WIE KANN UNSER WIRTSCHAFTS- UND GELDSYSTEM MENSCHENGEMÄSS WERDEN? Irmgard Stadler

Zusammenfassung von 4 Jahren (nebentätiger) Studienarbeit. Irmgard Stadler, Juni 2018

„Etwas denken zu können bildet den Anfang der Veränderung“

In den hier ausgeführten Darlegungen möchte ich knapp, mit so wenigen Worten wie aus meiner Sicht
unbedingt nötig sind, ausführen, was meine Gedanken zu wirtschaftlicher Wertebildung, Geld und
Geldschöpfung sind, die auf der Auseinandersetzung mit Rudolf Steiners und Alexander Caspars
wirtschaftlichen Zugängen basieren. Das Bild der sozialen Dreigliederung nach Steiner ist Grundlage dieses
Zugangs. Was ich hier versuche, gedanklich zu umreißen, ist nur eines dieser drei Glieder, nämlich das
Wirtschaftsleben, welches mit dem Wirk-Prinzip der Brüderlichkeit (Geschwisterlichkeit) gekennzeichnet
ist und als Aufgabe die Verbindung von Produktion, Handel und Konsum hat. Diesen Bereich des
Wirtschaftslebens gedanklich mit neuer Begriffsdefinition ganz zu durchdringen und gegenüber dem
Rechtsleben, dem das Wirk Prinzip der Gleichheit zu Grunde liegt, scharf abzugrenzen, ist der
Zugangsschlüssel für das tiefere Verstehen.

Zu mir: Ich bin Demeterbäuerin und beschäfige mich intensiv mit der Frage, warum es den guten und allen
Menschen dienlichen Dingen so unmöglich gemacht wird, wirklich in der Welt richtig und gesundend zur
Entwicklung zu kommen und warum soviel Idealismus ganz vieler einzelner Menschen letztlich zum
Scheitern gegenüber den großen Weltendynamiken verurteilt ist. NATÜRLICH landet man mit einer
solchen Auseinandersetzung beim von Menschen erdachten und von uns allen benutztem Geld und den
damit verbunden Geld- und Rechtssystem.

Beim Linzer Vertiefungsseminar am 19. 05. 2018 von Alexander Caspar hatte ich ein Anschauungsmodell
aufgebaut, anhand dessen ich sehr einfach die Geldschöpfung und Geldmenge demonstrierte. In dieser
bildlichen Darstellung ist leichter zu erfassen, wie sich eine an Boden und BEVÖLKERUNGSZAHL
gebundene Geldmenge darstellt und wo der preisreduzierende wirtschaftliche Wert 2, der durch die
menschliche Intelligenz einsetzt, zu tragen kommt. Ich hoffe, dass es mir auch gelingt, dies in
verschriftlichter Form inhaltlich richtig zu vermitteln. Auch wird im visuellen Bild sehr klar, dass viele
Menschen nicht im Wirtschaftsleben tätig sind (und auch nicht tätig sein können). Klar wird im Bild aber
auch, dass das Wirtschaftsleben deren Quoten, sofern für die Leistung ihrer Tätigkeiten ein Bedürfnis
vorhanden ist, mitzuerwirtschaften hat. Da die Lebenszusammenhänge so sind und wir zum Beispiel auch
ein Gesundheitswesen, ein Bildungswesen und vieles mehr brauchen, was für sich nicht dem
Wirtschaftsleben zuzuordnen ist, wird uns dies alle beim Erkennen der Zusammenhänge ein Anliegen sein,
die nötigen Quoten im Wirtschaftsleben mit zu erwirtschaften, denn es ist kein Sinn darin zu erkennen,
jemanden, der gutes und für unser Menschsein Wichtiges beiträgt, auszuschließen.

