2018

LESERBRIEFE UND KOMMENTARE  2018

16.9.2018; Die Presse; Jakob Zirm Statt Gier regiert nun Populismus und Karl Gaulhofer 2008 stand das Finanzsystem an der Kippe, 2018 ist es die Politik

Ein demokratisch geführter Befreiungsschlag von den Märkten täte Not

Anlässlich des 10-Jahres “Lehman-Pleite-Jubiläums” werden wir mit zahlreichen Analysen überschüttet, die in den Schlussfolgerungen vor allem der Beschwichtigung dienen sollen. Eine grundlegende Systemreform als notwendige Konsequenz ins Auge zu fassen, wird nicht einmal angedacht. Die Politik zeigt sich ohnmächtig gegenüber “den Märkten” und gibt sich mit den von diesen zugelassenen graduellen Retuschen zufrieden. “Die Handlungsfähigkeit der Zentralbanken sollte rasch wieder hergestellt werden”, empfiehlt Martin Kocher (IHS) und meint damit eine Anhebung der Zinsen (was erst recht in die Katastrophe führen würde). Handlungsfähigkeit hätte eine Zentralbank vor allem dann, wenn ihr das alleinige Geldschöpfungsrecht zustünde (wenn ihr auch das unbedacht an die Banken verlorene Privileg der Buchgeldschöpfung unterstellt wäre, wie das als wichtigster Reformschritt von den internationalen Vollgeldinitiativen dringend empfohlen wird). Von “den Märkten” vor diesen hergetrieben, wundert es nicht, dass die Politik ihr Heil in der Anpassung an den stumpfen, uninformierten Populismus sucht. Ein fatales Szenario mit vorhersehbar unappetitlichem Ausgang.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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15.9.2018; Standard; A.Szigetvari; Von wegen nur die Banker gerettet

Wie funktioniert das?

In der akribischen Analyse der Vorgänge rund um den 2008er Crash, bleibt leider die wesentliche Frage unbeantwortet, wie denn verschuldete Staaten – und interessanterweise gibt es ja keine Staaten ohne Verschuldung – die Mittel aufbringen können, mit denen sie dann Banken oder Versicherungen vor der Pleite retten. Die Kernfrage unserer Finanzarchitektur bleibt somit unberührt: Wem soll das Geldschöpfungsrecht (Bar- und Buchgeld) zustehen? Das “Lehman-Jubiläum” hätte sich gut dafür geeignet, die Diskussion darüber anzustoßen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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11.9.2018; OÖN; H. Neumüller Der Traum vom Eigenheim führte in die Katastrophe. H. Schaller im Interview mit D. Mascher: „Es war ein Schock, was mit dem einst unsinkbaren Schiff passierte“

Es hat sich nichts geändert

Nicht der Traum vom Eigenheim führte in die Katastrophe, sondern die verantwortungslose Haltung der findigen Finanzakteure (Fabelhaft und spannend wie ein Krimi ausgeführt in “Die Unfehlbaren” von Andrew Ross Sorkin; W.Goldmann Verlag, München 2012). Die auch schon damals vorhersehbare Katastrophe führte ja bislang auch zu keinerlei Einsichten, und so entsprechen die regelmäßigen Meldungen, dass nunmehr alles sicher wäre und so etwas wie damals nicht mehr passieren könnte, ganz dem Angst verdrängenden Pfeifen im Wald. Die geschichtliche Aufarbeitung der Lehman-Pleite ist zwar gewiss recht interessant, hilft jedoch zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise nur sehr wenig. Wohin sind eigentlich Draghis Abermilliarden frisches Geld verschwunden? Weder im BIP-Wachstum, noch in der Inflationsrate werden sie sichtbar. Der naheliegende Verdacht sollte sich daher aufdrängen, dass sie im Finanzcasino zur Fütterung der nächsten Blase dienen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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8.9.2018; Standard, Nach Lehmann ist vor dem Crash (Andreas Schnauder) und: Wir haben aus Lehmann gelernt (Alexander Hahn)

Erfahrung: Ja. Gelernt: Absolut nichts.

Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass die Finanzwelt vor dem nächsten Crash steht – der noch dazu alles Bisherige in den Schatten stellen wird. Berücksichtigt man noch den historisch stets bestätigten Zusammenhang von versagender Finanzarchitektur und gezielten Kriegsinszenierungen, dann verheißt das im Lichte der am Ruder befindlichen politischen Wirrköpfe nichts Gutes. Was beschwichtigend als verbessertes Krisenmanagement der Banken dargestellt wird, bedeutet ja nichts anderes, als die geschärfte Raffinesse, eigene Schulden gerade noch rechtzeitig auf andere Schultern zu übertragen, früher zum Zug kommen zu lassen. Die diesbezüglich belastbaren Schultern werden stets bei den Normalbürgern verortet werden, deren Informationsstand naturgemäß hinterher hinkt. Die sogenannten Sicherheitsmechanismen der Banken müssen daher als finanztechnische Angriffswaffen gegen die wirtschaftstreibende Bevölkerung gesehen werden. Der Bedrohung wird jedoch kaum Einhalt zu gebieten sein, so lange die Staaten in der Abhängigkeitsfalle “der Märkte” zappeln.

Noch scheint von der Politik die fortschreitende Ablenkungsmasche vom Wesentlichen zu funktionieren, doch das Ende wird vorhersehbar unmenschlich. Es liegt nicht an den Menschen, sondern an dem einstmals durchaus als erfolgreich zu bezeichnendem System, dem sich unterzuordnen wir beharrlich gezwungen werden, obwohl es längst nicht mehr die Aufrechterhaltung erreichter Lebensqualität zu gewährleisten vermag. Leider beschränken sich auch die fallweisen Aufklärungsversuche über Wirtschaftszusammenhänge auf die Wege zu cleverer Vorteilssuche gegenüber anderen und gehen nicht auf Möglichkeiten einer zeitgemäßen Finanzarchitektur zur Dienstbarmachung für zivilgesellschaftliche Entwicklungen ein. Immer noch wird “die größte Zahl” als Ersatz für Qualität propagiert.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.8.2018; News; Anna Gasteiger zu „150.- reichen“ von Beate Hartinger-Klein

Unverstandenes Geld
Wie die meisten, so glaubt offensichtlich auch Beate Hartinger-Klein, die sich in ihrem Selbstverständnis der Elite zugehörig wähnt, dass ihr Einkommen durch ihre Arbeit entsteht (!). Unter der gleichfalls irrigen Annahme, dass sich die Einkommensverteilung aus (fiktiven) Marktgegebenheiten ergibt, wird gerne ausgeblendet, dass sämtliche Einkommen Geldzuteilungen gemäß den Machtstrukturen innerhalb einer Gesellschaft sind. Es würde sich tatsächlich lohnen, sich mit der (mittlerweile und vorhersehbar) untauglichen Finanzarchitektur zu befassen, die uns immer weiter in den Abgrund führt. Höchste Zeit, dass es zu einer Grundsatzdebatte über Geldentstehung und Geld als Machtmittel kommt.
Dr.Günther Hoppenberger
LIFESENSE-Zirkel Linz
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20.6.2018; Kommentar zu Kolumne von Dr. Wilfried Stadler in der FURCHE vom 7.6.18

„VOLLGELD IST KEIN WUNDERMITTEL“

Sehr geehrter Herr Dr. Stadler,

leider komme ich erst heute dazu, Ihre Kolumne vom 7. Juni 2018, die gerade noch drei Tage vor der Schweizer Abstimmung über Vollgeld in der „FURCHE“ veröffentlicht wurde, zu kommentieren. Und zweifellos fordern Ihre Darstellungen himmelschreiend nach Richtigstellungen.

