2015

LESERBRIEFE UND KOMMENTARE 2015

21.12.2015; Agenda Austria; Im knallroten Autobus nach Elendshausen (Schellhorn)

„Besonders erfolgreich in der Bekämpfung der Armut ist hingegen China. Dafür steigt dort die Ungleichheit. Überwinden junge Menschen die ärmlichen Verhältnisse ihrer Eltern, indem sie einen Job in einem exportorientierten Unternehmen finden, schnellen ihre Einkommen hoch, während ihre Eltern so arm bleiben wie zuvor. Das schlägt sich in der Statistik mit einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich nieder, obwohl niemand schlechter gestellt ist als vorher“

Wenn man, wie es Schellhorn ganz offensichtlich tut, nur in Geldwerten zu denken vermag, stimmt das sogar. Niemand ist schlechter gestellt, wenn einige wenige – jene, die sich im neoliberalen Autobus einen Platz ergattert haben – ein viel höheres Einkommen zugewiesen bekommen. Schellhorn vergisst dabei jedoch geflissentlich, dass Armut stets relativ ist, was eben nichts anderes bedeutet, als dass die Armut bei wachsender Ungleichverteilung steigt, auch wenn niemand in der Absolutheit weniger hat.

Im Übrigen ist gerade das Beispiel des exportorientierten Unternehmens, in dem es die jungen Menschen zu hohem Einkommen bringen können, sehr schlecht gewählt, denn hier werden gerade die besten Arbeitskräfte für Produktionen gebunden, die meistens nichts oder nur sehr wenig zur Entwicklung des Heimmarktes beitragen.

14.12.2015; Standard.at; posting zu BGE „Niemand erwirtschaftet sein Einkommen“

 

Durch wirtschaftliche Tätigkeit (Arbeit!), die vor allem einer Vorfinanzierung bedarf, erfolgt eine den Machtverhältnissen einer Gesellschaft entsprechende Zuteilung des Schuldentilgungsmittels „Geld“. Durch die Tätigkeit entsteht ja kein Geld! Durch die Tätigkeit zieht man doch nur vorgängig bereits entstandenes Geld an sich. Damit sich die Vorfinanzierung „rechnet“, muss nach dem Produkt der Tätigkeit Nachfrage bestehen (Bedarf/Interesse+Geld!). „Erwirtschaften“ – wenn man so will, müssen es immer die Nachschuldner (die Konsumenten).

Im Unterschied zur Privatwirtschaft hat allerdings der Zahler der staatlichen Einkommen (Staatsbürger) leider kein Mitspracherecht bei der angemessenen Höhe. Es geht eben um die Machtverteilung.

16.12.2015 „Don Calvo“ hat geantwortet

 was fuer ein humbug von einem weitere „Geldsystem“ Verschwoerungstheoretiker.

natuerlich wird erwirtschaftet und geschaffen, in unvorstellbaren dimensionen. das umververteilung nichts zu tun und nur dank des geldsystems geht das so effektiv.
Beweis, schauen Sie sich nur um in der Welt, alles was gebaut, produziert, als service zur verfuegubg gestellt wird, wird erschaffen, aus dem nichts. Wuerde nur umverteilt werden wuerde nie etwas neues entstehen.

16.12.2015; meine Antwort:

Wo ist ein Widerspruch? Wo spreche ich von Umverteilung? Worin liegt die „Verschwörung“? Natürlich ermöglicht erst Geld, eine der großartigsten Erfindungen der Menschheit, in seiner Mittlerfunktion zwischen den Wirtschaftsakteuren die sagenhafte Schaffung von Werten. Dazu wird Geld benützt! Übersehen wird jedoch, dass das Geld nach der Werteschaffung seinen Zweck erfüllt hat und eigentlich wieder an seinen Ursprung – ins Nichts (Tilgung der Vorfinanzierung) zurückgeführt werden müsste. Die Fatalität unseres Systems liegt doch darin, dass das Anliegen der Werteschaffung (systemnotwendig) zum Streben nach Geldmehrung mutierte, um überhaupt die Vorfinanzierungen+Gewinn in Geld zu ermöglichen. Es geht daher stets um die Suche nach Nachschuldnern. Nichts anderes habe ich behauptet. Womit wird da auf eine „Verschwörung“ hingewiesen?

