der obersten Stelle unseres Landes stehen.

Durch die entstandene politische Situation ist ein Freiraum gegeben, der die Chance bietet, vieles
neu zu ergreifen. (Auch die Corona-Krise stellt die Welt vor noch nie dagewesene Herausforderungen
und bietet zusätzlich eine große Chance auf eine weitreichende und notwendige Veränderung)
Ein solcher neuer Lösungsansatz ist die „Soziale Dreigliederung“, auf die ich in diesem Schreiben
aufmerksam machen möchte!

Sie stellt von allen mir bekannten Ideen als einzige ein neues System dar, das ich in all seinen
Gebieten bejahen und vertreten kann. So sehr bejahen kann, dass ich mich dafür entschieden habe,
so gut ich es aus meiner Lebenslage heraus kann, mich mit den Inhalten immer tiefer auseinander zu
setzen und mich für die Verbreitung dieser Idee einzusetzen. In ihrer Verwirklichung sehe ich eine
Zukunft, die ich meinen Kindern und weit darüber hinaus allen Menschen getrost als Erbe
weitergeben will. Es ist die Grundlage für Frieden und Gemeinschaftsgeist einer Menschenfamilie.
Aus der mir erkennbaren Sicht schlummert hier ein unentdecktes, riesengroßes Potential. Jedem, der
sich ernsthaft und vorurteilslos diesem Gedankengut nähern kann, erschließt sich ein Bild, das die
Verstrickungen der Menschheit lösen kann.

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg und ein Zeitfenster öffnete sich. Rudolf Steiner setzte all
seine Kraft daran, den Impuls zur Dreigliederung des sozialen Organismus (kurz: Soziale
Dreigliederung) in die Welt zu tragen, um dadurch einen weiteren Schritt in der
Menschheitsentwicklung zu ermöglichen. In Deutschland und auch in Österreich wurden diese
neuen Ansätze bis in die damalige politische Führungsebene hinaufgetragen. Ein Durchbruch dieser
Idee schlug allerdings letzten Endes fehl, denn die Menschen konnten diese Idee noch nicht wirklich
aufnehmen. Was damals für die Menschen noch nicht so greifbar war und wenig verstanden wurde,
darf heute nicht mehr übersehen werden. Die Grundlage für ein bejahen solcher Veränderung ist in
vielen Menschen längst da. Denn den geschichtlichen weiteren Verlauf kennen wir: An Stelle einer
stabilen Neugestaltung kam nach dem Ersten Weltkrieg der Zweite Weltkrieg. Aber auch nach dieser
zweiten furchtbaren Katastrophe kam es nicht zur Lösung der in der Wirtschaft wurzelnden
Probleme, eine Lösung der sozialen Frage wurde bis heute nicht angegangen; denn die neu
auftretende Forderung: „Wie müssen wir in einer industrialisierten und arbeitsteiligen Welt die
Arbeitsergebnisse gegenseitig bewerten, damit jeder bestmöglich leben kann?“ wurde nicht
erkannt und daher auch bis heute nicht umgesetzt.

Im alten Geld- und Wirtschaftsdenken ist dies leider auch eine unlösbare Frage und mit jeder
versuchten Lösung schaffen wir neue Probleme: Wachstumszwang, Arbeitslosigkeit und damit
Einkommenslosigkeit, Konkurrenzkampf, Verschleißwirtschaft, ….

Das heutige Kapital- und Lohnsystem geht auf den römischen Eigentumsbegriff zurück, der
Wirtschaftliches mit Rechtlichem vermengt und ein getrenntes Erfassen von wirtschaftlichem Wert
der Leistungen und der Kapitalbildung verunmöglicht. Kapitalgewinne werden heute zumeist aus
dem wirtschaftlichen Prozess ausgeschieden und können so gar nicht allen (beteiligten) Menschen
bzw. der Menschheit dienlich gemacht werden.

Durch unser bestehendes Geldsystem, das die Geldmenge mit der Warenmenge wachsen lässt,
verunmöglichen wir das eigentlich sinnstiftende Wesen des Geldes zu durchdringen. So können wir
auch den Sinn der Wirtschaft nicht wirklich ergreifen. Wir hantieren mit Scheinwerten, welche die
realen Zusammenhänge untergraben und verschleiern. Wir werden zum Sklaven der Wirtschaft, statt
dass wir über die Wirtschaft unsere Bedürfnisse befriedigen.

Die Wurzeln dieser Verschleierung liegen vor allem im Geldsystem und im Rechtsleben und zögern
eine wirkliche Lösung von Problemen bis heute hinaus. Dieses Versäumnis beginnt sich heute global
erkennbar zu rächen.