Als so ziemlich der einzigen richtigen Feststellung kann man der Überschrift, „VOLLGELD IST KEIN WUNDERMITTEL“, zustimmen. Als solches wird eine Vollgeldreform von den Initiatoren auch nicht angepriesen, wie diese sich auch „das Ende aller Finanzkrisen“ weder erwarten noch versprechen. Eine Vollgeldreform ist als erster und damit wichtigster Schritt zu verstehen, überhaupt politische Handlungsmöglichkeiten durch eine demokratisch kontrollierbare Oberhoheit über die Geldschöpfung zu eröffnen. Die Staaten von der Knebelung durch die Finanzmärkte zu befreien und auch eine sukzessive Entschuldung zu ermöglichen. Es geht im Kern um eine Machtverschiebung zu Gunsten des Souveräns, also der Bürgergesellschaft. Nicht zuletzt zieht sich das Ringen um die Geldschöpfungshoheit als häufigste Kriegsursache durch die Geschichte und es ist eine Frage gesellschaftlicher Reife, das zu erkennen und auch endlich im Sinne eines demokratischen Gesellschaftsgefüges beenden zu wollen. Parteipolitisch, wie auch weltpolitisch, ist von diesem Willen leider weit und breit nichts zu bemerken.

Was Sie als „Revolution des Geldwesens“ bezeichnen, ist ja so revolutionär nicht, wenn man bedenkt, dass eine überwältigende Mehrheit der Bürger meint, dass die Dinge so sind, wie sie erst nach einer Vollgeldreform wären. Letztlich ist eine Vollgeldreform nur die Korrektur, um die Technologieentwicklungen und die damit einhergehenden Änderungen der Zahlungsgewohnheiten zu berücksichtigen und zu einer zeitnotwendigen Anpassung der Geldordnung zu führen. Die Geldordnung so zu gestalten, wie sie von der Mehrheit vermutet wird. Laut einer Umfrage nehmen rund 75% der Schweizer an, dass das alleinige Geldschöpfungsrecht bei der Zentralbank liegt und immerhin noch 59% sind dafür, dass das richtig ist. Warum sie dann nicht für die Vollgeldreform gestimmt haben, ist wohl der institutionell organisierten Angstkampagne der Gemeinwohl-Gegner geschuldet.

Sie schreiben: „Anleger hätten damit kein Bankenrisiko mehr zu tragen“. Das Gegenteil ist richtig! Wer sein – dann Vollgeld – der Bank für Kreditvergaben und/oder Anlageprodukte zur Verfügung stellt, trägt auch das volle Verlustrisiko. Nur die Zahlungsverkehrskonten, die im Unterschied zu jetzt keine Forderungen gegenüber der Bank, sondern solche gegenüber der Zentralbank wären, wären sicher, weil sie außerhalb der Bankenbilanz geführt würden.

Unter Berufung auf den – trotz ausgewiesenem Keynesianer erstaunlichen Vollgeld-Skeptiker, Dr. Schulmeister, – behaupten Sie, den Banken würde die Möglichkeit für Kreditvergaben genommen werden. Auch das ist natürlich falsch. Richtig ist, dass den Banken die Möglichkeit zur Kreditgeldschöpfung genommen werden soll. Der ungerechte und durch nichts zu rechtfertigende Marktvorteil der Banken gegenüber allen anderen Unternehmen soll beseitigt werden. Als Quellen zur Kreditvergabe stehen nach wie vor die dezitiert für Anlagezwecke eingeworbenen Kundengelder, der Interbankenmarkt und Zentralbankkredite zur Verfügung. Alles mit Vollgeld.

Ihr kleiner Exkurs in die „gängige Finanztheorie“ blendet diskret die ausufernde Diskrepanz zwischen Theorie und zeitgemäßen Anforderungen aus. Wenn ein Modell die Realität nicht mehr abzubilden vermag, erschiene es eigentlich naheliegend, das Modell einer Widmungskorrektur zuzuführen. Schließlich sollte die Finanzarchitektur der Gesellschaftsentwicklung dienen und nicht umgekehrt. Und wenn man schon meint, dass „die Märkte“ über die Handlungsoptionen der Staaten bestimmen sollten, dann sollte man auch für die Schaffung fairer Marktbedingungen eintreten. Etwas, das eine Vollgeldreform ermöglichen könnte.

Zuletzt schreiben Sie, dass gegen die „Ängste vor einem nach wie vor krisenanfälligen Finanzsystem“ nur „eine deutlich höhere Durchsetzungskraft gegenüber den globalen Großbanken bei der Regulierung des Finanzsystems [hilft]“, und bringen damit genau das zum Ausdruck, worum es bei der angestrebten Vollgeldreform ginge.

Und so bin ich der festen Überzeugung, dass der gewiss nur als Achtungserfolg zu bewertende Ausgang der Schweizer Vollgeld-Abstimmung zumindest zu einer breiteren öffentlichen Diskussion und damit auch zu einem besseren Verständnis der Geldthematik als solcher führen wird. Bekanntlich werden viele Zusammenhänge von Kindern, Jugendlichen und unbelasteten Normalbürgern, die sich um das Gesellschaftsgefüge sorgen, viel eher verstanden, als von so manchem nach irgendeiner ökonomischen Schulrichtung dogmatisch geprägten Experten.

Vollgeld ist gewiss kein Allheilmittel und es gibt noch genug weitere Reformschritte, wie z.B. das Einbremsen des Hochfrequenzhandels oder auch die Finanztransaktionssteuer und ähnliches, das auch bereits ohne Vollgeld gemacht werden könnte, jedoch gerade wegen der mangelnden Oberhoheit über das Geld zum Scheitern verurteilt ist, wie die Vergangenheit das immer wieder zeigte.

Dass wir uns die Zukunft jedoch nur mehr rosig tanzen und unsere Ohren vor dem Knistern des morschen Bodens verschließen, ist trotz Aufbietens aller möglichen Ablenkungen kaum mehr zu übersehen. Lassen Sie uns also gemeinsam hoffen, dass die geistige Entwicklung der Menschheit mit der technologischen endlich wieder einmal Schritt zu halten vermag.

Mit besten Grüßen, Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

Am 25.6.2018 hat Dr. Wilfried Stadler geantwortet:

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

danke für Ihre Anmerkungen zu meinen in Ihren Augen himmelschreienden Kritikpunkten am Vollgeld. Es ist mir inzwischen aus Korrespondenzen mit Vollgeld-Anhängern vertraut, dass man mit heftigem Widerspruch auch dort zu rechnen hat, wo bei genauerem Hinhören eigentlich Übereinstimmung herrschen könnte.