Was ist Geld und wofür steht es? Geld ist das, was wir benutzen, um uns im Wirtschaften auszutauschen.
Ein vorerst abstraktes Tauschmittel, das bei Bedarf sofort wieder für Waren und Dienstleistungen
eingesetzt werden kann.

Die Geldmenge, die dafür in einem Wirtschaftsraum eingesetzt werden kann, muss an eine übergeordnete
Größe gebunden sein. Unmöglich kann sich etwas in sich Gesundes ergeben, wenn Geld wie heute für sich
selbst an nichts gebunden ist oder wie heute mit der Warenmenge oder gar mit Spekulation wächst.
Die Geldmenge wird an die Bevölkerungszahl und der von ihr zu einer gesunden Ernährung
benötigten Bodenfläche gebunden und repräsentiert, was Rudolf Steiner mit wirtschaftlichen
Wert 1 (W1) betitelt (Arbeit an der Natur).
GELDMENGE und LEISTUNGSMENGE müssen ineinander aufgehen!
Das kann nur dadurch geschehen, dass im Lauf eines Wirtschaftsjahres das Geld in den
erbrachten Leistungen(Arbeitsergebnissen) seine Deckung findet!
Lustig ist, dass es egal ist auf welche Geldmenge man sich einigt, große Zahlen erleichtern die
Handhabung zwecks guter Unterteilbarkeit. Sobald mit einem bestimmten Stichtag eingeführt hat, ist
die Geldmenge bindend. Der Umlauf des Geldes gestaltet sich als Buchhaltung der Leistungen. Es
kann in einem Wirtschaftsjahr nur einmal ausgegeben werden.

Nochmals: Geldmenge und Arbeitsergebnisse müssen im Laufe eines Wirtschaftsjahres ihre Deckung
finden! Oder eben als „Same“ für Zukünftiges dienen. Das Bedürfnis ist der Motor dafür, was umgesetzt und produziert wird. Geld soll auch dort hin fließen und dazu dienen, Neues anzuschieben, es ist quasi das Kapital im neu verstandenen Sinne und mit neuen Gedanken durchdrungener Begriff.

Dadurch, dass heute Kapitaleinkommen individuell ausscheidbar ist, ist eine Dynamik in das
Wirtschaftsleben gekommen, das großen Druck auf das Arbeitseinkommen macht. Das
Kapitaleinkommen muss in Zukunft wieder in den Wirtschaftsprozess eingespeist werden! Die Einspeisung
kann Erstellung neuer Produktionsmittel oder reiner Verbrauch bedeuten! Produktionsmittel erhalten
oder vermehren Kapital, was auf eine permanente Erhöhung materieller Leistungen hinausläuft. Kapital im
neu verstandenen Sinn ist nicht gehortetes, zwischengelagertes oder auf Grund einer Schuld
entstandenes neues Geld, sondern Überschuss eines Wirtschaftsraumes, der sich in der Sozialquote
ausgedrückt und ein Frei-werden an Möglichkeiten darstellt! Mit diesen freien Möglichkeiten kann
Neues entstehen, es können neu entwickelte Bedürfnisse befriedigt werden.

