Meine Hoffnungen für 2018

Der Jahreswechsel ist wieder einmal die Zeit für gute Vorsätze zur Änderung eigenen Verhaltens. Darf man aber auch Hoffnungen äußern, deren Erfüllung von verändertem Verhalten anderer abhängig ist? Hoffnungen für eine gemeinsame Gestaltung der Lebensbedingungen, die weit über die unmittelbare eigene Betroffenheit hinausweisen? Hoffnungen aus Sorge über beängstigende Entwicklungen? Ich meine, man darf! Vor allem, so lange sich die Hoffnungen aus der Gewissheit speisen, dass sie auch grundsätzlich erfüllbar sind.

Und so werden die von mir geäußerten Hoffnungen zu einer Art zielgerichtetem Gebet. Zu einem Gebet, auf dass Erleuchtung, Einsicht und Achtung allen Lebens in den Entscheidungen und Vereinbarungen internationaler Politik sichtbar werden. Zu einem Gebet, auf dass es uns allen gelingen möge, das Wesentliche des Lebens zu erkennen und auf dass wir auch Mut und Kraft aufbringen, unseren Volksvertretern diese Erkenntnisse nachdrücklich nahe zu bringen und sie dafür einzunehmen. Zu einem Gebet, auf dass wir unsere Bequemlichkeit zu überwinden vermögen und uns aktiv an den Lebenszusammenhängen beteiligen. Zu einem Gebet, auf dass Politiker dazu befähigt werden, Visionen einer friedvollen Welt ernsthaft und glaubwürdig anzustreben. Zu einem Gebet, auf dass der Missbrauch von Religionsbekenntnissen zur Verhöhnung der Schöpfung durch Unterdrückung, Mord, Raub und Zerstörung beendet wird. Zu einem Gebet, auf dass die Medien nicht nur berichten, sondern die ihnen zukommenden Möglichkeiten nützen, für eine sensationsarme, friedliche Welt einzutreten. Zu einem Gebet, auf dass auch die unnahbarsten Machtmenschen von der Erleuchtung durchflutet werden, dass sie allein auf sich gestellt, ihr Menschsein verlieren und zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Zu einem Gebet, auf dass wir Kreativität für Lebensbelange von ökonomischem Ulk zu unterscheiden vermögen. Zu einem Gebet, auf dass sich Wissenschaft und Forschung nicht länger für destruktive Technologien missbrauchen lassen. Zu einem Gebet, auf dass wir befähigt werden, ein „Anders“ auszuhalten. Zu einem Gebet, auf dass die klassischen Tugenden durch entsprechende Rahmenbedingungen gefördert und nicht unterdrückt werden. Und nicht zuletzt zu einem Gebet, auf dass ich selbst noch dazu befähigt bin, zu all dem vielleicht auch nur ein kleines Mosaiksteinchen beizutragen.

Über all dem steht meine Hoffnung, dass meine Gebete, die sich kaum von jenen der vergangenen Jahre unterscheiden, vielleicht doch einmal erhört werden. Von wem auch immer. Und so wünsche ich uns allen ein erfolgreiches und damit glückvolles Jahr 2018.

Den aufmerksamen Begleitern meiner Kommentare wird vielleicht nicht entgangen sein, dass dieser Text unverändert, nur mit Korrektur der Jahreszahl, von Dezember 2016 übernommen wurde. Die anhaltende, geradezu deprimierende Aktualität, die mich zu diesem Schritt veranlasste, ist zugleich als mein Resümee über das auslaufende Jahr 2017 zu verstehen. Keines meiner Gebete wurde erhört. Was bleibt, ist meine unerschütterliche Hoffnung, auch 2018 mit meinen regelmäßigen Wortspenden Anregungen zur Besinnung beitragen zu können.

Mit besten Wünschen, Günther Hoppenberger     

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