Eine bemerkenswerte Aussendung der „Monetative-Austria“ an alle Abgeordneten:

Wie immer wieder feststellbar, hat die Mehrheit unserer Nationalratsabgeordneten – übrigens ähnlich wie zahlreiche Wirtschaftsjournalisten – keine Ahnung von der Bedeutung der Geldordnung, obwohl sämtliche Probleme, mit denen Politik und Bürgergesellschaft konfrontiert sind, auf das Versagen unserer Finanzarchitektur zurückzuführen sind. Der Verein „Monetative-Austria“ setzt sich deshalb engagiert für eine Geldreform ein, die der Bürgergesellschaft, repräsentiert durch den Staat, die Oberhoheit über das Geld als ein alles entscheidendes Souveränitätsrecht zurückgeben will.
Auch wenn die soeben in der Schweiz durchgeführte Volksbefragung über eine Vollgeldreform von der Mehrheit der Schweizer abgelehnt wurde, ist das Thema nicht vom Tisch. Im Gegenteil! Denn die Vollgeldreform soll genau das bringen, was die meisten Bürger fälschlicherweise annehmen, dass es so wäre. Aufklärung tut also Not. Und es ist schwer verständlich, weshalb dieses Thema von keiner im Parlament vertretenen Partei aufgegriffen wird.
Deshalb wurde von „Monetative-Austria“ bereits vor einiger Zeit nachstehende Aussendung an unsere Abgeordneten initiiert. Bedauerlicher Weise liegen noch keine Rückmeldungen vor, was die Befürchtung nahelegt, dass die globale Politik von „den Märkten“ gesteuert wird, die ihre erpresserische Macht über die Geldordnung ausüben.  
Sehr geehrte Frau Abgeordnete!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter!
Die Folgen und Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind weiterhin deutlich zu
spüren. Die Bemühungen zur Stabilisierung des Finanz- und Geldsystems scheinen weiterhin
unzureichend zu sein, und über den wichtigsten Aspekt wird nicht bzw. kaum gesprochen: die
Geldschöpfung bzw deren Kontrolle.
Die Monetative Austria – Verein zur Verbreitung der Vollgeldidee (DVR: 062254757) – setzt
sich, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, für eine Reform des Geldsystems ein: Im
Mittelpunkt der Bemühungen steht die Einführung eines nachhaltigen und sicheren Geldsystems,
welches dem Gemeinwohl dient (siehe: www.monetative.at ).
In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen gerne einige Informationen geben, die Ihnen für
das Verständnis der Situation hilfreich sein sollen und dabei auch zwei Fragen stellen:
Seit einigen Jahren ist durch klärende Veröffentlichungen zweifelsfrei festgestellt worden
(Bank of England Quarterly Bulletin 2014 Q1, Deutsche Bundesbank 1. Quartalsbericht 2017),
daß die Geschäftsbanken das elektronisch gespeicherte Geld durch Kreditvergabe, zum Teil
auch durch Ankäufe im Eigengeschäft schöpfen bzw emittieren. Sie benötigen dafür keineswegs
vorherige Einlagen – das Modell der kapitalsammelnden Geschäftsbanken, welche dann
das vorher eingesammelte Geld als Kredit verleihen, ist ein Märchen.
Dieses praktisch aus dem Nichts hergestellte Geldsurrogat gilt aber sofort als ein dem gesetzlichen
Zahlungsmittel de facto gleichwertiges Zahlungsmittel, welches überwiesen oder auch in bar
ausgezahlt werden kann – und für das natürlich Zinsen zu zahlen sind!
Andererseits ist seit Jahrhunderten die Herstellung des gesetzlichen Zahlungsmittels ein
staatliches Vorrecht (etwa wie das Gewaltmonopol, die Steuereinhebung u. a. m.). Durch den
zunehmenden bargeldlosen Zahlungsverkehr und die Digitalisierung wurde dieses Vorrecht vom
privaten Bankensektor soweit ausgehebelt, daß nunmehr bis zu 90 % des Geldes als
Computereintrag und per Bilanzverlängerung durch die Geschäftsbanken nach ihren
Geschäftsinteressen erzeugt werden (auch wenn das Giralgeld juristisch schamhaft als blosses
Geldsurrogat bezeichnet wird – an der faktischen Außerkraftsetzung des staatlichen Vorrechts
ändert sich dadurch gar nichts). Nur Banknoten und Münzen werden von Zentralbanken
hergestellt (10 bis 17 Prozent des Geldes). Eine effiziente Kontrolle der Geldmenge ist auch der
EZB nicht möglich; sie kennt die tatsächliche Summe des Giralgeldes gar nicht.
Es erscheint uns zum Verständnis der Finanzkrise wesentlich, daß zwischen 70 und 90 Prozent
dieses Kreditgeldes, welches wie beschrieben im Wesentlichen aus heisser Luft produziert wird,
in die Spekulation mit diversen, sattsam bekannten Finanzprodukten und (bereits gebauten)
Immobilien fliesst und nicht in die Realwirtschaft, also nicht BIP – wirksam ist.
Unsere Frage dazu an Sie, sehr verehrte/r Abgeordnete/r:
Von wem sollte Ihrer Meinung nach unser aller Geld, und zwar die gesamte Menge
des gesetzlichen Zahlungsmittels inklusive der digitalen („Surrogat“)Formen, geschaffen
werden? Von privaten Banken nach ihren Geschäftsinteressen oder von einer
öffentlichen Zentralbank als oberster Währungsbehörde – strikt gemeinwohlorientiert ?
Wie bekannt hängt unter den derzeitigen Bedingungen die Funktionsfähigkeit unserer
gesamten Wirtschaft von der gesicherten Zahlungsfähigkeit und Solvenz des
Privatbankensektors ab, da der gesamte Zahlungsverkehr über diesen läuft. Dies bewirkt das
enorme Erpressungspotential dieses Sektors dem Staat und uns allen gegenüber und erzwingt
extrem teure Bankenrettungen im Krisenfall.
Unsere Frage: Halten Sie diesen Zustand für in Ordnung bzw unvermeidlich, oder:
Sind Sie bereit, an Initiativen mitzuwirken, welche diesen Zustand beenden könnten
(ob nun durch Auslagerung des normalen Zahlungsverkehrs aus den Bankbilanzen,
digitale Zentralbankkonten für jedermann oder gleich die Einführung von Vollgeld)?
Sind Sie also bereit, für uns Normalbürger/Normalbürgerinnen einzutreten und eine
Struktur zu fordern, in der unser Geld sicher ist und dafür Banken problemlos pleite
gehen können?
Wir würden uns im Interesse der Bevölkerung, die ja im Falle einer nächsten Krise wiederum
direkt oder über das Budget für die Folgen unverantwortlicher Finanzstrategien aufzukommen
hätte, über eine Beachtung der oben genannten Aspekte und eine Beantwortung dieser sehr
wichtigen, wenngleich in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig beachteten Fragen sehr
freuen.
Zusendung bitte ganz einfach per Email; über allfällige zusätzliche Kommentare freuen wir uns
natürlich ebenso. Auf Anfrage übersenden wir gerne Originalmaterialien.
Wien, im Jänner 2018
Monetative Austria – Verein zur Verbreitung der Vollgeldidee www.monetative.at