Trifft jemand so gar nicht die Bedürfnisse der Menschen, so wird er vermutlich nicht weiter für diese
Arbeit in Form der Sozialquote bevorschusst, er wird wohl seine Tätigkeit in etwas aufgehen lassen, was
auch tatsächlich Bedürfnis ist. Was Ware ist und somit am Markt handelbar, ist scharf gegenüber
Rechtsverhältnissen abgegrenzt. Grund und Boden sowie Produktionsmittel sind nicht als Waren
handelbar! Hier ist die Grundlage ein Rechtsverhältnis, Gemeinwohl entsteht, wenn Individuen (der
Mensch) mit ihren Fähigkeiten und den für die Realisierung der Ideen nötigen Produktionsmitteln
verbinden können, so tragen sie im Gemeinsinn (Brüderlichkeit) ihren wertvollsten Beitrag bei. Erlöschen
die Fähigkeiten zum Beispiel durch Alter, so ist ein geeigneter Nachfolger zu finden (Geld kommt dabei
nicht ins Spiel, weil Rechte keine Waren und somit nicht handelbar sind, sinnvollerweise sollen sie zu den
fähigen Menschen fließen). Auch ist die menschliche Arbeitskraft keine Ware und nicht als solche
handelbar, nur Arbeitsergebnisse sind handelbar!!! Arbeit für sich ist nicht in Geld zu bemessen, nur
Arbeitsergebnisse müssen einander in wirtschaftlichen Werterelationen in Geld ausdrückbar sein!
Alles was wir Menschen mit unserer Arbeit hervorbringen ist vergänglich, somit kann auch Geld nicht
unvergänglich sein und muss als Kapital (im neu verstandenen BEGRIFF, kein gehortetes Geld und auch
keine Schuldenlast) wieder in den wirtschaftlichen Kreislauf fließen, sich mit individuellen Fähigkeiten
verbinden und den Menschen in Gemeinschaft dienen. Individuell ausscheidbares Kapital, das als
Machtanspruch geltend gemacht werden kann, ist nichts, was im Wirtschaften seinen Platz finden darf, da
es in einer arbeitsteiligen Welt, die wir heute mehr denn je haben (die auch der Ursprung unseres
heutigen Wohlstandes ist), keiner für sich alleine selbstversorgend wirtschaften kann. Wir sind immer und
überall auf unsere Mitmenschen angewiesen. Alles was hier als Machtanspruch über andere geltend
gemacht wird (ich lasse für mich arbeiten und leiste aus einer Machtstellung heraus keinen
gesellschaftlichen, den anderen dienenden wertvollen Beitrag, ist in diesem Ansatz schlicht gar nicht mehr
möglich.) Hier verbindet sich im Heutigen ein Recht, ein Vorrecht, das andere ausschließt, ja heute den
Großteil der Weltbevölkerung ausschließt. Das macht auch heute schon niemanden wirklich glücklich. Den
Konkurrenzkampf (Wirtschaftskrieg) und die Machtstellungen nehmen wir bei einer stetig zunehmenden
Verschleißwirtschaft in Kauf, bei der viele Menschen verlieren und nur wenige kurzfristig als die Gewinner
hervorgehen, denn niemand kann sich in Wahrheit eine Insel der Glückseligkeit im jetzigen System
schaffen. Alles ist mit allem verbunden. In jüngerer Zeit spitzt sich die Situation auf allen Ebenen zu und es
wird immer klarer: So können wir nicht gut in die Zukunft gehen.

Da dem Wirtschaften das Wirk-Prinzip der Brüderlichkeit zu Grunde zu legen ist und dies ist für jeden
Menschen, der sich einmal ernsthaft mit sinnvollen, ökonomischen, ressourcenschonenden Wirtschaften
auseinandergesetzt hat, ganz leicht nachvollziehbar, braucht es hier ein ganz neues Füllen der Begriffe.
Voraussetzung dafür ist zuvor, alte Denkgewohnheiten zu überwinden und sich unbefangen, aber ernstlich
und tiefgehend damit auseinander zu setzen.

