Finanzielle Allgemeinbildung

Der Ruf nach finanzieller Allgemeinbildung erfolgt zwar regelmäßig und auch oftmals recht laut, aber Taten gibt es erst wenige. Dem ist leider vorbehaltlos beizupflichten. Fächer wie Haushalts- und Wirtschaftskunde, die sich in früheren Jahren noch in den Lehrplänen fanden, wurden aus unerfindlichen Gründen gestrichen. Es brauchte allerdings auch schon früher entsprechend gebildete und engagierte Lehrer, um z.B. im Geographieunterricht wenigstens über die komplexen Zusammenhänge der Weltwirtschaft zu erfahren. Meist fiel dieser Bereich jedoch aus Unwissenheit des Lehrpersonals unter den Tisch.

Was aber, wird heute überhaupt unter finanzieller Allgemeinbildung verstanden? Liest man die einschlägigen Artikel und Kommentare, so läuft es auf die ökonomische Verwendung von Geld, auf Wissen über unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten und auf Spar- und Veranlagungsmöglichkeiten zur Pensionsvorsorge hinaus. In diesem Umfang konnte man aber – wie gesagt bei engagierten Lehrern – auch schon früher einiges erfahren.

Fehlendes Finanzwissen wird jedoch keineswegs dort bemängelt, wo es um das Grundverständnis des Geldsystems an sich geht. Heute wie damals. Es hat den Anschein, dass die Jugend sich nicht darum kümmern soll, wie Geld entsteht und woher es kommt, sondern dass es nur darum geht, wie es auszugeben ist. Es ist eine recht einseitige Sicht finanzieller Allgemeinbildung, wie es mir scheint.

Dabei wäre es gerade für die Jugend wichtig, darüber zu erfahren, dass die Probleme, die schon heute bestehen und mit denen die Jungen zunehmend konfrontiert werden, am Versagen des Geldsystems liegen. Wer erzählt unserer Jugend, dass Passivgeld, wie es unser Kreditgeld nun einmal ist, weder gottgegeben, noch sinnvoll für ausgereifte Volkswirtschaften ist, und dass es auch andere Konstruktionen für ein gesellschaftsformendes Geldsystem gibt?

Ein Aktivgeld z.B., wie es das Vollgeld wäre. Darüber zu informieren würde ich als wesentlichen Beitrag zur finanziellen Allgemeinbildung sehen. Welche Partei wird’s machen? Den Wahlprogrammen nach, keine.