LESERBRIEFE und KOMMENTARE 2019

LESERBRIEFE UND KOMMENTARE 2019

16.5.2019; Spiegel-Online; Aloys Prinz und Hanno Beck: „Die Zombies der Ökonomie kehren zurück“

Aloys Prinz und Hanno Beck belegen unter dem reißerischen Titel „Die Zombies der Ökonomie kehren zurück“, dass sie weder das bestehende Geldsystem verstehen, und schon gar nicht begreifen, worum es bei einer Vollgeldreform geht. Sie vermischen „Kraut und Rüben“ und scheinen sich in der Ablehnung dessen zu suhlen, was sie nicht begreifen. Es macht betroffen, einen derartigen Artikel im Spiegel vorzufinden. Nichts von dem ist wahr, zumindest nichts, was über Vollgeld geschrieben wurde (Aber die Autoren haben sogar auch Ahnungslosigkeit bezgl. MMT und Kryptowährungen demonstriert, deren Gefährlichkeit sie sichtlich nicht durchschauen).

Was ist schlecht daran, Geldschöpfung als Hoheitsrecht zu installieren?

Was ist schlecht daran, Banken auf das zu beschränken, was sie behaupten zu tun?

Was ist schlecht daran, Banken das Recht der Geldsurrogatschöpfung durch Kreditvergabe zu verwehren (ein einzigartiges Privileg gegenüber allen anderen Unternehmen – quasi Geld zu schöpfen und es durch gesetzliches Geld der ZB garantieren zu lassen).

Was ist schlecht daran, Bürgern Zentralbankgeld (gesetzliches Zahlungsmittel!) auch unbar zugänglich zumachen?

Was ist schlecht daran, Kundengelder (echtes ZB-Geld) außerhalb der Bankenbuchhaltung und damit tatsächlich sicher, führen zu lassen.

Was ist schlecht daran, Staatsschulden reduzieren zu können?

Was ist schlecht daran, dem Souverän, repräsentiert in der Politik, neue Handlungsräume zu eröffnen?

U.s.w. Jedenfalls ist das ein empörender Artikel, dessen ideologische Begründung aufzuklären erhellend sein könnte. Hat der Spiegel keine kompetenten Wirtschaftsjournalisten mehr an der Hand, die vorurteilsfrei und mit Fachwissen aufzuklären verstehen? In der Hoffnung, dass der Spiegel nunmehr z.B.Joseph Huber zu einer Richtigstellung bzgl. Vollgeld einlädt und in der Hoffnung, dass die Wirtschaftsredaktion selbst auch recherchiert, bevor so ein „Zombie-Artikel“ veröffentlicht wird. Z.B. auf www.vollgeld.de, oder www.monetative.de.

Mit hochgradigem Entsetzen, Dr. Günther Hoppenberger, A-4030 Linz

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15.5.2019; Der Standard; Eric Frey, MMT – Warren Mosley an der WU Wien

MMT – Ein äußerst perfides Konzept

MMT hat eben nichts mit dem Grundkonzept eines Vollgeldes, das ein Positiv-Geld wäre, zu tun. MMT, die nicht von ungefähr so beachtliche propagandistische Unterstützung genießt, treibt Staaten (die Bürgergesellschaften) noch tiefer in die Abhängigkeit der Finanzmärkte. Ein demokratiepolitisch höchst gefährlicher Ansatz. Demgegenüber würde das Vollgeldkonzept, das auf einer Unterscheidung von Geld und Kredit basiert, viele der Verheißungen der MMT tatsächlich erfüllen können.
Näheres unter:
https://vollgeld.de/mmt-falsche-verheissung, bzw. unter www.vollgeld.de

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8.5.2019; DerStandard, G.Oswald; Wo sich die Pensionsmilliarden verstecken 

Milchmädchenrechnung

Neos-Sozialsprechers, Gerald Loacker, Milchmädchenrechnung zur Einsparung der staatlichen Pensionszuschüsse durch Anhebung des Antrittsalters beruht auf der naiven Annahme, dass unser Geld durch Arbeit entsteht. Und er vergisst dabei geflissentlich, dass Einsparungen des Staates jeweils von den anderen Sektoren (Haushalte, Unternehmen und Ausland) aufzubringen wären. Zum Glück kann mittlerweile das rein quantitative Produktivitätsproblem als gelöst betrachtet werden, nicht so jedoch das Problem von gesellschaftlich erwünschter/unerwünschter Art, Qualität und Verteilung des Outputs, weshalb sich eine Entkopplung von Arbeit und Einkommen aufdrängt. Arbeit ist mehr als nur Erwerbsarbeit und Einkommen ist Voraussetzung zur Arbeitserbringung.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Fairerweise habe ich den Leserbrief natürlich auch Mag. Loacker in cc gesendet – und sogar eine Rückmeldung erhalten. Leider ging daraus hervor, dass er nichts verstanden hatte. Ich sehe das aber weniger als persönlichen Vorwurf, sondern als Bestätigung dafür, dass man an unseren Hochschulen in BWL immer noch nicht zwischen Zahlungsmittel (Geld) und Kredit zu unterscheiden lernt und sich damit zwangsläufig in einer sozialpolitischen Sackgasse verfängt. Nachstehend die Antwort:

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

Danke für Ihr Mail.

Durch Arbeit entsteht nicht Geld. Das weiß ich auch ohne diesbezügliche Information. Durch Arbeit entsteht Wertschöpfung. Und diese Wertschöpfung bekommt der Erwerbstätige durch Lohn/Gehalt/Honorar odgl abgegolten. Erfolgt keine Erwerbsarbeit, erfolgt in der Regel auch keine Wertschöpfung. Volkswirtschaftlich ist es daher von Nutzen, wenn mehr Menschen einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Sie können schon Arbeit und Einkommen entkoppeln wollen. In erster Linie geht es mir um eine Lösung der finanziellen Probleme des Pensionssystems und nicht um die Neuaufsetzung eines gesamten Wirtschaftssystems, das Einkommen von Erwerbsarbeit löst.

Schöne Grüße, Gerald Loacker

Ich konnte es mir nicht verkneifen, darauf nochmals zu antworten:

Sehr geehrter Herr Mag.Loacker,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Das für Sie beunruhigende finanzielle Problem des Pensionssystems, geht einher mit der Frage der Finanzierung verlängerter Erwerbsarbeitszeiten, bzw. Arbeitslosigkeit. Um einen durch Erwerbsarbeit geschaffenen Arbeitswert mit Gewinn verkaufen zu können, muss Geld vorhanden sein. Mit dem Vorschlag verlängerter Erwerbsarbeitszeit bleibt die Frage, wie dieses Geld entstehen sollte, ungelöst. Und es geht heute eben nicht um eine Neuaufsetzung des Wirtschaftssystems als solchem, sondern um eine Neukonstruktion der Geldordnung mit der Trennung von Geld und Kredit. Ohne Änderung der verqueren Logik unseres derzeitigen Geldes wird sich längerfristig das Pensionsproblem auch durch hundertjährige Erwerbsarbeitszeit nicht lösen lassen. Geld hat gesetzliches Zahlungsmittel zu sein und seine Schöpfung muss als Souveränitätsrecht begriffen werden. Die Fatalität liegt heute in der Verdrängung dieses gesetzlichen Zahlungsmittels durch das private Geldsurrogat der Geschäftsbanken. (Bei Durst braucht es ein Glas Wasser, aber kein Foto von einem Glas Wasser).

Abschließend vielleicht noch zur Überlegung: Wie soll in naher Zukunft das Geld entstehen, um all die Segnungen der Digitalisierung kaufen zu können?

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger; LIFESENSE Zirkel – Linz

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7.5.2019; OÖN, Zahl der Waffen erneut gestiegen 

Mehr Waffen für den Umweltschutz?

