2018

LESERBRIEFE UND KOMMENTARE  2018

25.4.2018; OÖN, H.Neumüller; Wer braucht schon Glasfaser in Österreich!

Die Glasfaser Euphorie

Wir stecken gerade im Zeitalter der Digitalisierung, meint Hermann Neumüller, und wir wissen nicht wie, was und wo wir in zehn oder fünfzehn Jahren arbeiten werden. Der Fortschritt durch Digitalisierung liegt jedoch vor allem in der Beschleunigung analoger Prozesse und lässt leicht vergessen, dass der Mensch immer noch ein höchst analoges Wesen ist. Niemand wird bezweifeln, dass Digitalisierung zu einem interessanten Geschäftsfeld wurde, weil man damit Erwerbsarbeit einsparen und auch zahllose neue, wenngleich meist entbehrliche Anwendungen anbieten kann. Die Frage bleibt allerdings offen, wodurch die Einkommen entstehen werden, um die vermeintlichen Segnungen der Digitalisierung kaufen zu können. Dem technologischen Meilenstein “Digitalisierung” fehlt es bereits jetzt an der Beistellung einer vorausschauend darauf abgestimmten Finanzarchitektur. Solcherart steht Digitalisierung konträr zur Entwicklung eines auf analoge Beziehungen angewiesenen Sozialgefüges und kann auch kaum etwas zu einem stets von der Politik geforderten “Arbeitsplatz- und Wachstumskurs” beitragen. Der Fortschritts-Euphorie fehlt es daher an der Antwort auf die Frage nach der Zielsetzung. Fortschreiten wohin? Und Fortschritt für wen?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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18.4.2018; OÖN, D.Mascher; Für wie viel Gehalt muss man sich schämen?

Schämen für Gehalt?

“Für wie viel Gehalt muss man sich schämen?” fragt Dietmar Mascher in seinem heutigen Leitartikel. Nicht die Höhe eines Einkommens ist jedoch entscheidend, sondern womit es erzielt wird. Und in weiterer Folge geht es darum, ob man Überschusseinkommen in den Wirtschaftskreislauf zurück geben kann, oder es nur zur Machtausübung oder zu weiterer Geldmehrung in die Finanzspekulation lenkt. Das mit der Verantwortung als Rechtfertigung für hohe Einkommen ist dabei auch so eine Sache. Man mag zwar die Verantwortlichkeit für irgendetwas übernommen haben, ob man dafür auch die Verantwortung übernehmen kann, steht auf einem anderen Blatt. Da geht es nämlich um den mit der Funktionsausübung verbundenen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Und genau hier entsteht die oft sehr krasse Diskrepanz in der Werteinstufung verschiedener Tätigkeiten. Die Verantwortlichkeit für ein Wozu und Wofür muss man verantworten können, nicht das Einkommen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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15.4.2018; OÖN, und Standard

Strafaktion gegen Syrien?

113 Marschflugkörper, deren Stückpreis (ohne Aufwand für Logistik und ohne analoge Kosten der Abwehrraketen der Gegenseite) zwischen 600.000.- und 1,3 Mio. Dollar liegt, dürften vergleichbaren Schrecken, Tod, Zerstörung, und psychische Dauerschäden unter der syrischen Bevölkerung angerichtet haben, wie die von ihnen bereits vor einer Woche erlittenen Chlorgasangriffe. Nur ein Schelm könnte aber auf die Idee kommen, dass hinter der Ächtung von chemischen Kampfstoffen (Überschreiten der roten Linie…..) vielleicht die Waffenindustrie steckt, die bei Chemiewaffen nur einen Bruchteil von Gewinnmöglichkeiten hat. Außerdem sind aus einem Chemiegaseinsatz keine nennenswerten Bauaufträge für einen Wiederaufbau zu erwarten. Und alles nur, um zu beweisen wer “den Größeren” hat?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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31.3.2018; OÖN, „Der christliche Glaube hat Regenerationskraft“, Kardinal Schönborn im Interview mit den Bundesländerzeitungen. OÖN: G.Mandlbauer

