LESERBRIEFE und KOMMENTARE 2019

LESERBRIEFE UND KOMMENTARE 2019

 

13.9.2019; OÖN, „Hilfe bei der Geldanlage“ Ab jetzt jeden Freitag in den OÖN. (Schicken Sie uns Ihr Anliegen rund ums Geld)

Sehr geehrte Frau Mag. Dickstein, Sehr geehrter Herr Mag. Neumüller,

Ihre gestrige Ankündigung, jeden Freitag Hilfe bei Fragen zu Geldveranlagung geben zu wollen, klingt ja – dem Zeitgeist entsprechend – höchst attraktiv. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es tatsächlich das ist, was unsere Gesellschaft heute braucht und ob ihr mit geldtheoretischen Aufklärungen nicht besser geholfen wäre, als mit einer weiteren Vertiefung völlig falscher Vorstellungen von Geld und dessen Wirkmechanismen.

Wie Josef Taus einmal vor vielen Jahren überraschend klug feststellte, besteht ja die Tragik unserer Zeit darin, dass sich der Spargedanke früherer Zeiten, als es darum ging, wie man über den nächsten Winter kam und ob man ausreichend Holz und Sauerkraut eingelagert hatte, auf das Geld übertragen hat.

Was berechtigt aber eigentlich zur Annahme, dass sich beiseitegelegtes (dem Wirtschaftskreislauf entzogenes, “gespartes”) Geld wie von selbst vermehren sollte? Die übliche Antwort ist, dass uns das doch die Erfahrung lehrt. Und wehmütig denkt man an die Hochzinsphasen der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, als man auch schon einmal zweistellige Zinserträge auf dem Sparbuch erzielen konnte. Dass man sich da eigentlich von den Banken als “Mittäter” einkaufen ließ, wollte man gar nicht so genau wissen. Und schließlich kamen die Gutbuchungen ja doch von den seriösen Banken und von den Finanzmärkten, was soll daran also falsch sein – und außerdem achten alle auf Maximalerträge und da will man doch nicht allein als Dummer dastehen.

Weil man sich aber bereits damals nicht mit der Frage befasste, wie denn das überhaupt mit den Zinsen ist und woher die kommen sollen, und weil man nur allzu gerne auf den verführerischen Werbespruch “Lassen Sie Ihr Geld arbeiten” vertraute, ist man in der heutigen Situation, an deren Zustandekommen man unwissentlich oder sogar wissentlich beteiligt war, natürlich höchst irritiert, dass unser ohnehin nur vermeintliches Geld auf dem Konto offensichtlich nicht mehr “arbeitet”. Langsam scheint uns zwar zu dämmern, dass es unterschiedliche Arten von Zinsen gibt, dass Zinsen eine wichtige Allokationsfunktion haben, aber wir fragen nicht nach dem Ursprung des Geldes. Nur wer das Recht zur Geldschöpfung innehat, kann jedoch auch über die Verwendung bestimmen. Und da erweisen sich leider immer noch jene “Finanzprodukte” (eine soziopathische Wortschöpfung!) am lukrativsten, die sich um nichts anderes als um Zahlengrößen drehen, um Wetten und Spekulation ohne realwirtschaftlichen Bezug und ohne gesamtgesellschaftlichen Nutzen.

Und so meine ich, dass den OÖN Lesern (freilich nicht nur diesen) ein größerer Dienst erwiesen werden könnte, wenn über die Quelle der Geldschöpfung und die gesellschaftspolitisch unterschiedliche Bedeutung von Bargeld und Geschäftsbankengeld, über den demokratiepolitisch bedeutsamem Unterschied zwischen Zahlungsmittel und gesetzlichem Zahlungsmittel, wie auch über die Unterscheidung von Geld und Kredit informiert würde und nicht nur im alten (Miss-)Verständnis von “arbeitendem Geld” zu Veranlagungen geraten wird.

Allem voran sollte jedenfalls die Erkenntnis unterstrichen werden, dass lukrative Veranlagungen zwar für jeden möglich sind – aber leider nicht für alle! Und allein das sollte doch eigentlich zu denken geben. Und für Kleinsparer bedeutet “Veranlagung” meist so oder so eine Umwandlung von Erspartem in Gebühren. Und wie fatal ein Rückschluss von der Vergangenheit auf die Zukunft ist, davon dürfen mittlerweile selbst die angeblichen Profis der Versicherer ein Lied zu singen haben.

Ich mag mich irren, doch befürchte ich, dass sich mit Anlagetipps, selbst wenn sie zu zeitnotwendigen und vernünftigen Direktinvestitionen raten, also auf das eigentliche im wirtschaftlichen Umlaufhalten des Geldes abzielen, das Finanzwissen nicht wesentlich verbessern wird.

Nichtsdestotrotz bin ich aber schon sehr gespannt, wie sich dieses Ihr Angebot entwickeln wird. Und nicht zuletzt kann ich Ihnen mein ceterum censeo natürlich nicht ersparen: Vollgeld, damit sich das Richtige wieder rechnen kann!

In diesem Sinne, mit besten Grüßen, Ihr Dr.Günther Hoppenberger

>>>>>X<<<<<

11.9.2019; Kepler Tribune Nr.3/2019; „Zuckerberg und Peitsche“, D.Mascher 

Sehr geehrter Herr Mag. Mascher,

vorweg meine große Anerkennung für die ausgewogene Darstellung des Libra-Projekts in der Kepler-Tribune. Was mir dennoch etwas unterbelichtet erschien, war die wichtige Unterscheidung zwischen gesetzlicher Währung und Zahlungsmittel. Zahlungsmittel kann bekanntlich vieles sein, sofern es von den Vertragspartnern vereinbart und anerkannt wird. Das bedingt naturgemäß die Referierung des vereinbarten Zahlungsmittels auf ein (oder wie für Libra geplant mehrere, in einem Währungskorb zusammengefasste) gesetzliches Schuldentilgungsmittel mit Annahmezwang. Und so wird, wie Sie das ja richtig hervorgestrichen haben, Libra vor allem zu einem Zahlungssystem. Bei wohlmeinender Interpretation steckt da die durchaus grandiose Idee dahinter, ein Zahlungsmittel ins Leben zu rufen, das sich auf eine Art Weltwährung bezieht – wobei beim Umtausch das regionale Währungsrisiko dennoch nicht ausgeschaltet wäre.

Um aber an Libra als Zahlungsmittel zu gelangen und den angebotenen vermeintlichen Komfort vereinfachter Zahlungsvorgänge genießen zu können, muss man Libra direkt (bar) oder indirekt (unbar mit Bankengeld) mit gesetzlichem Zahlungsmittel kaufen. Und da erhebt sich die Frage, ob so ein zusätzliches Zahlungssystem tatsächlich sinnvoll ist. Denn formal gesehen, haben wir dasselbe bereits im bestehenden Zahlungsverkehr im Bankensektor. Wir “kaufen” uns mit gesetzlichem Zahlungsmittel ein Bankguthaben, mit dem wir (in wirtschaftlich normalen Zeiten) unsere Zahlungen mittels “Überweisungen” tätigen können. Und so wie unsere Überweisungen kein Geld im gesetzlichen Sinn sind, wären auch Libra kein gesetzliches Geld, sondern nur Zahlungsmittel ohne Annahmezwang. Die Analogie zu bereits Bestehendem ist also nicht von der Hand zu weisen, sieht man einmal von der Verbreitung von facebook ab. Das sollte jedoch eher als Herausforderung an das Bankensystem und dessen globaler Vernetzung angesehen werden. Doch gibt es am Zahlungssystem des Bankensektors etwas zu bemängeln? Welches Problem soll durch Libra überhaupt behoben werden?

Etwas anderes wäre es in einem Vollgeldregime, in dem unsere Überweisungen bereits Schuldentilgung durch gesetzliches Zahlungsmittel und nicht nur Forderungsübertragungen wären. Selbst dann, oder sogar gerade dann, wäre aber “Libra” (wie Bitcoin & Co. ohnehin) überflüssig, so lange das Zahlungssystem der Banken funktioniert. Doch “überflüssig” bedeutet natürlich leider nicht, dass sich daraus kein lukratives, zugleich aber unproduktives Geschäftsfeld mit Gewinnmöglichkeiten entwickeln ließe. Ob es allerdings das ist, was die Menschheit braucht, bleibt dahingestellt. Gebührenkaskaden, wenngleich im Hintergrund, die sich zwangsläufig in den Produktpreisen niederschlagen würden und “gläserne” Konsumenten unter privater Kontrolle?

Bevor man also ein währungspolitisch außergesetzliches neues Zahlungssystem, noch dazu in einer derart gewaltigen Dimension zulässt, sollte man lieber bedenken, dass es bei modernem Geld vor allem darum geht, wem überhaupt das Recht zustehen soll, es zu schöpfen. Es geht um die Entstehungsweise dessen, womit sinnvoll erst nachgelagert Verteilungsfragen und Zahlungssysteme erörtert werden können. Daher: Vollgeld, damit sich “das Richtige” wieder rechnen kann!

Mit besten Grüßen, Ihr Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

7.9.2019; OÖN u. Standard, im Anschluss an Wahlkampfdiskussionen 

Politiker und “Menschen”

Viel zynischer als Sebastian Kurz, der gerne salbungsvoll anhebt mit “Wenn ich draußen bei den Menschen unterwegs bin….”, kann man seine innere Einstellung gegenüber der Bevölkerung nicht zum Ausdruck bringen. Es wäre sehr aufschlussreich zu erfahren, was er uns damit sagen möchte. Will er damit nur seine geistige Distanz zum Menschsein als solchem bekräftigen, wie das ja auch an etlichen von ihm angedachten Maßnahmen festzumachen wäre? Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Worin aber meint er sich zu befinden, wenn er sich schon nicht mehr als Mensch begreifen kann und sich zu menschlichen Kontakten “nach Draußen” begeben muss? Wähnt er sich außerhalb der Gesellschaft, wie das ja auch bei vielen anderen Funktionsträgern zu vermuten ist? Was ist Drinnen und was ist Draußen? Will er sein enggestricktes Menschenbild erst in Feldstudien entwickeln zu denen er sich selbst allerdings die alleinige objektive Beurteilungsfähigkeit anmaßt? Da er zugleich aber Kritikern auszuweichen versucht, die seine Kreise befruchtend irritieren könnten, wird ihm von daher auch “draußen” keine wesentliche Erhellung zufließen, die ihn in seiner Entwicklung voranbringen könnte. Schade um diesen eigentlich talentierten Kopf.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

Ein Versuch, vor der Nationalratswahl auf das Thema „Geldschöpfung“ aufmerksam zu machen:

Von: Günther Hoppenberger <hoppenberger@aon.at>
Gesendet: Dienstag, 6. August 2019 11:27
An: JETZT-Liste Pilz <partei@partei.jetzt>
Betreff: Sommergespräch und Themensetzung

To whom it may concern, aber mit besonderer Bitte um Weiterleitung und/oder Information an: Peter Pilz und Maria Stern

Vorweg möchte ich mich als einer Ihrer Wähler bei der vergangenen Nationalratswahl outen und stehe der nunmehr als Partei ausgeformten Initiative auch immer noch wohlmeinend gegenüber. Dass eine von mir damals gesendete Themenempfehlung nicht einmal mit einem “Schmecks” beantwortet wurde, versuche ich Ihren internen Problemen anzulasten und will es nicht nachtragen. Dennoch stellt sich für mich natürlich aufgrund der Umfrageergebnisse die Frage über die neuerliche Wählbarkeit von JETZT!, wenn da nicht noch ein mitreißendes und gut zu kommunizierendes Thema ins Spiel gebracht wird.

Auf so ein Thema hatte ich eben damals aufmerksam machen wollen. Es hat nichts von seiner Aktualität verloren, sondern erscheint mir drängender als je zuvor und könnte ein bewegendes Alleinstellungsmerkmal für JETZT! bedeuten.

Das gestrige “Sommergespräch” verlief ja eigentlich sehr erfreulich und Frau Stern erwähnte, dass sich ein Parteiprogramm in Ausarbeitung befindet. Und bis zur Runde der Spitzenkandidaten am 29.9. ist ja noch etwas Zeit. Vielleicht ist es also noch nicht zu spät, auch mit dem brisanten Thema “Geldordnung” aufzutreten (leider hat sich das im Sommergespräch ja auch als offenkundige Schwachstelle von Frau Stern erwiesen und ein paar weitere mögliche Pluspunkte verhindert).

Vielleicht nur so viel als Anregung, mein anhängendes paper – in dem nicht nur die prinzipiellen Zusammenhänge und Auswirkungen der bestehenden Geldordnung in griffiger Form dargestellt, sondern auch einfach durchführbare Änderungen skizziert sind – auch zu lesen:

Alle Probleme, mit denen Politik und Bürger konfrontiert sind, haben etwas mit der Geldordnung zu tun.

Bleibt man im Parteienwettstreit auf der Verteilungsfrage stecken und missachtet die Geldschöpfung, dann muss jede sozialpolitische Bemühung, die ja doch der gesellschaftlichen Wohlstandsentwicklung dienen sollte, zwangsläufig scheitern, weil sie rasch mit der populistisch ausschlachtbaren Keule der “Unfinanzierbarkeit” konterkariert wird.

Aber schauen Sie sich das an – und bei Interesse vielleicht auch noch weitere Texte auf meiner HP.

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz 

xxxxxxxxxxxxx

Antwort von Herrn Dr. Bernd Nussbaumer, Sent: Sunday, August 11, 2019 3:10 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass Sie bisher keine Antwort erhalten haben.

Ich finde Ihre Ausführungen sehr interessant, möchte aber folgenden Punkt in die Diskussion einbringen. Da Österreich Teil des Euroraumes ist, wurde vor 20 Jahren die Geldpolitik vollständig an die EZB übertragen. Österreich hält ca. 2% am Kapital der EZB und die Spitzen der Oesterreichischen Nationalbank sind im EZB-Rat vertreten, dennoch sind die Einflussmöglichkeiten sehr gering.

Die Geldmenge M3, die derzeit bei etwas über 12 Billionen Euro liegt, wird ebenfalls von der EZB gesteuert. Auch die Anzahl an Banknoten, die die Geldservice Austria GmbH druckt, wird von der EZB im Rahmen eines Verteilungsschlüssels vorgegeben.

Zum Thema Unabhängigkeit: Alle Spitzenpositionen in Zentralbanken und auch der EZB sind politisch besetzt. Die Unabhängigkeit ist nur insofern gegeben, als dass gesetzlich festgelegt ist, dass die Entscheidungen seitens dieser Zentralbanken nicht durch andere Stellen des Staates, wie Regierung, Parlament, Justiz etc., beeinflusst werden darf.

