Sind Zweifel am Schweizer Demokratiewillen angebracht?

Die Schweizer Abstimmung über das Geldschöpfungsrecht erbrachte zwar mit 24,3% einen Achtungserfolg für die Vollgeld-Initiative, dennoch sind die 75,7% Ablehnung ein bedenkliches Signal für die demokratiepolitische Entwicklung unserer Nachbarn. Ausgerechnet das Vorbild für eine ausgereifte Demokratie hat die Möglichkeit verstreichen lassen, das vierte und alles entscheidende Souveränitätsrecht, die Oberhoheit über die Geldschöpfung, unter demokratische Kontrolle zu stellen. Die geballte Angstkampagne der Gemeinwohl-Antagonisten, die auch mit zahlreichen Fehldarstellungen operierten, hat auf dem leider selbst in der Schweiz zunehmenden Boden politischer Nachlässigkeit, Früchte getragen. Allerdings wurde damit auch in erschreckender Weise die Unkenntnis der Volksvertreter über Wesen und Bedeutung einer den Bevölkerungsinteressen dienenden Geldordnung offenbar. Sehr schade.

In nur 10 Tagen vollbrachte es die ausschließlich auf ihre Eigeninteressen bedachte und dementsprechend finanzstarke Lobby der Vollgeld-Gegner ein Umfrageergebnis von mehr als 35% Zustimmung, auf das vorliegende Abstimmungsergebnis zu verkürzen. Allein das beweist schon, wozu die Oberhoheit über die Geldschöpfung in der Lage ist. Ein an sich natürliches Anliegen der Bürgergesellschaft erwies sich somit wieder einmal gegenüber der Fratze des Geldkapitals als hilflos unterlegen.

Bemerkenswert erscheint aber auch die Diskrepanz zwischen einer anderen, einige Wochen zurückliegenden Umfrage und dem Abstimmungsverhalten, denn 59% der Schweizer Bürger sprachen sich für das alleinige Geldschöpfungsrecht der Nationalbank aus. Man darf annehmen, dass hier der Irrglaube, dass das ohnehin so wäre, vorherrschte.

Viel Zeit wurde also vertan, um sich als Vorzeigeprojekt für neue Lösungsmöglichkeiten der großen globalen Fragen profilieren zu können. Keinesfalls wird das jedoch das Ende der Vollgeld-Idee sein und die europäische Politik wäre gut beraten, sich mit der Innovationskraft einer Vollgeldreform intensiver zu befassen.

Näheres dazu auf www.monetative.at; www.vollgeld-initiative.ch; www.monetative.de; und natürlich auch weiterhin auf www.lifesense.at