Die Frage um die es geht……

meinte Kardinal Schönborn im Interview mit den Bundesländerzeitungen sei, “wie können wir die Gesellschaft ändern?” Da schwingt für mich irgendwie eine Zwangskomponente mit, die so sicherlich nicht gemeint war. Es geht aber nicht um die Veränderung selbst, sondern um die Ermöglichung neuer Werteverwirklichungen. Die Veränderung stellt sich nachgelagert ganz automatisch als Ergebnis ein. Da die höchste Machtfunktion, die unser aller Handeln steuert, in der Geldordnung zu verorten ist, müsste wohl genau hier angesetzt werden, um neue Entfaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Mit einer Geldordnung, die es gestattet, das Gute im Menschen nicht nur beispielgebend in Einzelfällen aufleuchten zu lassen, sondern es zu vergesellschaften.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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27.3.2018; OÖN, ÖVP plakatiert, dass OÖ ein „Land der Möglichkeiten“ ist.

“Land der Möglichkeiten”

Mit der Plakatkampagne anlässlich “1 Jahr Thomas Stelzer als Landeshauptmann”, zeigt uns die ÖVP eindrucksvoll, welch entbehrliche Ausgaben in Zeiten der Sparbudgets dennoch möglich sind. Einem Land Möglichkeiten zu bescheinigen und das flächendeckend zu plakatieren, hat ja einen eher geringen Informationswert. Auf so eine Idee muss man aber erst einmal kommen. Glauben Politiker denn tatsächlich, dass sich die Bürger von ihnen solches selbstbeweihräuchernde Balz-Gehabe erwarten? Die Werbebranche freut’s, aber es ist dennoch verpulvertes Geld, das sich auch mit Gemeinwohlwidmung hätte in Umlauf bringen lassen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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15.3.2018; OÖN, D.Mascher, Unsoziales Plus? Höchste Zeit für ein „böses“ Nulldefizit.

Das Problem liegt in der (unsozialen) Geldschöpfung!

Ein Nulldefizit des Staatssektors bedeutet in der bestehenden Finanzarchitektur nur eine Verschiebung der dennoch erforderlichen Verschuldung auf Haushalte, Unternehmen und/oder Ausland. Keine Lösung also, sondern nur eine Problemverschiebung. Wer meint, ein Staat sollte sich erst gar nicht verschulden müssen, sollte sich daher vehement für eine Vollgeldreform einsetzen, die dem Staat, unter demokratischer Kontrolle durch den Souverän, erst die Oberhoheit über das Geld zurückbrächte. Auch die Buchgeldschöpfung sollte ausschließlich einer als vierte Macht des Staates zu verstehenden Institution obliegen, für die die Bezeichnung “Monetative” vorgeschlagen wurde. Anderenfalls kann man gar nicht von einem souveränen Staat sprechen. Am 10. Juni findet übrigens bereits das Referendum zu einer Vollgeldreform in der Schweiz statt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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1.3.2018; OÖN; Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie ab 1.Mai

Koalition schaltet Parlament aus

Das Parlament hatte mehrheitlich das Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai d.J. beschlossen. Wir wollen unseren Nationalratsabgeordneten auch konzedieren, dass sie im Laufe ihrer Funktionsausübung klüger werden können. Aber blöder? Man sollte jetzt natürlich erwarten, dass alle, die damals mit wohlüberlegter Gewissensentscheidung für das Rauchverbot stimmten, nunmehr ihr Mandat niederlegen, um sich morgens noch in den Spiegel schauen zu können. Oder sind wir tatsächlich schon so weit, dass es den Volksvertretern gleichgültig ist, vor den Wählern als gewissenlose Halunken dazustehen? Anerkannt Vernünftiges in Unvernünftiges zu verwandeln, und das als wichtigen Auftakt neuen Regierungsstils auszuweisen, lässt vor dieser Koalition schaudern. Die Abgeordneten mögen jedoch bedenken, dass sie delegiert wurden, um die Regierung zu kontrollieren!

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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1.3.2018; Standard; Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie ab 1.Mai

Wozu leisten wir uns Abgeordnete?