Eine Reform des Geldwesens, wie Sie es vorschlagen, wäre daher meines Erachtens keine österreichische, sondern eine europäische Initiative. Außer wir würden aus dem Euroraum austreten, dann hätten wir die Geldpolitik wieder in der eigenen Hand.

Sie haben völlig recht damit, dass durch die Geschäftskonten, die die heimischen Banken bei der Nationalbank haben, das Geld primär geschaffen wird. Über die weitere Kreditvergabe wird seitens der Geschäftsbanken über Bilanzverlängerung wiederum die Geldmenge (so wie derzeit definiert) erweitert.

Es war die Bestrebung von Regulierungen und Normierungen, wie Basel2 und Basel3, dass diese Kreditvergabe allerdings nicht unbeschränkt erfolgen darf, sondern dass diese Kredite mit Eigenmittel hinterlegt sein müssen und diese Eigenmittel bestehen wiederum zu einem guten Teil aus Einlagen bei der Zentralbank. Somit ist hier versucht worden, dieses System zu überwachen und zu regulieren.

In diesem Licht ist auch die „Aufsichtsreform“, die von der letzten Regierung geplant und in letzter Minute zum Glück nicht zustande gekommen ist, zu sehen. Dadurch wollten sich große Geschäftsbanken Österreichs der Kontrolle durch die Bankenaufsicht möglichst entziehen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, wäre es eine Konsequenz der vorgeschlagenen Reform, dass die Geldmenge von M3 auf M1 (oder eventuell M2) zurückgesetzt wird. Wie würde man mit der Differenz zwischen M3 und M1, die derzeit besteht, nach diesem Vorschlag umgehen?

Es würde mich freuen, wieder von Ihnen zu hören,

mit besten Grüßen, Dr. Bernd Nussbaumer, Wirtschaftssprecher der Partei JETZT – Liste Pilz

xxxxxxxxxxxxx

Sehr geehrter Herr Dr. Nussbaumer,

vielen Dank für Ihre eingehenden Antwortzeilen, die erfreulich weit über eine Empfangsbestätigung hinausgehen.

Zweifellos hat sich aus Sicht der einzelnen Euro-Länder die Komplexität für eine Geldreform erhöht. Andererseits ist die Geldordnung nicht nur das Fundament jedes Einzelstaates, sondern das ausschlaggebende Kriterium, das über den Fortbestand der Union als solcher entscheiden wird, weshalb das Thema gewiss auf EU-Ebene gehoben gehört. Vorteil: Gleichzeitige Geltung für den gesamten Euroraum. Wenn sich jedoch alle Euroländer auf den Standpunkt zurückziehen, sie hätten ja nur im Ausmaß von x-% Einfluss, dann kann sich natürlich nichts ändern. Als Normalbürger gebe ich zu bedenken, dass die Dinge, so wie sie sind, aus dem wie auch immer gearteten Zusammenwirken der Politik entstanden sind. Man sollte also auch die Erwartung in die Politik setzen dürfen, Weichenstellungen für Wege aus dem “Verdorbenen” aufzugreifen und sich dafür mit Haltung und unabhängig von Erfolgseinschätzungen einzusetzen. Und wer, wenn nicht Oppositionsparteien könnten das tun? Irgendwoher muss ja der Anstoß kommen, damit es sich als Idee in der Eurozone durchsetzen kann. Geldordnung gehört verstärkt in die öffentliche Diskussion gebracht.

Den Vertrauensverlust in die Politik führe ich zum Großteil auf mangelnde Haltung zurück, was letztlich zwar zu scheinbaren Kompromissen führt, die sich jedoch für die Bevölkerungen meistens als Verschlechterungen entpuppen. Der kleinste gemeinsame Nenner eben. Wenn jeder nur das macht, was alle anderen “höchstwahrscheinlich” machen, brauchen wir über gesellschaftliche Entwicklung nicht weiter reden. Es geht wohl eher um Einstellungen und dementsprechendes Verhalten. Ein “wenn wir es nicht tun, machen es die anderen”, bzw. ein “die anderen machen es doch auch”, sollten keine Richtlinien moderner Gesellschaftspolitik sein. Und nicht zu vergessen, dass es dabei stets um das “Geld” geht. Das Thema, das in der öffentlichen Diskussion nur mit Verteilungsaspekt vorkommt, jedoch niemals die Hintergründe der Entstehung (Geldschöpfung) berührt.

Nun konkret: Die derzeitige Gemengelage von Bankengiralgeld, fraktionalen Zentralbankreserven und staatlichem Bargeld, ist in ihrer Brisanz kaum zu überbieten. Schließlich haben sich sämtliche vermeintliche Kontrollmechanismen (Basel II, Basel III,…) als ziemlich wirkungslos erwiesen (wenig überraschend, weil doch die Regelungen alle aus der Feder der zu Kontrollierenden stammen). Die Eigenmittel, die Sie ansprechen, sind de facto eben keine Eigenmittel, sondern eine bilanztechnische Rechengröße, die sich aus der Differenz von Aktiva und Passiva ergibt. Da bleibt viel Spielraum für “kreative” Bewertungen.

Des Weiteren: Nicht (mehr) die ZB-Konten der Geschäftsbanken sind die Grundlage für die Kreditvergabe, sondern sie sind nur mehr die Refinanzierungsquelle – sofern nötig – und dienen zum Ausgleich im Interbankenverkehr. Die Geldschöpfung durch Kreditvergabe (Geschäftsbankengeld) erfolgt jedoch (nahezu, weil inkl. Bargeldbedarf reden wir da von rund 4%) unabhängig von den “Reservenkonten” und vorgängig zur etwaigen Refinanzierungsfrage. Wir wurden nur daran gewöhnt (konditioniert) unsere Rechnungen mit Übertragungen von Krediten (die eben nur – insgesamt unerfüllbare – Forderungen auf Geld sind), statt mit Geld zu bezahlen. Es macht bei Durst einen großen Unterschied, ob man ein Glas Wasser, oder den unerfüllbaren Anspruch auf Wasser erhält.

Bei der Vollgeldreform geht es vor allem um Souveränitätsrechte, wie auch um die Abschaffung des Privilegs der Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken (Gleichstellung mit den Unternehmen, ohne diesen Wettbewerbsvorteil). Ganz besonders aber geht es um neue politische Gestaltungsräume für eine zeitgemäße Gesellschaftsentwicklung unter Einbeziehung aller verfügbaren technologischen Möglichkeiten. Eine Vollgeldreform wäre vergleichsweise einfach durchführbar. Es wäre praktisch ein Gläubigertausch. Alles Buchgeld würde zu Vollgeld erklärt. Nicht mehr die GB wären unsere Schuldner, sondern die “Monetative” – die auch die tatsächliche Garantie dafür übernehmen kann. Unser Buchgeldkonto wäre ein ZB-Konto. An der Geldmenge würde sich dadurch nichts ändern, womit eine Unterscheidung M1, M2,…hinfällig wird. Banken wären die Schuldner der Monetative. Es gibt nur mehr eine Art von Geld, Vollgeld, und das wäre sicher und würde für den Zahlungsverkehr außerhalb der Bankbuchhaltungen geführt. “Bankruns” bei strauchelnden Banken würden sich erübrigen. Vollgeld ist darüber hinaus ein Konzept, das auch dem Kleinsparer und Normalbürger gut darstellbar wäre, weil Geld dann so funktionieren würde, wie es sich die meisten vorstellen, dass es das tut. Kredite wären nicht nur Forderungen auf Geld, die sich nur als Surrogat wie Geld verwenden lassen, sondern sie wären Geld.

Es würde zu weit führen, das in einem e-mail noch näher ausführen zu wollen und ich kann Sie nur auf die sehr klare Darstellung durch Joseph Huber verweisen (“Monetäre Souveränität” – Geldsystem im Umbruch; Metropolis-Verlag, 2018). Sehr gut erklärte Hintergründe, Konzept, mögliche Kritikpunkte und Einwendungen, Erwartungen und Möglichkeiten. Wirklich sehr empfehlenswert.

Auch die immer wieder aufflammende Diskussion über die Bargeldabschaffung, oder die Parallelwährungen, wie Bitcoin&Co, oder neuerdings “Libra” von Facebook&Co. hängen unmittelbar mit der Frage des Geldschöpfungsrechts zusammen. Erst mit Vollgeld ließe sich ernsthaft über die Abschaffung oder Einschränkung des Bargelds diskutieren, wobei es dann nur um die Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre ginge, wohingegen ja heute Bargeld und Bankenbuchgeld zwei unterschiedliche Geldarten unterschiedlicher Emittenten sind. Dass Banken daran interessiert sind, das Bargeld loszuwerden, leuchtet ein, denn das müssen sie sich ja von der ZB leihen oder kaufen. Und auch dafür laufen unglaubliche, öffentlich weitgehend unbemerkte Aktivitäten unter den Bezeichnungen “Inklusion” und “Better than Cash” ab, die letztlich auf die Zerstörung demokratischer Staatswesen abzielen.

Auch dass es bislang nicht möglich war, redliche politische Anliegen, wie Schließung von Steueroasen, Unterbindung des Hochfrequenzhandels oder Finanztransaktionssteuern, u.s.w. durchzusetzen, ist letztlich auf die Geldschöpfungsmacht des Finanzsektors zurück zu führen, mit der die gesamte Gesellschaftspolitik gesteuert wird. Ein unerträglicher Zustand. Nicht Geld regiert die Welt, sondern die Rechtsinhaber der Geldschöpfung. Denn wer berechtigt ist Geld zu schöpfen, auch wenn es nur als solches verwendet werden kann, ohne tatsächlich staatliches Geld zu sein, bestimmt auch über dessen Verwendung!

Sehr gut aufgestellte Initiativen, die natürlich auf politische Unterstützung und damit mediale Aufmerksamkeit angewiesen wären, sind www.monetative.de; www.initiative-vollgeld.ch; www.positivemoney.org; und natürlich auch die HP von Joseph Huber selbst www.vollgeld.de. (Welteit sind es bereits an die 30 Initiativen).

Für eine Kleinstpartei mit ungewissen Wahlaussichten (trotz parlamentarischer Erfahrung) wäre das auf jeden Fall reißerischer Programmpunkt, der viel Aufsehen erregen könnte. Vielleicht das ausschlaggebende “Push-Thema”.

Es wird mich freuen, wenn ich Ihr Interesse wecken konnte.

Mit besten Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

22.8.2019; OÖN; Wirte und Händler sollen Bankomatfunktion übernehmen 

Die Wirtshaustheke als Bankschalter

Es ist eigentlich unfassbar, was da so nebenbei zu erfahren war: Damit “unrentable” Bankomaten nicht demontiert werden, ließen sich kleinere davon betroffene Gemeinden tatsächlich zu Zuzahlungen pro Transaktion erpressen. Wenn man dem Kunden verspricht, ihm bei Ansichtigwerden sein Bankguthaben in bar auszuzahlen, sich dieser Möglichkeit des Ansichtigwerdens jedoch zugleich durch Filialschließungen und nunmehr Reduzierung der Bankomatendichte entzieht, dann sind Zweifel an der Seriosität des Schuldners – und das sind ja in diesem Fall die Banken – angebracht. Nun sollen also die Wirte in die Bresche springen. Als unbezahlte Dienstleister des Bankensystems. Wenn sie schlau sind, und Wirte sind bekanntlich schlau, könnten sie daraus durch genossenschaftlichen Zusammenschluss vielleicht die “Gastrobank” gründen, die zugleich auch das Kreditgeschäft und den Zahlungsverkehr übernimmt. Die schlichte Frage “geht’s noch?” drängt sich auf.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

8.8.2019; Standard (Conrad Seidl), OÖN (Susanne Dickstein)und Presse (Josef Urschitz) „Bargeld“ 

Mit oder ohne Bargeld?

Es geht nicht um die Form des Zahlungsmittels, sondern um den Emittenten! Und es geht um das Recht zur Erzeugung des Zahlungsmittels (Geldschöpfung). Heute ist Bargeld das einzige gesetzliche Schuldentilgungsmittel mit Annahmezwang. Es ist Zentralbankgeld. Hingegen sind unsere bargeldlosen “Überweisungen” Geschäftsbankengeld. Es funktioniert zwar wie Geld, ohne jedoch staatliches Geld zu sein. Und es funktioniert nur deshalb, weil der Staat (das sind wir!) dafür garantiert (ohne aber eigentlich dazu tatsächlich in der Lage zu sein). Mit einer Überweisung übertragen wir auf den Lieferanten unser Vertrauen in unsere Bank. Es macht bei Durst jedoch einen gewaltigen Unterschied, ob man Wasser, oder nur eine (unerfüllbare) Forderung auf Wasser bekommt. Und gleichermaßen ist 1 Euro nicht dasselbe wie die Forderung auf 1 Euro. Anders wäre es nach einer Vollgeldreform, nach der auch das Publikum Zugang zu unbarem Zentralbankgeld hätte. Dann wäre jede “Überweisung” auch tatsächlich gesetzliches Zahlungsmittel – und es würde sich nur mehr das Problem der persönlichen Datensicherheit stellen, weshalb es so etwas wie Bargeld (z.B. ein Warengeld wie Zigaretten, Whisky oder Metalle) ohnehin immer geben wird.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Eine vollinhaltlich zu unterschreibende Antwort von Herrn Urschitz:

Sehr geehrter Herr Hoppenberger,

Sie haben Recht. Im Kommentar ist es allerdings nicht um dieses Thema gegangen, sondern nur darum, dass es sinnlos ist, per Verfassung etwas schützen zu wollen, das man national nicht schützen kann, weil die Ausgabe von Euro-Bargeld durch die OeNB von der Bewilligung durch die EZB abhängt. Und EU-Recht auch in diesem Fall über nationalem Recht steht. Es ist ohnehin eine theoretische Diskussion, weil derzeit ja von einer Bargeldabschaffung keine Rede ist und der Bargeldumlauf in der Eurozone sogar steigt. Umso seltsamer ist es, dass daraus ein großes politisches Thema gemacht wird.

Freundliche Grüße, J.Urschitz

>>>>>X<<<<<

5.8.2019; Presse; Gerhard Hofer, „Tax freedom day“

Sehr geehrter Herr Hofer,

haben wir denn nicht trotz und neben den Steuerleistungen (die ja alle von den Konsumenten aufgebracht werden) recht gut bis 5. August gelebt – warum sollte das also nicht auch bis 31. Dezember wieder möglich sein? Der “tax freedom day” ist doch nur ein albernes, weil nichtssagendes Datum. Richtig ist wohl, dass wir im Vergleich zu so manchen Urlaubsländern glücklich sein können, hier zu leben, wie Sie das ja auch betont haben.

Seit wann besteht aber eine Korrelation zwischen Einkommen und Fleiß? Einkommen ist eine Zuteilung gemäß den Machtstrukturen einer Gesellschaft! Wenn man natürlich versucht, vom Einkommen den Rückschluss auf die vorangegangene Leistung zu ziehen, geht man zwangsläufig in die Irre – oder ist ideologisch festgefahren.