Auch ich bin der Auffassung, dass die Finanzmarktordnung einer grundlegenden Revision bedarf und die Reformschritte nach der Finanzkrise bei weitem nicht ausweichen. Mein Ansatz geht allerdings anstelle eines Systemwechsels in Richtung einer gründlichen Systemkorrektur, vor allem hinsichtlich der Eigenkapitalerfordernisse von Großbanken. Die Kreditgeldschöpfung durch das Bankensystem halte ich – sofern sie ordnungspolitisch richtig eingebettet ist – für sinnvoll und realwirtschaftlich produktiv.
Vielleicht erlaubt es Ihre Zeit, einen Blick in Beiträge zu werfen, die ich zu diesem Themenkreis auf meiner Homepage www.wilfried-stadler.com veröffentlicht habe, insbesondere jenen Artikel über „Finanzmarktpolitische und regulatorische Ursachen der Finanzkrise“ vom Februar 2009, der zur Grundlage meines Buches „Der Markt hat nicht immer recht“ geworden ist.

Es ist aber jedenfalls sinnvoll, wenn sich Kritiker der Entgleisungen des gegenwärtigen Systems gegenseitig wertschätzend austauschen. So ist auch meine Antwort zu verstehen. Der in Ihrem letzten Satz geäußerten Hoffnung schließe ich mich dementsprechend vollinhaltlich an!

Mit herzlichen Grüßen
Wilfried Stadler

Wurde von mir am 26.6.18 wie nachstehend beantwortet:

Sehr geehrter Herr Dr. Stadler,

herzlichen Dank für Ihre Antwortzeilen. Vorweg möchte ich Sie meiner höchsten Wertschätzung versichern und dies umso mehr, als mir etliche Ihrer Vortragsinhalte und Haltungen, besonders jene bezüglich „Sozialer Marktwirtschaft“ und gesellschaftlicher Verantwortung des Wirtschaftens durchaus geläufig sind. Umso größer war ja meine Irritierung über Ihre Ansichten zu „Vollgeld“ in der Furche.

Ist es denn nicht so, dass ordnungspolitische Regulierungen gleich welcher Art, immer nur von jener Institution (möglichst demokratisch kontrolliert) angegangen werden können, die auch die Oberhoheit über das zu regulierende Medium innehält? Wenn man eine soziale Marktwirtschaft wieder aufleben lassen möchte, stellt sich doch – so meine ich – die Frage, ob es im Licht gesellschaftlicher Erfordernisse und technologischer Entwicklungen noch zeitgemäß ist, dass sich Staaten, also die durch ihn repräsentierten Bürgergesellschaften, verschulden müssen (Betonung auf „müssen“), ohne dass ja Gewinnziele zu den staatlichen Aufgaben zählen. Es kann doch nicht sein, dass „die Märkte“, die ja keineswegs solche sind, die Staaten vor sich hertreiben und immer weiter in die Abhängigkeit treiben können. Es geht um die Abhängigkeit der Bevölkerungen von der Gunst der „Märkte“.

Bei Geldschöpfung geht es also um Macht – und die sollte doch eigentlich dem Souverän zukommen. Bei weiter fortschreitender Digitalisierung mit entsprechender Verschiebung der Arbeits- und Konsumanforderungen wird sich schon bald die grundsätzliche Frage erheben, woher die (je inländische) Kaufkraft stammen soll, um die etwaigen Segnungen der Digitalisierung auch erwerben zu können. Denn selbst wenn wir es zu verdrängen versuchen, liegt werteschaffendes Leben immer noch in der Land- und Forstwirtschaft und im Bergbau begründet. Und so sollten eigentlich sinnvolle Bestrebungen für eine Kreislaufwirtschaft auch von einem „Kreislauf-Geld“ begleitet werden, das keine Abflussöffnung für die Akkumulierung in einem wertlosen Gully (meine Metapher für „die Märkte“) vorfinden darf.

Die mittlerweile Unmöglichkeit staatlicher Regulierungen zeigt sich beispielhaft am misslungenen Versuch der EU, den Hochfrequenzhandel auf zumindest 500 msec. einzubremsen. Kein Aufwand mit öffentlichen Mitteln scheint zu groß zu sein, den Börsen auch den Handelstakt in Nanosekunden zu ermöglichen. Dass man sich so ein Geschäftsmodell nicht verderben lassen möchte, liegt auf der Hand und die Möglichkeit dazu liegt in der erpresserischen Kraft der Geldordnung. Dabei ist der Börsenhandel ja nur ein Teilaspekt der Finanzarchitektur, der jedoch zugleich die Verantwortungshaltung der „Märkte“ gegenüber Bevölkerungsbedürfnissen aufzeigt. Auch die Schließung von Steueroasen scheitert ja nicht am politischen Willen, sondern an den durch die „Märkte“ eingeschränkten politischen Möglichkeiten.

Wer keine Geldhoheit hat, kann eben auch nicht als souveräner Staat auftreten. Er ist Schuldner und damit abhängig von den Gläubigern, die darüber bestimmen, ob überhaupt und wie Schulden getilgt werden können. Damit bekommt eine „Vollgeldreform“ auch eine wichtige demokratiepolitische Bedeutung. Von „Märkten“ regiert zu werden verschafft mir ziemliches Unbehagen. Auf den Vorrang destruktiv ausgerichteter militärischer Forschung und „Arbeitsplatzschaffung“, die diese Machtposition auch mit allen Mitteln aufrechterhalten und ausweiten soll, will ich hier gar nicht näher eingehen.

Und so erkenne ich durchaus die eigentliche geistige Übereinstimmung in den Zielen, allein mir fehlt der Glaube, dass sich diese Ziele mit Retuschen des derzeitigen Systems auch erreichen lassen, denn leider ist Vernunft, die erpresserischem Druck des Geldes auch standzuhalten vermag, keine (oder nur fallweise aufblitzende und rasch abgewürgte) politische Kategorie. Und so wäre doch eine Vollgeldreform ohnehin nur eine widmungsgemäße Korrektur des bestehenden Systems. Eine machtpolitische Änderung zu Gunsten des Souveräns.

In diesem Sinne, mit nochmaligem Dank für Ihre Zeilen und

mit lieben Grüßen, Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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11.6.2018; Standard, Ergebnis der Schweizer Vollgeld-Abstimmung

Zweifel an Schweizer Demokratiewillen?