 

11.12.2015; Agenda Austria; Wer ist besser? Links, oder Rechts?

Über Links-/Rechts Dogmatismus lässt sich freilich trefflich (und endlos) diskutieren und auch darüber, wem es besser gelingt, die jeweils „Anderen“ als Buhmann zu brandmarken. All diese Diskussionen, die ja fernab der Sachebene verlaufen, helfen jedoch nicht, gemeinsame Perspektiven für Gesellschaften zu modellieren. Im Gegenteil. Gerade die Links-/Rechts Schuldzuweisungen entlarven den Kern der gemeinsamen Intention: Machterhalt und Machtzugewinn. Da bleiben gemeinwohlorientierte Belange natürlich auf der Strecke. Dass sich aufgeschlossene Bürger unter „Politik“ etwas anderes vorstellen und sich frustriert abwenden, sollte nicht überraschen.

Die Paradoxie im Versagen heutiger Gesellschaftspolitik, liegt – trotz Internet -.in der Ohnmacht der Mehrheit, was als Beleg für die Wirksamkeit der Teile-und-Herrsche Strategie angesehen werden darf.

11.12.2015; Agenda Austria; „Pensionsreform“

Die auf keiner besonderen geistigen Leistung beruhende bestechende Logik von Agenda Austria, das Pensionssystem über späteres Antrittsalter zu retten, birgt halt den kleinen Haken, dass das der Arbeitsmarkt mit weiterhin steigender Arbeitslosigkeit nicht hergibt.

Die scheinbar logischen Überlegungen beruhen ja auf der Kalkulation der benötigten Pensionsbeiträge, die aus den Einkommen abgezwackt werden müssen. Da nun aber unser Geld nicht durch Arbeit, sondern durch Verschuldung entsteht, scheint mir die Limitierung eher in der gerade noch erträglichen Schuldengrenze zu liegen.

Der Ratschluss der Agenda Austria scheint davon auszugehen, dass irgendjemand (Staat, Unternehmen oder Ausland) sich zur Schaffung dieser ganz offensichtlich entbehrlichen (siehe Arbeitslosenstatistik) Arbeitsplätze verschuldet und zugleich hofft, dass ihm eine darauffolgend weiterhin ansteigende Gesamtverschuldung durch wen auch immer die Refinanzierung (+ Gewinn) seiner Investition ermöglicht; wenn es also eine positive Stimmung, bzw. Konjunktur gibt. Davon ist aber momentan weit und breit nichts zu merken.

Außerdem sollte es bedenklich stimmen, dass nicht mehr der eigentlich geschaffene Wert einer Arbeit, also der gemeinwohlorientierte Beitrag und gesellschaftliche Nutzen in den Vordergrund rückt, sondern der erhoffte Geldwert. Es macht in meinen Augen wenig Unterschied, ob sich der Staat für die Pensionszuschüsse, oder für nicht rentierliche Arbeitsplätze verschuldet. Ausschlaggebend ist die Produktivität! Ob also Kinder und Alte von den Aktiven ausreichend versorgt werden können. Alles andere sind reine Zahlenspiele, die man im bestehenden Schuldgeldsystem nie in Balance wird bringen können.

Ein Staat sollte eben überhaupt nicht gezwungen sein, sich verschulden zu müssen! Dazu würde es jedoch einer Reform der Geldordnung bedürfen – die wohl eines der größten Tabu-Themen der Politik ist.

9.12.2015; OÖN, Neumüller; Wann wird Europa wieder normal?