Könnte es sein, dass Estland zwar gar kein besseres Schulsystem, sondern nur wissensdurstigere  Schüler hat?

Mit besten Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

1.8.2019; Standard; F.Schellhorn; „Als Sparen noch links war“ 

Als Sparen noch links war

Offensichtlich ohne die Brisanz seiner Feststellungen selbst zu erkennen, bringt Franz Schellhorn in seinem Kommentar das demokratiepolitische Dilemma auf den Punkt, wenn er Staaten nach deren “verantwortungsvollem Umgang mit fremdem Geld” beurteilt. Er bekräftigt damit nicht nur, dass natürlich die Finanzmärkte über die Politik bestimmen, da den Staaten längst schon die Geldhoheit entrissen wurde, sondern er versteht unter verantwortungsvoller Politik vor allem das Erwirtschaften von Renditen für die Finanzmärkte. Dass Geld eine gesellschaftliche Einrichtung sein sollte, dessen Schöpfung daher ein ausschlaggebendes Souveränitätsrecht des Staates sein müsste, scheint Schellhorn noch nicht in den Sinn gekommen zu sein. Eine “Denkfabrik” (Agenda Austria), die Geld nur als Schuld zu begreifen vermag, ließe sich daher zweifellos einsparen. Denn es geht eben nicht nur darum wofür Geld ausgegeben wird, sondern auch darum, wohin es fließt und welche gesellschaftlichen Wirkungen es entfaltet. Deshalb: “Vollgeld”, damit sich die richtigen Dinge wieder rechnen können!

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

24.7.2019; profil; Ingrid Brodnig; „Her mit dem Geld“ (Libra) 

Sehr geehrte Frau Brodnig,

mit dem Geld ist das halt so eine Sache über die immer noch große Verwirrung herrscht. Die Bezeichnung “Geld” sollte jedoch dem gesetzlichen Schuldentilgungsmittel mit Annahmezwang vorbehalten bleiben. Und es geht mehr denn je um das Recht zur Schöpfung dieses Zahlungsmittels.

Als Zahlungsmittel kann vieles dienen, wenn man sich darauf einigt; doch nur weil etwas wie Geld funktioniert, ist es noch lange kein Geld im gesetzlichen Sinne. 1 Euro ist etwas anderes als eine Forderung auf 1 Euro – und die “führenden” Ökonomen leiden darunter, diesen Qualitätsunterschied nicht erkennen zu wollen, weil sich mit “Qualitäten” nicht so gut rechnen lässt.

Nachstehend mein Kommentar in Leserbriefformat, wie auch im Anhang eine grundsätzliche Betrachtung der sträflich ausgeblendeten Geldschöpfungsproblematik.

Mit besten Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Private Geldschöpfung

“Wir wollen nicht, dass Privatunternehmen die Möglichkeit haben, eine souveräne Währung zu schaffen”, ließ Frankreichs Finanzminister, Bruno Le Maire, beim G7-Finanzministertreffen völlig zu Recht verlauten. Allerdings wird in der (sehr notwendigen) Diskussion über das geplante Facebook-Geldprojekt die Tatsache übergangen, dass wir es ja auch bereits heute im bargeldlosen Zahlungsverkehr mit geschöpftem Kreditgeld der privaten Geschäftsbanken zu tun haben – für das zu bürgen allerdings der Staat (das sind wir!) gezwungen ist. Das “Libra”-Projekt Marc Zuckerbergs, eine globale Parallelwährung ohne gesetzlichem Annahmezwang, sollte eigentlich den überfälligen Anstoß liefern, endlich die gesamte Finanzarchitektur auf neue, den gesellschaftlichen Erfordernissen entsprechende rechtliche Grundlagen zu stellen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

18.7.2019; Standard/OÖN; (Hahn,Frey/Dickstein) „Facebook-Währung“

Private Geldschöpfung
“Wir wollen nicht, dass Privatunternehmen die Möglichkeit haben, eine souveräne Währung zu schaffen”, ließ gestern Frankreichs Finanzminister, Bruno Le Maire, beim G7-Finanzministertreffen völlig zu Recht verlauten. Allerdings wird in der (sehr notwendigen) Diskussion über das geplante Facebook-Geldprojekt die Tatsache übergangen, dass wir es ja auch bereits heute im bargeldlosen ZahlungsveXrkehr mit geschöpftem Kreditgeld der privaten Geschäftsbanken zu tun haben – für das zu bürgen allerdings der Staat (das sind wir!) gezwungen ist. Das “Libra”-Projekt Marc Zuckerbergs sollte eigentlich den überfälligen Anstoß liefern, endlich die gesamte Finanzarchitektur auf neue, den Erfordernissen entsprechende Beine zu stellen.
Dr.Günther Hoppenberger
LIFESENSE-Zirkel Linz   

  >>>>>X<<<<<

11.7.2019; Standard; B. Pfluger; „Börse könnte Wohlstandsverteilungsmaschine sein“

Pensionsprobleme gelöst?

Christoph Boschan, der Chef der Wiener Börse ist soeben wieder (17.7.2019) mit einer gleichermaßen interessanten wie skurrilen Bemerkung aufgefallen: „Die Börse könnte eine Wohlstandsverteilungsmaschine sein“. Es müssten sich bloß möglichst alle Menschen an den Kapitalmarkt heranwagen, um am Gewinn mit zu naschen. Und er rechnet anhand historischer Werte von jährlich 7% Verzinsung vor, dass man bei monatlicher Einzahlung von 100.- auf einen ATX-ETF Sparplan, nach 50 Jahren bereits 545.000.- (allerdings vor Abzug von Gebühren, Steuern, Inflationsverlusten und sonstigen Unwägbarkeiten) erhielte. Er schließt daraus messerscharf, dass daher jeder Österreicher locker mit einer halben Million zusätzlich in Pension gehen könnte. Was soll man da bei soviel Scharfsinn noch dazu sagen?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

3.7.2019; OÖN; G.Mandlbauer, Schuldenbremse als ein Gebot der Zeit

Schulden und Wachstum

Eine Schuldenbremse für den Staatssektor in der Verfassung klingt ähnlich verlockend wie eine Festschreibung der Anzahl von Schönwettertagen. Woher kann denn dann die Finanzierung des systemisch benötigten Wachstums kommen? Und so bedeutet eine verordnete Schuldenbremse für einen Sektor stets auch den Verschuldungszwang für die anderen Wirtschaftssektoren (Unternehmen, Haushalte und Ausland). Entgegen Mag. Mandlbauers Auffassung ist die angedachte Schuldenbremse eine höchst populistische Aktion mit vorhersehbar fatalen volkswirtschaftlichen Auswirkungen. Oder es ist ein Gesetz, das von Anfang an zu Verfassungsbruch zwingt. Etwas anderes ist freilich die Frage des Verwendungszwecks, weshalb es viel gesünder wäre, die Verfassung in Hinblick auf ein zeitgemäßes Menschenbild und Gesellschaftsethik zu überarbeiten und die an sich frei gestaltbare Finanzverfassung darauf abzustimmen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

29.6.2019; Wiener Zeitung; MMT – Modern Money Theory 

Modern Money Theory

MMT ist ein vom Bankensystem gefördertes Konzept, mit dem offensichtlich die endgültige Herrschaft “der Märkte” über die Bürgergesellschaften eingeläutet werden soll. Denn im demokratisch angehauchten Mächteringen geht es um die Oberhoheit über die Geldschöpfung, die längst schon bei “den Märkten” liegt! Schließlich ist das Geldschöpfungsrecht das stärkste zivilgesellschaftliche Machtmittel. Bei MMT ist keine Rede davon, dieses Machtmittel der Kontrolle des Souveräns zu unterstellen. Geld würde auch weiterhin nur als Schuld gegenüber den Märkten verstanden. Und auch die Trennung von Geld und Kredit ist nicht vorgesehen. Mit MMT soll sichtlich nur das Aufkommen des zeitnotwendigen und intelligenten Vollgeldkonzepts im Keim erstickt werden. In MMT sehe ich ein propagandistisch gefällig darstellbares Konzept zur Destabilisierung der Staaten und nur zu leicht wird vergessen, dass WIR der Staat sind und dass wir ihn daher stärken und nicht schwächen sollten. Daher: Vollgeld, damit sich “das Richtige” wieder rechnen kann! (Näheres unter www.vollgeld.de.)

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

29.6.2019; Kurier; FPÖ-Antrag, Bargeldverbot in der Verfassung ausschließen 

Es geht um die Geldschöpfung!

Bargeld und das Kreditgeld der Banken haben zwei unterschiedliche Emittenten. Während das gesetzliche Schuldentilgungsmittel immer noch Bargeld der Zentralbanken (und Münzen) ist, sind unsere bargeldlosen Überweisungen Zahlungen mit dem von den Banken mit jedem Kredit geschaffenen Geldsurrogat (Buchgeld = Forderung auf Geld). Durch die breite Akzeptanz des Buchgeldes zu Zahlungszwecken, funktioniert zwar das Buchgeld der Banken in normalen Zeiten wie Geld – ohne deshalb tatsächlich Geld zu sein. Der Irrglaube besteht eben darin, dass etwas, das wie Geld funktioniert auch tatsächlich Geld sein müsste. Nur wenigen ist bewusst, dass durch das ausufernde Buchgeld “die Märkte” über unsere politischen Handlungsräume bestimmen.

Geldschöpfung hat ein Hoheitsrecht zu sein. Besser als ein Bargeldverbot in der Verfassung auszuschließen wäre es daher, eine Vollgeldreform durchzuführen, nach der auch das Publikum Buchgeld der Zentralbank zur Verfügung hätte. Jede Zahlung, ob mit Bargeld oder bargeldlos, wäre dann eine Schuldentilgung mit gesetzlichem Zahlungsmittel. Außerdem wäre dieses Kontogeld tatsächlich zu 100% sicher, weil außerhalb der Bankbilanzen. Daher: Vollgeld, damit sich “das Richtige” wieder rechnen kann. Näheres unter: www.vollgeld.de.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

29.6.2019; Standard; K.Taschwer, Kompensationszahlungen für Flüge 

Natur ist nicht korrumpierbar

In der bestehenden Geldordnung, in der “der Markt” über die Geldzuteilungen bestimmt, müssen sich leider auch die Klimaschutzprojekte rechnen. Aus den vermeintlichen Kompensationszahlungen (Natur ist nicht käuflich!) für unnötige Flugreisen entstehen solcher Art [auch] die Einnahmen, um die Prognosen für weitere Steigerungen des Flugverkehrs auch mit Sicherheit erfüllen zu können. Ein genereller Verzicht auf die Bewerbung von Urlaubs-Flugreisen wäre da im ersten Schritt viel wirkungsvoller, denn langfristig wird uns nur der Verzicht auf Ressourcenverbrauch helfen. Damit sich “die richtigen Dinge” wieder rechnen könnten, das sind jene, die zum Gemeinwohl beitragen, wäre allerdings eine Vollgeldreform eine zeitnotwendige und moderne Ausgangsposition, aus der sich auch neue politische Gestaltungsräume eröffnen würden.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

27.6.2019; Standard; A. Hahn; A. Sigetvari; Facebook, Bitcoin u. Schulden 

Es geht um das Recht zur Geldschöpfung!

Als Zahlungsmittel lassen sich ja viele Möglichkeiten vorstellen, sofern sie vom Publikum angenommen werden und sich dadurch bewähren (Siehe auch Zigaretten- und Whisky-“Währung” im ehemaligen Osteuropa, oder selbst unsere bargeldlosen “Überweisungen”, die primär ja auch nur Zahlungen mit einem Geldsurrogat der Banken darstellen – das zu garantieren die Zentralbanken (auf dem Rücken der Bürger) mittlerweile allerdings von den Finanzmärkten gezwungen werden).

Für eine rechtsstaatliche Gesellschaft ist es daher entscheidend, wem das Recht der Geldschöpfung zusteht. Und eigentlich sollte es klar auf der Hand liegen, dass Geldschöpfung ein exklusives Hoheitsrecht des Souveräns ist. Die derzeitige Einschränkung dieses Rechts auf Banknoten und Münzen und (erpresste) Duldung und letztlich Garantie der Buchgeldschöpfung (Kreditgeldschöpfung) des Bankensystems, hat ja zu der ziemlich aussichtslosen Situation geführt, in der wir uns heute befinden. Alles dreht sich immer nur ums Geld – und niemand fragt, wie denn unser Geld überhaupt entsteht. Wer sollte es erzeugen dürfen? Wie soll es in Umlauf gebracht werden? Was darf/soll gesetzliches Zahlungsmittel sein, für das dementsprechend auch Annahmezwang zur Schuldentilgung und vor allem für Steuerleistungen besteht? (Heute stehen wir sogar vor der absurden Situation, dass der Staat es ablehnt, ZB-Geld als Steuertilgung anzunehmen und darauf besteht, mit Bankengeld bezahlt zu werden).

Geld ist eine (als solche grandiose) gesellschaftliche Einrichtung, die sich in der Natur nicht wiederfindet. Es geht daher darum, wie diese Einrichtung gestaltet ist, um den Anforderungen einer modernen, arbeitsteiligen Gesellschaft zeitgemäß entsprechen zu können. Mit dem jetzigen System, das in der Aufbauphase nach dem Krieg durchaus gute Dienste leistete, ist das offenkundig nicht mehr möglich. Ein relativ breiter Wohlstand konnte zwar in relativ kurzer Zeit nach dem Krieg erreicht werden, die längerfristige Aufrechterhaltung dieses Wohlstands ist mit demselben System jedoch nicht mehr möglich. Das Überhandnehmen von Bankengeld (Kreditgeld = Forderung auf Geld) als “Zahlungsmittel” untergräbt das staatliche Hoheitsrecht und degradiert die Politik zum ziemlich ohnmächtigen Bittsteller. “Mehr vom Gleichen” und “Jetzt erst recht”, stoßen zwangsläufig an ihre Grenzen und die Finanzmärkte treiben die Staaten vor sich her und bestimmen letztlich auch über die Gesellschaftspolitik. Ein unerträglicher Zustand, der bei weiterer diesbezüglicher Untätigkeit der politischen Entscheidungsträger diese als Mittäter bei der Auflösung staatlicher Ordnungsstrukturen entlarven könnte. Immerhin ist die Geldordnung das höchste zivile Machtmittel, das auch als vierte staatliche Gewalt dementsprechende Beachtung finden sollte.