Die Schweizer Abstimmung über das Geldschöpfungsrecht erbrachte zwar mit 24,3% einen Achtungserfolg für die Vollgeld-Initiative, dennoch sind die 75,7% Ablehnung ein bedenkliches Signal für die demokratiepolitische Entwicklung unserer Nachbarn. Ausgerechnet das Vorbild für eine ausgereifte Demokratie hat die Möglichkeit verstreichen lassen, das vierte und alles entscheidende Souveränitätsrecht, die Oberhoheit über die Geldschöpfung, unter demokratische Kontrolle zu stellen. Die geballte Angstkampagne der Gemeinwohl-Antagonisten, die auch mit zahlreichen Fehldarstellungen operierten, hat auf dem leider selbst in der Schweiz zunehmenden Boden politischer Nachlässigkeit, Früchte getragen. Allerdings wurde damit auch in erschreckender Weise die Unkenntnis der Volksvertreter über Wesen und Bedeutung einer den Bevölkerungsinteressen dienenden Geldordnung offenbar. Sehr schade.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

(ging auch an: OÖN, Wiener Zeitung, Kronen-Zeitung und Profil)

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8.6.2018; Standard; L.Stefan, Ein weltweit einzigartiges Geldsystem per Abstimmung

Privatmacht oder Staatsmacht?

Das ewige Ringen um diese Frage sieht demokratisch gestaltete Staatsgefüge durch die bestehende Finanzarchitektur derzeit eindeutig auf der Verliererstraße. Die Souveränität der Staaten wurde an “die Märkte” verloren. Niemand fragt, was das eigentlich für Geld ist, das “die Märkte” den Staaten gegen welche Verzinsung auch immer zur Verfügung stellen und sie damit in die Schuldenfalle treiben und erpressbar machen. Bei der Vollgeldreform geht es um die Zurechtrückung dieser Souveränitätsrechte. Die Geldschöpfung soll einzig und allein dem Souverän in Form einer demokratisch kontrollierten Institution zukommen. Durch die mittlerweile ausufernde Bedeutung der Buchgeldschöpfung soll das bestehende Geldschöpfungsrecht für Banknoten und Münzen auch auf das Buchgeld ausgedehnt werden. Ein eigentlich naheliegendes Anliegen, um die Weltverschuldung sukzessive in den Griff zu bekommen. Dass sich alle, die aus dem derzeitigen System zu profitieren meinen, dagegen stemmen, sollte nicht überraschen. Die Schweizer Abstimmung sollte zumindest für ein Aufwachen sorgen und vielleicht sogar zur Einsicht führen, dass alle Probleme, mit denen Politik und Bürger konfrontiert sind, ihren Schlüssel in der versagenden Geldordnung haben. Dann könnte einmal breiter darüber diskutiert werden, wie es sein kann, dass mögliche Werteverwirklichung aus Geldmangel unterbleiben muss.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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2.6.2018; OÖN; Liste Pilz: Gezerre um Mandate geht weiter

Selbstauflösung mit Demokratieschädigung

Die Reibereien innerhalb der “Liste Pilz”, die sich unter Fassungslosigkeit und/oder Häme der Öffentlichkeit zutragen, legen nur einmal mehr offen, worum es generell in der Parteipolitik geht: Es geht um Personen und Pfründe, nicht um Inhalte oder gar um Verantwortungsgefühl gegenüber Wählern. Es geht ums Geld! Bei allen anderen Parteien ist es nicht anders, es lässt sich durch mehr Möglichkeiten für Postenschacher nur besser kaschieren. Von Rechts wegen sollte ein politisches Amt ja ein Ehrenamt sein, das mit “Wissen und Gewissen” auszuüben wäre. Das Festklammern an Mandaten legt für den Normalbürger jedoch die stichhaltige Vermutung nahe, dass die damit verbundene Entlohnung und sonstige Privilegien, längst nicht mehr den Marktgegebenheiten entsprechen und offensichtlich viel zu hoch angesetzt sind. Welches sind denn die inhaltlichen Gründe Frau Bißmanns, das ihr unvorhergesehen zugefallene Mandat nicht wieder zurückgeben zu wollen?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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30.5.2018; Standard, Gianluca Wallisch (Rom); Regierungsbildung und Morddrohungen

Staatsstreich der “Märkte” in Italien

Es lässt sich nicht mehr verbergen, dass sich die gegenwärtige Weltpolitik keinen Deut mehr um das Wohlergehen der Bevölkerungen schert. Soeben durfte man in Italien den Putsch von oben verfolgen, der durch den greisen Staatspräsidenten Mattarella eingeleitet wurde, indem er den brav beim IWF angelernten Ökonomen Carlo Cottarelli zum Premierminister ernannte. Ein Aufatmen der “Märkte”, die bekanntlich wenig mit dem Wohlergehen der Bevölkerungen am Hut haben, war die Folge und sollte daher höchst stutzig machen. Stein des Anstoßes war, dass die zwar ohnehin nur mühsam aber immerhin zustande gekommene Koalition die grandiose Idee verfolgte, die Liquidität des italienischen Staates unter Umgehung der “Märkte” durch eine Parallelwährung mit Steuergutschriften zu erhöhen. Wenn man so will, eine mini-mini Vollgeldvariante, mit der man die Wirtschaft ohne zusätzlicher Staatsverschuldung hätte ankurbeln können. So etwas, das vor allem den Interessen des Staatsvolkes dient, jedoch den “Märkten” Spekulations- und Einkommensmöglichkeiten entzieht, darf es aber offensichtlich nicht geben.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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2.5.2018; Standard (Leserstimme) Mag.Amelie Groß (Junge Wirtschaft) Schnee auf der Eisbergspitze.

Bitte an Frau Mag. Groß weiterleiten

Betr: “Schnee auf der Eisbergspitze” im heutigen Standard

Sehr geehrte Frau Mag. Groß,

Ihre Euphorie bezüglich zukünftiger Möglichkeiten durch fortschreitende Digitalisierung und Ihr Eintreten für den raschen, flächendeckenden Netzausbau in allen Ehren. Tatsächlich zeichnen ja die Zukunftsszenarien das Bild der lange ersehnten “schönen neuen Welt”. Da kann schon Begeisterung aufkommen. Gestatten Sie mir aber darauf hinzuweisen, dass in der durchaus berechtigt erscheinenden Euphorie außer Acht gelassen wird, dass die Zuteilung von Einkommen immer noch nach der je unterschiedlichen Einstufung von Erwerbsarbeit erfolgt. Von Erwerbsarbeit, die sich durch weitere Digitalisierung erübrigen soll. Die Geldentstehung (durch Kredit) liegt in unserem System praktisch ausschließlich im produktiven Bereich. Und so können auch “innovative Geschäftsmodelle”, sofern sie einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten vermögen, nur auf das in der Produktion erarbeitete Einkommen zurückgreifen. Es erhebt sich also die Frage, womit und von wem die Segnungen der Digitalisierung einmal bezahlt werden sollen.

Die Digitalisierung ist ein gewiss phantastischer Technologiesprung, dem man jedoch vorausschauend auch die zeitnotwendige Reform der Finanzarchitektur zur Seite stellen müsste, um daraus tatsächlich gesellschaftliche Vorteile ziehen zu können. Leider scheint das noch nicht erkannt zu sein. Wie auch die Frage, ob es sinnvoll und richtig ist auch alles zu tun, weil es eben möglich ist, im Begeisterungstaumel verdrängt wird.