“Die Europäer sind durchaus zu Großem fähig”

Geht es denn heute tatsächlich noch um “Großes”, oder nicht doch nur um die Ermöglichung eines halbwegs normalen Lebens mit zeitgemäßem Lebensstandard? Geht es tatsächlich um die Zahl der Unternehmensgründungen, oder sollte nicht viel mehr der Gemeinwohlbeitrag bei einer Unternehmensgründung im Vordergrund stehen? Die “Größe” einer Innovation ist meist im Kleinen zu erkennen und dafür braucht es weniger Mittel, als politische Aufgeschlossenheit und anerkennendes Aufgreifen konstruktiver Ideen der gesellschaftspolitisch bemühten Vordenker.

Dr. Günther Hoppenberger

8.12.2015; derStandard.at, posting zu Verteilung der Pensionen

Grund für Armut liegt in den Machtstrukturen ..und im sich hartnäckig haltenden Irrglauben, dass unser Geld durch Arbeit entstünde. Über Arbeit (im günstigsten Fall Werteschaffung) erfolgen nur die eher willkürliche und von den jeweiligen Machtverhältnissen einer Epoche geprägten Zuteilungen an Einkommen aus dem vor Arbeitsaufnahme durch Kredit entstandenen Geld. Einkommen, wie auch Pensionen und freilich auch alle Steuern müssen immer von den Nachschuldnern, den Konsumenten (!) bezahlt werden, sofern man ihnen das dazu nötige Geld aus immer höherer Verschuldung zur Verfügung stellt. Das ist die Krux unseres Systems. Die Schuldenfalle führt zur Armutsfalle.
Ohne Änderung der Geldordnung kann es also nur schlimmer werden.

5.12.2015; OÖN; Mandlbauer, 360Mrd. – vom Himmel gefallen

 Sehr geehrter Herr Mag. Mandlbauer,

dass Draghis auch weiterhin weit offene Geldschleuse der gleichermaßen krampfhafte, wie untaugliche Versuch ist, das nahende Ende des Systems hinaus zu zögern, steht außer Zweifel. Auch dass dabei die Ersparnisse der biederen Normalbürger auf der Strecke bleiben, ist vorhersehbar und scheint sogar trotz argumentativ geschickter Verschleierung ausgemachte Sache zu sein. Eine Verringerung der Verschuldung ist ja ohne Abschmelzung der Guthaben nicht möglich; und abschmelzen kann ich nur jene Forderungen auf Geld (Sparguthaben), zu denen ich Zugriff habe.

Trotzdem, und da gestatte ich mir Ihren heutigen Leitartikel zu korrigieren, werden sich die Staaten damit nicht entschulden können. Es wird sich bestenfalls die Höhe der notwendigen Neuverschuldung reduzieren lassen. Da die Gesamtverschuldung zur Systemerhaltung dennoch ansteigen muss, müssen jetzt eben Haushalte, Unternehmen und Ausland dafür herhalten – sofern diese dazu bereit sind. Bei mangelndem Entspar-/Verschuldungswillen kann der Staat zwar durch Verordnungen, Gesetze und neue Normvorgaben als “Wirtschaftsimpulse” bezeichneten Zwang ausüben, doch auch die Leidensfähigkeit der verpflichteten Zahler wird ihre Grenzen haben. Es ist zu befürchten, dass die Gesellschaft in Unkenntnis, dass sich dadurch am Kern der Probleme nichts ändern würde, weiterhin nach Rechts als vermeintliche Alternative abdriftet. An diversen Feindbildern wird ja bereits kräftig gebastelt. Besonders beunruhigend empfinde ich das immer lautere und der EU näherrückende Säbelgerassel.

Und nicht zu vergessen: Es geht immer nur ums Geld! Nicht um Rasse, Religion oder Nationalität. Und damit geht es um den Narzissmus der politischen Eliten, die sich zur gegenseitigen Machtausübung der wie stillschweigend zwischen ihnen vereinbarten Regeln der Geldordnung bedienen. Erst wenn auch dieses höchste, noch als zivilisatorische Errungenschaft anzusehende Machtmittel versagt, bzw. nicht mehr als solches akzeptiert werden kann, oder nicht mehr akzeptiert werden will, folgen die Versuche zu gewaltsamen Lösungen. Sprich: Terror und Krieg. Wir bewegen uns stetig darauf zu. Die Ursache liegt in der versagenden Geldordnung!