Wenig beachtet, aber umso interessanter ist daher die Überlegung Schwedens, wo der Gebrauch des gesetzlichen Zahlungsmittels (Bargeld) im Zahlungsverkehr auf nur mehr 2% des BIP zurückgedrängt wurde, eine e-krona (digitales Zentralbankgeld) auch für den Publikumsverkehr einzurichten. Ein Ansatz, der in Richtung Vollgeldreform verweist. Auch der gewiss bequeme und zeitgemäße bargeldlose Zahlungsverkehr würde dann mit dem gesetzlichen Schuldentilgungsmittel anstatt mit dem von Banken geschöpften Kreditgeld erfolgen. Geld und Kredit (Forderungen auf Geld) sind eben zwei verschiedene Dinge und sollten dementsprechend auch als unterschiedlich betrachtet werden. Schuldbefreiende Zahlungen sollten mit gesetzlichem Geld erfolgen und nicht mit etwas, das nur scheinbar wie Geld funktioniert, ohne Geld zu sein. Ein Meilenstein zur Hebung der Souveränitätsrechte jeder Bürgergesellschaft könnte also von Schweden, mit der immerhin ältesten Zentralbank der Welt, ausgehen. Ein Positiv-Geld, das Staaten wieder aus der Schuldenfalle herausführen könnte. Sowohl “Libra”, wie auch die neuerdings diskutierte MMT” (Modern Money Theory) würden genau das Gegenteil bewirken.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

24.6.2019; OÖN; S. Dickstein, „Tulpenblüte“ 

Sehr geehrte Frau Mag. Dickstein,

da sind Ihnen im heutigen Kommentar leider ein paar Dinge durcheinander geraten. Wie Sie richtig feststellen, sind Bitcoins&Co bestenfalls Spekulationsobjekte und als Zahlungsmittel damit ungeeignet. Bei Mark Zuckerbergs Vorhaben wäre das aber etwas anderes (Siehe meinen anhängenden Kommentar zu “Libra”). Des Weiteren wird der Eindruck vermittelt, dass digitales Geld automatisch auch eine “Kryptowährung” wäre, was nicht der Fall ist.

Als Zahlungsmittel lassen sich ja viele Möglichkeiten vorstellen, sofern sie vom Publikum angenommen werden und sich dadurch bewähren (Siehe auch Zigaretten- und Whisky-“Währung” im ehemaligen Osteuropa, oder selbst unsere bargeldlosen “Überweisungen”, die primär ja auch nur Zahlungen mit einem Geldsurrogat der Banken darstellen – das zu garantieren die Zentralbanken (auf dem Rücken der Bürger) mittlerweile allerdings von den Finanzmärkten gezwungen werden).

Für eine rechtsstaatliche Gesellschaft ist es daher entscheidend, wem das Recht der Geldschöpfung zusteht. Und eigentlich sollte es klar auf der Hand liegen, dass Geldschöpfung ein Hoheitsrecht des Souveräns ist. Die Einschränkung dieses Rechts auf Banknoten und Münzen und (erpresste) Duldung und letztlich Garantie der Buchgeldschöpfung des Bankensystems, hat ja zu der ziemlich aussichtslosen Situation geführt, in der wir uns heute befinden. Und dreht sich denn nicht alles immer nur ums Geld? Geld ist eine (als solche grandiose) gesellschaftliche Einrichtung, die sich in der Natur nicht wiederfindet. Es geht aber daher darum, wie diese Einrichtung gestaltet ist, um den Anforderungen einer Gesellschaft zeitgemäß entsprechen zu können. Mit dem jetzigen System, das in der Aufbauphase nach dem Krieg durchaus gute Dienste leistete, ist das offenkundig nicht mehr möglich. Ein relativ breiter Wohlstand konnte zwar in relativ kurzer Zeit erreicht werden, die längerfristige Aufrechterhaltung dieses Wohlstands ist mit demselben System jedoch nicht mehr möglich. “Mehr vom Gleichen” und “Jetzt erst recht”, stoßen zwangsläufig an ihre Grenzen und die Finanzmärkte treiben die Staaten vor sich her und bestimmen letztlich über die Gesellschaftspolitik.

Wenig beachtet, aber umso interessanter ist daher die Überlegung Schwedens, wo der Gebrauch des gesetzlichen Zahlungsmittels (Bargeld) im Zahlungsverkehr auf nur mehr 2% des BIP zurückgedrängt wurde, eine e-krona auch für den Publikumsverkehr einzurichten. Ein Ansatz, der in Richtung Vollgeldreform verweist. Auch der gewiss bequeme und zeitgemäße bargeldlose Zahlungsverkehr würde dann mit dem gesetzlichen Schuldentilgungsmittel anstatt mit dem von Banken geschöpften Kreditgeld erfolgen. Geld und Kredit (Forderungen auf Geld) sind eben zwei verschiedene Dinge und sollten dementsprechend auch als unterschiedlich betrachtet werden. Zahlungen sollten mit Geld erfolgen und nicht mit etwas, das nur wie Geld funktioniert, ohne Geld zu sein. Ein Meilenstein zur Hebung der Souveränitätsrechte jeder Bürgergesellschaft könnte also von Schweden, mit der immerhin ältesten Zentralbank der Welt, ausgehen. Ein Positiv-Geld, das Staaten wieder aus der Schuldenfalle herausführen könnte. Sowohl “Libra”, wie auch die neuerdings diskutierte MMT” (Modern Money Theory) würden genau das Gegenteil bewirken.

Mit besten Grüßen, Dr. Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

From: Dickstein Susanne

S.g. Hr. Dr. Hoppenberger!

Bitte entschuldigen, dass ich so lange für eine Antwort brauche. Ich hatte ein paar Tage frei 😉

Vielen Dank für Ihr umfangreiches und interessantes Mail. Das Thema e-krona habe ich notiert, das schaue ich mir an. Zum Thema Bitcoin/Libra: Falls das in meinem Kommentar nicht eindeutig war: Ich werfe die beiden Währungen nicht in einen Topf. Ich denke, Libra ist das weitaus vielversprechendere Projekt, das andere wird m.E. ein Spekulationsobjekt bleiben.  Bei Libra sollten wir aber keinem Irrglauben aufsitzen: Es geht nicht darum, eine Währung zu kreieren, sondern einen neuerlichen Zugang zu noch mehr Daten zu erhalten. Das ist die wichtigste Währung im Internet.

Mit freundlichen Grüßen aus dem wunderbar klimatisierten Newsroom! Susanne Dickstein

Mag. Susanne Dickstein, stv. Ressortleitung Wirtschaft

Replik am 2.7.2019

Sehr geehrte Frau Mag. Dickstein,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Hoffentlich konnten Sie die paar Tage in Wassernähe genießen!

Dass Sie in Ihrer Antwort dem “Lbra-Projekt” das Attribut “vielversprechend” anheften, hat mich allerdings höchst irritiert.

Datensammlung ist nur die eine (schlimme) Sache, mit der eine Art Warengeld-Surrogat angesammelt wird. Viel schlimmer empfinde ich die Umgehung staatlicher Hoheitsrechte, wie das heute bereits durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit bankgeschöpftem Kreditgeld erfolgt. Deshalb befürworte ich ja eine Vollgeldreform, mit der nicht nur auch bargeldlose Zahlungen mit gesetzlichem Zahlungsmittel erfolgen würden, sondern weil sich daraus auch neue Handlungsräume für die Politik eröffnen würden. Erst Vollgeld bietet politische Möglichkeiten, weitere nötige Reformschritte in Richtung einer friedensfähigen Geldordnung umzusetzen. Letztlich geht es um Souveränitätsrechte. Wem soll das alleinige Recht zur Schöpfung gesetzlichen Zahlungsmittels zustehen?

Heute benötigt der Bürger einen positiven Buchgeldeintrag – der bankgeschöpftes Geld symbolisiert – um an das immer noch einzige gesetzliche Zahlungsmittel, Bargeld, zu gelangen. Das muss als Wechselvorgang zwischen zwei unterschiedlichen Währungsarten begriffen werden, auch wenn die Denominierung gleichermaßen auf Euro lautet. Gesetzliches Giralgeld tritt nur – unter der Bezeichnung “Reserven” – im Kreislauf zwischen Zentralbanken und dem Interbankenmarkt auf und wird vom Publikum ferngehalten.

Ein weiteres Problem, auf das Sie vielleicht bei der Beschäftigung mit dem e-krona Projekt stoßen werden, sehe ich in der gedanklichen Schwierigkeit, Geld anders als als Schuld begreifen zu können. Nicht von ungefähr firmiert die schwedische Vollgeldinitiative unter “positiva pengar”, wie auch in England www.positivemoney.org für Vollgeld eintritt.

Jedenfalls freut es mich, wenn ich Ihr Interesse für dieses grundlegende und zivilgesellschaftlich alles entscheidende rechtliche Problem der Geldschöpfung in Zeiten modernen Zeichengeldes wecken konnte. Mein Credo lautet daher: Vollgeld, damit sich die “richtigen Dinge” wieder rechnen können.

Äußerst empfehlenswert: Joseph Huber, “Monetäre Souveränität”, Metropolis-Verlag (Marburg,2018), wie auch www.vollgeld.de, www.monetative.de und aufgrund des 2018 stattgefundenen Schweizer Referendums sehr gut auch bei “FAQs” ausgebaute Seite www.vollgeld-initiative.ch.

Mit besten Wünschen für weitere erholsame Sommertage – auch außerhalb des klimatisierten Newsrooms – und mit lieben Grüßen,

Dr.Günther Hoppenberger

>>>>>X<<<<<

22.6.2019; OÖN; Neue Facebook-Währung Libra 

Neuer Facebook-Unfug “Libra”

Da “Libra” offensichtlich erst mit gesetzlichem Zahlungsmittel gekauft werden müssen, ist zu vermuten, dass da ein analoges Geldsurrogat entwickelt werden soll, wie wir es im bargeldlosen Zahlungsverkehr mit Bankengeld ohnehin bereits haben und womit die Souveränitätsrechte bereits jetzt ausgehebelt werden. Ein weiterer, jeglicher Kontrollmöglichkeit entzogener Kreislauf eines privaten, nicht gesetzlichen Zahlungsmittels zeichnet sich ab. Die sukzessive durch Kauf von “Libra” anwachsenden “Echtgeldbestände” könnten ähnlich den sogenannten “Reserven” der Banken bei der Zentralbank als Grundlage zu fraktionalem Libra-Geld dienen, das Facebook analog den Banken durch Kreditvergabe schöpfen könnte. Dann wäre “endlich” die globale Geldschöpfung und Geldverwendung in einer Hand – in der Hand Zuckerbergs. Ist es tatsächlich das, was eine Gesellschaft braucht? Die Banken sollten unmittelbar auf die Barrikaden steigen, noch wichtiger wäre aber, dass sich die Zentralbanken mit dem Vollgeldkonzept anfreunden, das eine Privatisierung der Zahlungsmittel endgültig ausschließt und zugleich neue politische Handlungsräume eröffnen würde.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

21.6.2019; Standard; A.Schnauder; Währungskrieg – Nur Verlierer 

Die Macht der Märkte

Das höchste zivile Machtmittel liegt im Recht zur Geldschöpfung und sollte eigentlich ein Hoheitsrecht, ein Recht des Souveräns sein. Längst schon wurde dieses Recht aber durch “die Märkte” mit ihrer Kreditgeldschöpfung unterlaufen, mit der sie unter Umgehung der Zentralbanken ihr Geldsurrogat als Zahlungsmittel im bargeldlosen Zahlungsverkehr durchsetzen konnten. Damit werden die Notenbanken zu dem erpresst, was man ihnen vorwirft. Notenbanken “pumpen” kein Geld in die Märkte, sondern sie müssen reaktiv und auf Kosten der Bürger für das Unwesen “der Märkte” geradestehen, um halbwegs die Stabilität des Zahlungssystems gewährleisten zu können. Eine Vollgeldreform könnte dem Abhilfe schaffen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

12.6.2019; DerStandard; Verfassungsgesetz für Trinkwasserschutz zeichnet sich ab.

Armutszeugnis
Anlassbezogen (Ibiza!) soll jetzt ein Privatisierungsverbot für Trinkwasser in der Verfassung festgeschrieben werden. Bedeutet das denn aber nicht, dass “Ibiza” nicht nur als kriminelle Verirrung eines einzelnen Schwarzen Schafs betrachtet wird, sondern dass zu befürchten ist, dass solche Haltungen unter unseren Abgeordneten derart verbreitet sind, dass sich im Parlament glatt eine Mehrheit für einen Betrug an der Bevölkerung finden könnte? Es lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu. Dass das aber auch nur ein beschwichtigendes Ablenkungsmanöver von all den bereits erfolgten Privatisierungen staatlicher Infrastruktur sein könnte, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Es ist jedenfalls ein Trauerspiel, wenn man von den Abgeordneten Anstand und Verantwortung per Verfassungsgesetz einfordern muss.
Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz
>>>>>X<<<<<

16.5.2019; Spiegel-Online; Aloys Prinz und Hanno Beck: „Die Zombies der Ökonomie kehren zurück“

Aloys Prinz und Hanno Beck belegen unter dem reißerischen Titel „Die Zombies der Ökonomie kehren zurück“, dass sie weder das bestehende Geldsystem verstehen, und schon gar nicht begreifen, worum es bei einer Vollgeldreform geht. Sie vermischen „Kraut und Rüben“ und scheinen sich in der Ablehnung dessen zu suhlen, was sie nicht begreifen. Es macht betroffen, einen derartigen Artikel im Spiegel vorzufinden. Nichts von dem ist wahr, zumindest nichts, was über Vollgeld geschrieben wurde (Aber die Autoren haben sogar auch Ahnungslosigkeit bezgl. MMT und Kryptowährungen demonstriert, deren Gefährlichkeit sie sichtlich nicht durchschauen).

Was ist schlecht daran, Geldschöpfung als Hoheitsrecht zu installieren?

Was ist schlecht daran, Banken auf das zu beschränken, was sie behaupten zu tun?

Was ist schlecht daran, Banken das Recht der Geldsurrogatschöpfung durch Kreditvergabe zu verwehren (ein einzigartiges Privileg gegenüber allen anderen Unternehmen – quasi Geld zu schöpfen und es durch gesetzliches Geld der ZB garantieren zu lassen).

Was ist schlecht daran, Bürgern Zentralbankgeld (gesetzliches Zahlungsmittel!) auch unbar zugänglich zumachen?

Was ist schlecht daran, Kundengelder (echtes ZB-Geld) außerhalb der Bankenbuchhaltung und damit tatsächlich sicher, führen zu lassen.

Was ist schlecht daran, Staatsschulden reduzieren zu können?

Was ist schlecht daran, dem Souverän, repräsentiert in der Politik, neue Handlungsräume zu eröffnen?