Im Kern peilt eine ausgereifte Digitalisierung eine perfekte Gesellschaft – ohne Menschen – an! Ob wir dazu jedoch schon reif genug sind, das Wozu des Lebens im Spirituellen zu erkennen, wie es dann naheliegen sollte, darf bezweifelt werden. Nicht zu vergessen, dass sich zur künstlichen Intelligenz zwangsläufig auch die künstliche Dummheit gesellt.

Letztendlich liegt die Stärke einer Gesellschaft darin, sagen zu können, “wir könnten, aber wir tun es nicht”. Das möchte ich Ihnen als Bundesvorsitzende der “Jungen Wirtschaft” zu bedenken geben und dass sich viele Zukunftshoffnungen ohne Reform der Geldordnung rein rechnerisch nicht erfüllen können. Die Vollgeldreform, wie sie am 10.Juni in der Schweiz zur Abstimmung gelangt, wäre auch für die EU so ein erster Schritt in die richtige Richtung und meines Erachtens noch wichtiger, als der flächendeckende 5G-Ausbau.

Mit besten Grüßen

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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2.5.2018; OÖN, H.Neumüller; Mit einer EU-Digitalsteuer ist es längst nicht getan

Digitalisierung – ganz schnell?

Das Zukunftsszenario einer digitalisierten Gesellschaft mit menschenleeren Fabriken und autonom fahrenden Fortbewegungsmitteln aller Art mag ja tatsächlich verlockend erscheinen und erklärt so manche Euphorie über die bevorstehende “schöne neue Welt”. Übersehen wird dabei – und man kann offensichtlich nicht oft genug darauf hinweisen – dass die Zuteilung von Einkommen ja immer noch an Erwerbsarbeit gebunden ist. Die Frage bleibt also offen, wie und nach welchem Verteilungsschlüssel die Segnungen der Digitalisierung gekauft werden könnten. Womit auch die Frage einhergeht, woraus sich die Bemessungsgrundlage einer etwaigen EU-Digitalsteuer ergeben sollte. Auch die gesammelten Datenmengen werden ja rapide an Wert verlieren, wenn dahinter keine anzapfbare Kaufkraft steht. Und so ist es mit einer EU-Digitalsteuer tatsächlich längst nicht getan, wenn das Tempo der Digitalisierung der notwendigen Entkopplung von Erwerbsarbeit und Einkommen davoneilt. Der Erfolg jeder gesellschaftlichen Exkursion in Neuland bestimmt sich bekanntlich durch die mögliche Geschwindigkeit des Langsamsten. Demgemäß kann Schnelligkeit kein Ziel als solches sein, sondern eher das Einplanen von Ruhezeiten.

Dr.Günther Hopenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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25.4.2018; OÖN, H.Neumüller; Wer braucht schon Glasfaser in Österreich!

Die Glasfaser Euphorie

Wir stecken gerade im Zeitalter der Digitalisierung, meint Hermann Neumüller, und wir wissen nicht wie, was und wo wir in zehn oder fünfzehn Jahren arbeiten werden. Der Fortschritt durch Digitalisierung liegt jedoch vor allem in der Beschleunigung analoger Prozesse und lässt leicht vergessen, dass der Mensch immer noch ein höchst analoges Wesen ist. Niemand wird bezweifeln, dass Digitalisierung zu einem interessanten Geschäftsfeld wurde, weil man damit Erwerbsarbeit einsparen und auch zahllose neue, wenngleich meist entbehrliche Anwendungen anbieten kann. Die Frage bleibt allerdings offen, wodurch die Einkommen entstehen werden, um die vermeintlichen Segnungen der Digitalisierung kaufen zu können. Dem technologischen Meilenstein “Digitalisierung” fehlt es bereits jetzt an der Beistellung einer vorausschauend darauf abgestimmten Finanzarchitektur. Solcherart steht Digitalisierung konträr zur Entwicklung eines auf analoge Beziehungen angewiesenen Sozialgefüges und kann auch kaum etwas zu einem stets von der Politik geforderten “Arbeitsplatz- und Wachstumskurs” beitragen. Der Fortschritts-Euphorie fehlt es daher an der Antwort auf die Frage nach der Zielsetzung. Fortschreiten wohin? Und Fortschritt für wen?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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18.4.2018; OÖN, D.Mascher; Für wie viel Gehalt muss man sich schämen?

Schämen für Gehalt?

“Für wie viel Gehalt muss man sich schämen?” fragt Dietmar Mascher in seinem heutigen Leitartikel. Nicht die Höhe eines Einkommens ist jedoch entscheidend, sondern womit es erzielt wird. Und in weiterer Folge geht es darum, ob man Überschusseinkommen in den Wirtschaftskreislauf zurück geben kann, oder es nur zur Machtausübung oder zu weiterer Geldmehrung in die Finanzspekulation lenkt. Das mit der Verantwortung als Rechtfertigung für hohe Einkommen ist dabei auch so eine Sache. Man mag zwar die Verantwortlichkeit für irgendetwas übernommen haben, ob man dafür auch die Verantwortung übernehmen kann, steht auf einem anderen Blatt. Da geht es nämlich um den mit der Funktionsausübung verbundenen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Und genau hier entsteht die oft sehr krasse Diskrepanz in der Werteinstufung verschiedener Tätigkeiten. Die Verantwortlichkeit für ein Wozu und Wofür muss man verantworten können, nicht das Einkommen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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15.4.2018; OÖN, und Standard

Strafaktion gegen Syrien?

113 Marschflugkörper, deren Stückpreis (ohne Aufwand für Logistik und ohne analoge Kosten der Abwehrraketen der Gegenseite) zwischen 600.000.- und 1,3 Mio. Dollar liegt, dürften vergleichbaren Schrecken, Tod, Zerstörung, und psychische Dauerschäden unter der syrischen Bevölkerung angerichtet haben, wie die von ihnen bereits vor einer Woche erlittenen Chlorgasangriffe. Nur ein Schelm könnte aber auf die Idee kommen, dass hinter der Ächtung von chemischen Kampfstoffen (Überschreiten der roten Linie…..) vielleicht die Waffenindustrie steckt, die bei Chemiewaffen nur einen Bruchteil von Gewinnmöglichkeiten hat. Außerdem sind aus einem Chemiegaseinsatz keine nennenswerten Bauaufträge für einen Wiederaufbau zu erwarten. Und alles nur, um zu beweisen wer “den Größeren” hat?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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31.3.2018; OÖN, „Der christliche Glaube hat Regenerationskraft“, Kardinal Schönborn im Interview mit den Bundesländerzeitungen. OÖN: G.Mandlbauer

Die Frage um die es geht……

meinte Kardinal Schönborn im Interview mit den Bundesländerzeitungen sei, “wie können wir die Gesellschaft ändern?” Da schwingt für mich irgendwie eine Zwangskomponente mit, die so sicherlich nicht gemeint war. Es geht aber nicht um die Veränderung selbst, sondern um die Ermöglichung neuer Werteverwirklichungen. Die Veränderung stellt sich nachgelagert ganz automatisch als Ergebnis ein. Da die höchste Machtfunktion, die unser aller Handeln steuert, in der Geldordnung zu verorten ist, müsste wohl genau hier angesetzt werden, um neue Entfaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Mit einer Geldordnung, die es gestattet, das Gute im Menschen nicht nur beispielgebend in Einzelfällen aufleuchten zu lassen, sondern es zu vergesellschaften.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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27.3.2018; OÖN, ÖVP plakatiert, dass OÖ ein „Land der Möglichkeiten“ ist.