Das Wachstum bei privaten Schusswaffen geht unaufhörlich weiter. Wen wundert’s, wenn in Florida und wer weiß wo sonst noch, Lehrer nur mehr bewaffnet zum Unterricht kommen und wenn die beliebtesten Computerspiele bereits die Jugendlichen darauf trainieren, Problemlösungen in der physischen Eliminierung des jeweiligen Hindernisses zu sehen. Kann man eine Menschheit überhaupt noch als zivilisiert bezeichnen, die nicht erkennt, dass der gemeinsame Feind die von uns selbst zum Gegner gemachte Natur ist? Das verlangt weder nach Militär noch nach Schusswaffen. Und die Natur unterscheidet weder nach Links und Rechts, noch nach Rassen oder Religionen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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5.5.2019; Kronenzeitung; Kommentar von Dr.Tassilo Wallentin zur Bargeldabschaffung,

Sehr geehrter Herr Dr. Wallentin,

natürlich ist Ihrer Sorge beizupflichten, dass wir uns mit weitergehender Abschaffung des Bargeldes in Richtung eines lückenlosen Überwachungsstaates bewegen. Allerdings hat sich gezeigt, dass der unbare Zahlungsverkehr auch große Vorteile hat und sich deshalb so rasant durchsetzen konnte, dass in Europa nur mehr etwa 10% (in Schweden nur mehr 2%) Barzahlungen erfolgen. Etwas, das von den Geschäftsbanken mit Akribie und Schläue vorangetrieben und von der Politik zugelassen wurde.

Der springende Punkt ist jedoch ein anderer. Wir haben es ja mit zwei unterschiedlichen Geldarten zu tun. Einerseits mit gesetzlichem Zahlungsmittel, das von den Zentralbanken reaktiv als “Reserven”, bzw. Bargeld geschöpft wird, andererseits mit dem von den Geschäftsbanken durch Kreditvergabe aktiv geschöpften Buchgeld, das nur als Zahlungsmittelsurrogat erkannt werden sollte. Dieses Bankengeld erhält seine Zahlungsmittelfunktion ja nur deshalb, weil sich die Zentralbanken eben nicht nur als Bank der Banken erweisen, sondern weil sie direkt oder indirekt durch den Staatshaushalt und aus (nicht ganz unberechtigter) Angst vor dem Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs das Schuldgeld der Banken zu garantieren versprechen. Staat und Zentralbank werden zu dem erpresst (Zwang zur Refinanzierung), was man ihnen gleichzeitig zum Vorwurf macht. Geld (=Zahlungsmittel) und Kredit sind eben zwei verschiedene Dinge.

Die Fragilität und Unsicherheit unserer Finanzarchitektur zeigt sich auch darin, dass trotz sinkendem Bargeldgebrauch, die von den Notenbanken gegen “Reserven” getauschten Bargeldbestände ziemlich rasch zunehmen. Es spiegelt die Flucht aus dem Scheingeld zum Geldschein – und befeuert die nächste Finanzkrise.

Nun haben wir es aber auch mit zwei, bzw. sogar drei unterschiedlichen “Geld”kreisläufen zu tun: Das unbare gesetzliche Zahlungsmittel (“Reserven”) läuft nur zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken, bzw. am Interbankenmarkt um, wohingegen das Publikum keinen Zugang zu unbarem ZB-Geld hat und eben mittlerweile über 90% des Zahlungsverkehrs mit Bankengeld, dem von Banken geschöpften Kreditgeld erfolgt. Der letzterem Kreislauf untergeordnete und zunehmend marginalisierte dritte “Kreislauf” besteht in dem zwischenzeitlich kurz auftretenden Tausch zwischen Bankengeld und Bargeld (Voraussetzung für den Erhalt von Bargeld ist ja eine positive Zahl auf einem Girokonto. Kurzzeitig deshalb, weil ja Bargeld rasch wieder in Bankenbuchgeld verwandelt wird. [Bankomat – Kaufmann – Bank – Bankomat]).

Bei der Bargeldabschaffung geht es also um eine Machtfrage. In unserem jetzigen Geldregime stammen Bargeld und Buchgeld aus unterschiedlichen Schöpfungsakten und es ist eben die Frage, wem das Geldschöpfungsrecht zukommen sollte. Dem Souverän, oder privaten Banken? Aus dieser derzeit bestehenden Finanzarchitektur ergibt sich ja auch die Ohnmacht der Politik gegenüber den sogenannten “Märkten”. Konsequent weitergedacht meine ich, dass Geldschöpfung nur ein hoheitsrechtlicher Akt sein darf, quasi als vierte staatliche Gewalt (Monetative?), womit auch das unberechtigte Privileg der Geschäftsbanken gegenüber dem Unternehmenssektor eliminiert würde.

In Schweden läuft gerade die Evaluierung der e-krona, was hieße, dass man eben auch unbar mit gesetzlichem Zahlungsmittel Rechnungen begleichen könnte. Man wird sehen, wie das ausgestaltet wird, aber im Prinzip wäre das der Kern des Anliegens der Vollgeld-Initiativen. Es wäre ein “Positiv-Geld” des Publikums, das damit ein tatsächlich sicheres Zentralbankgeldkonto außerhalb der Bankbilanz hätte. Man wird sehen. Nähere Details und Hintergründe dazu in: Joseph Huber; “Monetäre Souveränität” Metropolis-Verlag (Marburg, 2018), wie auch auf www.vollgeld.de, www.proVollgeld.at, www.monetative.de, www.vollgeld-initiative.ch, www.positivemoney.org  und vielen anderen.

Dass die Konstruktion der Geldordnung das höchste zivile Machtinstrument darstellt und in der derzeitigen Ausformung die gesellschaftspolitischen Handlungsräume unerträglich einschränkt, scheint von der Politik nicht erkannt zu sein, oder wird ganz gezielt aus der öffentlichen Diskussion ferngehalten(?).

Abschließend möchte ich noch meine feste Überzeugung äußern, dass eine völlige Abschaffung des Bargeldes sich kaum durchsetzen wird. In einem Vollgeldregime ist es zwar einerlei, ob bar oder unbar bezahlt wird und es könnte (durchaus vernünftige) Einschränkungen bezüglich Barzahlungshöhen geben, für den alltäglichen Gebrauch wird und soll es jedoch immer Bargeld geben – und wenn nicht anders, dann wird es einen Rückgriff auf ein Waren-Geldsurrogat geben (wie z.B. in der Art von Kent und Marlboro, die lange Zeit (als Parallelwährung) das rumänische Bar-Zahlungsmittel verkörperten).

Mit Dank für Ihren Kommentar, der mir die Gelegenheit gab, auf weitere Aspekte hinzuweisen und mit besten Grüßen

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Erst Vollgeld eröffnet die politische Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit einzutreten – und gefühlte Gerechtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Frieden und Prosperität.

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3.5.2019; e-mail an Frau Dr. Winzig (ÖVP), OÖ-Kandidatin zur EU-Wahl

Sehr geehrte Frau Dr. Winzig,

aus den OÖN habe ich heute erfahren, dass die Landes-VP mit einem eigenen Programm zur EU-Wahl antritt, und Sie dafür quasi als regionale Abgeordnete kandidieren.

Als verantwortungsbewusstem Staatsbürger ist es mir ein Anliegen, die Wählbarkeit der Kandidatinnen und Kandidaten möglichst eingehend abzuschätzen und möchte daher ergänzend zum allgemein gehaltenen Programm noch einige weitere Fragen an Sie richten:

Grundsätzlich konzediere ich unserer Politik (mit einigen Ausnahmen) ehrliches Bemühen um das Wohlergehen der in sie vertrauenden und auch auf sie angewiesenen Bevölkerung. Allerdings hege ich die nicht ganz unbegründete Befürchtung, dass im redlich euphorischen Überschwang manche wesentliche Knackpunkte, die sich wünschenswerten und zeitnotwendigen gesellschaftlichen Zielen entgegenstellen, keine entsprechende Beachtung erfahren.