Wer einmal tiefgehend verstanden hat, dass es nur stimmen kann, weil es einfach in sich logisch ist, was
Steiner im Sozialen Hauptgesetz beschreibt, nämlich dass das Wohl einer Gemeinschaft umso größer ist, je
mehr wir nicht für uns sondern für den anderen arbeiten und dass das was wir brauchen von den anderen
zu uns kommen muss. Desto mehr wir erkennen, was eigentlich das Potential einer arbeitsteiligen
Wirtschaft ist und dass diese Form des Wirtschaften es unmöglich macht, egoistisch nur für uns haben zu
wollen, weil wir ansonsten beginnen zu zerstören und der Gewinn, der eigentlich in der Arbeitsteilung
liegt, bei egoistischem Gebrauch viele Verlierer auf der Strecke lässt. Und letztlich bei den Menschen
immer schneller die Motivation und die Bereitschaft untergräbt (heute im Egoismus des Einzelnen schon
sehr ausgeprägt) was eigentlich tragend ist, nämlich, dass jeder im besten Sinne mit seiner Arbeit seinen
Beitrag für die anderen gibt. Umso mehr können wir einsehen, dass wir heute eine andere Geldschöpfung
und dazu neue wirtschaftliche Begriffe brauchen, klarere Definitionen, was wertebildend im
wirtschaftlichen Sinne ist und was als Ware handelbar sein kann und was nicht als Ware sondern als Recht
zu behandeln ist. Steiner definiert hier sehr genau. Wer dies durchdringt, bekommt eine Ahnung, was
Wohlstand heute sein könnte, ein Wohlstand, der nicht zerstören muss und Wichtiges hinten anstellt, so
wie es heute der Fall ist, ein Wohlstand, der nicht auf Kosten und im Rahmen eines ungerechten
Geldsystems anderen Menschen als Last aufgeladen wird. Ein Wohlstand, der Menschenentwicklung und
Kultur im eigentlichen Sinne ermöglicht, in der der Mensch in seinem Menschsein zur Entfaltung kommt.
Eine Wohlstand, der seinem Namen gerecht wird.

Rudolf Steiner formuliert dazu folgendes „Im Grunde genommen ist der Altruismus als Forderung auf
wirtschaftlichem Gebiet schneller aufgetreten, als er auf religiös-ethischem Gebiet begriffen worden ist.
Unsere Weltwirtschaft fordert von uns mehr, als wir in der neuersten Zeit ethisch-religiös leisten können
nämlich den Weg zu finden in das moderne Wirtschaften, wie kein Mensch für sich selbst zu sorgen hat,
sondern nur für den anderen, und wie auf diese Weise auch am besten für jeden einzelnen gesorgt ist.“
Diese Forderung in ihrer Tragweite entsteht erst mit dem Auftreten des Industrialismus (mit immer weiter
fortschreitender Spezialisierung), in dem sich die erzeugten Waren unmöglich mit fairen Preisen im alten
Gelddenken gegenseitig bewerten können. Ein Tauziehen und weltweite Produktionsverlagerung hat auf
Grund der ungelösten Forderung begonnen. Konkurrenzkampf bei Einbußen der Qualität und einer
ständigen Suche nach neuen Produktideen, die auf den Markt gebracht werden können, welche wir nicht
selten gar nicht mehr wirklich brauchen können. Unmengen an Werbung wird nötig, damit der Konsument
zum Kaufen stimuliert wird. Ein Hamsterrad ist losgetreten, welches weder dem Menschen noch der Natur
gerecht wird. Man darf sich das hier skizzierte auch nicht kleinlich vorstellen, wer einmal realisiert hat,
wie viele künstlich auferlegte, nicht wirklich sinnvolle Arbeit heute die Menschen beschäftigt, kann schnell
das Potenzial erkennen, welches hier eigentlich schlummert.