Rudolf Steiner begründete schon damals eine neue Wirtschaftslehre und hat damit die Grundlage für
ein solidarisch geschwisterliches Wirtschaften gelegt, in dem die Menschengemeinschaft von einem
Gemeinschaftsgeist durchdrungen sein kann. Außerdem ist darin die Frage des Ausgleiches zwischen
Bedürfnissen und Wert der Leistungen enthalten. Die Idee dieses Ausgleichs wurde später von
Alexander Caspar bis ins Geldwesen hinein aufgegriffen und gestaltet (Autor des Buches „Das neue
Geld“ 2010). Mit dem Durchdringen dieser Zusammenhänge löste er die gestellte Forderung. Damit
ist ein brüderlich geschwisterliches Wirtschaften möglich!

Unnötiger Wettbewerb, wirtschaftlicher Wachstumszwang bis ins Krankhafte und Maßlose,
Verschleißwirtschaft, die die wertvollen Ressourcen unserer Erde zu Müll machen,
gesamtgesellschaftlich sinnlose Arbeit, die niemandem wirklich dient, …. All das verliert seine
diktierende Macht. Selbst ein Coronavirus, der sich jetzt weltweit ausbreitet, würde das
Denn wirtschaftliche Miteinander nicht derart ins Wanken bringen. durch die Dreigliederung des
sozialen Organismus wird der Menschengemeinschaft ermöglicht, in kluger kräfte- und
ressourcenschonender Zusammenarbeit das Bestmögliche für Jeden zu erreichen. Keiner bleibt dabei
auf der Strecke, denn Bedürfnis und Wert der Leistung finden ihre Deckung. Ein gegenseitiger
Wertetausch entsteht, da jeder einen angemessenen Anteil am gemeinsam Gesamt-Geleisteten hat.
Die Inhalte der Sozialen Dreigliederung sind heute noch genauso wegbereitend und gestaltgebend
für die soziale Ordnung, wie sie damals in ihrer Verwirklichung segenbringend hätten wirken können.
Heute haben wir neben der sozialen und wirtschaftlichen Krise noch eine Vielzahl anderer Krisen, in
denen die Soziale Dreigliederung maßgebend Veränderung bewirken kann: Klimawandel, wachsende
Schere von Arm-Reich, Ressourcenvernichtung, Flüchtlingskrise, Gesundheitskrise, Bildungskrise,
Ökologiekrise, Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Politikverdrossenheit, Hetze, Krieg und auch Corona-
Krise…. Dies zeigt, dass unsere Art zu denken, unsere heute installierten Systeme ausgedient haben,
da sie unbrauchbar geworden sind und zunehmend zerstörerische Dimensionen annehmen.
Die Menschheitsgeschichte lehrt, dass in ihrem Verlauf immer wieder große Umbrüche notwendig
waren und sich auch vollzogen haben.

In aller Kürze möchte ich hier erste Inhalte der Sozialen Dreigliederung darlegen:
In der Sozialen Dreigliederung gibt es keinen Einheitsstaat mit zentraler Steuerung. Der Staat wird in
drei autonome Bereiche – in Wirtschaftsleben, Rechtsleben und Geistesleben gegliedert. Rudolf
Steiner formuliert dazu den Vergleich mit dem menschlichen Organismus, der auch drei Systeme hat,
die für sich relativ unabhängig sind und in ihrer Unabhängigkeit eine größere Einheit, ein höheres
Ganzes (das menschliche Leben) hervorbringen.

Es ist eine Entwicklung hin zur menschengemäßen Ordnung, die dem menschlichen Sein umfassend
gerecht wird:

1. Wirtschaftsleben (in Brüderlichkeit) – 2. Rechtsleben (in Gleichheit) – 3. Geistesleben (in Freiheit)
Heute haben wir ein Wirtschaftssystem, das unsozial ist und ein Rechtssystem, das die Menschen
ungleich behandelt und Sonderinteressen vor allgemeine menschliche Interessen stellt. Wir haben
einen Bildungs- und Arbeitsmarkt, der den Menschen zur Ware macht, um im Wirtschaftssystem zu
funktionieren. All das bedrückt uns und macht uns krank, denn nicht jeder hat die Möglichkeit, sein
Leben so einzurichten, dass ihn diese Dinge nicht auf irgendeine Weise negativ beeinflussen.
Unbewusster Druck wirkt als Leid und dieses Leid versuchen viele Menschen auf unterschiedlichster
Art zu kompensieren. Nicht selten löst dieses Leid auch körperliche oder seelische Krankheiten aus.
Die soziale Gliederung fordert drei autonome Bereiche, die abbilden, was dem Mensch-Sein heute
angemessen ist:

1. Der Bereich des Wirtschaftslebens
In einer arbeitsteiligen Welt ist ein brüderliches (geschwisterliches) Wirtschaftsleben
einzurichten, welches die materiellen Bedürfnisse des Menschen vor Augen hat. In dem
Moment, in dem wir die Bedürfnisse unserer Mitmenschen vor Augen haben und uns vom
ausgedienten Geld- und Rechtssystem verabschiedet haben, können wir ein gemeinsames
Anliegen als Menschen verfolgen, nämlich unsere tatsächlich benötigten nicht durch
Werbung künstlich erzeugte Bedürfnisse zu befriedigen. In einem neu gestalteten
Geldsystem, in dem nur Waren zirkulieren dürfen, aber keine Rechte handelbar sind, ist einer
der nötigen Grundsteine gelegt. Mit dem Erkennen, wie wirtschaftliche Werte überhaupt
geschaffen werden, kann das Wirtschaftsleben neu betrachtet werden. Dabei muss beachtet
werden, dass es in der Wertebildung um zwei verschiedene, sich gegenseitig
kompensierende Bereiche geht. Das eine Mal wird ein Wert gebildet dadurch dass Arbeit
aufgewendet wird, das andere Mal tritt genau das Gegenteil ein, der Wert entsteht dadurch
dass Arbeit erspart wird, da der Mensch den Arbeitsprozess gliedert und rationalisiert. Der
Reichtum eines Landes kann nicht wie heute anhand des Bruttoinlandsproduktes gemessen
werden, da die kompensierenden Bereiche darin keine Berücksichtigung finden. Es darf nicht
wie heute alles addiert werden, die gebildeten wirtschaftlichen Werte gegenseitig richtig zu
bewerten wird dadurch unmöglich, davon abgesehen wird der Verschleiß auch noch
hinzugezählt.

Das Wirtschaftsleben umfasst Warenproduktion, Warenhandel und Warenkonsum. Es geht
um gerechte Güterverteilung in einem richtigen Wertverhältnis der Waren durch
Umgestaltung des gegenwärtigen Kapital- und Lohnsystems. Das Wirtschaftsleben muss
durch eine vereinigende Basis aufgebaut werden und sich an rein ökonomischen
Gesichtspunkten, an den Bedürfnissen, ausrichten. Alle wirtschaftliche Tätigkeit im neuen
Modell ist assoziativ (verbindend, vereinigend). Die Unternehmen der verschiedenen
Branchen arbeiten in Assoziationen zusammen mit dem Ziel, die Bedürfnisse zu decken. Die
alle Bereiche verbindende Assoziation ist die Zusammenarbeit von Produzenten, Händlern
und Konsumenten. Ziel ist ein bestmögliches bedürfnisorientiertes Zusammenwirken. Hier
gilt überall die vertragliche Bindung. Es geht nicht darum, sich zusammenzuschließen, um
Vorteile gegenüber anderen zu haben, sondern darum konsequent miteinander zu arbeiten.
Grundsatz: Es darf nicht produziert werden, um zu profitieren, sondern nur um den
Bedürfnissen gerecht zu werden.

Niemand braucht sein Wohl auf Kosten von Anderen zu suchen. Waren und Rechte sind zwei
völlig getrennte Dinge. Das eine gehört ins Wirtschaftsleben, das andere ins Rechtsleben.

2. Der Bereich des Rechtslebens
Das Rechtsleben, der zweite autonome Bereich, steht unter dem Gesichtspunkt der
Gleichheit der Menschen. Das hierarchische System einer Machtelite ist dadurch
aufgehoben. Hier geht es um die Umsetzung der Menschenrechte. Der Staat begrenzt sich
auf seine eigentliche Aufgabe, dass die demokratisch beschlossenen Gesetze gerecht
gewährleistet werden.

Als Beispiel wird das Ausmaß der Arbeitszeit im Rechtsleben demokratisch vereinbart, da
das Arbeitsausmaß neben der Grundlage der Bodenfruchtbarkeit die Parameter für den
Wohlstand einer Gesellschaft sind.

Verfügungsrechte über Produktionsmittel und Kapital sollen sich auf Zeit mit den in den
jeweiligen Gebieten befähigten Menschen ohne Kauf verbinden können. Daraus resultiert
eine Pflicht für die Gemeinschaft, ein rotierendes Eigentum, das monetär nicht handelbar ist.
Nach Beendigung einer Aufgabe zum Beispiel durch Pensionierung ist ein geeigneter
Nachfolger zu finden.

3. Der Bereich des Geisteslebens
Dieser dritte autonome Bereich, das freie Geistesleben, bildet das Gegenüber zu den
leiblichen Bedürfnissen im Wirtschaftsleben.