U.s.w. Jedenfalls ist das ein empörender Artikel, dessen ideologische Begründung aufzuklären erhellend sein könnte. Hat der Spiegel keine kompetenten Wirtschaftsjournalisten mehr an der Hand, die vorurteilsfrei und mit Fachwissen aufzuklären verstehen? In der Hoffnung, dass der Spiegel nunmehr z.B.Joseph Huber zu einer Richtigstellung bzgl. Vollgeld einlädt und in der Hoffnung, dass die Wirtschaftsredaktion selbst auch recherchiert, bevor so ein „Zombie-Artikel“ veröffentlicht wird. Z.B. auf www.vollgeld.de, oder www.monetative.de.

Mit hochgradigem Entsetzen, Dr. Günther Hoppenberger, A-4030 Linz

>>>>>X<<<<<

15.5.2019; Der Standard; Eric Frey, MMT – Warren Mosley an der WU Wien

MMT – Ein äußerst perfides Konzept

MMT hat eben nichts mit dem Grundkonzept eines Vollgeldes, das ein Positiv-Geld wäre, zu tun. MMT, die nicht von ungefähr so beachtliche propagandistische Unterstützung genießt, treibt Staaten (die Bürgergesellschaften) noch tiefer in die Abhängigkeit der Finanzmärkte. Ein demokratiepolitisch höchst gefährlicher Ansatz. Demgegenüber würde das Vollgeldkonzept, das auf einer Unterscheidung von Geld und Kredit basiert, viele der Verheißungen der MMT tatsächlich erfüllen können.
Näheres unter:
https://vollgeld.de/mmt-falsche-verheissung, bzw. unter www.vollgeld.de

>>>>>X<<<<<

8.5.2019; DerStandard, G.Oswald; Wo sich die Pensionsmilliarden verstecken

Milchmädchenrechnung

Neos-Sozialsprechers, Gerald Loacker, Milchmädchenrechnung zur Einsparung der staatlichen Pensionszuschüsse durch Anhebung des Antrittsalters beruht auf der naiven Annahme, dass unser Geld durch Arbeit entsteht. Und er vergisst dabei geflissentlich, dass Einsparungen des Staates jeweils von den anderen Sektoren (Haushalte, Unternehmen und Ausland) aufzubringen wären. Zum Glück kann mittlerweile das rein quantitative Produktivitätsproblem als gelöst betrachtet werden, nicht so jedoch das Problem von gesellschaftlich erwünschter/unerwünschter Art, Qualität und Verteilung des Outputs, weshalb sich eine Entkopplung von Arbeit und Einkommen aufdrängt. Arbeit ist mehr als nur Erwerbsarbeit und Einkommen ist Voraussetzung zur Arbeitserbringung.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Fairerweise habe ich den Leserbrief natürlich auch Mag. Loacker in cc gesendet – und sogar eine Rückmeldung erhalten. Leider ging daraus hervor, dass er nichts verstanden hatte. Ich sehe das aber weniger als persönlichen Vorwurf, sondern als Bestätigung dafür, dass man an unseren Hochschulen in BWL immer noch nicht zwischen Zahlungsmittel (Geld) und Kredit zu unterscheiden lernt und sich damit zwangsläufig in einer sozialpolitischen Sackgasse verfängt. Nachstehend die Antwort:

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

Danke für Ihr Mail.

Durch Arbeit entsteht nicht Geld. Das weiß ich auch ohne diesbezügliche Information. Durch Arbeit entsteht Wertschöpfung. Und diese Wertschöpfung bekommt der Erwerbstätige durch Lohn/Gehalt/Honorar odgl abgegolten. Erfolgt keine Erwerbsarbeit, erfolgt in der Regel auch keine Wertschöpfung. Volkswirtschaftlich ist es daher von Nutzen, wenn mehr Menschen einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Sie können schon Arbeit und Einkommen entkoppeln wollen. In erster Linie geht es mir um eine Lösung der finanziellen Probleme des Pensionssystems und nicht um die Neuaufsetzung eines gesamten Wirtschaftssystems, das Einkommen von Erwerbsarbeit löst.

Schöne Grüße, Gerald Loacker

Ich konnte es mir nicht verkneifen, darauf nochmals zu antworten:

Sehr geehrter Herr Mag.Loacker,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Das für Sie beunruhigende finanzielle Problem des Pensionssystems, geht einher mit der Frage der Finanzierung verlängerter Erwerbsarbeitszeiten, bzw. Arbeitslosigkeit. Um einen durch Erwerbsarbeit geschaffenen Arbeitswert mit Gewinn verkaufen zu können, muss Geld vorhanden sein. Mit dem Vorschlag verlängerter Erwerbsarbeitszeit bleibt die Frage, wie dieses Geld entstehen sollte, ungelöst. Und es geht heute eben nicht um eine Neuaufsetzung des Wirtschaftssystems als solchem, sondern um eine Neukonstruktion der Geldordnung mit der Trennung von Geld und Kredit. Ohne Änderung der verqueren Logik unseres derzeitigen Geldes wird sich längerfristig das Pensionsproblem auch durch hundertjährige Erwerbsarbeitszeit nicht lösen lassen. Geld hat gesetzliches Zahlungsmittel zu sein und seine Schöpfung muss als Souveränitätsrecht begriffen werden. Die Fatalität liegt heute in der Verdrängung dieses gesetzlichen Zahlungsmittels durch das private Geldsurrogat der Geschäftsbanken. (Bei Durst braucht es ein Glas Wasser, aber kein Foto von einem Glas Wasser).

Abschließend vielleicht noch zur Überlegung: Wie soll in naher Zukunft das Geld entstehen, um all die Segnungen der Digitalisierung kaufen zu können?

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger; LIFESENSE Zirkel – Linz

>>>>>X<<<<<

7.5.2019; OÖN, Zahl der Waffen erneut gestiegen

Mehr Waffen für den Umweltschutz?

Das Wachstum bei privaten Schusswaffen geht unaufhörlich weiter. Wen wundert’s, wenn in Florida und wer weiß wo sonst noch, Lehrer nur mehr bewaffnet zum Unterricht kommen und wenn die beliebtesten Computerspiele bereits die Jugendlichen darauf trainieren, Problemlösungen in der physischen Eliminierung des jeweiligen Hindernisses zu sehen. Kann man eine Menschheit überhaupt noch als zivilisiert bezeichnen, die nicht erkennt, dass der gemeinsame Feind die von uns selbst zum Gegner gemachte Natur ist? Das verlangt weder nach Militär noch nach Schusswaffen. Und die Natur unterscheidet weder nach Links und Rechts, noch nach Rassen oder Religionen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

5.5.2019; Kronenzeitung; Kommentar von Dr.Tassilo Wallentin zur Bargeldabschaffung,

Sehr geehrter Herr Dr. Wallentin,

natürlich ist Ihrer Sorge beizupflichten, dass wir uns mit weitergehender Abschaffung des Bargeldes in Richtung eines lückenlosen Überwachungsstaates bewegen. Allerdings hat sich gezeigt, dass der unbare Zahlungsverkehr auch große Vorteile hat und sich deshalb so rasant durchsetzen konnte, dass in Europa nur mehr etwa 10% (in Schweden nur mehr 2%) Barzahlungen erfolgen. Etwas, das von den Geschäftsbanken mit Akribie und Schläue vorangetrieben und von der Politik zugelassen wurde.

Der springende Punkt ist jedoch ein anderer. Wir haben es ja mit zwei unterschiedlichen Geldarten zu tun. Einerseits mit gesetzlichem Zahlungsmittel, das von den Zentralbanken reaktiv als “Reserven”, bzw. Bargeld geschöpft wird, andererseits mit dem von den Geschäftsbanken durch Kreditvergabe aktiv geschöpften Buchgeld, das nur als Zahlungsmittelsurrogat erkannt werden sollte. Dieses Bankengeld erhält seine Zahlungsmittelfunktion ja nur deshalb, weil sich die Zentralbanken eben nicht nur als Bank der Banken erweisen, sondern weil sie direkt oder indirekt durch den Staatshaushalt und aus (nicht ganz unberechtigter) Angst vor dem Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs das Schuldgeld der Banken zu garantieren versprechen. Staat und Zentralbank werden zu dem erpresst (Zwang zur Refinanzierung), was man ihnen gleichzeitig zum Vorwurf macht. Geld (=Zahlungsmittel) und Kredit sind eben zwei verschiedene Dinge.

Die Fragilität und Unsicherheit unserer Finanzarchitektur zeigt sich auch darin, dass trotz sinkendem Bargeldgebrauch, die von den Notenbanken gegen “Reserven” getauschten Bargeldbestände ziemlich rasch zunehmen. Es spiegelt die Flucht aus dem Scheingeld zum Geldschein – und befeuert die nächste Finanzkrise.

Nun haben wir es aber auch mit zwei, bzw. sogar drei unterschiedlichen “Geld”kreisläufen zu tun: Das unbare gesetzliche Zahlungsmittel (“Reserven”) läuft nur zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken, bzw. am Interbankenmarkt um, wohingegen das Publikum keinen Zugang zu unbarem ZB-Geld hat und eben mittlerweile über 90% des Zahlungsverkehrs mit Bankengeld, dem von Banken geschöpften Kreditgeld erfolgt. Der letzterem Kreislauf untergeordnete und zunehmend marginalisierte dritte “Kreislauf” besteht in dem zwischenzeitlich kurz auftretenden Tausch zwischen Bankengeld und Bargeld (Voraussetzung für den Erhalt von Bargeld ist ja eine positive Zahl auf einem Girokonto. Kurzzeitig deshalb, weil ja Bargeld rasch wieder in Bankenbuchgeld verwandelt wird. [Bankomat – Kaufmann – Bank – Bankomat]).

Bei der Bargeldabschaffung geht es also um eine Machtfrage. In unserem jetzigen Geldregime stammen Bargeld und Buchgeld aus unterschiedlichen Schöpfungsakten und es ist eben die Frage, wem das Geldschöpfungsrecht zukommen sollte. Dem Souverän, oder privaten Banken? Aus dieser derzeit bestehenden Finanzarchitektur ergibt sich ja auch die Ohnmacht der Politik gegenüber den sogenannten “Märkten”. Konsequent weitergedacht meine ich, dass Geldschöpfung nur ein hoheitsrechtlicher Akt sein darf, quasi als vierte staatliche Gewalt (Monetative?), womit auch das unberechtigte Privileg der Geschäftsbanken gegenüber dem Unternehmenssektor eliminiert würde.

In Schweden läuft gerade die Evaluierung der e-krona, was hieße, dass man eben auch unbar mit gesetzlichem Zahlungsmittel Rechnungen begleichen könnte. Man wird sehen, wie das ausgestaltet wird, aber im Prinzip wäre das der Kern des Anliegens der Vollgeld-Initiativen. Es wäre ein “Positiv-Geld” des Publikums, das damit ein tatsächlich sicheres Zentralbankgeldkonto außerhalb der Bankbilanz hätte. Man wird sehen. Nähere Details und Hintergründe dazu in: Joseph Huber; “Monetäre Souveränität” Metropolis-Verlag (Marburg, 2018), wie auch auf www.vollgeld.de, www.proVollgeld.at, www.monetative.de, www.vollgeld-initiative.ch, www.positivemoney.org  und vielen anderen.

Dass die Konstruktion der Geldordnung das höchste zivile Machtinstrument darstellt und in der derzeitigen Ausformung die gesellschaftspolitischen Handlungsräume unerträglich einschränkt, scheint von der Politik nicht erkannt zu sein, oder wird ganz gezielt aus der öffentlichen Diskussion ferngehalten(?).

Abschließend möchte ich noch meine feste Überzeugung äußern, dass eine völlige Abschaffung des Bargeldes sich kaum durchsetzen wird. In einem Vollgeldregime ist es zwar einerlei, ob bar oder unbar bezahlt wird und es könnte (durchaus vernünftige) Einschränkungen bezüglich Barzahlungshöhen geben, für den alltäglichen Gebrauch wird und soll es jedoch immer Bargeld geben – und wenn nicht anders, dann wird es einen Rückgriff auf ein Waren-Geldsurrogat geben (wie z.B. in der Art von Kent und Marlboro, die lange Zeit (als Parallelwährung) das rumänische Bar-Zahlungsmittel verkörperten).

Mit Dank für Ihren Kommentar, der mir die Gelegenheit gab, auf weitere Aspekte hinzuweisen und mit besten Grüßen

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Erst Vollgeld eröffnet die politische Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit einzutreten – und gefühlte Gerechtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Frieden und Prosperität.

>>>>>X<<<<<

3.5.2019; e-mail an Frau Dr. Winzig (ÖVP), OÖ-Kandidatin zur EU-Wahl

Sehr geehrte Frau Dr. Winzig,

aus den OÖN habe ich heute erfahren, dass die Landes-VP mit einem eigenen Programm zur EU-Wahl antritt, und Sie dafür quasi als regionale Abgeordnete kandidieren.

Als verantwortungsbewusstem Staatsbürger ist es mir ein Anliegen, die Wählbarkeit der Kandidatinnen und Kandidaten möglichst eingehend abzuschätzen und möchte daher ergänzend zum allgemein gehaltenen Programm noch einige weitere Fragen an Sie richten:

Grundsätzlich konzediere ich unserer Politik (mit einigen Ausnahmen) ehrliches Bemühen um das Wohlergehen der in sie vertrauenden und auch auf sie angewiesenen Bevölkerung. Allerdings hege ich die nicht ganz unbegründete Befürchtung, dass im redlich euphorischen Überschwang manche wesentliche Knackpunkte, die sich wünschenswerten und zeitnotwendigen gesellschaftlichen Zielen entgegenstellen, keine entsprechende Beachtung erfahren.

Dazu zähle ich vor allem die Erkenntnis, dass alle Probleme, mit denen Politik und besonders auch die Bevölkerung konfrontiert sind, etwas mit der Geldordnung zu tun haben. Ich darf davon ausgehen, dass Ihnen dieses Faktum nicht unbekannt ist – zumal Sie ja unter anderem besonders auch mehr EU-Mittel anstreben. Ich möchte sogar so weit gehen, die unwiderlegbare Behauptung in den Raum zu stellen, dass das höchste zivile Machtmittel in der Geldordnung zu verorten ist und sehe es als vordringliche Aufgabe der Politik an, dieses Machtmittel in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

Sukzessive hat sich aber die Politik die Oberhoheit über das Geld entziehen lassen und sich privaten, als “Märkte” bezeichneten Institutionen ausgeliefert. Und es sind “die Märkte”, die mittlerweile über Gedeihen und Wohlergehen einer Gesellschaft bestimmen, weil sie dieses höchste Machtmittel, Geld, kontrollieren. Und das wirksame Prinzip der Macht ist bekanntlich die Erpressung. Darin sehe ich auch die Wurzel der Ohnmacht zu fruchtbringender gesellschaftspolitischer Arbeit. Konkret:

Das Recht zur Geldschöpfung muss wieder als vierte staatliche Gewalt Privaten entzogen und unter parlamentarische Kontrolle durch den Souverän gestellt werden, wie das von mittlerweile weltweit rund 50 Initiativen unter der Bezeichnung “Vollgeld”, oder “Positive Money” angeregt wird. Anderenfalls bleibt jedes noch so redliche politische Bemühen in illusionären Versprechungen verhaftet. Nähere Details und Hintergründe dazu in: Joseph Huber; “Monetäre Souveränität” Metropolis-Verlag (Marburg, 2018), wie auch auf www.vollgeld.de, www.proVollgeld.at, www.monetative.de, und vielen anderen.

