Was wissen unsere Politiker über die Entstehung von Geld?

Eine Umfrage unter englischen Parlamentariern ergab das alarmierende Ergebnis, dass 85% der Abgeordneten keine Ahnung hatten, wie Geld eigentlich entsteht. Darf man sich da noch groß über den Zustand der Welt wundern? Es ist davon auszugehen, dass das Umfrageergebnis bestenfalls um zwei bis drei Prozentpunkte besser liegt, als es die Umfrage unter Normalbürgern (inklusive Wirtschaftsredakteuren und Kommentatoren) ergeben hätte. Ein schockierendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass sämtliche Probleme, mit denen die Politik konfrontiert ist, auf das mittlerweile Versagen der gegenwärtigen Geldordnung zurückzuführen sind.

Nun, das war eine Umfrage unter englischen Parlamentariern. Das betrifft uns nicht. Tatsächlich? Wie würde das Ergebnis bei unseren Politikern aussehen? Vermutlich kaum besser. Wie steht es um die Reste unseres investigativen Journalismus? Sollte das Abfragen des Wissens über Geldentstehung nicht Kern jedes politischen Interviews sein, in dem es um die Skizzierung der Wählbarkeit eines Mandatars geht? In etwa in der Art, wie ich das (unter „Aktionen“) als Wählbarkeitsumfrage vorgeschlagen habe.

Welches Medium, welcher mutige Journalist auch immer, sich hierzu angesprochen fühlt, möge doch endlich diese einfach durchzuführende Umfrage unter den derzeitigen Abgeordneten initiieren. Entweder ist das Ergebnis ähnlich schockierend, wie in England – dann wüssten wir aber wenigstens, wo der Wurm liegt und man könnte dem Abhilfe durch Aufklärung schaffen. Außerdem könnte man den Politikern bei Unwissenheit noch gnädig Unschuld konzedieren. Fast noch schockierender würde ich allerdings das eher unwahrscheinliche Ergebnis beurteilen, nach dem das Wissen über die Geldmechanismen unter unseren Abgeordneten tatsächlich in hohem Ausmaß vorhanden wäre. Dann müssten wir nämlich zahlreiche politische Entscheidungen als mutwillige, destruktive Lenkungsmaßnahmen zum Nachteil der Gesamtbevölkerung verstehen lernen. Ist es vielleicht sogar die Angst vor einem solchen Ergebnis, das derartige Umfragen verhindert? Dennoch sollten wir es wagen. Im Sinne von Klarheit und Transparenz.

Schmökern auf www.lifesense.at lohnt immer