Durch freie Fähigkeiten-Entwicklung wird der Mensch frei im Geist. Freiheit setzt
selbstbestimmtes Handeln voraus. Ist es nicht selbstbestimmt, so ist es fremdbestimmt und
somit auch nicht frei. Durch die Selbstbestimmung macht sich der Mensch zum
selbstverantwortlichen Souverän. Wer selbstbestimmt handelt, muss seine Handlungen
selbst verantworten, da er sein eigener Souverän ist, der sich auf keine fremde Autorität
beruft. Er hat sein Motiv, den Beweggrund seines Handelns nur aus sich selbst geschöpft. Das
aber bedeutet, dass meine Freiheit nicht bei mir endet, sondern dass mir die Freiheit des
Anderen genauso wichtig ist wie die Eigene. Da erst beweist sich meine wahre Souveränität,
indem ich die Freiheit des Anderen wirklich als die Meine empfinde.

Wir alle brauchen die Freiheit im Geistigen und in der Entwicklung unserer einzigartigen
Begabungen, auf die die Welt wartet. Wir würden erstaunt sein welche Vielfalt da zutage
treten würde. Aller wissenschaftlicher Betrieb, die Bildung und das Unterrichtswesen, das
individuelle religiöse Leben sowie die Rechtsprechung gehören in diesen Bereich. Das
Geistesleben wird in ganz anderen Strukturen verlaufen, in etwas viel Freierem als einem
Ministerium oder Parlament. Die Individualität steht hier im Mittelpunkt.
Durch die Verwirklichung dieses Impulses, der Sozialen Dreigliederung wird der Mensch zum wahren
Menschen, denn es entsteht eine höhere Einheit:
 Durch körperliche und seelische Gesundung wird höchste wirtschaftliche Produktivität
ermöglicht. Eine allseitige Offenbarung der im Geiste veranlagten Kräfte wird möglich.
 Es kommt zur wahren Befriedigung des Rechtsgefühls.
 Der Mensch ist nicht länger Sklave der Wirtschaft, die Wirtschaft dient dem Menschen.
Von Österreich ausgehend könnte etwas fundamental Neues, segenbringend sich ausbreiten!
Gutes ist von jeher nur dort gediehen, wo Menschen von einem Gemeinschaftssinn erfüllt waren.
Auch in der Natur gedeiht das am besten, was sich gegenseitig stützt.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass gesehen und wahrgenommen wird, was als Lösung schon da ist!
Die Dringlichkeit unserer Zeit macht mir Mut für ungewöhnliche Schritte. Heute schon möchte ich
versuchen, einen wirklichen Neuanfang zu initiieren!

Ziel ist es, dass wir einen Weg aus all unseren Krisen finden. Dazu ist es notwendig, Altes, das
unbrauchbar geworden ist, mit neuem Denken zu überwinden.

Die Idee der Sozialen Dreigliederung ist dem Großteil der Bürger derzeit noch unbekannt. Mit der
gewonnenen Erkenntnis der Zusammenhänge und beim Versuch ihrer Bekanntmachung steht jeder
zunächst ziemlich ohnmächtig da; denn Soziale Dreigliederung kann auch kein Partei-Programm sein.
So könnte ein Neuanfang nur mit der Frage beginnen, wie mit der Verwirklichung des Impulses der
„Sozialen Dreigliederung“ begonnen werden könnte? Ich bitte Sie mein Anliegen zu unterstützen.
Vielleicht ist es möglich, in einen Dialog über die Soziale Dreigliederung einzutreten. Mittlerweile ist
meine Arbeit weitergediehen und kann in einem veranschaulichenden Spiel teilweise sichtbar
gemacht werden.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass unser bestehendes soziales und wirtschaftliches System nicht von
einem Tag zum anderen geändert werden kann. Aus der Notwendigkeit der Zeitgeschehnisse heraus
sehe ich es allerdings als unumgänglich an, sich mit möglichen Lösungen mit der notwendigen
Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit zu befassen, auch dann, wenn sie im ersten Moment noch
unbekannt und vielleicht sogar undenkbar sind. Deshalb schlage ich vor, eine Ausschuss oder
ähnliches einzurichten, innerhalb dem die Umsetzung von Rudolf Steiners Impuls der sozialen
Dreigliederung überlegt und geprüft werden könnte und ob und inwieweit dieser Impuls verwirklicht
werden kann.

Kleine Änderungen des Briefes wurden von mir mit der neuen Überarbeitung vorgenommen, um
schwierige Inhalte verständlicher zu machen.

In Wertschätzung
Irmgard Stadler (Demeter-Landwirtin)
Feldkirchen an der Donau, am 6.6.2020
stadler.bio@direkt.at
www.briefandenbundespraesidenten.at
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