GEHEIMAKTE FINANZKRISE (aus dem Themenabend auf zdf info v. 12.9.18)

Geheimakte Finanzkrise – Eine erschütternde Dokumentation auf zdf info (zdf zoom) am 12.9.2018:

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geheimakte-finanzkrise-110.html

(noch bis 10.10.2018 verfügbar)

Es wird eindrucksvoll gezeigt, wie dieses Biotop „Finanzmärkte“, in dem sich gewissen- und verantwortungslose Akteure unbehelligt bewegen können, von der Politik nicht nur geduldet, sondern zielstrebig gefördert wurde und wie dieser Sumpf von der Politik immer noch gegen die gesellschaftlichen Interessen verteidigt wird. Eigentlich ein nachdrücklicher Appell an jeden anständig gebliebenen Politiker, sich hier vehement zu engagieren.

Im Rahmen des gestrigen Themenabends auf zdf info gab es noch weitere sehr erhellende Dokumentationen, die jedoch aus rechtlichen Gründen nur aus Deutschland aufrufbar sind. So z.B.: Aufstieg und Fall des Allen Stanford Bankimperiums mit Sitz in der Karibik. Durch Bestechung der Demokraten wie auch der Republikaner konnte Allen Stanford über Jahrzehnte und mit Ehrungen sonder Zahl, u.a. unter Reagan und Clinton, unbehelligt sein größenwahnsinniges egozentrisches Unwesen treiben. Eine Schuldeinsicht lässt er selbst nach Verurteilung zu einer hundertjährigen Gefängnisstrafe (2012) gleichermaßen vermissen, wie  Madoff oder der immer noch als untadelig hofierte Ackermann u.a.

Auch die Dokumentationsfolgen “Dirty Dollars” über Kokain-, Menschen- und Medikamentenhandel sind leider nur aus Deutschland abrufbar, wie auch die Doku über Madoff, die Lehman-Pleite, oder über Jordan Belfort, den „Wolf“ der Wall Street.

Einerseits könnte man sich nach so einem Filmabend frustriert zurücklehnen und endlich zur Kenntnis nehmen, dass das menschenverachtende Weltgeschehen eben genau so politisch gewollt ist. Man könnte auch aus Verzweiflung kotzen, doch auch das würde keine Veränderung bringen. Andererseits müsste jedem, der diesen Dokumentationsabend aufmerksam mitverfolgte, auch ein logischer Lösungsweg in den Sinn gekommen sein, dessen erster Schritt sich mit den Forderungen der internationalen Vollgeldinitiativen decken sollte: Geldschöpfung als demokratisch kontrolliertes Souveränitätsrecht.

Leider werden sich ausgerechnet jene, denen diese Dokumentationen eigentlich vorstrukturierte Handlungsanweisungen böten, nämlich Politiker, Wirtschaftsbosse und Wirtschaftsjournalisten, darüber erhaben fühlen. Und die Normalbevölkerung wird durch Ablenkungsthemen davon ferngehalten, sich mit den Kernfragen gesellschaftlicher Gestaltungsmöglichkeiten zu befassen.

Fasst man alle Berichte zum 10-Jahres „Jubiläum“ der Lehman-Pleite zusammen, so ergibt sich zweifelsfrei, dass wir natürlich vor dem nächsten Crash stehen, der noch dazu schwerwiegendere Auswirkungen haben wird als 2008. Was sind jedoch die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis? Wir scheinen neuerlich, wie schon die Jahre vor 2008, abzuwarten und wir werden neuerlich die Beteuerungen der Verantwortlichen zu hören bekommen „das konnte niemand vorhersehen“. Man hat die Lehman-Pleite vorhersehen können und man kann den kommenden Crash vorhersehen. Die Tatenlosigkeit der Politik sollte eigentlich zu einer Revolution vergleichbar mit 1848 führen. Meine Befürchtung ist allerdings, dass wir viel eher noch von den „Finanzmärkten“, die sich als Strippenzieher der zunehmend dubiosen Politikdarsteller bedienen, in den nächsten großen Krieg getrieben werden. Denn dann, so meinen ja mittlerweile viele, wird alles wieder gut.

 

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