In Österreich und quer durch Europa sind es nicht einmal mehr 10% gesetzliches Zahlungsmittel, in Schweden nur mehr 2%, die jeweils dem privaten Geschäftsbankengeld (Buchgeld) gegenüberstehen. Und die schwedische Zentralbank, immerhin die älteste der Welt, zieht bereits die Herausgabe von “e-krona”, also ein Vollgeld (Zentralbank-Buchgeld) für den Publikumsverkehr in Erwägung. Geld ist schuldbefreiendes Zahlungsmittel und sollte nicht mit Kredit vermischt werden, wie das eben heute überwiegend der Fall ist, wenn unbare Zahlungen anstatt mit Geld, nur mit Forderungen auf Geld geleistet werden.

Vorweg noch: Eine Vollgeldreform ist natürlich keine Patentlösung, die gleich alle Probleme wie Wachstum, Chancen- und Verteilungsfragen schlagartig lösen könnte, sie ist jedoch der erste und wichtigste Schritt, um überhaupt politische Handlungsräume zu eröffnen, die gemeinwohlorientierte Weichenstellungen zulassen.

Nun aber meine konkreten Wählbarkeitsfragen:

  1. Inwieweit wurde die Problematik innerhalb der ÖVP bereits erkannt und auch aufgegriffen?
  2. Inwieweit gedenken Sie sich als VP-EU Abgeordnete in Brüssel für die Behandlung dieser Thematik einzusetzen? Welche Möglichkeiten werden Sie erschließen?

Es wird mich freuen, noch vor dem Wahltermin eine konkrete Rückmeldung zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger; LIFESENSE-Zirkel Linz

Erst Vollgeld eröffnet die politische Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit einzutreten – und gefühlte Gerechtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Frieden und Prosperität.

>>>>>X<<<<<

3.5.2019; e-mails an: Evelyne Regner u. Otmar Lahodynsky

Sehr geehrte Frau Mag. Regner,

im Vorfeld der anstehenden EU-Wahl habe ich mir soeben mit großem Interesse Ihr Interview mit Profil-Redakteur, Otmar Lahodynsky angehört. Als verantwortungsbewusstem Staatsbürger ist es mir ein Anliegen, die Wählbarkeit der Kandidatinnen und Kandidaten möglichst eingehend abzuschätzen und möchte daher noch einige weitere Fragen an Sie richten:

Grundsätzlich konzediere ich unserer Politik (mit einigen Ausnahmen) ehrliches Bemühen um das Wohlergehen der in sie vertrauenden und auch auf sie angewiesenen Bevölkerung. Allerdings hege ich die nicht ganz unbegründete Befürchtung, dass im redlich euphorischen Überschwang manche wesentliche Knackpunkte, die sich wünschenswerten gesellschaftlichen Zielen entgegenstellen, keine entsprechende Beachtung erfahren.

Dazu zähle ich vor allem die Erkenntnis, dass alle Probleme, mit denen Politik und besonders auch die Bevölkerung konfrontiert sind, etwas mit der Geldordnung zu tun haben. Ich darf davon ausgehen, dass Ihnen dieses Faktum nicht unbekannt ist. Ich möchte sogar so weit gehen, die unwiderlegbare Behauptung in den Raum zu stellen, dass das höchste zivile Machtmittel in der Geldordnung zu verorten ist.

Sukzessive hat sich aber die Politik die Oberhoheit über das Geld entziehen lassen und sich privaten, als “Märkte” bezeichneten Institutionen ausgeliefert. Und es sind “die Märkte”, die mittlerweile über Gedeihen und Wohlergehen einer Gesellschaft bestimmen, weil sie dieses höchste Machtmittel, Geld, kontrollieren. Und das wirksame Prinzip der Macht ist bekanntlich die Erpressung. Darin sehe ich auch die Wurzel der Ohnmacht zu fruchtbringender gesellschaftspolitischer Arbeit. Konkret:

Das Recht zur Geldschöpfung muss wieder als vierte staatliche Gewalt Privaten entzogen und unter parlamentarische Kontrolle durch den Souverän gestellt werden, wie das von mittlerweile weltweit von rund 50 Initiativen unter der Bezeichnung “Vollgeld”, oder “Positive Money” angeregt wird. Nähere Details und Hintergründe dazu in: Joseph Huber; “Monetäre Souveränität” Metropolis-Verlag (Marburg, 2018), wie auch auf www.vollgeld.de, www.proVollgeld.at, www.monetative.de, und vielen anderen.

In Österreich und quer durch Europa sind es nicht einmal mehr 10% gesetzliches Zahlungsmittel, in Schweden nur mehr 2%, die jeweils dem privaten Geschäftsbankengeld (Buchgeld) gegenüberstehen. Und die schwedische Zentralbank, immerhin die älteste der Welt, zieht bereits die Herausgabe von “e-krona”, also ein Vollgeld (Zentralbank-Buchgeld) für den Publikumsverkehr in Erwägung. Geld ist schuldbefreiendes Zahlungsmittel und sollte nicht mit Kredit vermischt werden, wie das eben heute überwiegend der Fall ist, wenn unbare Zahlungen anstatt mit Geld, nur mit Forderungen auf Geld geleistet werden.

Im Interview erwähnten Sie, Sie wollen “die Dinge intelligenter angehen” und im Vorstehenden sehe ich den Schlüssel, der Ihnen dieses Vorhaben ermöglichen könnte.

Vorweg noch: Eine Vollgeldreform ist natürlich keine Patentlösung, die gleich alle Probleme wie Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit schlagartig lösen könnte, sie ist jedoch der erste und wichtigste Schritt, um überhaupt politische Handlungsräume zu eröffnen, die gemeinwohlorientierte Weichenstellungen zulassen.

Nun aber meine konkreten Wählbarkeitsfragen:

  1. Inwieweit wurde die Problematik innerhalb der SPÖ bereits erkannt und auch aufgegriffen?
  2. Inwieweit gedenken Sie sich als SP-Delegationsleiterin in Brüssel für die Behandlung dieser Thematik einzusetzen? Welche Möglichkeiten werden Sie erschließen?

Es wird mich freuen, noch vor dem Wahltermin eine konkrete Rückmeldung zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Erst Vollgeld eröffnet die politische Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit einzutreten – und gefühlte Gerechtigkeit ist die Grundvoraussetzung für Frieden und Prosperität.

>>>>>X<<<<<

19.4.2019; Standard; E.Frey, (Edition Zukunft) Keine Angst

Keine Angst?

“Das Ziel der Wirtschaft ist die Vernichtung von Arbeitsplätzen”, schreibt Eric Frey völlig richtig, und meint damit natürlich nur die Erwerbsarbeitsplätze. Das braucht tatsächlich nicht zu ängstigen. Bedenklich ist jedoch der unerschütterliche Glaube, die Verknüpfung von Einkommen und Erwerbsarbeit aufrecht erhalten zu können. Denn wie soll das Einkommen entstehen, um Freizeit und die Segnungen der Produktivität zu finanzieren? Am bedingungslosen Grundeinkommen wird kein Weg vorbeiführen. Und da Geld ja nicht durch Arbeit entsteht, wird man wohl die Geldordnung für die Wirtschaft 4.0 von Grund auf neu konstruieren müssen. Eine Vollgeldreform wäre dazu der erste und wichtigste Schritt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

18.4.2019; OÖN; E.-C.Kullmann; Wertigkeiten

Geldflüsse und Notre-Dame

Die spontanen Spendenzusagen zum Wiederaufbau der Kathedrale von Notre-Dame sind natürlich höchst erfreulich und zeigen beispielhaft, wie ein gemeinsames Anliegen, das weit über die Grenzen Frankreichs hinausgeht, gesellschaftliche Kräfte zu mobilisieren vermag. Schon die ursprüngliche Entstehung der Kathedralen geht ja auf das mittelalterliche Mäzenatentum zurück. Was nun als Kosten, deren Höhe noch gar nicht abzusehen ist, diskutiert wird, sind in gleicher Höhe Einnahmemöglichkeiten! Darüber hinaus ist Notre-Dame neben ihrer kulturellen Bedeutung ein hervorstechender touristischer Anziehungspunkt und somit auch Quelle laufender Einnahmen für Paris, die neidlos zu gönnen sind.

“Für Gebäude ist Geld da, wo ist es für die Menschen?”, stellt Eike-Clemens Kullmann die nicht unberechtigte Frage in den Raum. Die Frage ist freilich als rhetorisch zu verstehen, denn er kennt die Antwort: Menschen “rechnen” sich nicht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

17.4.2019; E-mail an Fa. Pöttinger (cc: Gertraud Jahn)

Mit der Bitte um Weiterleitung an Herrn Dipl.Ing.Klaus Pöttinger

Betr: “Links/Rechts” in den heutigen (17.4.2019) OÖN, zur Frage: Mindestsicherung neu: Gerecht oder schikanös?

Sehr geehrter Herr Diplomingenieur Pöttinger,

in Ihrem heutigen Kommentar unterscheiden Sie zwischen einer bürgerlichen und einer sozialistischen Gesellschaft und gehen damit von einer naturgegebenen Spaltung einer Gesellschaft aus. Eine wahrhaftige Bürgergesellschaft umfasst jedoch alle Staatsbürger – ob es einem passt oder nicht. Wäre dem nicht so, müssten wir unsere Auffassung von menschlichem Leben von Grund auf überdenken. Und die wäre dann wohl weit weniger christlich geprägt, als es uns lieb sein könnte. Die Frage, die sich aufdrängt, lautet also: Wodurch wird man bürgerlich?

Die Zuordnung (bürgerlich/sozialistisch) stützen Sie auf den auf Erwerbsarbeit äußerst eingeengten Arbeitsbegriff, woraus zwangsläufig und systemkonform die Verknüpfung mit dem Einkommen erfolgt. Und mit dem Einkommen ist das halt so eine Sache. Einkommen benötigt man vor allem bereits, um überhaupt eine Arbeit erbringen zu können! Und bei einem erweiterten Arbeitsbegriff geht es darum, durch Arbeit Werte zu schaffen – und solche Werteschaffungen unterliegen nur zu einem geringen Teil einer “Marktbeurteilung”. Selbst im Idealfall widmen wir nur rund 12% unserer Lebenszeit der Erwerbsarbeit. Und das heißt nicht, dass wir den Rest der Zeit keine Werte schaffen! Worauf ich hinaus will ist, dass wir in unserem Denken nicht umhin kommen werden, Arbeit und Einkommen voneinander zu entkoppeln. Denn auch heute schon entsteht ja das Einkommen nicht durch die Arbeit selbst, sondern es wird nur entsprechend den Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft aus einer Vorfinanzierung gegen Arbeitsleistung zugeteilt. Das gilt es einmal klar zu erkennen und auf den Tisch zu legen. So absurd es klingen mag, werden wir uns bei weiter fortschreitender Digitalisierung wahrscheinlich schon bald mit dem Berufsbild “Konsument” zurechtfinden müssen, wenn wir die Wirtschaft am Laufen halten wollen. Denn ohne Konsumenten wird’s nicht gehen.

Nun bemängeln Sie die ohnehin schon so hohen Sozialleistungen, übersehen dabei aber geflissentlich, dass diese Sozialleistungen in ihrem Kern ja eine Wirtschaftsförderung sind. Es ist jener Anteil an Steuerleistungen, der unmittelbar in den Konsum fließt. Und selbst wenn man in der Verwaltung zu Recht unnötige Verschwendung konstatiert, geht ja auch der Rest in Nachfrage über. Es wird auch stillschweigend übergangen, dass sämtliche Steuern betriebswirtschaftlich kalkulatorische Größen sind und damit stets von den Konsumenten bezahlt werden müssen.

Abschließend darf ich Ihnen einen kürzlich von mir als Leserbrief verfassten Kommentar bezüglich “Mindestsicherung” anfügen:

__________________________________________________

16.4.2019; OÖN; A.Zens; Empörung (Sozialhilfe und Spenden)

Sozialhilfe und Mindestsicherung

Die Deklaration der Menschenrechte bescheinigt uns das Recht auf Leben. Das muss aber heute zwingend Recht auf Einkommen bedeuten, denn Leben ohne Einkommen ist undenkbar. Wollen wir an einem bedingungslosen Recht auf Leben festhalten, dann bedeutet das auch ein bedingungsloses Einkommen, das ja zu arbeiten überhaupt erst ermöglicht. Nun geht es also um die Höhe dieses Einkommens. Und darüber wird unter den Begriffen “Sozialhilfe” und “Mindestsicherung” heftig gefeilscht. “Mindest”, drückt jedoch eine Relation aus und die Diskussionen werden sich auch weiterhin als wenig fruchtbringend erweisen, so lange das “Mindest” nicht klar definiert wird. Mindest wovon?

__________________________________________________

Und ganz zum Schluss möchte ich Ihnen noch meine große Anerkennung für Ihr bisheriges Lebenswerk ausdrücken, weil Sie mit Ihren Unternehmungen ja gerade im wichtigsten Bereich werteschaffend tätig sind, denn ohne funktionierende Landwirtschaft könnten wir, egal ob Links oder Rechts, alles andere vergessen.

Mit besten Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Am 26.4. erhielt ich nachstehende Antwort, die mir leider zeigte, dass Herr Pöttinger, trotz seiner anzuerkennenden Lebensleistung, betriebswirtschaftliche Erfolge nicht in einem gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang zu verstehen vermag.

Sehr geehrter Herr Hoppenberger !

Ich habe mich offensichtlich missverständlich ausgedrückt. Ich trenne nicht die Gesellschaft sondern die Gesellschaften. Z.B ordne ich Venezuela als sozialistische Gesellschaft ein, und als Beispiel die Schweiz als bürgerliche Gesellschaft.

In der einen wird die Freiheit des einzelnen sehr hoch gehalten und Eigenverantwortung gefordert. In der andern herrschen zentrale Regelungen vor, und der Staat übernimmt die Daseinsvorsorge und „steuert“ die Bürger.

Selbstverständlich besteht die Gesellschaft aus allen Menschen mit oder ohne Arbeit ( und das kann sich schnell verändern…in beide Richtungen..)

Ihrer Argumentation daß Einkommen Voraussetzung für Arbeit und alle Einkommen wirtschaftsförderlich sind bis zum Beruf Konsument  kann ich nicht folgen.