Wir alle sind aufeinander angewiesen und die geldliche Bewertung der Arbeitsergebnisse ist in Wahrheit
kein Ausdruck als Wert für sich, sondern als eine Vergleichsgröße zu verstehen, die transparent und
sichtbar macht, wie sich die einzelnen Arbeitsergebnisse gegenseitig bewerten, nicht mehr und nicht
weniger!!!! Dies einmal so zu denken ist schon eine großartige Herausforderung. Da es im Wirtschaften
zwei wertebildende Pole gibt, wird mit dem Stoffpol die Geldmenge (Geldschöpfung) gegeben, diese
bindet sich an eine bestimmte Bevölkerungszahl in einem Wirtschaftsraum und der zu ihrer Existenz
benötigten Bodenfläche. (Der stofflichen Grundlage, die von dieser Menschengemeinschaft benötigt wird.)
Der Geistpol kann die Arbeitsergebnisse durch Intelligenz zu einem geringeren (in Geld) ausgedrückten
führen. Das heißt, mehr Produkte bei gleicher Geldmenge. Wert2 bemisst sich dabei aber immer in
seinem Wertetotal an Wert1, Wert2 hält sich dabei sozusagen immer die Waage mit Wert 1 und kann nie
für sich als Wert größer sein, weil wir immer davon Leben was aus dem Boden kommt und wir zu unserer
physischen Existenz brauchen. Durch die intelligente Lenkung der Arbeit, die zur Arbeitsersparnis führt,
können mehr Waren erzeugt werden und gleichzeitig auch immer mehr Menschen von der rein
wirtschaftlichen Arbeit freigestellt werden und sie können ihre Arbeit in einer anderen der Gemeinschaft
wertvollen Weise zur Verfügung stellen. (Heute haben wir im Stoffpol bereits zu wenig Menschen mit
einer Unterbewertung ihrer Arbeitsergebnisse die in Geld ausgedrückt über die zu niedrigen Preise dazu
gezwungen sind über die Wertebildung 2 (Intelligente Lenkung der Arbeit) die Landwirtschaft über zu
rationalisieren und letztlich mehr an Energie hineinstecken als herauskommt (diese führt in ihrem
Extremfall zur Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit), weil einfach heute als wertebildend hinzugezählt wird,
was für sich alleine nicht Grundlage sein kann. Im Bruttoinlandsprodukt wird einfach nur
zusammengezählt – wie sich wirtschaftliche Wertebildung W1 und W2 zueinander verhalten ist da nicht
berücksichtigt. Man kann dann einsehen, das uns die intelligenteste Maschine nichts bringt, wenn der
Mensch, der sie erzeugt oder von mir aus auch nur bedient, nichts zu essen hat, oder wenn wir durch so
viel Technik und künstliche Kräfte die Eigenkraft des Bodens aus unserem Werteblick verlieren, da wir
damit unsere Grundlage des Lebens ernstlich gefährden. Unser Geldsystem macht derzeit nicht sichtbar
(es kaschiert), dass wir in vielen Bereichen bereits auf Verzehr der Substanz unsere Gewinne im heutigen
Sinn machen.) Dass dies in einer so entwickelten Gesellschaft nicht sofort eindeutig erkannt und als
notwendige Sofortmaßnahme eine Ökonomie der Ressourcenschonung eingeleitet wird, ist Ausdrucks des
Wahnsinnes, in dem wir heute leben und wie sehr wir vom jetzigen Geldverständnis gelenkt sind, ohne
den Haken der Zusammenhangslosigkeit zu erkennen. Wir sitzen mitten drinnen und können nicht
erkennen, was eigentlich falsch läuft, finden uns sogar lieber mit der nächsten Lüge ab, nämlich mit der,
dass der Mensch für sich schlecht und furchtbar ist und all das will, was zerstört, weil er nur an sich denkt,
was keinen Wahrheitsgehalt für sich hat. Mit unserer heutigen etablierten Fähigkeit des Selbstbetruges
und der Selbstlüge denken wir die Dinge einfach nur so weit, wie es uns als angenehm und annehmbar
erscheint. Wir verbiegen uns die Wahrheit und reden uns schön, weil wir es vermutlich anders gar nicht
ertragen könnten, was kurzfristig eine Lösung verspricht und unserem Ego dient. Wir können ja nicht
anders, fühlen uns nicht als Gestalter, obwohl das Geldsystem ganz sicher auf keinem Naturgesetz baut,
sondern nur verwirklicht ist, was sich führende Menschen so erdacht und in einem bestimmten
Augenblick als das Beste für sich erkannt haben.