Dazu zähle ich vor allem die Erkenntnis, dass alle Probleme, mit denen Politik und besonders auch die Bevölkerung konfrontiert sind, etwas mit der Geldordnung zu tun haben. Ich darf davon ausgehen, dass Ihnen dieses Faktum nicht unbekannt ist – zumal Sie ja unter anderem besonders auch mehr EU-Mittel anstreben. Ich möchte sogar so weit gehen, die unwiderlegbare Behauptung in den Raum zu stellen, dass das höchste zivile Machtmittel in der Geldordnung zu verorten ist und sehe es als vordringliche Aufgabe der Politik an, dieses Machtmittel in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

Sukzessive hat sich aber die Politik die Oberhoheit über das Geld entziehen lassen und sich privaten, als “Märkte” bezeichneten Institutionen ausgeliefert. Und es sind “die Märkte”, die mittlerweile über Gedeihen und Wohlergehen einer Gesellschaft bestimmen, weil sie dieses höchste Machtmittel, Geld, kontrollieren. Und das wirksame Prinzip der Macht ist bekanntlich die Erpressung. Darin sehe ich auch die Wurzel der Ohnmacht zu fruchtbringender gesellschaftspolitischer Arbeit. Konkret:

Das Recht zur Geldschöpfung muss wieder als vierte staatliche Gewalt Privaten entzogen und unter parlamentarische Kontrolle durch den Souverän gestellt werden, wie das von mittlerweile weltweit rund 50 Initiativen unter der Bezeichnung “Vollgeld”, oder “Positive Money” angeregt wird. Anderenfalls bleibt jedes noch so redliche politische Bemühen in illusionären Versprechungen verhaftet. Nähere Details und Hintergründe dazu in: Joseph Huber; “Monetäre Souveränität” Metropolis-Verlag (Marburg, 2018), wie auch auf www.vollgeld.de, www.proVollgeld.at, www.monetative.de, und vielen anderen.

In Österreich und quer durch Europa sind es nicht einmal mehr 10% gesetzliches Zahlungsmittel, in Schweden nur mehr 2%, die jeweils dem privaten Geschäftsbankengeld (Buchgeld) gegenüberstehen. Und die schwedische Zentralbank, immerhin die älteste der Welt, zieht bereits die Herausgabe von “e-krona”, also ein Vollgeld (Zentralbank-Buchgeld) für den Publikumsverkehr in Erwägung. Geld ist schuldbefreiendes Zahlungsmittel und sollte nicht mit Kredit vermischt werden, wie das eben heute überwiegend der Fall ist, wenn unbare Zahlungen anstatt mit Geld, nur mit Forderungen auf Geld geleistet werden.

Vorweg noch: Eine Vollgeldreform ist natürlich keine Patentlösung, die gleich alle Probleme wie Wachstum, Chancen- und Verteilungsfragen schlagartig lösen könnte, sie ist jedoch der erste und wichtigste Schritt, um überhaupt politische Handlungsräume zu eröffnen, die gemeinwohlorientierte Weichenstellungen zulassen.

Nun aber meine konkreten Wählbarkeitsfragen:

  1. Inwieweit wurde die Problematik innerhalb der ÖVP bereits erkannt und auch aufgegriffen?
  2. Inwieweit gedenken Sie sich als VP-EU Abgeordnete in Brüssel für die Behandlung dieser Thematik einzusetzen? Welche Möglichkeiten werden Sie erschließen?

Es wird mich freuen, noch vor dem Wahltermin eine konkrete Rückmeldung zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger; LIFESENSE-Zirkel Linz

Erst Vollgeld eröffnet die politische Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit einzutreten – und gefühlte Gerechtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Frieden und Prosperität.

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3.5.2019; e-mails an: Evelyne Regner u. Otmar Lahodynsky

Sehr geehrte Frau Mag. Regner,

im Vorfeld der anstehenden EU-Wahl habe ich mir soeben mit großem Interesse Ihr Interview mit Profil-Redakteur, Otmar Lahodynsky angehört. Als verantwortungsbewusstem Staatsbürger ist es mir ein Anliegen, die Wählbarkeit der Kandidatinnen und Kandidaten möglichst eingehend abzuschätzen und möchte daher noch einige weitere Fragen an Sie richten:

Grundsätzlich konzediere ich unserer Politik (mit einigen Ausnahmen) ehrliches Bemühen um das Wohlergehen der in sie vertrauenden und auch auf sie angewiesenen Bevölkerung. Allerdings hege ich die nicht ganz unbegründete Befürchtung, dass im redlich euphorischen Überschwang manche wesentliche Knackpunkte, die sich wünschenswerten gesellschaftlichen Zielen entgegenstellen, keine entsprechende Beachtung erfahren.

Dazu zähle ich vor allem die Erkenntnis, dass alle Probleme, mit denen Politik und besonders auch die Bevölkerung konfrontiert sind, etwas mit der Geldordnung zu tun haben. Ich darf davon ausgehen, dass Ihnen dieses Faktum nicht unbekannt ist. Ich möchte sogar so weit gehen, die unwiderlegbare Behauptung in den Raum zu stellen, dass das höchste zivile Machtmittel in der Geldordnung zu verorten ist.

Sukzessive hat sich aber die Politik die Oberhoheit über das Geld entziehen lassen und sich privaten, als “Märkte” bezeichneten Institutionen ausgeliefert. Und es sind “die Märkte”, die mittlerweile über Gedeihen und Wohlergehen einer Gesellschaft bestimmen, weil sie dieses höchste Machtmittel, Geld, kontrollieren. Und das wirksame Prinzip der Macht ist bekanntlich die Erpressung. Darin sehe ich auch die Wurzel der Ohnmacht zu fruchtbringender gesellschaftspolitischer Arbeit. Konkret:

Das Recht zur Geldschöpfung muss wieder als vierte staatliche Gewalt Privaten entzogen und unter parlamentarische Kontrolle durch den Souverän gestellt werden, wie das von mittlerweile weltweit von rund 50 Initiativen unter der Bezeichnung “Vollgeld”, oder “Positive Money” angeregt wird. Nähere Details und Hintergründe dazu in: Joseph Huber; “Monetäre Souveränität” Metropolis-Verlag (Marburg, 2018), wie auch auf www.vollgeld.de, www.proVollgeld.at, www.monetative.de, und vielen anderen.

In Österreich und quer durch Europa sind es nicht einmal mehr 10% gesetzliches Zahlungsmittel, in Schweden nur mehr 2%, die jeweils dem privaten Geschäftsbankengeld (Buchgeld) gegenüberstehen. Und die schwedische Zentralbank, immerhin die älteste der Welt, zieht bereits die Herausgabe von “e-krona”, also ein Vollgeld (Zentralbank-Buchgeld) für den Publikumsverkehr in Erwägung. Geld ist schuldbefreiendes Zahlungsmittel und sollte nicht mit Kredit vermischt werden, wie das eben heute überwiegend der Fall ist, wenn unbare Zahlungen anstatt mit Geld, nur mit Forderungen auf Geld geleistet werden.

Im Interview erwähnten Sie, Sie wollen “die Dinge intelligenter angehen” und im Vorstehenden sehe ich den Schlüssel, der Ihnen dieses Vorhaben ermöglichen könnte.