Der einstige Gewissensentscheid für das generelle Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai 2018 wird also von der Regierung ausgehebelt. Kein Aufschrei der Abgeordneten, die sich jetzt ihr Gewissen irgendwo sonst hinstecken sollen? Kein Niederlegen ihrer Mandate? Sind das tatsächlich geeignete Volksvertreter, die offenkundig ihrer Verpflichtung, die Regierung zu kontrollieren, nicht nachzukommen vermögen? Lieber von ihren Treugebern, den Bürgern, als gewissenlose Gesellen verachtet, als sich ob der Standfestigkeit auch noch morgen in den Spiegel schauen zu können? Gerne konzedieren wir unseren Abgeordneten im Laufe ihrer Funktionsausübung klüger werden zu können und bereits getroffene Entscheidungen zu revidieren. Aber blöder? Mit dem Rauchverbot zeigt die neue Regierung beispielhaft, wie traurig es um unseren Parlamentarismus steht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Institut Linz

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10.2.2018; Standard; Interview: G.Strobl; „Sind de facto Geschädigte der Energiewende“ (Wolfgang Leitner)

Getriebene Politik?

“Die europäische Politik ist sehr stark menschenrechts- und umweltgetrieben. Alles wichtige Dinge, die man sich aber leisten können muss”, meint Wolfgang Leitner, CEO von Andritz, im Standard-Interview vom 10.2.2018. Da sollte man schon hellhörig werden. Kann es sich denn die Menschheit noch leisten, sich menschenrechts- und umweltgetriebene Politik nicht zu leisten? Ist das nicht das Eingeständnis, dass wir uns der finanzmarktgetriebenen Politik zu beugen haben? Eine Bankrotterklärung gegenüber dem Leben, um den Anforderungen der unzeitgemäßen Finanzarchitektur zu entsprechen?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.2.2018; OÖN; U.Rubasch; Zwei Garagen-Bastler schürfen in großem Stil nach Kryptowährung.

Die Illusion der Kryptowährungen

Der Unternehmergeist der beiden Mühlviertler Jungunternehmer, die in Leonding in “großem Stil” Kryptowährung “schürfen”, in allen Ehren. Womöglich glauben sie ja tatsächlich daran, mit ihrem ambitionierten Einsatz einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. Worin dieser bestehen soll, wurde leider nicht näher erläutert. Denn die angeblich täglich mit enormem Material- und Energieaufwand anfallenden 60 “Ethereum” erhalten ihren Wert ja nur durch die Nachfrage mit gesetzlichem Zahlungsmittel, also in Relation zu dem, was durch Kryptowährungen eigentlich verdrängt werden soll. Auch dezentrale Währungen gab es ja bereits, als noch jede Bank ihre eigenen “Banknoten” in Umlauf brachte. Und wo immer diese akzeptiert, weil sie als werthaltig eingestuft wurden, konnte man damit auch bezahlen. Die Etablierung der Zentralbanken, um Ordnung in dieses Chaos zu bringen hatte also (ursprünglich) gute Gründe. Völlig unterschätzt wurde allerdings die Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, mit dem das Bankensystem die Kreditgeldschöpfung für die Zahlungsflüsse an sich gerissen und damit die Hoheit über das Geld der demokratischen Kontrolle entzogen hat. Kryptowährungen und “Block-Chain” mögen aus technologischer Sicht von akademischem Interesse sein, als Währung sind sie nicht nur komplett untauglich, sondern sogar gefährlich.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.2.2018; Peter M. Lingens hat auf www.lingens.online unter Dimension der digitalen Revolution einen ausgezeichneten Artikel verfasst, in dem er das Abwürgen einer von der SP angedachten „Maschinensteuer“ kritisiert.

Als unmittelbare „Lösung“ wäre so einer Produktivitätssteuer vollumfänglich zuzustimmen. Mein Kommentar geht jedoch weiter und zielt auf eine langfristigere Lösung zur Ermöglichung kultureller Gesellschaftsentwicklung ab:

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Ja, die Basis des Steueraufkommens rührt von der Produktivität der Maschinen. Die Steuern selbst, die ja eine kalkulatorische Größe sind, werden jedoch alle durch den Konsum geleistet. Der anhaltende Irrglaube, dass unser Geld durch Arbeit entsteht und dass deshalb (überspitzt gesagt) nur wer arbeitet auch ein Einkommen zugewiesen bekommen soll, verursacht unser irrwitziges Dilemma. Wenn Wachstum nur als relative Geldgröße verstanden wird, der “Markt” jedoch auf immer weniger (noch) zahlungsfähige Konsumenten eingeengt wird, kommt fast zwangsläufig jede zivilisatorische Gesellschaftsentwicklung zum Erliegen. Diesen Weg scheinen wir nunmehr ja mehr denn je einzuschlagen. Der Schlüssel zur Problemlösung ist wohl in der unzeitgemäßen Konstruktion der Geldordnung zu verorten. Denn alle, wirklich alle Probleme, mit denen heutige Politik konfrontiert ist, haben ihren Ursprung in der mittlerweile versagenden Geldordnung.