Bei einer weiteren Betrachtung der neu durchdrungenen Zusammenhänge steht auch frei, so man will,
die Produktion nicht weiter auszubauen, sondern an Stelle von Produktionsausbau die Arbeitszeit zu
verkürzen, dies ist eine Rechtsfrage, die demokratisch in einer Menschengemeinschaft zu entscheiden ist.
Die Geldmenge beim Einzelnen drückt sich als transparente Sozialquote aus. (dies ist eine
Orientierungsgröße und keine alle gleichmachende Quotengröße) Sie ist die Richtgröße bei freier
Bedürfnisentwicklung!!! Da die Geldmenge bei gleicher Bevölkerungszahl eine konstante Größe ist, findet
sich jeder in der ihm als Sozialquote zukommenden Geld Orientierung und Aussagekraft über die
derzeitige wirtschaftliche Situation. Assoziativ können die verschiedenen Lebensbereiche überblickt
werden, damit sichergestellt ist, dass alle, die sich am Wirtschaften beteiligen, zu ihrer von ihnen
benötigten Quoten (plus der Quoten für die Aufrechterhaltung der Produktion und der Quoten der
Freigestellten, für jene die nicht im Wirtschaftsleben tätig sind, die ihnen gewissermaßen angehängt sind)
kommen. Was für mich als Landwirtin, die mit der Sorge an Grund und Boden und der Ernährung der
Menschen ihren Auftrag hat, tragend wird, wir müssen nicht im Wettbewerb, im Wachstumszwang, in
unserem Existenzkampf eine mehr als bedenkliche Entwicklung weiter verfolgen, sondern können
schützen und bewahren, da unsere Ausrichtung das Bedürfnis einer bestimmten dem Wirtschaftsraum
zugeordneter Menschengruppe und nicht der alles diktierende ständig wieder nach unten gehende
Marktpreis unserer Erzeugnisse oder die nach oben schnellenden Produktionskosten sind.
Alle anderen Menschen, die nicht in der Herstellung von Waren und Gütern (und in ihrem erweiterten
Sinne) sind, müssen von der Wirtschaft freigestellt sein, und da ihr Tun ein gesellschaftliches Bedürfnis ist,
werden ihre Sozialqoten vom Stoffpol (Warenpol) und Geist Pol (intelligente Lenkung der Arbeit)
miterwirtschaftet. Was all diese Bereiche genau sind, ist leicht erfassbar. Klar ist, dass die Sozialquoten
dieser Bereiche anteilsmäßig mit erwirtschaftet werden und zu einen bestimmten Fälligkeitsdatum z.B.
am Jahresanfang an diese Bereiche überwiesen werden. Diese Bereiche können als Gesamtbereiche mit
Quoten versorgt werden und es unterliegt dann den Bereichen, die Quoten unter der gesamten
Belegschaft aufzuteilen. Aber auch eine freie Entscheidung der Einzelbürger, was unterstützt und
finanziert werden soll, ist denkbar, dann wären die Freistellungsquoten an den Einzelnen angehängt und
hier könnte noch individueller entschieden werden, was entwickelt und angeschoben werden sollte.
Dies schafft eine Gesellschaft, in der sich Menschen auf Augenhöhe begegnen und jeder Interesse am
Mitmenschen und seiner gesunden und individuell einzigartigen Fähigkeitenentwicklung hat, ein solches
Wirtschaftsleben verleiht keine Machtansprüche über andere und macht auch nicht Lust auf eine
Unterdrückung von „unteren Klassen“. Da Geldmenge in Leistungsmenge aufgeht, hat auch jeder Anteil an
allem.