Und so gesehen, kommt mir die in Ihrem Leitartikel ausgedrückte Sorge fast etwas zu milde vor, wenngleich ich natürlich die aus Platzgründen erforderliche Aspekt-Einschränkung verstehe.

Mit besten Grüßen, Ihr

Dr. Günther Hoppenberger

Antwort, 8.12.2015

Sehr geehrter Herr Hoppenberger, Sie haben vollkommen Recht, danke für Ihre Ergänzung. lg Gerald Mandlbauer

4.12.2015; Standard, posting zu „Steuerreform – nur 358 Millionäre zahlen mehr“

Im Prinzip richtig – doch es fehlt die differenziertere Betrachtung von Verdienst und Einkommen! Im fälschlichem Glauben, dass Geld durch Arbeit entsteht, übersehen wir nur allzu leicht, dass unsere Einkommen nichts anderes als oftmals schwer zu begründende Geldzuteilungen entsprechend den Machtverhältnissen unserer Gesellschaft sind. Ja, (manche) Reiche investieren in Jobs – aber nur, wenn die Aussicht besteht, durch Aufspüren von Nachschuldnern (Konsumenten) aus der Investition einen Gewinn lukrieren zu können.

Wie immer geht es um die Relationen! Wir sollten uns jedoch langsam besinnen und nicht immer noch glauben, in einer Marktwirtschaft zu leben.

detto

Ja! Es geht um die Produktion von Wohlstand,……

……der entsteht jedoch aus Werteschaffung und nicht durch Geldakkumulierung. Auch wenn ich noch so fleißig bin, entsteht nicht mehr Geld, sondern ich kann nur eine größere Zuteilung vom vorhandenen Geld an mich ziehen. Leider haben sich doch Wert und Bewertung im Laufe der Zeit völlig entkoppelt, weil wir eben genau nicht in einer Marktwirtschaft, sondern eher in einer Machtwirtschaft leben. Die paar erdumspannenden und miteinander verflochtenen Konzerne lassen einen fairen Wettbewerb gar nicht erst aufkommen. Leider „rechnet“ sich halt ausgerechnet die gesellschaftlich bedeutsame Werteschaffung nicht, wodurch sie unterbleiben muss.

4.12.2015; OÖN; Politikereinkommen erhöht sich um 1,2%

Plus 1,2% für Politiker – eh schon wurscht

Das macht allein für die Aktivbezüge zumindest 1,1 Mio/a aus dem Steuertopf aus, der von den Konsumenten gefüllt werden muss. “Eh schon wurscht” – ist man geneigt zu sagen und schließlich entsprechen diese 1,2% auch der Erhöhung der ASVG Pensionen. Würden aber dem Bundespräsidenten die netto etwa 150.- , oder selbst dem Bundesrat die netto 26.- tatsächlich fehlen?

Sollte man nicht langsam erkennen, dass es nicht um Neid oder absolute Einkommenshöhen geht, sondern immer nur um die Relationen, und dass die Politiker, die für das ansteigende Prekariat verantwortlich zu machen sind, eine Vorreiterrolle in der Verringerung dieser Relationen einzunehmen hätten? Sosehr jedem einzelnen diese Erhöhung gegönnt sei, so entwirft sie im allgemeinen politischen Klima neuerlich ein schlechtes Bild. Der Souverän, würde man ihn denn fragen, hätte diese Erhöhung gewiss als in Zeiten wie diesen als “unbegründet” abgelehnt.

