Defizitäres Wissen über Finanzen…..

…..wird von Bettina Pfluger im heutigen „GeldStandard“ beklagt. Der Schwerpunkt des Beitrags liegt allerdings auf der Brandmarkung verbreiteter Unkenntnis über Investitions- und Spekulationsmöglichkeiten an den Börsen. Es wirkt also irgendwie nach einer redaktionellen Werbung für Anlage- und Vermögensberatung, bzw. als Verführung zur Teilnahme an der wundersamen Geldvermehrung an den Börsen. Es wird zwar die Unkenntnis über den Umgang mit Geld auf betriebswirtschaftlicher Ebene (inklusive Haushalts- und Taschengeld) bemängelt, auf Art und Entstehungsweise des Geldes wird jedoch nicht eingegangen.

Dazu passt auch, dass auf derselben Seite eine APA-Kurzmeldung unkommentiert wiedergegeben ist, die bei aller Wertlosigkeit der statistischen Aussagekraft dennoch nachdenklich stimmen sollte:

„Im vergangenen Jahr stieg das österreichische Nettogeldvermögen pro Kopf gegenüber 2015 um rund 2% auf 51.980 Euro. Die Schulden erhöhten sich im gleichen Ausmaß auf 21.180 Euro pro Person“.

Lassen wir einmal im vollen Bewusstsein über die Unsinnigkeit solcher Statistiken die Verteilungsfrage beiseite, dann hat jeder österreichische Kopf ein schuldenfreies Nettogeldvermögen von 30.800 Euro. (Es ist daher angeraten, daheim einmal aufzuräumen und danach zu suchen!)

Bedenkt man aber, dass unser Geld ausschließlich Kreditgeld ist, das also nur durch Verschuldung entstanden sein kann, dann fehlt uns zu unserem Nettogeldvermögen der komplementäre Schuldner. Der muss sich daher folgerichtig irgendwo im Ausland vor seinen Gläubigern verstecken, die ihm das Geld, das uns zugeflossen ist, als Kreditschuld zur Verfügung gestellt haben.

Daraus folgt:

  • Wir selbst sind gegenüber diesem Gläubiger (Gelderzeuger) ja schuldenfrei.
  • Es können aber wohl nicht alle ein schuldenfreies Nettogeldvermögen aufweisen.
  • Wir leben offensichtlich auf Verschuldung anderer.
  • In Hinblick auf einen globalen Frieden ist das höchst bedenklich.

Und so wäre es angebracht, dem Unwissen über Finanzen dahingehend zu begegnen, dass die global zugrundeliegende Geldordnung diskutiert wird. Zur wesentlichen Unterscheidung zwischen Passiv- und Aktivgeld, sei einerseits der jüngste Gastbeitrag von Ernst Dorfner empfohlen, wie auch die Seiten von www.monetative.de, www.vollgeld.de, www.vollgeld-initiative.ch und www.monetative.at.

Darüberhinaus lohnt natürlich Schmökern auf www.lifesense.at immer.