Vorweg noch: Eine Vollgeldreform ist natürlich keine Patentlösung, die gleich alle Probleme wie Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit schlagartig lösen könnte, sie ist jedoch der erste und wichtigste Schritt, um überhaupt politische Handlungsräume zu eröffnen, die gemeinwohlorientierte Weichenstellungen zulassen.

Nun aber meine konkreten Wählbarkeitsfragen:

  1. Inwieweit wurde die Problematik innerhalb der SPÖ bereits erkannt und auch aufgegriffen?
  2. Inwieweit gedenken Sie sich als SP-Delegationsleiterin in Brüssel für die Behandlung dieser Thematik einzusetzen? Welche Möglichkeiten werden Sie erschließen?

Es wird mich freuen, noch vor dem Wahltermin eine konkrete Rückmeldung zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Erst Vollgeld eröffnet die politische Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit einzutreten – und gefühlte Gerechtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Frieden und Prosperität.

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19.4.2019; Standard; E.Frey, (Edition Zukunft) Keine Angst

Keine Angst?

“Das Ziel der Wirtschaft ist die Vernichtung von Arbeitsplätzen”, schreibt Eric Frey völlig richtig, und meint damit natürlich nur die Erwerbsarbeitsplätze. Das braucht tatsächlich nicht zu ängstigen. Bedenklich ist jedoch der unerschütterliche Glaube, die Verknüpfung von Einkommen und Erwerbsarbeit aufrecht erhalten zu können. Denn wie soll das Einkommen entstehen, um Freizeit und die Segnungen der Produktivität zu finanzieren? Am bedingungslosen Grundeinkommen wird kein Weg vorbeiführen. Und da Geld ja nicht durch Arbeit entsteht, wird man wohl die Geldordnung für die Wirtschaft 4.0 von Grund auf neu konstruieren müssen. Eine Vollgeldreform wäre dazu der erste und wichtigste Schritt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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18.4.2019; OÖN; E.-C.Kullmann; Wertigkeiten 

Geldflüsse und Notre-Dame

Die spontanen Spendenzusagen zum Wiederaufbau der Kathedrale von Notre-Dame sind natürlich höchst erfreulich und zeigen beispielhaft, wie ein gemeinsames Anliegen, das weit über die Grenzen Frankreichs hinausgeht, gesellschaftliche Kräfte zu mobilisieren vermag. Schon die ursprüngliche Entstehung der Kathedralen geht ja auf das mittelalterliche Mäzenatentum zurück. Was nun als Kosten, deren Höhe noch gar nicht abzusehen ist, diskutiert wird, sind in gleicher Höhe Einnahmemöglichkeiten! Darüber hinaus ist Notre-Dame neben ihrer kulturellen Bedeutung ein hervorstechender touristischer Anziehungspunkt und somit auch Quelle laufender Einnahmen für Paris, die neidlos zu gönnen sind.

“Für Gebäude ist Geld da, wo ist es für die Menschen?”, stellt Eike-Clemens Kullmann die nicht unberechtigte Frage in den Raum. Die Frage ist freilich als rhetorisch zu verstehen, denn er kennt die Antwort: Menschen “rechnen” sich nicht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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17.4.2019; E-mail an Fa. Pöttinger (cc: Gertraud Jahn) 

Mit der Bitte um Weiterleitung an Herrn Dipl.Ing.Klaus Pöttinger

Betr: “Links/Rechts” in den heutigen (17.4.2019) OÖN, zur Frage: Mindestsicherung neu: Gerecht oder schikanös?

Sehr geehrter Herr Diplomingenieur Pöttinger,

in Ihrem heutigen Kommentar unterscheiden Sie zwischen einer bürgerlichen und einer sozialistischen Gesellschaft und gehen damit von einer naturgegebenen Spaltung einer Gesellschaft aus. Eine wahrhaftige Bürgergesellschaft umfasst jedoch alle Staatsbürger – ob es einem passt oder nicht. Wäre dem nicht so, müssten wir unsere Auffassung von menschlichem Leben von Grund auf überdenken. Und die wäre dann wohl weit weniger christlich geprägt, als es uns lieb sein könnte. Die Frage, die sich aufdrängt, lautet also: Wodurch wird man bürgerlich?

Die Zuordnung (bürgerlich/sozialistisch) stützen Sie auf den auf Erwerbsarbeit äußerst eingeengten Arbeitsbegriff, woraus zwangsläufig und systemkonform die Verknüpfung mit dem Einkommen erfolgt. Und mit dem Einkommen ist das halt so eine Sache. Einkommen benötigt man vor allem bereits, um überhaupt eine Arbeit erbringen zu können! Und bei einem erweiterten Arbeitsbegriff geht es darum, durch Arbeit Werte zu schaffen – und solche Werteschaffungen unterliegen nur zu einem geringen Teil einer “Marktbeurteilung”. Selbst im Idealfall widmen wir nur rund 12% unserer Lebenszeit der Erwerbsarbeit. Und das heißt nicht, dass wir den Rest der Zeit keine Werte schaffen! Worauf ich hinaus will ist, dass wir in unserem Denken nicht umhin kommen werden, Arbeit und Einkommen voneinander zu entkoppeln. Denn auch heute schon entsteht ja das Einkommen nicht durch die Arbeit selbst, sondern es wird nur entsprechend den Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft aus einer Vorfinanzierung gegen Arbeitsleistung zugeteilt. Das gilt es einmal klar zu erkennen und auf den Tisch zu legen. So absurd es klingen mag, werden wir uns bei weiter fortschreitender Digitalisierung wahrscheinlich schon bald mit dem Berufsbild “Konsument” zurechtfinden müssen, wenn wir die Wirtschaft am Laufen halten wollen. Denn ohne Konsumenten wird’s nicht gehen.

Nun bemängeln Sie die ohnehin schon so hohen Sozialleistungen, übersehen dabei aber geflissentlich, dass diese Sozialleistungen in ihrem Kern ja eine Wirtschaftsförderung sind. Es ist jener Anteil an Steuerleistungen, der unmittelbar in den Konsum fließt. Und selbst wenn man in der Verwaltung zu Recht unnötige Verschwendung konstatiert, geht ja auch der Rest in Nachfrage über. Es wird auch stillschweigend übergangen, dass sämtliche Steuern betriebswirtschaftlich kalkulatorische Größen sind und damit stets von den Konsumenten bezahlt werden müssen.

Abschließend darf ich Ihnen einen kürzlich von mir als Leserbrief verfassten Kommentar bezüglich “Mindestsicherung” anfügen:

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16.4.2019; OÖN; A.Zens; Empörung (Sozialhilfe und Spenden)

Sozialhilfe und Mindestsicherung

Die Deklaration der Menschenrechte bescheinigt uns das Recht auf Leben. Das muss aber heute zwingend Recht auf Einkommen bedeuten, denn Leben ohne Einkommen ist undenkbar. Wollen wir an einem bedingungslosen Recht auf Leben festhalten, dann bedeutet das auch ein bedingungsloses Einkommen, das ja zu arbeiten überhaupt erst ermöglicht. Nun geht es also um die Höhe dieses Einkommens. Und darüber wird unter den Begriffen “Sozialhilfe” und “Mindestsicherung” heftig gefeilscht. “Mindest”, drückt jedoch eine Relation aus und die Diskussionen werden sich auch weiterhin als wenig fruchtbringend erweisen, so lange das “Mindest” nicht klar definiert wird. Mindest wovon?

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Und ganz zum Schluss möchte ich Ihnen noch meine große Anerkennung für Ihr bisheriges Lebenswerk ausdrücken, weil Sie mit Ihren Unternehmungen ja gerade im wichtigsten Bereich werteschaffend tätig sind, denn ohne funktionierende Landwirtschaft könnten wir, egal ob Links oder Rechts, alles andere vergessen.