Mein Bild ist anders:

Alles Wirtschaften/Arbeiten hat den Zweck unsere materiellen Bedürnisse zu decken. Und es beginnt zuerst mit der Arbeit , dem dann Einkommen oder Sparen und damit die Möglichkeit zu investieren folgt.  Unser heutiger Wohlstand, den wir mit einem historisch gesehen sehr geringen „erwerbsarbeitseinsatz“  erzielen beruht darauf dass Vorgängergenerationen ihre Ersparnisse in produktivitätssteigernde Maßnahmen investiert haben. Sie haben damit Konsumverzicht heute gegen bessere Lebensbedingungen morgen getauscht.

Eine wirtschaftsfreundliche Politik hat die Balance zwischen KOnsum und Investition im Auge. Das war m.E. In Österreich lange nicht der Fall. Die Investitionsquoten sind die niedrigsten seit dem 2. Weltkrieg und entsprechend ist auch die Reallohnentwicklung sehr schwach, was zu großer Unzufriedenheit in der Bevölkerung führt.

Vom Recht auf Leben abzuleiten , dass einzelne verlangen können, dass sie von ihren Nachbarn erhalten werden müssen (!) ist nicht nachvollziehbar. Aus den vielen Erfahrungen aus den real sozialistischen Ländern kann man schlussfolgern, dass der Einzelne das mit versteckter Arbeitsverweigerung beantwortet und er sich anstelle selbst Leistung zu erbringen, dann doch lieber von den anderen erhalten läßt. Das jüngste Beispiel ist Venezuela.

Alle bürgerlichen Gesellschaften waren und sind sozial , das heißt sich kümmern sich um jene, die zur zeit nicht für sich sorgen können.

Ich überlasse es Ihrem Urteil ob sie Österreich in die Gruppe der bürgerlichen oder sozialistischen Gesellschaften zuordnen

Mit freundlichen Grüßen

Klaus PÖTTINGER

>>>>>X<<<<<

16.4.2019, OÖN; Ergänzende Gedanken zum heutigen Leitartikel

Betreff: North Stream und Abhängigkeiten;

Betr: Das Gas und Herrn Schröders Wien-Filiale

Sehr geehrter Herr Mag. Mandlbauer,

am Ende geht es ja, wie Sie das schlüssig ausführen, immer nur um ideologisch verbrämtes Mächteringen, zu dem man sich des höchsten zivilen Machtmittels, der einhellig vereinbarten Konstruktion der Geldordnung, bedient. Und immer wenn es um das “große Geld” und dessen Missbrauch zur Machtausübung geht, haben die Belange der Bevölkerungen in den Hintergrund zu treten. Wenn es aber, wie bei Gaslieferungen, um Versorgungssicherheit und Vertragstreue geht, dann hat sich Russland eigentlich immer noch als der zuverlässigste Partner Europas erwiesen.

Dass bei solchen Projekten, bei denen es um viel Geld geht, immer auch gleich zwielichtige Charaktere auf den Plan treten, entspricht leider der traurigen Erfahrung, der der Normalbürger nur mehr resignierend gegenübersteht, oder eben manchmal glaubt, am großen Kuchen auch ein bisschen mitnaschen zu können. Die ganzen Gipfeltreffen der letzten Jahrzehnte haben bislang jedenfalls kaum etwas zur Reifung internationaler Beziehungen beigetragen. Der vielfach als Diplomatie oder sogar als Rationalität bezeichnete Abtausch von lebensbezogenen Haltungen gegen einen geldwerten Vorteil, scheint unvermindert weiter zu gehen. Mitleidig belächelt die Natur unsere Naivität und sie triumphiert darüber, dass wir sie immer noch nicht als unsere gemeinsam größte Herausforderung zur Kenntnis nehmen und uns stattdessen gegenseitig die Lebensgrundlagen zu rauben versuchen. Wir sprechen dann von Geostrategie und auch ganz unverblümt von Einflusssphären, ohne dazu auch erkennbar Ziele und Zwecke der Einflussnahmen zu definieren.

Es wirkt mir ganz so, als ginge es um Wetten, die an launigen gemeinsamen Treffen, sei es in Golfclubs oder bei internationalen Konferenzen, in bestem Einvernehmen unter den Geldeliten abgeschlossen werden und die dann mit verantwortungsloser Akribie ohne Rücksichtnahme auf ein Gesamtes betrieben werden. Dass sich die Entscheidungsfrequenzen beschleunigen und die Komplexität der Entscheidungsfolgen beängstigend zunimmt, macht die Dinge nicht besser und lässt ein Besinnen kaum mehr zu.

Demgegenüber sind die Hintergründe von “North Stream 2” fast nur als unbedeutende Facette im Irrwitz der unerklärlichen Intentionen unserer Eliten anzusehen. Wir leben in spannenden Zeiten, wissen aber nicht, wohin uns die Spannungen führen werden. Etwas mehr Langeweile täte uns wahrscheinlich besser.

Mit lieben Grüßen und besten Wünschen zu den Osterfeiertagen, Ihr

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Was immer freut, wenn es eine Antwort gibt:

Sehr geehrter Herr Hoppenberger, vielen Dank für Ihre interessanten Gedanken. Ich sehe Russland auch als verlässlichen Lieferanten, weiß aber um die vielen Kräfte, die im Hintergrund agieren und ganz andere Interessen als nur das Gas verfolgen. Das wollte ich beschreiben/andeuten. Mit freundlichen Grüßen Gerald Mandlbauer

>>>>>X<<<<<

16.4.2019; OÖN; A.Zens; Empörung (Sozialhilfe und Spenden)

Sozialhilfe und Mindestsicherung

Die Deklaration der Menschenrechte bescheinigt uns das Recht auf Leben. Das muss aber heute zwingend Recht auf Einkommen bedeuten, denn Leben ohne Einkommen ist undenkbar. Wollen wir an einem bedingungslosen Recht auf Leben festhalten, dann bedeutet das auch ein bedingungsloses Einkommen, das ja zu arbeiten überhaupt erst ermöglicht. Nun geht es also um die Höhe dieses Einkommens. Und darüber wird unter den Begriffen “Sozialhilfe” und “Mindestsicherung” heftig gefeilscht. “Mindest”, drückt jedoch eine Relation aus und die Diskussionen werden sich auch weiterhin als wenig fruchtbringend erweisen, so lange das “Mindest” nicht klar definiert wird. Mindest wovon?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Was immer freut, wenn man eine Rückmeldung erhält:

Sehr geehrter Herr Hoppenberger,

Danke für Ihre Email und die interessanten Gedanken zu dieser Thematik, die in meine eigenen Überlegungen in Zukunft einfließen können.

Bg, Alexander Zens

>>>>>X<<<<<

15.4.2019; Standard; (M.Völker/N.Weißensteiner) Licht ins Dunkel der Sozialhilfe

Recht auf Leben?

Die Deklaration der Menschenrechte bescheinigt uns das Recht auf Leben. Das muss aber heute zwingend Recht auf Einkommen bedeuten, denn Leben ohne Einkommen ist undenkbar. Wollen wir an einem bedingungslosen Recht auf Leben festhalten, dann bedeutet das auch ein bedingungsloses Einkommen, das ja zu arbeiten überhaupt erst ermöglicht. Nun geht es also um die Höhe dieses Einkommens. Und darüber wird unter den Begriffen “Sozialhilfe” und “Mindestsicherung” heftig gefeilscht. “Mindest”, drückt jedoch eine Relation aus und die Diskussionen werden sich auch weiterhin als wenig fruchtbringend erweisen, so lange das “Mindest” nicht klar definiert wird. Mindest wovon?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

5.4.2019; Standard; (Egyed/Fellner) Nur noch kurz die Welt retten

“Future-Kids” und Parteien, die plötzlich die Welt retten wollen

Alle Parteien reklamieren Umweltsensibilität für sich. Klar. Es stehen EU-Wahlen an. Sie tun es jedoch nur mit genau jenen Konzepten, die überhaupt erst zur Notwendigkeit erhöhter Umweltsensibilität geführt haben. Wachstum steht über allem. Und so wird versucht, aus den berechtigten Anliegen der Jugend lukrative Geschäftsmodelle in Aussicht zu stellen, ohne zu erkennen, dass eine von den Finanzmärkten getriebene Ökonomie gar keine Aspekte der Nachhaltigkeit zulässt. Die Entmachtung der Staaten durch Verlust der Hoheitsrechte über die Geldschöpfung, verhindert eine im weitesten Sinne vernünftige und auch zeitnotwendige Gesellschaftspolitik.

Leider wurde von der “Friday-for-Future-Bewegung” noch nicht erkannt, dass sie mit Demonstrationen für eine Vollgeldreform bereits den wichtigsten ersten Schritt setzen könnten, um das eigentliche Ziel, eine zukunftsfähige Lebensweise, überhaupt erst zu ermöglichen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

13.3.2019; OÖN, F.Schneider, Der Brexit – ein Dilemma, bei dem alle verlieren

EU als Wettkampf um Vorteile?

“Niemand käme auf die Idee, die Regeln während eines Fußballspiels zu ändern”, schreibt Prof. Schneider in seiner heutigen Kolumne zum Brexit-Dilemma völlig richtig. Vielleicht liegt das heutige Dilemma aber darin begründet, dass die Väter der EU gerade eben keinen Wettkampf im Sinn hatten, bei dem es naturgemäß stets Verlierer und Gewinner geben muss. Eine Friedens- und Sozialunion sollte es werden. Da erschiene mir der Vergleich mit einer gemeinsamen Wanderung weit besser, als jener mit einem Fußballspiel. Selbst ein Sonntagsausflug mit der Familie erfordert aber gewisse Planung.

Verabsäumt wurden also die konsensualen Vereinbarungen über das Ziel (Wo liegt das “Voran”?), die Wandergeschwindigkeit, Länge von Etappen, Rast- und Sammelplätze, Ruhephasen, geduldiges Zuwarten auf Langsamere, oder Zulassen des Vorauseilens der Kraftprotze, Verschnaufen lassen, bevor man zur nächsten Etappe aufbricht, Verarztung von Fußmaroden, Gewährleistung der Sicherheit für Umkehrer, u.s.w. Alles das wurde zugunsten eines Wachstums- und Standortwettbewerbs mit immer kürzeren Spielzeiten ohne gemeinsamem Ziel geopfert. Vor allem schnell sollten die Wettkämpfe sein und Sieger und Verlierer möglichst quartalsmäßig sichtbar machen. Dass sich daraus listige individuelle Strategien, bis hin zu einem Verlassen der “Wanderergruppe” entwickeln, sollte eigentlich nicht überraschen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

4.3.2019; Standard; Hans-Peter Doskozil; DIE SPÖ IST KEINE EINHEITSPARTEI

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Mag. Doskozil,

ich beziehe mich auf den zweiten Teil Ihres Kommentars im Standard vom 2.3.2019, und möchte den Satz aufgreifen, in dem Sie feststellen:  “Wer die Lebensverhältnisse der Menschen verbessern will, muss sich mit politischer Ökonomie [also mit Volkswirtschaft] befassen. Das ist anstrengend und erfordert detaillierte Sachkenntnis”.

Darin erkenne ich eine gewisse Zustimmung meiner These, dass alle Probleme, mit denen Politik und Bürger heute konfrontiert sind, etwas mit “Geld” zu tun haben. Vor allem mit dem zumindest mittlerweile (zunehmend seit den 80er Jahren!) Versagen der Geldordnung. Nun ist andererseits “Geldarchitektur”, selbst in den Wirtschaftswissenschaften, ein unterbelichtetes Themenfeld, und scheint in Politik und öffentlicher Diskussion einer auffälligen Tabuisierung zu unterliegen. Die Erklärungen zur Entstehung und zur eigentlich gesollten Funktionsweise des Geldes werden der breiten Öffentlichkeit vorenthalten.

Man mag das zunächst als parteipolitisch clever ansehen, weil sich dadurch das ideologische Lagerdenken durch Diskussionen zu Umverteilungen in die eine oder andere Richtung verfestigen lässt, es verhindert jedoch die zeitnotwendige Diskussion über die im Zeitenlauf ständig neu zu positionierende Ausrichtung gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen. Der Riss bewegt sich zwischen “Dieses müssen wir uns leisten” und “Jenes können wir uns nicht leisten”. Die grundsätzlichen Fragen nach “Was wollen wir”, werden dem Aspekt der Leistbarkeit untergeordnet, und vermitteln das einer biederen “Schwäbischen Hausfrau” nur allzu plausibel zu erklärende Bild vom Geld in der Art des Dagobert Duck’schen Geldspeichers, womit diese in Unwissenheit gehalten wird.

“Leistbar” wird nicht mit Ressourcen und Können assoziiert, sondern mit Geld. Und das so hochgehaltene Wettbewerbsdenken, das zwangsläufig zu Rivalität und Kriegen führt, hat längst schon nichts mehr mit einem Leistungswettbewerb innerhalb einer gesellschaftlichen Entwicklung zu tun, sondern es geht um die Aneignung von Geld, wofür (fast) alle Mittel als gerechtfertigt hingenommen werden.sollen.

Die Finanzarchitektur ist das höchste zivile Machtmittel. Darin werden wir uns einig sein. Dass sich Staaten durch die zunehmende Verdrängung des gesetzlichen Zahlungsmittels der völligen Abhängigkeit von anonymen, privaten “Märkten” ausgeliefert haben, sollte aber von einer sozialdemokratischen Partei keinesfalls hingenommen werden. Mit unhaltbaren Umverteilungsversprechen und gleichzeitiger Spekulation auf die Unwissenheit der Bevölkerung zu reüssieren, kann – wie man leider sieht – längerfristig keinen Erfolg zeitigen, wenn nicht der Kern der Geldmechanismen angesprochen wird.

Und so meine ich, dass dringend öffentlich diskutiert werden müsste, wem eigentlich das Recht der Geldschöpfung zustehen sollte. Und wer, wenn nicht die Sozialdemokratie, sollte mit diesem Thema in die Öffentlichkeit treten?

Dass damit auch endlich ein tatsächlich neues Thema in die politische Auseinandersetzung käme, mit dem die SPÖ bei ehrlich sachlicher Kommunizierung sicherlich einen Wählerzustrom zu erwarten hätte, sei nur am Rande vermerkt.

Im Anhang befindet sich eine Art “Wählbarkeitsumfrage”, wie sie vom Verein “proVollgeld” ausgearbeitet wurde und die ich Ihnen für Ihre weiteren Dispositionen und als Einführung zum Thema nahelegen möchte. Es würde mich freuen, wenn sich die Sozialdemokratie an die Spitze dieser sich rasch ausbreitenden internationalen Initiativen stellen würde, bevor das Thema von falscher Seite vereinnahmt und damit blockiert wird.

