Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos

Diese Woche, vom 23. – 26. Jänner 2018, findet das heurige Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. 3000 Chefs und Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, darunter mehr als 70 Staats- und Regierungshefs werden heuer zu dem Spektakel in Davos erwartet. Das angekündigte Erscheinen des skurrilen US-Präsidenten mag dem ursprünglichen Sinn der Veranstaltung zwar den letzten Todesstoß versetzen, die Entwertung zu einer Adabei-Veranstaltung hatte jedoch bereits in den vergangenen Jahren eingesetzt. Von diskreten Kamingesprächen der ersten Stunde hat ein Wandel zu einer gigantischen Lobbyistenveranstaltung stattgefunden, in der Vorgehensweisen besprochen werden, wie auch noch die letzten Enklaven des Globus der Gier der Finanzmärkte zu unterwerfen sind.

Das mehr als allgemein gehaltene Leitmotiv des Forums, „den Zustand der Welt zu verbessern“ wäre am besten dadurch erfüllt, ließe man „die Welt“ einmal auf längere Zeit in Ruhe. Der Jubel über die Steigerung des Welthandels um 3,6% gegenüber 2016, als die Steigerung nur 1,3% betrug, erschiene in gänzlich anderem Licht, würden auch all die zerstörten Kulturen, die vertriebenen Volksgruppen und die Destabilisierungen der Gesellschaft in Betracht gezogen. Doch davon wird man in Davos nichts hören – denn so etwas gehört ganz einfach nicht zum Erfolgstaumel, in dem man sich unter Gleichgesinnten gegenseitiger Wertschätzung versichern wird.

Es ist leider nicht anzunehmen, dass die Suche nach einer friedensfähigen Geldordnung als Voraussetzung für eine „bessere Welt“ als Tagesordnungspunkt ins Gespräch kommen wird. Es wäre ja schon viel gewonnen, würde sich das Verständnis von „besser“ nicht in Zahlenstatistik erschöpfen, sondern auf die Lebensqualität der Betroffenen, jener, die nicht in Davos zu erwarten sind, Bedacht nehmen. Auch diesmal wird von Davos wahrscheinlich nur ein schaler Beigeschmack übrig bleiben.

Und übrigens:

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