Dr. Günther Hoppenberger

2.12.2015; OÖN; Mascher, Zielpunkt, Glashaus und die Deutschen (steigende

                                                                                                           Arbeitslosigkeit)

 Einkommenslosigkeit vs. Arbeitslosigkeit

Geht es denn tatsächlich um Arbeitsplätze, oder nicht viel mehr um die Kunden, also um die Nachschuldner, die bereit und auch in der Lage sind, den vorfinanzierten Arbeitswert plus Gewinnaufschlag zu kaufen? Nicht umsonst versuchen ja alle Länder mit ausgereiften Volkswirtschaften ihr Heil in den Exporten, also in der Übertragung eigener Schulden auf das Ausland, was ja per definitionem nicht für alle zum Erfolg führen kann. Arbeitsplätze durch Exporte zu sichern,  wie das Deutschland mustergültig vorexerziert, erodiert nicht nur die Binnenwirtschaft, sondern schafft auch globale Ungleichgewichte und damit verbundenen Unfrieden. Den Weg Deutschlands zu nehmen kann daher keinesfalls als tragfähiges Patentrezept anempfohlen werden.

Dr. Günther Hoppenberger

1.12.2015; Standard, Eric Frey; Katzians sinnloser Klassenkampf

Die Speisung des Insolvenzentgeltfonds

Eric Frey hat formal Recht, wenn er darauf verweist, dass der Insolvenzentgeltfonds von den Unternehmen gespeist wird. Und er irrt dennoch, weil diese “Speisung” als betriebswirtschaftliche Ausgabe – so, wie alle Steuern und Abgaben auch – kalkulatorische Größen sind, die über die Preise von den Konsumenten zu bezahlen sind.

In diesem Licht ist übrigens auch die kürzlich im Standard geäußerte Verwunderung zu sehen, dass die staatlichen Zuschüsse zu den Beamtenpensionen nicht separat ausgewiesen werden. Wozu denn, wenn doch sowohl Aktivbezüge, wie auch Pensionen ausschließlich aus Steuern – und damit von den Konsumenten – aufgebracht werden müssen?

Dr. Günther Hoppenberger

20.11.2015; Presse; Urschitz; Negativzinsen und Ende der Privatpensionen

Ende des privaten Schuldgeldes?

Es ist erstaunlich, wie die systemisch vorgezeichnete Entwicklung bis hin zu Negativzinsen Verwunderung hervorrufen kann. Das Problem liegt doch nicht in mangelnder Produktivität, sondern es ist in der Geldordnung zu suchen, die jedoch das größte politische Tabu unserer Zeit zu sein scheint. Ohne grundsätzlicher Neukonstruktion der Geldordnung werden wir auch weiterhin und mit zunehmender Rasanz der Destabilisierung unseres gesamten Gesellschaftsgefüges entgegengehen. Im ersten Schritt, der noch keine Gesamtlösung bietet, jedoch überhaupt erst weitere Reformschritte ermöglicht, muss der Staat wieder die Oberhoheit über sein Geld erlangen, wie das von der Initiative Monetative/Vollgeld (www.monetative.de) bereits weitgehend ausgearbeitet wurde und worüber immerhin innerhalb der nächsten 2-3 Jahre eine Volksbefragung in der Schweiz durchgeführt werden muss. Das Konzept ist also schon sehr ausgereift.

Volkswirtschaftliches Sparen macht ökologischen Sinn beim Ressourcenverbrauch, ist jedoch ein Unding auf der Geldebene, für die eine kontinuierliche Steigerung der Gesamtverschuldung (Staat+Haushalte+Unternehmen+/-Ausland) systemisch erforderlich ist. Dass private Pensionsvorsorgen nicht halten können, war bereits zum Zeitpunkt deren intensiver Bewerbung abzusehen. Erstaunen über die Entwicklung zu zeigen und mit Schuldzuweisungen Feindbilder (besonders den Staat) zu entwickeln, erachte ich als höchst unseriös. Vorwerfen muss man dem Staat bestenfalls, private Pensionsvorsorgen gefördert zu haben. Das waren tatsächlich sinnlose Ausgaben des Staatssektors.