In der festen Überzeugung, dass ein Staat seine Rechtfertigung nur daraus abzuleiten vermag, ein Sozialstaat zu sein, wünsche ich Ihnen für Ihre neue Funktion als Landeshauptmann viel Erfolg, würde mich freuen von Ihnen zu hören und verbleibe

mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Günther Hoppenberger; LIFESENSE-Zirkel Linz; Schörgenhubstr. 41a; 4030 Linz; hoppenberger@aon.at

Anhang:

proVollgeld  e. V.

Wählbarkeitsumfrage an die Nationalratsabgeordneten

Sehr geehrte Frau Nationalrat, sehr geehrter Herr Nationalrat,

als Parlamentarier sind Sie für ein geordnetes Staatswesen verantwortlich und haben gewiss schon bemerkt, dass die meisten, wenn nicht sogar alle Probleme, mit denen Sie, und nicht zuletzt auch die Bürgergesellschaft konfrontiert sind, etwas mit dem Geld zu tun haben.

Wir gehen daher davon aus, dass ausgehend von einer sinnvollen Definition der Geldmenge (=M1 = bestehend aus Bargeld und Sichtguthaben, keine Sparkontenbestände!) bekannt ist,

  1. Woher die Masse des umlaufenden Geldes kommt, nämlich schon zu über 90% von den Geschäftsbanken.
  2. Dass eigentlich nur dem Souverän, in diesem Falle vertreten durch die Nationalbank (Zentralbank) das Recht auf Ausgabe von Zahlungsmitteln zustehen kann (Das Geldschöpfungsrecht).
  3. Dass das Überlassen dieses Vorrechts an Private die Grundsätze einer (liberalen) Gesellschaft verletzt, weil es den einen ein Privileg zuschanzt, das anderen (Privatpersonen und produzierenden Unternehmen) vorenthalten wird (Grundsatz: kein Privater darf Geld erzeugen).
  4. Dass daher das Überlassen dieses Vorrechts an Geschäftsbanken die Hauptursache der Finanzkrise ist, weil diese eben nicht nur Geld vermitteln, sondern aktive Geldschöpfung betreiben, indem sie Kredite vergeben und Vermögenswerte ankaufen.
  5. Dass diese Geldschöpfungstechnik eindeutig prozyklisch wirksam ist und die Zentralbanken nicht zuletzt zu jenen Maßnahmen zwingt, die man ihnen vorwirft.
  6. Dass durch das rechtswidrige Überlassen des Vorrechts zur Buchgeldschöpfung an die Geschäftsbanken im Euro Währungsraum jährlich bis zu 300 Mrd. Einnahmen verloren gehen (für Österreich etwa 6-7 Mrd.), mit denen die Staatsverschuldungen um etwa zwei Drittel abgebaut werden könnten.
  7. Dass der gegenwärtige Geldschöpfungsmechanismus den Wachstumsdruck verstärkt und insofern auch die Umwelt belastet.
  8. Dass nicht zuletzt eine höchst bedenkliche Umverteilungswirkung von diesem System ausgeht, die Gesellschaften spaltet und demokratische Strukturen aushöhlt, und dass
  9. Die zunehmende Aggressivität bis hin zu Feindbildsuche und Kriegsgerassel ihren Ursprung in der versagenden Geldordnung haben.

Wenn Ihnen das alles bekannt ist – und davon wollen wir eigentlich ausgehen – dann dürfen wir als verantwortungsbewusste und zugleich besorgte Staatsbürger die Frage an Sie richten, was Sie in Ihrem Aufgabenbereich zu tun gedenken, endlich das Thema „Geldordnung“ für die öffentliche Diskussion zu enttabuisieren. War Ihnen hingegen der eine oder andere Punkt noch nicht geläufig, ersuchen wir Sie eindringlich, sich darüber zu informieren. Wir helfen gerne dabei.

Eine Vollgeldreform einzuleiten bzw. zu unterstützen erachten wir als ersten und wichtigsten Schritt auf dem Weg zur Gesundung des Finanzsystems. Nicht nur zur Festigung der Demokratie als solcher, sondern auch zur Sicherung und Herstellung eines politischen Handlungsraums, was dann auch dementsprechend Anerkennung und Unterstützung in der Wählerschaft finden würde.

„proVollgeld“ e.V., als österreichischer Vertreter einer wachsenden internationalen Bewegung (IMMR International Movement of Money Reform), steht Ihnen mit Experten jederzeit unterstützend und gerne zur Verfügung. Und nicht vergessen: Die Gestaltung der Geldarchitektur ist das höchste zivile Machtinstrument.

Es wird uns freuen, von Ihnen zu hören.

Mit besorgten, staatsbürgerlichen Grüßen

Dr. Raimund Dietz

Fehnerweg 5

A 2380 Perchtoldsdorf/Wien
m. +43-699-15233696

  1. +43-1-869 81 69

www.monetative.at

Ergänzende Informationen unter:

www.vollgeld.de; www.monetative.de; www.vollgeld-initiative.ch; und besonders in: Josef Huber, „Monetäre Souveränität“ Metropolis-Verlag (Marburg, 2018)

Es erübrigt sich der Hinweis, dass ich bis heute, 9.5.2019, keinerlei Rückmeldung – und sei es nur ein „Schmecks“ – erhalten habe.

>>>>>X<<<<<

1.3.2019; Standard; C.Seidl; Klar auf der Seite „der Wirtschaft“

Sozialministerin?

Sozialministerin Hartinger-Klein, ja, dieselbe, die auch schon behauptet hat, man könne mit 150.- p.m. für die täglichen Aufwendungen das Auslangen finden, hat es “den Sozis” wieder einmal so richtig gesagt: Die Wirtschaft – und damit meinte sie die Wirtschaftstreibenden – schafft die Arbeit. Was jedoch fern ihrer Überlegungen sein dürfte und in Diskussionen über Arbeitsplatzschaffung nicht einmal gestreift wird, ist die Frage nach dem volkswirtschaftlichen Wofür. Wann wird sie sich endlich merken, dass Geld nicht durch Arbeit entsteht, sondern nur für Arbeit gemäß den Machtverhältnissen zugeteilt wird? Es geht heute um neue Bewertungsrichtlinien für geleistete Arbeit, doch davon will die stramme Parteisoldatin nichts wissen. Nicht nur Falschinformationen, sondern  auch verschwiegene Erkenntnisse gegenüber der Bevölkerung sind in diesem Sinne eigentlich als Sozialbetrug zu werten.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

13.2.2019; Standard, K.Mittelstaedt, A.Schnauder, „Die Last der Reichen“ (Spitzensteuersätze)

Reichtum als Anspruch oder Verpflichtung?
Es ist die vierte, aus öffentlichen Diskussionen stets ausgeklammerte Eigenschaft des Geldes, als höchstes ziviles Machtmittel zu fungieren. Ab einer gewissen Einkommenshöhe, über die sich natürlich diskutieren lässt, geht es nur mehr um Machtzugewinn und die Frage müsste daher lauten: Welche Machtkonzentration ist einer Demokratie zuträglich? Nachstehender Vorschlag für eine breite Sozialstudie könnte erhellend wirken: “Nennen Sie zehn Erwerbstätigkeiten, deren gesellschaftlichen Wert Sie höher einstufen als Ihre eigene und für die daher ein – um wie viel Prozent – höheres Einkommen als Ihnen zustehen sollte”. Je höher das Einkommen der Befragten, desto aufschlussreicher sollten die Antworten sein.
Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

12.2.2019; OÖN; D.Mascher; Beneidenswert? – Unsere Vorurteile gegenüber den Reichen.

Reichtum – eine Frage der Definition

…….und vor allem eine Frage, inwieweit Vermögen als Anspruch oder Auftrag betrachtet wird. Vermögen und dessen Gleichsetzung mit monetärem Reichtum ist ja ziemlich unsinnig. Vorurteile gegenüber den “Reichen” lassen sich jedoch vor allem aus dem mit Vermögen erpressbaren Einkommen ableiten. Und es geht um die Einschätzung des eigenen gesellschaftlichen Wertbeitrags von “Arm” wie von “Reich”. Beide sollten sich aber einmal überlegen, welche Tätigkeiten einen wertvolleren Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten, als die eigene und um wie viel Prozent daher auch das verfügbare Einkommen höher sein sollte als das eigene. Das sollte auf der einen Seite etwaige Neidgefühle dämpfen, auf der anderen jedoch zu etwas mehr Demut in der Selbsteinschätzung führen können. So ein Gedankenexperiment ist zwar gewiss sehr quälend, wäre mit entsprechender Propagierung jedoch äußerst erhellend.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

30.1.2019; OÖN; H.Neumüller; Ein globaler Schuldenberg zum Fürchten? 

Geld und Kredit

Schulden sind nicht grundsätzlich “böse” – sofern die Möglichkeit zur Tilgung besteht. Dadurch, dass sich die von den Banken bei jeder Kreditvergabe geschöpfte Forderung auf Geld als Zahlungsmittel eignet und man es, so lange es nicht alle tun, jederzeit sogar in gesetzliches Schuldentilgungsmittel (Bargeld) tauschen kann, wird gerne auf die qualitative Unterscheidung von Geld und Kredit verzichtet. Andererseits funktioniert Kredit als Zahlungsmittel nur deshalb, weil er auf eine gesetzliche Währung lautet (Euro) und der Staat als Garant dahintersteht, obwohl dieser selbst gar keinen direkten Zugang zu Geld hat. Den Schuldenbergen der Staaten geht also stets die Kreditausweitung der Banken voraus. Solcherart werden die Staaten, die selbst ja keine Geldhoheit besitzen und sich ihr eigenes Geld von den Märkten leihen müssen, von den Finanzmärkten in die Schuldenfalle getrieben. Dass so ein System ein Ablaufdatum hat, sollte nicht überraschen, sondern zu einer zeitgemäßen Geldreform herausfordern. Eine Vollgeldreform, wäre so ein erster notwendiger Schritt aus der Schuldenfalle. Denn ohne Geldsouveränität mangelt es den Staaten am wichtigsten Steurungsinstrument für jegliche Gesellschaftspolitik.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

28.1.2019; Standard, A.Schnauder, Von wegen Veränderung

Die andere Sicht zu Budgetüberschüssen

Überschüsse, noch dazu ausgedrückt in absoluten Geldgrößen, oder selbst auch nur als Relation zur weiterhin bestehenden Verschuldung, werden als etwas grundsätzlich Positives vermerkt. Ähnlich wie ein positiver Abschluss eines Betriebsergebnisses. Der Staatssektor ist jedoch nur ein Teil der Gesamtwirtschaft und so sollte sich eigentlich die Frage aufdrängen, wer solch’ erfreuliche Überschüsse bezahlt, bzw. wem durch reduzierte Verschuldungsbereitschaft des Staates die Einkommensmöglichkeit entzogen wird. Die Gesamtverschuldung einer erfolgreichen Volkswirtschaft muss ja dennoch wachsen, um den Erfolg auch in Geldgewinnen ausdrücken zu können.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

24.1.2019; OÖN; Dr.Christine Haiden: Was macht man mit zu viel?

Sehr geehrte Frau Dr. Haiden,

zu Ihrer heutigen, nachdenklich stimmenden Glosse in den OÖN möchte ich Ihnen nachstehende Anekdote nicht vorenthalten:

Als Herr Wlaschek sein Billa-Reich an REWE verkaufte, soll er laut damaligen Meldungen (zumindest offiziell) vier Mrd. Schilling erlöst haben. Das veranlasste mich, einen an ihn persönlich adressierten Brief zu schreiben, in dem ich ihn genau zu der heute von Ihnen aufgeworfenen Frage nachzudenken anregen wollte.

Nach entsprechender Würdigung seines Lebenswerkes, die er zweifellos verdient hatte, versuchte ich ihm eine Möglichkeit aufzuzeigen, noch eine unvergessliche Krönung seiner Leistung drauf zu setzen. Er möge doch die Hälfte dieses Erlöses seinen MitarbeiterInnen, jenen, die z.B. die letzten zehn (oder vielleicht auch weniger) Jahre für den Erfolg seiner Firma verantwortlich zeichneten, zukommen lassen. Sie würden ihn auf den Schultern durch Wien tragen, ihm ein Denkmal errichten und ihn damit unvergessen machen.

Überraschend genug, bekam ich tatsächlich ein Antwortschreiben seines damaligen Generalbevollmächtigten, Veit Schalle. Es war ein Zweizeiler und die zweite Zeile lautete: “Wir haben uns anders entschieden”.

(Wie bekannt, floss alles in den Aufbau eines Immobilienkonzerns).

Mit lieben Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

23.1.2019; Der Standard; Luxemburg steigt 2020 auf Gratis-Öffis um

Eine fast zeitnotwendige Aktion

Neben etlichen Testläufen in einigen europäischen Städten hat sich nun auch Luxemburg, als zweitkleinstes EU-Mitglied, dazu aufgerafft, die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel ab 1. März 2020 gänzlich gratis zu ermöglichen. Für alle! Ob jung oder alt, ob Pendler, In- oder Ausländer. Eine gewiss kluge Entscheidung. Der Meldung ist jedoch eine verwunderliche Anmerkung zu entnehmen: “Man braucht kein Ticket mehr, sondern muss nur einen Ausweis zeigen”. Es darf darüber gerätselt werden, wozu das wohl dienen soll, wenn es angeblich nur darum geht, mehr Menschen zur Öffi-Nutzung zu motivieren.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

>>>>>X<<<<<

9.1.2019; Standard

Zu: “Was wurde aus der Sozialdemokratie?” von Hans Rauscher; und: “Den Stammtisch mit links erobern”, von Nikolaus Dimmel und Roland Fürst. (Beides am 9.1.2019).
Entwicklung neuer Narrative in der SPÖ
Es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass alle Probleme, mit denen die Politik konfrontiert ist, der mittlerweile versagenden Geldordnung geschuldet sind. Es ist die von allen Parteien als alternativlos hingenommene Finanzarchitektur, die nicht nur zu gleichgeschalteter neoliberaler Ausrichtung drängt, sondern besonders sozialdemokratische Zielsetzungen als illusorisch in weite Ferne rückt. Der komatöse Zustand der SPÖ scheint sich mir daraus folgerichtig aus ideenloser Resignation herzuleiten. Die Schaffung neuer politischer Handlungsräume, die “linksliberale” gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen könnten, wird ausschließlich über Änderungen der Geldordnung erreichbar sein. Nicht die Erfüllung der Anforderungen des Geldsystems darf Leitprinzip der Politik sein, sondern die Dienstbarmachung der Geldkonstruktion für zeitgemäße gesamtgesellschaftliche Ziele, für die die Sozialdemokratie zweifellos viel Wertvolles anzubieten hätte.
Dr.Günther Hoppenberger
LIFESENSE-Zirkel Linz
>>>>>X<<<<<