Mit besten Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Am 26.4. erhielt ich nachstehende Antwort, die mir leider zeigte, dass Herr Pöttinger, trotz seiner anzuerkennenden Lebensleistung, betriebswirtschaftliche Erfolge nicht in einem gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang zu verstehen vermag.

Sehr geehrter Herr Hoppenberger !

Ich habe mich offensichtlich missverständlich ausgedrückt. Ich trenne nicht die Gesellschaft sondern die Gesellschaften. Z.B ordne ich Venezuela als sozialistische Gesellschaft ein, und als Beispiel die Schweiz als bürgerliche Gesellschaft.

In der einen wird die Freiheit des einzelnen sehr hoch gehalten und Eigenverantwortung gefordert. In der andern herrschen zentrale Regelungen vor, und der Staat übernimmt die Daseinsvorsorge und „steuert“ die Bürger.

Selbstverständlich besteht die Gesellschaft aus allen Menschen mit oder ohne Arbeit ( und das kann sich schnell verändern…in beide Richtungen..)

Ihrer Argumentation daß Einkommen Voraussetzung für Arbeit und alle Einkommen wirtschaftsförderlich sind bis zum Beruf Konsument  kann ich nicht folgen.

Mein Bild ist anders:

Alles Wirtschaften/Arbeiten hat den Zweck unsere materiellen Bedürnisse zu decken. Und es beginnt zuerst mit der Arbeit , dem dann Einkommen oder Sparen und damit die Möglichkeit zu investieren folgt.  Unser heutiger Wohlstand, den wir mit einem historisch gesehen sehr geringen „erwerbsarbeitseinsatz“  erzielen beruht darauf dass Vorgängergenerationen ihre Ersparnisse in produktivitätssteigernde Maßnahmen investiert haben. Sie haben damit Konsumverzicht heute gegen bessere Lebensbedingungen morgen getauscht.

Eine wirtschaftsfreundliche Politik hat die Balance zwischen KOnsum und Investition im Auge. Das war m.E. In Österreich lange nicht der Fall. Die Investitionsquoten sind die niedrigsten seit dem 2. Weltkrieg und entsprechend ist auch die Reallohnentwicklung sehr schwach, was zu großer Unzufriedenheit in der Bevölkerung führt.

Vom Recht auf Leben abzuleiten , dass einzelne verlangen können, dass sie von ihren Nachbarn erhalten werden müssen (!) ist nicht nachvollziehbar. Aus den vielen Erfahrungen aus den real sozialistischen Ländern kann man schlussfolgern, dass der Einzelne das mit versteckter Arbeitsverweigerung beantwortet und er sich anstelle selbst Leistung zu erbringen, dann doch lieber von den anderen erhalten läßt. Das jüngste Beispiel ist Venezuela.

Alle bürgerlichen Gesellschaften waren und sind sozial , das heißt sich kümmern sich um jene, die zur zeit nicht für sich sorgen können.

Ich überlasse es Ihrem Urteil ob sie Österreich in die Gruppe der bürgerlichen oder sozialistischen Gesellschaften zuordnen

Mit freundlichen Grüßen

Klaus PÖTTINGER

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16.4.2019, OÖN; Ergänzende Gedanken zum heutigen Leitartikel

Betreff: North Stream und Abhängigkeiten;

Betr: Das Gas und Herrn Schröders Wien-Filiale

Sehr geehrter Herr Mag. Mandlbauer,

am Ende geht es ja, wie Sie das schlüssig ausführen, immer nur um ideologisch verbrämtes Mächteringen, zu dem man sich des höchsten zivilen Machtmittels, der einhellig vereinbarten Konstruktion der Geldordnung, bedient. Und immer wenn es um das “große Geld” und dessen Missbrauch zur Machtausübung geht, haben die Belange der Bevölkerungen in den Hintergrund zu treten. Wenn es aber, wie bei Gaslieferungen, um Versorgungssicherheit und Vertragstreue geht, dann hat sich Russland eigentlich immer noch als der zuverlässigste Partner Europas erwiesen.

Dass bei solchen Projekten, bei denen es um viel Geld geht, immer auch gleich zwielichtige Charaktere auf den Plan treten, entspricht leider der traurigen Erfahrung, der der Normalbürger nur mehr resignierend gegenübersteht, oder eben manchmal glaubt, am großen Kuchen auch ein bisschen mitnaschen zu können. Die ganzen Gipfeltreffen der letzten Jahrzehnte haben bislang jedenfalls kaum etwas zur Reifung internationaler Beziehungen beigetragen. Der vielfach als Diplomatie oder sogar als Rationalität bezeichnete Abtausch von lebensbezogenen Haltungen gegen einen geldwerten Vorteil, scheint unvermindert weiter zu gehen. Mitleidig belächelt die Natur unsere Naivität und sie triumphiert darüber, dass wir sie immer noch nicht als unsere gemeinsam größte Herausforderung zur Kenntnis nehmen und uns stattdessen gegenseitig die Lebensgrundlagen zu rauben versuchen. Wir sprechen dann von Geostrategie und auch ganz unverblümt von Einflusssphären, ohne dazu auch erkennbar Ziele und Zwecke der Einflussnahmen zu definieren.

Es wirkt mir ganz so, als ginge es um Wetten, die an launigen gemeinsamen Treffen, sei es in Golfclubs oder bei internationalen Konferenzen, in bestem Einvernehmen unter den Geldeliten abgeschlossen werden und die dann mit verantwortungsloser Akribie ohne Rücksichtnahme auf ein Gesamtes betrieben werden. Dass sich die Entscheidungsfrequenzen beschleunigen und die Komplexität der Entscheidungsfolgen beängstigend zunimmt, macht die Dinge nicht besser und lässt ein Besinnen kaum mehr zu.

Demgegenüber sind die Hintergründe von “North Stream 2” fast nur als unbedeutende Facette im Irrwitz der unerklärlichen Intentionen unserer Eliten anzusehen. Wir leben in spannenden Zeiten, wissen aber nicht, wohin uns die Spannungen führen werden. Etwas mehr Langeweile täte uns wahrscheinlich besser.

Mit lieben Grüßen und besten Wünschen zu den Osterfeiertagen, Ihr

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Was immer freut, wenn es eine Antwort gibt:

Sehr geehrter Herr Hoppenberger, vielen Dank für Ihre interessanten Gedanken. Ich sehe Russland auch als verlässlichen Lieferanten, weiß aber um die vielen Kräfte, die im Hintergrund agieren und ganz andere Interessen als nur das Gas verfolgen. Das wollte ich beschreiben/andeuten. Mit freundlichen Grüßen Gerald Mandlbauer

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16.4.2019; OÖN; A.Zens; Empörung (Sozialhilfe und Spenden)

Sozialhilfe und Mindestsicherung

Die Deklaration der Menschenrechte bescheinigt uns das Recht auf Leben. Das muss aber heute zwingend Recht auf Einkommen bedeuten, denn Leben ohne Einkommen ist undenkbar. Wollen wir an einem bedingungslosen Recht auf Leben festhalten, dann bedeutet das auch ein bedingungsloses Einkommen, das ja zu arbeiten überhaupt erst ermöglicht. Nun geht es also um die Höhe dieses Einkommens. Und darüber wird unter den Begriffen “Sozialhilfe” und “Mindestsicherung” heftig gefeilscht. “Mindest”, drückt jedoch eine Relation aus und die Diskussionen werden sich auch weiterhin als wenig fruchtbringend erweisen, so lange das “Mindest” nicht klar definiert wird. Mindest wovon?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Was immer freut, wenn man eine Rückmeldung erhält:

 Sehr geehrter Herr Hoppenberger,

Danke für Ihre Email und die interessanten Gedanken zu dieser Thematik, die in meine eigenen Überlegungen in Zukunft einfließen können.