Die sogenannte Vollgeldinitiative, über die in der Schweiz am 10.Juni abgestimmt wird, wäre ein diesbezüglicher Innovationsschritt auf der Finanzseite (um die es letztlich immer geht). Eine Vollgeldreform ist, was die Innovationskraft betrifft, durchaus vergleichbar mit der noch in “Verdauung” befindlichen Digitalisierung in der Produktivitätssteigerung. Die Tabuisierung der Geldthematik in der “öffentlichen Diskussion” drückt jedoch das mangelnde Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Staatsbürgern aus. Ceterum censeo: Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen (Betonung auf “müssen”!).

Liebe Grüße, Ihr Günther Hoppenberger

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1.2.2018; GeldStandard; Schweizer stimmen im Juni über ein neues Geldsystem ab. (dpa).

Versehen oder Absicht?

Es erstaunt mehr als, dass vom GeldStandard eine derartige Falschmeldung der dpa zur Schweizer Vollgeld-Initiative kommentarlos und unkritisch übernommen wird. Keineswegs will die Vollgeld-Initiative, die in der Schweiz am 10.Juni zur Abstimmung gelangt, “dass künftig alle Franken physisches Geld (also Bargeld) der Notenbank sind”. Es geht darum, das Geldschöpfungsrecht, das derzeit in überwältigendem Ausmaß von 85-90% bei jeder Kreditvergabe von den Geschäftsbanken ausgeübt wird, unter demokratische Kontrolle des Souveräns zu stellen. Auch das “übliche” Buchgeld, das ja nur eine Forderung auf Geld darstellt, soll nicht eingeschränkt werden, sondern es würde eben zu Vollgeld (zu vollwertigem Geld). Dass Kundengelder, sofern nicht dezidiert für Veranlagungen (Spekulationen) zur Verfügung gestellt, außerhalb der Bankbilanzen und damit tatsächlich sicher wären, und dass sich die Staatshaushalte sukzessive über die Seignorage entschulden könnten, sind  zwei bedeutsame Elemente der Vollgeldreform. Eine Vollgeldreform wäre ein der Digitalisierung vergleichbarer Innovationssprung, dessen eigentliche Bedeutung in den erweiterten Möglichkeiten demokratischer – und vor allem friedlicher – Gesellschaftsentwicklung liegt. Eine Richtigstellung wäre für eine Qualitätszeitung mehr als angebracht. Die entsprechenden Informationen finden sich auf www.vollgeld-initiative.ch, www.vollgeld.de, www.monetative.de und www.monetative.at.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

P.S.: Dass Andreas Treichl Vorträge über “die Welt des Geldes” in Schulen hält, ist ja sehr löblich. Dass er bestätigt, dass unser Geld bei jeder Kreditvergabe entsteht, ist auch korrekt. Dass er die Ursache für die Aufblähung des Finanzsektors (und Staatsverschuldungen) jedoch auf die Notenbanken schiebt, ist gleichermaßen unkorrekt, wie die dpa Meldung zur Schweizer Vollgeld-Initiative.

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31.1.2018; OÖN, H.Neumüller, Wir müssen Asien mit anderen Augen sehen.

Obszönes Wirtschaftsranking

Wir müssen Asien als weiterhin aufstrebende Wachstumsregion mit anderen Augen sehen, meint Hermann Neumüller. Nicht nur Asien, sondern auch uns selbst sollten wir langsam mit anderen Augen sehen lernen. Aus wessen Interesse rührt denn überhaupt dieses Wirtschaftsranking? Wer hat die Kriterien dafür festgelegt und wie lebensbezogen sind diese eigentlich? Stammt die Vereinnahmung zur unfreiwilligen Teilnahme an diesem globalen Wettrennen nach der größten Zahl nicht dem Zwang, den wir mit unserem paradigmatisch selbst auferlegten System auf den Rest der Welt ausüben? Ohne Berichtigung unserer Systemfehler, die insbesondere von der Geldordnung herrühren, entbehrt jede Wissensvermittlung zur Fehlervermeidung für andere an Glaubwürdigkeit und kann daher nur als Taktik unserer imperialistischen Bestrebungen empfunden werden. Imperialistischer Wettstreit und Globalisierung sind eben zwei völlig unterschiedliche Lebensentwürfe.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