“Land der Möglichkeiten”

Mit der Plakatkampagne anlässlich “1 Jahr Thomas Stelzer als Landeshauptmann”, zeigt uns die ÖVP eindrucksvoll, welch entbehrliche Ausgaben in Zeiten der Sparbudgets dennoch möglich sind. Einem Land Möglichkeiten zu bescheinigen und das flächendeckend zu plakatieren, hat ja einen eher geringen Informationswert. Auf so eine Idee muss man aber erst einmal kommen. Glauben Politiker denn tatsächlich, dass sich die Bürger von ihnen solches selbstbeweihräuchernde Balz-Gehabe erwarten? Die Werbebranche freut’s, aber es ist dennoch verpulvertes Geld, das sich auch mit Gemeinwohlwidmung hätte in Umlauf bringen lassen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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15.3.2018; OÖN, D.Mascher, Unsoziales Plus? Höchste Zeit für ein „böses“ Nulldefizit.

Das Problem liegt in der (unsozialen) Geldschöpfung!

Ein Nulldefizit des Staatssektors bedeutet in der bestehenden Finanzarchitektur nur eine Verschiebung der dennoch erforderlichen Verschuldung auf Haushalte, Unternehmen und/oder Ausland. Keine Lösung also, sondern nur eine Problemverschiebung. Wer meint, ein Staat sollte sich erst gar nicht verschulden müssen, sollte sich daher vehement für eine Vollgeldreform einsetzen, die dem Staat, unter demokratischer Kontrolle durch den Souverän, erst die Oberhoheit über das Geld zurückbrächte. Auch die Buchgeldschöpfung sollte ausschließlich einer als vierte Macht des Staates zu verstehenden Institution obliegen, für die die Bezeichnung “Monetative” vorgeschlagen wurde. Anderenfalls kann man gar nicht von einem souveränen Staat sprechen. Am 10. Juni findet übrigens bereits das Referendum zu einer Vollgeldreform in der Schweiz statt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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1.3.2018; OÖN; Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie ab 1.Mai

Koalition schaltet Parlament aus

Das Parlament hatte mehrheitlich das Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai d.J. beschlossen. Wir wollen unseren Nationalratsabgeordneten auch konzedieren, dass sie im Laufe ihrer Funktionsausübung klüger werden können. Aber blöder? Man sollte jetzt natürlich erwarten, dass alle, die damals mit wohlüberlegter Gewissensentscheidung für das Rauchverbot stimmten, nunmehr ihr Mandat niederlegen, um sich morgens noch in den Spiegel schauen zu können. Oder sind wir tatsächlich schon so weit, dass es den Volksvertretern gleichgültig ist, vor den Wählern als gewissenlose Halunken dazustehen? Anerkannt Vernünftiges in Unvernünftiges zu verwandeln, und das als wichtigen Auftakt neuen Regierungsstils auszuweisen, lässt vor dieser Koalition schaudern. Die Abgeordneten mögen jedoch bedenken, dass sie delegiert wurden, um die Regierung zu kontrollieren!

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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1.3.2018; Standard; Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie ab 1.Mai

Wozu leisten wir uns Abgeordnete?

Der einstige Gewissensentscheid für das generelle Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai 2018 wird also von der Regierung ausgehebelt. Kein Aufschrei der Abgeordneten, die sich jetzt ihr Gewissen irgendwo sonst hinstecken sollen? Kein Niederlegen ihrer Mandate? Sind das tatsächlich geeignete Volksvertreter, die offenkundig ihrer Verpflichtung, die Regierung zu kontrollieren, nicht nachzukommen vermögen? Lieber von ihren Treugebern, den Bürgern, als gewissenlose Gesellen verachtet, als sich ob der Standfestigkeit auch noch morgen in den Spiegel schauen zu können? Gerne konzedieren wir unseren Abgeordneten im Laufe ihrer Funktionsausübung klüger werden zu können und bereits getroffene Entscheidungen zu revidieren. Aber blöder? Mit dem Rauchverbot zeigt die neue Regierung beispielhaft, wie traurig es um unseren Parlamentarismus steht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Institut Linz

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10.2.2018; Standard; Interview: G.Strobl; „Sind de facto Geschädigte der Energiewende“ (Wolfgang Leitner)

Getriebene Politik?

“Die europäische Politik ist sehr stark menschenrechts- und umweltgetrieben. Alles wichtige Dinge, die man sich aber leisten können muss”, meint Wolfgang Leitner, CEO von Andritz, im Standard-Interview vom 10.2.2018. Da sollte man schon hellhörig werden. Kann es sich denn die Menschheit noch leisten, sich menschenrechts- und umweltgetriebene Politik nicht zu leisten? Ist das nicht das Eingeständnis, dass wir uns der finanzmarktgetriebenen Politik zu beugen haben? Eine Bankrotterklärung gegenüber dem Leben, um den Anforderungen der unzeitgemäßen Finanzarchitektur zu entsprechen?

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.2.2018; OÖN; U.Rubasch; Zwei Garagen-Bastler schürfen in großem Stil nach Kryptowährung.

Die Illusion der Kryptowährungen

Der Unternehmergeist der beiden Mühlviertler Jungunternehmer, die in Leonding in “großem Stil” Kryptowährung “schürfen”, in allen Ehren. Womöglich glauben sie ja tatsächlich daran, mit ihrem ambitionierten Einsatz einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. Worin dieser bestehen soll, wurde leider nicht näher erläutert. Denn die angeblich täglich mit enormem Material- und Energieaufwand anfallenden 60 “Ethereum” erhalten ihren Wert ja nur durch die Nachfrage mit gesetzlichem Zahlungsmittel, also in Relation zu dem, was durch Kryptowährungen eigentlich verdrängt werden soll. Auch dezentrale Währungen gab es ja bereits, als noch jede Bank ihre eigenen “Banknoten” in Umlauf brachte. Und wo immer diese akzeptiert, weil sie als werthaltig eingestuft wurden, konnte man damit auch bezahlen. Die Etablierung der Zentralbanken, um Ordnung in dieses Chaos zu bringen hatte also (ursprünglich) gute Gründe. Völlig unterschätzt wurde allerdings die Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, mit dem das Bankensystem die Kreditgeldschöpfung für die Zahlungsflüsse an sich gerissen und damit die Hoheit über das Geld der demokratischen Kontrolle entzogen hat. Kryptowährungen und “Block-Chain” mögen aus technologischer Sicht von akademischem Interesse sein, als Währung sind sie nicht nur komplett untauglich, sondern sogar gefährlich.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.2.2018; Peter M. Lingens hat auf www.lingens.online unter Dimension der digitalen Revolution einen ausgezeichneten Artikel verfasst, in dem er das Abwürgen einer von der SP angedachten „Maschinensteuer“ kritisiert.