Dr. Günther Hoppenberger

18.11.2015; Antwort auf Wöss/Ehrenhauser zu „Terrorismus und Krieg“

Einmal mehr kann ich nur darauf verweisen, dass Kriege – wie immer man sie definiert – ihren Ursprung weder in der Religion, noch in der angeborenen Aggressivität der Menschen haben, sondern in der für die jeweilige Epoche versagenden Geldordnung. Es ist die Geldordnung, die in einer zivilisierten Welt das höchste Macht-Atout vor Gewaltanwendung darstellt. Bekanntlich ist das wirksame Prinzip der Macht die Erpressung. Wird diese nicht mehr hingenommen, ist der ganz logische Schritt zu Gewalt, Terrorismus und daraus abzuleitende Kriege vorgezeichnet. Ohne friedensfähiger Geldordnung wird man Gewalt nicht aus der gesellschaftlichen Entwicklung verbannen können.

 

Das Thema “Geldordnung” aus den politischen Themen konsequent heraus zu halten entspricht der Ironie unserer “Zivilisation” und verlagert den Diskurs auf die kontradiktorische Analyse von Symptomen.

Unser Anspruch, unser System, das “westliche System” global zu verbreiten, ist ja nicht zuletzt vom Eigennutz getrieben und hat immer schon die unterschiedliche Zeitqualität der Kulturen negiert. Nicht alle Bäume wachsen gleich schnell! Aber sie wachsen, wenn man ihnen dazu die Zeit gibt. Das haben wir wohl bereits im Kolonialismus und später mit dem Massentourismus verkorkst. Beides hat uns dazu verholfen, uns zu dem zu entwickeln, was wir heute unter Zivilisation verstehen.

9.11.2015; Standard.at; zu Eric Frey (Überbezahlte BA-Mitarbeiter)

Hoffentlich findet die dann „nicht mehr verschwendete Arbeitskraft“ ein anderweitiges Tätigkeitsfeld!

Eric Frey schneidet ein interessantes Thema an, wenn er den BA-Mitarbeitern „im Verhältnis zu deren Qualifikation Überbezahlung“ attestiert.
Natürlich wird die eigene Leistung stets höher eingestuft, als jene aller anderen. Das scheint der menschlichen Natur zu entsprechen. Vergessen wird dabei, dass jedes Einkommen eine von den jeweiligen Machtstrukturen ziemlich willkürlich definierte Zuteilung ist, da ja das Geld nicht durch Arbeit entsteht.

Wer anderes glaubt, nimmt wahrscheinlich auch an, dass wir tatsächlich in einer Marktwirtschaft leben.

 

vor 12 Stunden

Zunächst ist der „Bankbeamte“ kein Beamter, sondern Angestellter des Dienstleistungsunternehmens „Bank“.

…darum geht es aber gar nicht. Dem Bankangestellten wird von „seinem“ Unternehmen ein Einkommen zugeteilt. Es ist eine Zuweisung, aber kein Verdienst! Sie erkennen darin eine Überzahlung, weil Sie seine Dienstleistung, die Sie in Anspruch nehmen, als geringwertiger einstufen, als Ihre eigene Tätigkeit, für die Ihnen von Ihrer Firma offensichtlich eine geringere Zahl auf dem Konto zugeteilt wird (zumindest vermuten Sie das). Erhalten Sie Ihr Einkommen, oder verdienen Sie es? Ließe sich Ihre Tätigkeit vielleicht auch erleichtern, oder gar automatisieren? Würden Sie sich dann auch überbezahlt empfinden?

Darauf wollte ich verweisen. Woraus speist sich ein „Verdienst“? Welches Einkommen ist angemessen?

 

Der „Banker“ kann aber nichts dafür, wenn es für Sie kein „positives Projekt“ gibt.