Bg, Alexander Zens

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15.4.2019; Standard; (M.Völker/N.Weißensteiner) Licht ins Dunkel der Sozialhilfe

Recht auf Leben?

Die Deklaration der Menschenrechte bescheinigt uns das Recht auf Leben. Das muss aber heute zwingend Recht auf Einkommen bedeuten, denn Leben ohne Einkommen ist undenkbar. Wollen wir an einem bedingungslosen Recht auf Leben festhalten, dann bedeutet das auch ein bedingungsloses Einkommen, das ja zu arbeiten überhaupt erst ermöglicht. Nun geht es also um die Höhe dieses Einkommens. Und darüber wird unter den Begriffen “Sozialhilfe” und “Mindestsicherung” heftig gefeilscht. “Mindest”, drückt jedoch eine Relation aus und die Diskussionen werden sich auch weiterhin als wenig fruchtbringend erweisen, so lange das “Mindest” nicht klar definiert wird. Mindest wovon?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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5.4.2019; Standard; (Egyed/Fellner) Nur noch kurz die Welt retten

“Future-Kids” und Parteien, die plötzlich die Welt retten wollen

Alle Parteien reklamieren Umweltsensibilität für sich. Klar. Es stehen EU-Wahlen an. Sie tun es jedoch nur mit genau jenen Konzepten, die überhaupt erst zur Notwendigkeit erhöhter Umweltsensibilität geführt haben. Wachstum steht über allem. Und so wird versucht, aus den berechtigten Anliegen der Jugend lukrative Geschäftsmodelle in Aussicht zu stellen, ohne zu erkennen, dass eine von den Finanzmärkten getriebene Ökonomie gar keine Aspekte der Nachhaltigkeit zulässt. Die Entmachtung der Staaten durch Verlust der Hoheitsrechte über die Geldschöpfung, verhindert eine im weitesten Sinne vernünftige und auch zeitnotwendige Gesellschaftspolitik.

Leider wurde von der “Friday-for-Future-Bewegung” noch nicht erkannt, dass sie mit Demonstrationen für eine Vollgeldreform bereits den wichtigsten ersten Schritt setzen könnten, um das eigentliche Ziel, eine zukunftsfähige Lebensweise, überhaupt erst zu ermöglichen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.3.2019; OÖN, F.Schneider, Der Brexit – ein Dilemma, bei dem alle verlieren

EU als Wettkampf um Vorteile?

“Niemand käme auf die Idee, die Regeln während eines Fußballspiels zu ändern”, schreibt Prof. Schneider in seiner heutigen Kolumne zum Brexit-Dilemma völlig richtig. Vielleicht liegt das heutige Dilemma aber darin begründet, dass die Väter der EU gerade eben keinen Wettkampf im Sinn hatten, bei dem es naturgemäß stets Verlierer und Gewinner geben muss. Eine Friedens- und Sozialunion sollte es werden. Da erschiene mir der Vergleich mit einer gemeinsamen Wanderung weit besser, als jener mit einem Fußballspiel. Selbst ein Sonntagsausflug mit der Familie erfordert aber gewisse Planung.

Verabsäumt wurden also die konsensualen Vereinbarungen über das Ziel (Wo liegt das “Voran”?), die Wandergeschwindigkeit, Länge von Etappen, Rast- und Sammelplätze, Ruhephasen, geduldiges Zuwarten auf Langsamere, oder Zulassen des Vorauseilens der Kraftprotze, Verschnaufen lassen, bevor man zur nächsten Etappe aufbricht, Verarztung von Fußmaroden, Gewährleistung der Sicherheit für Umkehrer, u.s.w. Alles das wurde zugunsten eines Wachstums- und Standortwettbewerbs mit immer kürzeren Spielzeiten ohne gemeinsamem Ziel geopfert. Vor allem schnell sollten die Wettkämpfe sein und Sieger und Verlierer möglichst quartalsmäßig sichtbar machen. Dass sich daraus listige individuelle Strategien, bis hin zu einem Verlassen der “Wanderergruppe” entwickeln, sollte eigentlich nicht überraschen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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4.3.2019; Standard; Hans-Peter Doskozil; DIE SPÖ IST KEINE EINHEITSPARTEI

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Mag. Doskozil,

ich beziehe mich auf den zweiten Teil Ihres Kommentars im Standard vom 2.3.2019, und möchte den Satz aufgreifen, in dem Sie feststellen:  “Wer die Lebensverhältnisse der Menschen verbessern will, muss sich mit politischer Ökonomie [also mit Volkswirtschaft] befassen. Das ist anstrengend und erfordert detaillierte Sachkenntnis”.

Darin erkenne ich eine gewisse Zustimmung meiner These, dass alle Probleme, mit denen Politik und Bürger heute konfrontiert sind, etwas mit “Geld” zu tun haben. Vor allem mit dem zumindest mittlerweile (zunehmend seit den 80er Jahren!) Versagen der Geldordnung. Nun ist andererseits “Geldarchitektur”, selbst in den Wirtschaftswissenschaften, ein unterbelichtetes Themenfeld, und scheint in Politik und öffentlicher Diskussion einer auffälligen Tabuisierung zu unterliegen. Die Erklärungen zur Entstehung und zur eigentlich gesollten Funktionsweise des Geldes werden der breiten Öffentlichkeit vorenthalten.

Man mag das zunächst als parteipolitisch clever ansehen, weil sich dadurch das ideologische Lagerdenken durch Diskussionen zu Umverteilungen in die eine oder andere Richtung verfestigen lässt, es verhindert jedoch die zeitnotwendige Diskussion über die im Zeitenlauf ständig neu zu positionierende Ausrichtung gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen. Der Riss bewegt sich zwischen “Dieses müssen wir uns leisten” und “Jenes können wir uns nicht leisten”. Die grundsätzlichen Fragen nach “Was wollen wir”, werden dem Aspekt der Leistbarkeit untergeordnet, und vermitteln das einer biederen “Schwäbischen Hausfrau” nur allzu plausibel zu erklärende Bild vom Geld in der Art des Dagobert Duck’schen Geldspeichers, womit diese in Unwissenheit gehalten wird.

“Leistbar” wird nicht mit Ressourcen und Können assoziiert, sondern mit Geld. Und das so hochgehaltene Wettbewerbsdenken, das zwangsläufig zu Rivalität und Kriegen führt, hat längst schon nichts mehr mit einem Leistungswettbewerb innerhalb einer gesellschaftlichen Entwicklung zu tun, sondern es geht um die Aneignung von Geld, wofür (fast) alle Mittel als gerechtfertigt hingenommen werden.sollen.

Die Finanzarchitektur ist das höchste zivile Machtmittel. Darin werden wir uns einig sein. Dass sich Staaten durch die zunehmende Verdrängung des gesetzlichen Zahlungsmittels der völligen Abhängigkeit von anonymen, privaten “Märkten” ausgeliefert haben, sollte aber von einer sozialdemokratischen Partei keinesfalls hingenommen werden. Mit unhaltbaren Umverteilungsversprechen und gleichzeitiger Spekulation auf die Unwissenheit der Bevölkerung zu reüssieren, kann – wie man leider sieht – längerfristig keinen Erfolg zeitigen, wenn nicht der Kern der Geldmechanismen angesprochen wird.

Und so meine ich, dass dringend öffentlich diskutiert werden müsste, wem eigentlich das Recht der Geldschöpfung zustehen sollte. Und wer, wenn nicht die Sozialdemokratie, sollte mit diesem Thema in die Öffentlichkeit treten?

Dass damit auch endlich ein tatsächlich neues Thema in die politische Auseinandersetzung käme, mit dem die SPÖ bei ehrlich sachlicher Kommunizierung sicherlich einen Wählerzustrom zu erwarten hätte, sei nur am Rande vermerkt.