Wohlstand, der sich auf alle Menschen verteilt, keine Notwendigkeit von sinnloser Arbeit, keine
Verschleißwirtschaft, in der die so wertvollen Resourcen der Erde zu Müll werden. Die Entwicklung von
Fähigkeiten, keiner muss den anderen klein und in Abhängigkeit halten. Geld wird zum Segen und der
Mensch kann sich im besten Sinne im Menschsein entwickeln und weiterentwickeln.
Gedanklich muss zuerst durchdrungen werden, was Wirklichkeit ist und im Geld als Spiegel dieser
Wirklichkeit zum Ausdruck kommen können.

Das Wirtschaften verbindet die Menschen und die Fähigkeiten über den ganzen Globus. In unserem
heutigen System treibt das Wirtschaftsleben in ganz und gar ungesunder und zerstörender Weise mit viel
Verlieren den Verschleiss von wertvollen Ressourcen an. Wir zerstören, unterdrücken und beuten aus und
obwohl wir alle verstehen können, dass wir am Ast massivst sägen, auf dem wir sitzen, können wir im
jetzigen System nicht aus und fahren den Karren mit unglaublicher Eigendynamik trotz zunehmender
Einsicht an die Wand.

Nichts was heute ist, muss durch die Einführung eines wirklichkeitsgemäßen Geldes kurz und klein
geschlagen werden, auch muss der Mensch nicht zuerst bescheidener oder gar erleuchtet werden, oder
all seinen Besitz im Hier und Jetzt einsichtig verschenken wollen, all dies ergibt sich im Durchdringen der
Zusammenhänge und im tiefgehenden Erkennen der letzten Endes für jeden von uns sinnvollsten und
bereichernsten Gestalt einer solchen Neuordnung von selbst. Natürlich auftretender Egoismus, der als
eine gewisse Kraft im Menschen angelegt ist, kann sich nicht unbegrenzt entwickeln, durch die Überschau
der Assoziation und ihrer korrigierenden Lenkung und der für jeden transparenten Sozialquote wird wohl
kaum zugelassen werden, dass sich der Egoismus zerstörend behauptet.

Geld hat das Potential segnend zu sein, um dies auch ganz real in die Welt zu bringen, müssen wir die alten Begriffe neu und erst wirklichkeitsgemäß erfassen, von unserem neuen Denken ganz und gar durchdringen und in das Verstehen der Zusammenhänge bringen, was bildet einen wirtschaftlichen Wert, was ist als Ware handelbar, was ist Geld und darf mit Geld bewegt werden, wie entsteht Kapital und wie darf es verwendet werden, Geldmenge – wofür steht Geld und wie und in welcher Menge darf es geschöpft werden, damit der Schein, der sich über unser Geld gelegt hat, nicht mehr die Macht hat, die Welt und ihre Menschen in den Abgrund zu ziehen!

Hat eine genügend große Gruppe von Menschen dieses Gedankengut verstanden und darin Sicherheit
gewonnen, so können wir einer ganz anderen Zeit entgegengehen, da dieses Gedankengut am
Seelengrund des Menschen und in der Wahrheit wurzelt.

All dies in so wenigen Worten von einem noch dazu ungeübten Menschen wie mir zum Ausdruck zu
bringen ist wohl eine Kunst, sie kann mir gelungen sein oder genauso gut auch misslungen sein, das liegt
aber dann eher an meinem Unvermögen, als an den Inhalten für sich. Von Nöten ist vermutlich eine
tiefere Auseinandersetzung, viele Gespräche, die Verständnishürde um Verständnishürde abzutragen in
der Lage sind. Was vor allem im Moment noch die allergrößte Hürde ist, ist, dass nur ganz wenige
Menschen bis jetzt diese Gedanken überhaupt bewegen und noch weniger durchdringend verstanden
haben.
Irmgard Stadler stadler.bio@direkt.at
Feldkirchen an der Donau, 17.06.2018

Literaturempfehlung:
„Die Kernpunkte der sozialen Frage“ GA 23 Rudolf Steiner
„Nationalökonomische Kurs“ GA 340 Rudolf Steiner
„Das neue Geld“ Alexander Caspar