2018

LESERBRIEFE UND KOMMENTARE  2018

16.1.2018; OÖN, D.Mascher, Es ist Zeit für mehr Optimismus

Der Zeitenlauf als Quelle der Zuversicht

Zum Glück benötigt Optimismus als individuelle Einstellung gegenüber dem Leben keine Zeit, sondern es reicht das Grundvertrauen. Es ist jedoch Dietmar Mascher beizupflichten, dass Optimismus die beste Medizin ist, um die derzeitige Retro-Politik, die quer durch Europa am Werk ist und Wachstum, Arbeitsplätze und Wettbewerb, die grandiosen und erfolgreichen Problemlösungsstrategien der Vergangenheit auch in die Zukunft fortzuschreiben versucht, auszuhalten. Es ist also gut, dass in den Bevölkerungen Optimismus vorherrscht, obwohl die Regierungsverantwortlichen dazu wahrhaftig keinen Anlass geben. Wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden – und das schafft Zuversicht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.1.2018; Standard; Analyse von Leopold Stefan, „Stell dich nicht so an“

Es geht um Werte! Nicht um Arbeit.

Wir verstricken uns zunehmend in anachronistischen Begrifflichkeiten. Wir sprechen von Arbeitslosen und meinen Einkommenslose. Wir schränken den Arbeitsbegriff auf die produktive Werteschaffung ein, lassen dann noch den Werteaspekt weg, sprechen nur noch von Produktivität und verstehen darunter wiederum nur die Mehrung von Symbolgeld. Damit wird der Anschein erweckt, als entstünde Geld durch Arbeit. Die Sinnfrage wird dann gar nicht gestellt, sondern es geht nur mehr um Leistungswilligkeit. Deshalb verkam auch die Suche nach einer Arbeit als Aufgabenstellung zu einer “Jobsuche” aus Überlebensnotwendigkeit. Nicht marktgängige Tätigkeiten wie die Verwirklichung von Erlebnis-/sozialen-, oder gar Haltungswerten, wie sie unermüdlich von Kindern, Arbeitslosen und Pensionisten vollbracht werden, genießen keine Beachtung als gesellschaftlicher Beitrag. In ausgereiften Volkswirtschaften müsste sich da eigentlich “Konsument” als eigener Berufsstand aufdrängen. Gerade Politiker vergessen aber gerne, dass auch sie diesem Berufsstand “Konsument” angehören, weil sie doch von der Bevölkerung zu ihrer Tätigkeit von der produktiven Werteschaffung freigestellt wurden. Geht man nun von den Tätigkeiten zur Einkommensfrage, dann ist das Einkommen nichts anderes als eine zugewiesene Kaufkraft, deren Höhe von den Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft bestimmt wird. Statt Lösungen zu immer gleichen Fragen zu suchen, sollten wir vielleicht einmal neue Fragen stellen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.1.2018; OÖN  Ulrike Rubasch; Sonderbeitrag: Die Welt in Zahlen (im “Magazin” – S.4 u.5)

Zahlenspiele rund um Schulden

Zieht man die Zinsaufwendungen vom Defizit ab, kommt man zu dem erfreulich positiven Saldo von rund 4 Mrd, oder ca. 1,2% d. BIP. So schlecht war das Wirtschaften des Staates 2017 also gar nicht. Dass sich Staaten, als Repräsentanten der Bürgergesellschaft ihrer Hoheit über das Geld begeben haben, fällt allerdings unter angewandte Idiotie zum Schaden der Bevölkerungen. Ein Staat ohne Geldhoheit hat seine Souveränität auch schon verloren und politische Handlungsspielräume eingebüßt. Wollen wir von Fortschritt und Entwicklung sprechen, dann müssen wir auch unsere Geldordnung an die zeitgemäßen Anforderungen anpassen. Eine Vollgeldreform wäre so ein sinnvoller erster Schritt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.1.2018; OÖN, Lucian Mayringer, Mit System

Geld in Töpfen?

Der heutige Kommentar von Lucian Mayringer passt so gar nicht zu dem ehrenwerten Bemühen der OÖN um die Verbreitung von Wirtschaftswissen. Von den viel zu großzügig bemessenen Budgets der einzelnen Ministerien, den “bequemen Vorsorgebudgets”, wären in der Vergangenheit rund 1 Mrd. in “den Töpfen” liegen geblieben und könnten nun “schmerzfrei” zur Schuldentilgung verwendet werden, meint Lucian Mayringer. Doch die Töpfe gibt es nicht! Budgetiertes, jedoch nicht ausgegebenes Geld existiert nicht. Es war eben nicht nötig, dieses Geld vom “Markt” auszuleihen (und es konnte auch von niemandem eingenommen werden!). Es ist jedoch nicht möglich, aus einer nicht eingegangenen Schuldverpflichtung alte Schulden zu tilgen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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