Im Anhang befindet sich eine Art “Wählbarkeitsumfrage”, wie sie vom Verein “proVollgeld” ausgearbeitet wurde und die ich Ihnen für Ihre weiteren Dispositionen und als Einführung zum Thema nahelegen möchte. Es würde mich freuen, wenn sich die Sozialdemokratie an die Spitze dieser sich rasch ausbreitenden internationalen Initiativen stellen würde, bevor das Thema von falscher Seite vereinnahmt und damit blockiert wird.

In der festen Überzeugung, dass ein Staat seine Rechtfertigung nur daraus abzuleiten vermag, ein Sozialstaat zu sein, wünsche ich Ihnen für Ihre neue Funktion als Landeshauptmann viel Erfolg, würde mich freuen von Ihnen zu hören und verbleibe

mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Günther Hoppenberger; LIFESENSE-Zirkel Linz; Schörgenhubstr. 41a; 4030 Linz; hoppenberger@aon.at

Anhang:

proVollgeld  e. V.

Wählbarkeitsumfrage an die Nationalratsabgeordneten

Sehr geehrte Frau Nationalrat, sehr geehrter Herr Nationalrat,

als Parlamentarier sind Sie für ein geordnetes Staatswesen verantwortlich und haben gewiss schon bemerkt, dass die meisten, wenn nicht sogar alle Probleme, mit denen Sie, und nicht zuletzt auch die Bürgergesellschaft konfrontiert sind, etwas mit dem Geld zu tun haben.

Wir gehen daher davon aus, dass ausgehend von einer sinnvollen Definition der Geldmenge (=M1 = bestehend aus Bargeld und Sichtguthaben, keine Sparkontenbestände!) bekannt ist,

  1. Woher die Masse des umlaufenden Geldes kommt, nämlich schon zu über 90% von den Geschäftsbanken.
  2. Dass eigentlich nur dem Souverän, in diesem Falle vertreten durch die Nationalbank (Zentralbank) das Recht auf Ausgabe von Zahlungsmitteln zustehen kann (Das Geldschöpfungsrecht).
  3. Dass das Überlassen dieses Vorrechts an Private die Grundsätze einer (liberalen) Gesellschaft verletzt, weil es den einen ein Privileg zuschanzt, das anderen (Privatpersonen und produzierenden Unternehmen) vorenthalten wird (Grundsatz: kein Privater darf Geld erzeugen).
  4. Dass daher das Überlassen dieses Vorrechts an Geschäftsbanken die Hauptursache der Finanzkrise ist, weil diese eben nicht nur Geld vermitteln, sondern aktive Geldschöpfung betreiben, indem sie Kredite vergeben und Vermögenswerte ankaufen.
  5. Dass diese Geldschöpfungstechnik eindeutig prozyklisch wirksam ist und die Zentralbanken nicht zuletzt zu jenen Maßnahmen zwingt, die man ihnen vorwirft.
  6. Dass durch das rechtswidrige Überlassen des Vorrechts zur Buchgeldschöpfung an die Geschäftsbanken im Euro Währungsraum jährlich bis zu 300 Mrd. Einnahmen verloren gehen (für Österreich etwa 6-7 Mrd.), mit denen die Staatsverschuldungen um etwa zwei Drittel abgebaut werden könnten.
  7. Dass der gegenwärtige Geldschöpfungsmechanismus den Wachstumsdruck verstärkt und insofern auch die Umwelt belastet.
  8. Dass nicht zuletzt eine höchst bedenkliche Umverteilungswirkung von diesem System ausgeht, die Gesellschaften spaltet und demokratische Strukturen aushöhlt, und dass
  9. Die zunehmende Aggressivität bis hin zu Feindbildsuche und Kriegsgerassel ihren Ursprung in der versagenden Geldordnung haben.

Wenn Ihnen das alles bekannt ist – und davon wollen wir eigentlich ausgehen – dann dürfen wir als verantwortungsbewusste und zugleich besorgte Staatsbürger die Frage an Sie richten, was Sie in Ihrem Aufgabenbereich zu tun gedenken, endlich das Thema „Geldordnung“ für die öffentliche Diskussion zu enttabuisieren. War Ihnen hingegen der eine oder andere Punkt noch nicht geläufig, ersuchen wir Sie eindringlich, sich darüber zu informieren. Wir helfen gerne dabei.

Eine Vollgeldreform einzuleiten bzw. zu unterstützen erachten wir als ersten und wichtigsten Schritt auf dem Weg zur Gesundung des Finanzsystems. Nicht nur zur Festigung der Demokratie als solcher, sondern auch zur Sicherung und Herstellung eines politischen Handlungsraums, was dann auch dementsprechend Anerkennung und Unterstützung in der Wählerschaft finden würde.

„proVollgeld“ e.V., als österreichischer Vertreter einer wachsenden internationalen Bewegung (IMMR International Movement of Money Reform), steht Ihnen mit Experten jederzeit unterstützend und gerne zur Verfügung. Und nicht vergessen: Die Gestaltung der Geldarchitektur ist das höchste zivile Machtinstrument.

Es wird uns freuen, von Ihnen zu hören.

Mit besorgten, staatsbürgerlichen Grüßen

Dr. Raimund Dietz

Fehnerweg 5

A 2380 Perchtoldsdorf/Wien
m. +43-699-15233696

  1. +43-1-869 81 69

www.monetative.at

Ergänzende Informationen unter:

www.vollgeld.de; www.monetative.de; www.vollgeld-initiative.ch; und besonders in: Josef Huber, „Monetäre Souveränität“ Metropolis-Verlag (Marburg, 2018)

Es erübrigt sich der Hinweis, dass ich bis heute, 9.5.2019, keinerlei Rückmeldung – und sei es nur ein „Schmecks“ – erhalten habe.

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1.3.2019; Standard; C.Seidl; Klar auf der Seite „der Wirtschaft“

Sozialministerin?

Sozialministerin Hartinger-Klein, ja, dieselbe, die auch schon behauptet hat, man könne mit 150.- p.m. für die täglichen Aufwendungen das Auslangen finden, hat es “den Sozis” wieder einmal so richtig gesagt: Die Wirtschaft – und damit meinte sie die Wirtschaftstreibenden – schafft die Arbeit. Was jedoch fern ihrer Überlegungen sein dürfte und in Diskussionen über Arbeitsplatzschaffung nicht einmal gestreift wird, ist die Frage nach dem volkswirtschaftlichen Wofür. Wann wird sie sich endlich merken, dass Geld nicht durch Arbeit entsteht, sondern nur für Arbeit gemäß den Machtverhältnissen zugeteilt wird? Es geht heute um neue Bewertungsrichtlinien für geleistete Arbeit, doch davon will die stramme Parteisoldatin nichts wissen. Nicht nur Falschinformationen, sondern  auch verschwiegene Erkenntnisse gegenüber der Bevölkerung sind in diesem Sinne eigentlich als Sozialbetrug zu werten.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.2.2019; Standard, K.Mittelstaedt, A.Schnauder, „Die Last der Reichen“ (Spitzensteuersätze)

Reichtum als Anspruch oder Verpflichtung?
Es ist die vierte, aus öffentlichen Diskussionen stets ausgeklammerte Eigenschaft des Geldes, als höchstes ziviles Machtmittel zu fungieren. Ab einer gewissen Einkommenshöhe, über die sich natürlich diskutieren lässt, geht es nur mehr um Machtzugewinn und die Frage müsste daher lauten: Welche Machtkonzentration ist einer Demokratie zuträglich? Nachstehender Vorschlag für eine breite Sozialstudie könnte erhellend wirken: “Nennen Sie zehn Erwerbstätigkeiten, deren gesellschaftlichen Wert Sie höher einstufen als Ihre eigene und für die daher ein – um wie viel Prozent – höheres Einkommen als Ihnen zustehen sollte”. Je höher das Einkommen der Befragten, desto aufschlussreicher sollten die Antworten sein.
Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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12.2.2019; OÖN; D.Mascher; Beneidenswert? – Unsere Vorurteile gegenüber den Reichen.