From: Neumüller Hermann, Sent: Wednesday, January 31, 2018 5:41 PM, To: Günther Hoppenberger

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger! Es war kein Ranking sondern schlicht der Vergleich der Wirtschaftsleistung (BIP)., MfG Hermann Neumüller

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Ist aber ein Vergleich der Wirtschaftsleistung etwas anderes als ein Ranking? Geht es nicht um den Wettstreit um die vorderen Sitzreihen im “gemeinsamen – fahrerlosen – Autobus”, um die vermeintliche Mitbestimmungsmöglichkeit über die Fahrtrichtung? Anhalten wäre wohl die beste Empfehlung für eine gemeinsame Neuorientierung. Aber wie? Zunehmend müsste es um die geistige Kooperation gehen und da bin ich ganz bei Ihnen, wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Danke jedenfalls für Ihre Antwort. Mit lieben Grüßen, Günther Hoppenberger

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25.1.2018; Antwort an Frau Dr.Griss zu den Vorschlägen zur Verbesserung direkter Demokratie

Sehr geehrte Frau Dr. Griss,
NEOs und speziell Ihr Einsatz für “mehr direkte Demokratie” in allen Ehren. Es geht dabei ja um die Mitspracherechte des repräsentierten Souveräns. Durch die derzeitigen Einschränkungen bezüglich Hoheitsrechten, insbesondere des alleinigen Geldschöpfungsrechts, das von der – in der Finanzverfassung nicht berücksichtigten – Ausbreitung des Kreditgeldes (Forderungen auf Geld) vom Geschäftsbankensektor vereinnahmt wurde, ist das wichtigste Instrument gesellschaftspolitischer Lenkungsmöglichkeiten, dem Einfluss des Souveräns samt seiner Repräsentanz entzogen.
Durch den “Bitcoin-Hype” (der voraussichtlich ein böses Erwachen nehmen wird), ist das Jahrhunderte alte Ringen um die Geldschöpfungshoheit zu einem öffentlichen Diskussionsthema geworden. Nicht zuletzt wegen diesem Ringen wurden die meisten Kriege der Vergangenheit inszeniert. Die grundsätzliche Frage lautet ja: Soll das alleinige Recht der Geldschöpfung einer unter demokratischer Kontrolle des Souveräns stehenden staatlichen Institution zukommen (Wie das mit “Monetative” als vierte staatliche Gewalt von mittlerweile zahlreichen “Vollgeldinitiativen” angeregt wird), oder soll dem Geschäftsbankensektor das gegenüber allen anderen Wirtschaftsteilnehmern hervorstechende Privileg zuerkannt werden/bleiben, sich Werte mit selbstgeschaffenem Geld aneignen zu können?
Die Schweizer Vollgeldinitiative (www.vollgeld-initiative.ch) ist da bereits weit voran und es wird bereits heuer ein Referendum zu dieser Frage geben. Es wäre erfreulich, wenn Ihr Einsatz für mehr direkte Demokratie als Vorstufe für die konkrete Anwendung zu der Geldschöpfungsfrage verstanden werden kann. Noch erfreulicher wäre es, wenn sich die NEOS selbst federführend hinter die Vollgeldreform stellt. Es ist unschwer zu erkennen, dass alle, wirklich alle Probleme mit denen die Politik heute konfrontiert ist, ihren Ursprung in der mittlerweile versagenden Geldordnung haben. Das ersuche ich Sie zu bedenken.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Günther Hoppenberger
LIFESENSE-Zirkel Linz
Schmökern auf
lohnt immer
Viele wird es wahrscheinlich nicht verwundern, dass es auch bei den NEOs mit der vorgeblichen Bürgernähe nicht sehr weit her ist, aber bis heute, 15.3.2018, habe ich nicht einmal eine „Schmecks“-Reaktion erhalten. 
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16.1.2018; OÖN, D.Mascher, Es ist Zeit für mehr Optimismus

Der Zeitenlauf als Quelle der Zuversicht

Zum Glück benötigt Optimismus als individuelle Einstellung gegenüber dem Leben keine Zeit, sondern es reicht das Grundvertrauen. Es ist jedoch Dietmar Mascher beizupflichten, dass Optimismus die beste Medizin ist, um die derzeitige Retro-Politik, die quer durch Europa am Werk ist und Wachstum, Arbeitsplätze und Wettbewerb, die grandiosen und erfolgreichen Problemlösungsstrategien der Vergangenheit auch in die Zukunft fortzuschreiben versucht, auszuhalten. Es ist also gut, dass in den Bevölkerungen Optimismus vorherrscht, obwohl die Regierungsverantwortlichen dazu wahrhaftig keinen Anlass geben. Wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden – und das schafft Zuversicht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.1.2018; Standard; Analyse von Leopold Stefan, „Stell dich nicht so an“

Es geht um Werte! Nicht um Arbeit.