Als unmittelbare „Lösung“ wäre so einer Produktivitätssteuer vollumfänglich zuzustimmen. Mein Kommentar geht jedoch weiter und zielt auf eine langfristigere Lösung zur Ermöglichung kultureller Gesellschaftsentwicklung ab:

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Ja, die Basis des Steueraufkommens rührt von der Produktivität der Maschinen. Die Steuern selbst, die ja eine kalkulatorische Größe sind, werden jedoch alle durch den Konsum geleistet. Der anhaltende Irrglaube, dass unser Geld durch Arbeit entsteht und dass deshalb (überspitzt gesagt) nur wer arbeitet auch ein Einkommen zugewiesen bekommen soll, verursacht unser irrwitziges Dilemma. Wenn Wachstum nur als relative Geldgröße verstanden wird, der “Markt” jedoch auf immer weniger (noch) zahlungsfähige Konsumenten eingeengt wird, kommt fast zwangsläufig jede zivilisatorische Gesellschaftsentwicklung zum Erliegen. Diesen Weg scheinen wir nunmehr ja mehr denn je einzuschlagen. Der Schlüssel zur Problemlösung ist wohl in der unzeitgemäßen Konstruktion der Geldordnung zu verorten. Denn alle, wirklich alle Probleme, mit denen heutige Politik konfrontiert ist, haben ihren Ursprung in der mittlerweile versagenden Geldordnung.

Die sogenannte Vollgeldinitiative, über die in der Schweiz am 10.Juni abgestimmt wird, wäre ein diesbezüglicher Innovationsschritt auf der Finanzseite (um die es letztlich immer geht). Eine Vollgeldreform ist, was die Innovationskraft betrifft, durchaus vergleichbar mit der noch in “Verdauung” befindlichen Digitalisierung in der Produktivitätssteigerung. Die Tabuisierung der Geldthematik in der “öffentlichen Diskussion” drückt jedoch das mangelnde Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Staatsbürgern aus. Ceterum censeo: Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen (Betonung auf “müssen”!).

Liebe Grüße, Ihr Günther Hoppenberger

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1.2.2018; GeldStandard; Schweizer stimmen im Juni über ein neues Geldsystem ab. (dpa).

Versehen oder Absicht?

Es erstaunt mehr als, dass vom GeldStandard eine derartige Falschmeldung der dpa zur Schweizer Vollgeld-Initiative kommentarlos und unkritisch übernommen wird. Keineswegs will die Vollgeld-Initiative, die in der Schweiz am 10.Juni zur Abstimmung gelangt, “dass künftig alle Franken physisches Geld (also Bargeld) der Notenbank sind”. Es geht darum, das Geldschöpfungsrecht, das derzeit in überwältigendem Ausmaß von 85-90% bei jeder Kreditvergabe von den Geschäftsbanken ausgeübt wird, unter demokratische Kontrolle des Souveräns zu stellen. Auch das “übliche” Buchgeld, das ja nur eine Forderung auf Geld darstellt, soll nicht eingeschränkt werden, sondern es würde eben zu Vollgeld (zu vollwertigem Geld). Dass Kundengelder, sofern nicht dezidiert für Veranlagungen (Spekulationen) zur Verfügung gestellt, außerhalb der Bankbilanzen und damit tatsächlich sicher wären, und dass sich die Staatshaushalte sukzessive über die Seignorage entschulden könnten, sind  zwei bedeutsame Elemente der Vollgeldreform. Eine Vollgeldreform wäre ein der Digitalisierung vergleichbarer Innovationssprung, dessen eigentliche Bedeutung in den erweiterten Möglichkeiten demokratischer – und vor allem friedlicher – Gesellschaftsentwicklung liegt. Eine Richtigstellung wäre für eine Qualitätszeitung mehr als angebracht. Die entsprechenden Informationen finden sich auf www.vollgeld-initiative.ch, www.vollgeld.de, www.monetative.de und www.monetative.at.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

P.S.: Dass Andreas Treichl Vorträge über “die Welt des Geldes” in Schulen hält, ist ja sehr löblich. Dass er bestätigt, dass unser Geld bei jeder Kreditvergabe entsteht, ist auch korrekt. Dass er die Ursache für die Aufblähung des Finanzsektors (und Staatsverschuldungen) jedoch auf die Notenbanken schiebt, ist gleichermaßen unkorrekt, wie die dpa Meldung zur Schweizer Vollgeld-Initiative.

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31.1.2018; OÖN, H.Neumüller, Wir müssen Asien mit anderen Augen sehen.

Obszönes Wirtschaftsranking

Wir müssen Asien als weiterhin aufstrebende Wachstumsregion mit anderen Augen sehen, meint Hermann Neumüller. Nicht nur Asien, sondern auch uns selbst sollten wir langsam mit anderen Augen sehen lernen. Aus wessen Interesse rührt denn überhaupt dieses Wirtschaftsranking? Wer hat die Kriterien dafür festgelegt und wie lebensbezogen sind diese eigentlich? Stammt die Vereinnahmung zur unfreiwilligen Teilnahme an diesem globalen Wettrennen nach der größten Zahl nicht dem Zwang, den wir mit unserem paradigmatisch selbst auferlegten System auf den Rest der Welt ausüben? Ohne Berichtigung unserer Systemfehler, die insbesondere von der Geldordnung herrühren, entbehrt jede Wissensvermittlung zur Fehlervermeidung für andere an Glaubwürdigkeit und kann daher nur als Taktik unserer imperialistischen Bestrebungen empfunden werden. Imperialistischer Wettstreit und Globalisierung sind eben zwei völlig unterschiedliche Lebensentwürfe.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

From: Neumüller Hermann, Sent: Wednesday, January 31, 2018 5:41 PM, To: Günther Hoppenberger

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger! Es war kein Ranking sondern schlicht der Vergleich der Wirtschaftsleistung (BIP)., MfG Hermann Neumüller

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Ist aber ein Vergleich der Wirtschaftsleistung etwas anderes als ein Ranking? Geht es nicht um den Wettstreit um die vorderen Sitzreihen im “gemeinsamen – fahrerlosen – Autobus”, um die vermeintliche Mitbestimmungsmöglichkeit über die Fahrtrichtung? Anhalten wäre wohl die beste Empfehlung für eine gemeinsame Neuorientierung. Aber wie? Zunehmend müsste es um die geistige Kooperation gehen und da bin ich ganz bei Ihnen, wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Danke jedenfalls für Ihre Antwort. Mit lieben Grüßen, Günther Hoppenberger

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25.1.2018; Antwort an Frau Dr.Griss zu den Vorschlägen zur Verbesserung direkter Demokratie