Reichtum – eine Frage der Definition

…….und vor allem eine Frage, inwieweit Vermögen als Anspruch oder Auftrag betrachtet wird. Vermögen und dessen Gleichsetzung mit monetärem Reichtum ist ja ziemlich unsinnig. Vorurteile gegenüber den “Reichen” lassen sich jedoch vor allem aus dem mit Vermögen erpressbaren Einkommen ableiten. Und es geht um die Einschätzung des eigenen gesellschaftlichen Wertbeitrags von “Arm” wie von “Reich”. Beide sollten sich aber einmal überlegen, welche Tätigkeiten einen wertvolleren Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten, als die eigene und um wie viel Prozent daher auch das verfügbare Einkommen höher sein sollte als das eigene. Das sollte auf der einen Seite etwaige Neidgefühle dämpfen, auf der anderen jedoch zu etwas mehr Demut in der Selbsteinschätzung führen können. So ein Gedankenexperiment ist zwar gewiss sehr quälend, wäre mit entsprechender Propagierung jedoch äußerst erhellend.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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30.1.2019; OÖN; H.Neumüller; Ein globaler Schuldenberg zum Fürchten? 

Geld und Kredit

Schulden sind nicht grundsätzlich “böse” – sofern die Möglichkeit zur Tilgung besteht. Dadurch, dass sich die von den Banken bei jeder Kreditvergabe geschöpfte Forderung auf Geld als Zahlungsmittel eignet und man es, so lange es nicht alle tun, jederzeit sogar in gesetzliches Schuldentilgungsmittel (Bargeld) tauschen kann, wird gerne auf die qualitative Unterscheidung von Geld und Kredit verzichtet. Andererseits funktioniert Kredit als Zahlungsmittel nur deshalb, weil er auf eine gesetzliche Währung lautet (Euro) und der Staat als Garant dahintersteht, obwohl dieser selbst gar keinen direkten Zugang zu Geld hat. Den Schuldenbergen der Staaten geht also stets die Kreditausweitung der Banken voraus. Solcherart werden die Staaten, die selbst ja keine Geldhoheit besitzen und sich ihr eigenes Geld von den Märkten leihen müssen, von den Finanzmärkten in die Schuldenfalle getrieben. Dass so ein System ein Ablaufdatum hat, sollte nicht überraschen, sondern zu einer zeitgemäßen Geldreform herausfordern. Eine Vollgeldreform, wäre so ein erster notwendiger Schritt aus der Schuldenfalle. Denn ohne Geldsouveränität mangelt es den Staaten am wichtigsten Steurungsinstrument für jegliche Gesellschaftspolitik.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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28.1.2019; Standard, A.Schnauder, Von wegen Veränderung

Die andere Sicht zu Budgetüberschüssen

Überschüsse, noch dazu ausgedrückt in absoluten Geldgrößen, oder selbst auch nur als Relation zur weiterhin bestehenden Verschuldung, werden als etwas grundsätzlich Positives vermerkt. Ähnlich wie ein positiver Abschluss eines Betriebsergebnisses. Der Staatssektor ist jedoch nur ein Teil der Gesamtwirtschaft und so sollte sich eigentlich die Frage aufdrängen, wer solch’ erfreuliche Überschüsse bezahlt, bzw. wem durch reduzierte Verschuldungsbereitschaft des Staates die Einkommensmöglichkeit entzogen wird. Die Gesamtverschuldung einer erfolgreichen Volkswirtschaft muss ja dennoch wachsen, um den Erfolg auch in Geldgewinnen ausdrücken zu können.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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24.1.2019; OÖN; Dr.Christine Haiden: Was macht man mit zu viel?

Sehr geehrte Frau Dr. Haiden,

zu Ihrer heutigen, nachdenklich stimmenden Glosse in den OÖN möchte ich Ihnen nachstehende Anekdote nicht vorenthalten:

Als Herr Wlaschek sein Billa-Reich an REWE verkaufte, soll er laut damaligen Meldungen (zumindest offiziell) vier Mrd. Schilling erlöst haben. Das veranlasste mich, einen an ihn persönlich adressierten Brief zu schreiben, in dem ich ihn genau zu der heute von Ihnen aufgeworfenen Frage nachzudenken anregen wollte.

Nach entsprechender Würdigung seines Lebenswerkes, die er zweifellos verdient hatte, versuchte ich ihm eine Möglichkeit aufzuzeigen, noch eine unvergessliche Krönung seiner Leistung drauf zu setzen. Er möge doch die Hälfte dieses Erlöses seinen MitarbeiterInnen, jenen, die z.B. die letzten zehn (oder vielleicht auch weniger) Jahre für den Erfolg seiner Firma verantwortlich zeichneten, zukommen lassen. Sie würden ihn auf den Schultern durch Wien tragen, ihm ein Denkmal errichten und ihn damit unvergessen machen.

Überraschend genug, bekam ich tatsächlich ein Antwortschreiben seines damaligen Generalbevollmächtigten, Veit Schalle. Es war ein Zweizeiler und die zweite Zeile lautete: “Wir haben uns anders entschieden”.

(Wie bekannt, floss alles in den Aufbau eines Immobilienkonzerns).

Mit lieben Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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23.1.2019; Der Standard; Luxemburg steigt 2020 auf Gratis-Öffis um

Eine fast zeitnotwendige Aktion

Neben etlichen Testläufen in einigen europäischen Städten hat sich nun auch Luxemburg, als zweitkleinstes EU-Mitglied, dazu aufgerafft, die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel ab 1. März 2020 gänzlich gratis zu ermöglichen. Für alle! Ob jung oder alt, ob Pendler, In- oder Ausländer. Eine gewiss kluge Entscheidung. Der Meldung ist jedoch eine verwunderliche Anmerkung zu entnehmen: “Man braucht kein Ticket mehr, sondern muss nur einen Ausweis zeigen”. Es darf darüber gerätselt werden, wozu das wohl dienen soll, wenn es angeblich nur darum geht, mehr Menschen zur Öffi-Nutzung zu motivieren.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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9.1.2019; Standard

Zu: “Was wurde aus der Sozialdemokratie?” von Hans Rauscher; und: “Den Stammtisch mit links erobern”, von Nikolaus Dimmel und Roland Fürst. (Beides am 9.1.2019).
Entwicklung neuer Narrative in der SPÖ
Es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass alle Probleme, mit denen die Politik konfrontiert ist, der mittlerweile versagenden Geldordnung geschuldet sind. Es ist die von allen Parteien als alternativlos hingenommene Finanzarchitektur, die nicht nur zu gleichgeschalteter neoliberaler Ausrichtung drängt, sondern besonders sozialdemokratische Zielsetzungen als illusorisch in weite Ferne rückt. Der komatöse Zustand der SPÖ scheint sich mir daraus folgerichtig aus ideenloser Resignation herzuleiten. Die Schaffung neuer politischer Handlungsräume, die “linksliberale” gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen könnten, wird ausschließlich über Änderungen der Geldordnung erreichbar sein. Nicht die Erfüllung der Anforderungen des Geldsystems darf Leitprinzip der Politik sein, sondern die Dienstbarmachung der Geldkonstruktion für zeitgemäße gesamtgesellschaftliche Ziele, für die die Sozialdemokratie zweifellos viel Wertvolles anzubieten hätte.
Dr.Günther Hoppenberger
LIFESENSE-Zirkel Linz
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