Wir verstricken uns zunehmend in anachronistischen Begrifflichkeiten. Wir sprechen von Arbeitslosen und meinen Einkommenslose. Wir schränken den Arbeitsbegriff auf die produktive Werteschaffung ein, lassen dann noch den Werteaspekt weg, sprechen nur noch von Produktivität und verstehen darunter wiederum nur die Mehrung von Symbolgeld. Damit wird der Anschein erweckt, als entstünde Geld durch Arbeit. Die Sinnfrage wird dann gar nicht gestellt, sondern es geht nur mehr um Leistungswilligkeit. Deshalb verkam auch die Suche nach einer Arbeit als Aufgabenstellung zu einer “Jobsuche” aus Überlebensnotwendigkeit. Nicht marktgängige Tätigkeiten wie die Verwirklichung von Erlebnis-/sozialen-, oder gar Haltungswerten, wie sie unermüdlich von Kindern, Arbeitslosen und Pensionisten vollbracht werden, genießen keine Beachtung als gesellschaftlicher Beitrag. In ausgereiften Volkswirtschaften müsste sich da eigentlich “Konsument” als eigener Berufsstand aufdrängen. Gerade Politiker vergessen aber gerne, dass auch sie diesem Berufsstand “Konsument” angehören, weil sie doch von der Bevölkerung zu ihrer Tätigkeit von der produktiven Werteschaffung freigestellt wurden. Geht man nun von den Tätigkeiten zur Einkommensfrage, dann ist das Einkommen nichts anderes als eine zugewiesene Kaufkraft, deren Höhe von den Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft bestimmt wird. Statt Lösungen zu immer gleichen Fragen zu suchen, sollten wir vielleicht einmal neue Fragen stellen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.1.2018; OÖN  Ulrike Rubasch; Sonderbeitrag: Die Welt in Zahlen (im “Magazin” – S.4 u.5)

Zahlenspiele rund um Schulden

Zieht man die Zinsaufwendungen vom Defizit ab, kommt man zu dem erfreulich positiven Saldo von rund 4 Mrd, oder ca. 1,2% d. BIP. So schlecht war das Wirtschaften des Staates 2017 also gar nicht. Dass sich Staaten, als Repräsentanten der Bürgergesellschaft ihrer Hoheit über das Geld begeben haben, fällt allerdings unter angewandte Idiotie zum Schaden der Bevölkerungen. Ein Staat ohne Geldhoheit hat seine Souveränität auch schon verloren und politische Handlungsspielräume eingebüßt. Wollen wir von Fortschritt und Entwicklung sprechen, dann müssen wir auch unsere Geldordnung an die zeitgemäßen Anforderungen anpassen. Eine Vollgeldreform wäre so ein sinnvoller erster Schritt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.1.2018; OÖN, Lucian Mayringer, Mit System

Geld in Töpfen?

Der heutige Kommentar von Lucian Mayringer passt so gar nicht zu dem ehrenwerten Bemühen der OÖN um die Verbreitung von Wirtschaftswissen. Von den viel zu großzügig bemessenen Budgets der einzelnen Ministerien, den “bequemen Vorsorgebudgets”, wären in der Vergangenheit rund 1 Mrd. in “den Töpfen” liegen geblieben und könnten nun “schmerzfrei” zur Schuldentilgung verwendet werden, meint Lucian Mayringer. Doch die Töpfe gibt es nicht! Budgetiertes, jedoch nicht ausgegebenes Geld existiert nicht. Es war eben nicht nötig, dieses Geld vom “Markt” auszuleihen (und es konnte auch von niemandem eingenommen werden!). Es ist jedoch nicht möglich, aus einer nicht eingegangenen Schuldverpflichtung alte Schulden zu tilgen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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