Sehr geehrte Frau Dr. Griss,
NEOs und speziell Ihr Einsatz für “mehr direkte Demokratie” in allen Ehren. Es geht dabei ja um die Mitspracherechte des repräsentierten Souveräns. Durch die derzeitigen Einschränkungen bezüglich Hoheitsrechten, insbesondere des alleinigen Geldschöpfungsrechts, das von der – in der Finanzverfassung nicht berücksichtigten – Ausbreitung des Kreditgeldes (Forderungen auf Geld) vom Geschäftsbankensektor vereinnahmt wurde, ist das wichtigste Instrument gesellschaftspolitischer Lenkungsmöglichkeiten, dem Einfluss des Souveräns samt seiner Repräsentanz entzogen.
Durch den “Bitcoin-Hype” (der voraussichtlich ein böses Erwachen nehmen wird), ist das Jahrhunderte alte Ringen um die Geldschöpfungshoheit zu einem öffentlichen Diskussionsthema geworden. Nicht zuletzt wegen diesem Ringen wurden die meisten Kriege der Vergangenheit inszeniert. Die grundsätzliche Frage lautet ja: Soll das alleinige Recht der Geldschöpfung einer unter demokratischer Kontrolle des Souveräns stehenden staatlichen Institution zukommen (Wie das mit “Monetative” als vierte staatliche Gewalt von mittlerweile zahlreichen “Vollgeldinitiativen” angeregt wird), oder soll dem Geschäftsbankensektor das gegenüber allen anderen Wirtschaftsteilnehmern hervorstechende Privileg zuerkannt werden/bleiben, sich Werte mit selbstgeschaffenem Geld aneignen zu können?
Die Schweizer Vollgeldinitiative (www.vollgeld-initiative.ch) ist da bereits weit voran und es wird bereits heuer ein Referendum zu dieser Frage geben. Es wäre erfreulich, wenn Ihr Einsatz für mehr direkte Demokratie als Vorstufe für die konkrete Anwendung zu der Geldschöpfungsfrage verstanden werden kann. Noch erfreulicher wäre es, wenn sich die NEOS selbst federführend hinter die Vollgeldreform stellt. Es ist unschwer zu erkennen, dass alle, wirklich alle Probleme mit denen die Politik heute konfrontiert ist, ihren Ursprung in der mittlerweile versagenden Geldordnung haben. Das ersuche ich Sie zu bedenken.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Günther Hoppenberger
LIFESENSE-Zirkel Linz
Schmökern auf
lohnt immer
Viele wird es wahrscheinlich nicht verwundern, dass es auch bei den NEOs mit der vorgeblichen Bürgernähe nicht sehr weit her ist, aber bis heute, 31.5.2018, habe ich nicht einmal eine „Schmecks“-Reaktion erhalten. 
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16.1.2018; OÖN, D.Mascher, Es ist Zeit für mehr Optimismus

Der Zeitenlauf als Quelle der Zuversicht

Zum Glück benötigt Optimismus als individuelle Einstellung gegenüber dem Leben keine Zeit, sondern es reicht das Grundvertrauen. Es ist jedoch Dietmar Mascher beizupflichten, dass Optimismus die beste Medizin ist, um die derzeitige Retro-Politik, die quer durch Europa am Werk ist und Wachstum, Arbeitsplätze und Wettbewerb, die grandiosen und erfolgreichen Problemlösungsstrategien der Vergangenheit auch in die Zukunft fortzuschreiben versucht, auszuhalten. Es ist also gut, dass in den Bevölkerungen Optimismus vorherrscht, obwohl die Regierungsverantwortlichen dazu wahrhaftig keinen Anlass geben. Wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden – und das schafft Zuversicht.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.1.2018; Standard; Analyse von Leopold Stefan, „Stell dich nicht so an“

Es geht um Werte! Nicht um Arbeit.

Wir verstricken uns zunehmend in anachronistischen Begrifflichkeiten. Wir sprechen von Arbeitslosen und meinen Einkommenslose. Wir schränken den Arbeitsbegriff auf die produktive Werteschaffung ein, lassen dann noch den Werteaspekt weg, sprechen nur noch von Produktivität und verstehen darunter wiederum nur die Mehrung von Symbolgeld. Damit wird der Anschein erweckt, als entstünde Geld durch Arbeit. Die Sinnfrage wird dann gar nicht gestellt, sondern es geht nur mehr um Leistungswilligkeit. Deshalb verkam auch die Suche nach einer Arbeit als Aufgabenstellung zu einer “Jobsuche” aus Überlebensnotwendigkeit. Nicht marktgängige Tätigkeiten wie die Verwirklichung von Erlebnis-/sozialen-, oder gar Haltungswerten, wie sie unermüdlich von Kindern, Arbeitslosen und Pensionisten vollbracht werden, genießen keine Beachtung als gesellschaftlicher Beitrag. In ausgereiften Volkswirtschaften müsste sich da eigentlich “Konsument” als eigener Berufsstand aufdrängen. Gerade Politiker vergessen aber gerne, dass auch sie diesem Berufsstand “Konsument” angehören, weil sie doch von der Bevölkerung zu ihrer Tätigkeit von der produktiven Werteschaffung freigestellt wurden. Geht man nun von den Tätigkeiten zur Einkommensfrage, dann ist das Einkommen nichts anderes als eine zugewiesene Kaufkraft, deren Höhe von den Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft bestimmt wird. Statt Lösungen zu immer gleichen Fragen zu suchen, sollten wir vielleicht einmal neue Fragen stellen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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13.1.2018; OÖN  Ulrike Rubasch; Sonderbeitrag: Die Welt in Zahlen (im “Magazin” – S.4 u.5)

Zahlenspiele rund um Schulden

Zieht man die Zinsaufwendungen vom Defizit ab, kommt man zu dem erfreulich positiven Saldo von rund 4 Mrd, oder ca. 1,2% d. BIP. So schlecht war das Wirtschaften des Staates 2017 also gar nicht. Dass sich Staaten, als Repräsentanten der Bürgergesellschaft ihrer Hoheit über das Geld begeben haben, fällt allerdings unter angewandte Idiotie zum Schaden der Bevölkerungen. Ein Staat ohne Geldhoheit hat seine Souveränität auch schon verloren und politische Handlungsspielräume eingebüßt. Wollen wir von Fortschritt und Entwicklung sprechen, dann müssen wir auch unsere Geldordnung an die zeitgemäßen Anforderungen anpassen. Eine Vollgeldreform wäre so ein sinnvoller erster Schritt.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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3.1.2018; OÖN, Lucian Mayringer, Mit System

Geld in Töpfen?

Der heutige Kommentar von Lucian Mayringer passt so gar nicht zu dem ehrenwerten Bemühen der OÖN um die Verbreitung von Wirtschaftswissen. Von den viel zu großzügig bemessenen Budgets der einzelnen Ministerien, den “bequemen Vorsorgebudgets”, wären in der Vergangenheit rund 1 Mrd. in “den Töpfen” liegen geblieben und könnten nun “schmerzfrei” zur Schuldentilgung verwendet werden, meint Lucian Mayringer. Doch die Töpfe gibt es nicht! Budgetiertes, jedoch nicht ausgegebenes Geld existiert nicht. Es war eben nicht nötig, dieses Geld vom “Markt” auszuleihen (und es konnte auch von niemandem eingenommen werden!). Es ist jedoch nicht möglich, aus einer nicht eingegangenen Schuldverpflichtung alte Schulden zu tilgen.

Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz

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