Weder durch die – wie auch immer automatisierte – Dienstleistung des Bankangestellten, noch durch Ihre „positiven Projekte“ entsteht Geld (Betonung auf entsteht), sondern das Geld muss vorgängig (durch Kredit) geschaffen worden sein. Darauf wollte ich verweisen. Da Geld im Monetarismus jedoch das ausschlaggebende Überlebensmittel ist, ergibt sich daraus das Dilemma in der Verteilungsgerechtigkeit. Soweit haben Sie ja Recht. Doch hier schlägt eben auch die Selbsteinschätzung der eigenen Leistung zu. Und der Wert der eigenen Leistung wird naturgemäß stets höher eingestuft, als jene der anderen. Was wäre die angemessene Entlohnung für den Banker? Was Ihr angemessenes Einkommen? Welchen Wert haben beider Tätigkeit für die Gesellschaft?

1.11.2015; profil, Flüchtlingskrise

Migrationsdilemma

Bereits in dem großartigen, unter der Regie von David Wheatley entstandenen Film, “Der Marsch”, der 1990 vom ORF gesendet wurde, ist das Dilemma des heutigen Flüchtlingsszenarios treffend vorgezeichnet. Die zentrale Aussage des informellen Führers eines Millionenheeres afrikanischer, ihrer Lebensgrundlage (damals noch auf den Klimawandel bezogen) beraubter Flüchtlinge, die friedlich gegen Gibraltar strömen und nach Frankreich ziehen wollen, hat sich mir unvergesslich (sinngemäß) eingebrannt: “Wir erkennen und anerkennen, dass ihr uns nicht helfen könnt. Doch wenn ihr uns schon nicht helfen könnt, dann sollt ihr uns wenigstens beim Sterben zusehen”.

Im Übrigen bin ich der für mich selbst beunruhigenden Ansicht, dass das heutige Migrationsdrama nicht mit Anstand zu einem für das individuelle Gewissen erträglichen Ende geführt werden kann. Die erstmals tatsächlich auf dem Prüfstand stehenden europäischen Werte, werden die Nagelprobe wohl kaum bestehen können.

Dr. Günther Hoppenberger

28.10.2015; Umfrage der deutschen Bundesregierung!

Familie, Arbeit, Gesundheit – was brauchen Sie, um „gut zu leben“? Sagen Sie der Bundesregierung, worauf es Ihnen im Leben ankommt.

Eine friedensfähige Geldordnung

Sämtliche gesellschaftlichen Verwerfungen, die sich der Politik als Probleme darstellen, haben ihre Ursache in der mittlerweile versagenden Geldordnung, die den Anforderungen ausgereifter, hoch arbeitsteiliger Volkswirtschaften nicht mehr gerecht wird. Trotzdem ist „Geldsytem“ eines der größten Tabuthemen internationaler Politik. Die Geldordnung ist jedoch nicht gottgegeben!

In ihrer jetzigen Gestaltung schafft die Geldordnung durch den zur Systemerhaltung notwendigen Wettbewerbs- und Wachstumszwang Aggressivität und Rivalität bis hin zu Kriegen. Nicht zuletzt ist auch die gegenwärtige Flüchtlingsproblematik auf das lange vorhergegangene Versagen der Geldordnung zurückzuführen. Die konsequente Ausblendung dieses Schlüsselthemas durch die internationale Politik schmerzt.

Was macht Ihrer Meinung nach Lebensqualität in Deutschland aus?

Das Durchhaltevermögen und Engagement von KMUs und Zivilgesellschaft

Es ist nicht „die Politik“, die Lebensqualität schafft. Es sind die Bürger!

Die Politik kann nur durch Gesetze und Erlässe, die das Gerechtigkeitsempfinden der Bürger widerspiegeln sollten, die Rahmenbedingungen für hohe Lebensqualität schaffen.

27.10.2015; standard.at; „Das Land, in dem wir leben wollen“

Wäre mir da nicht so sicher, ob ich in einem Land mit sich ausbreitenden Notquartieren, Zeltstädten, Subkulturen und HartzIV Normalität leben möchte. Die Schwierigkeit im Flüchtlingsthema liegt doch in der Diskrepanz zwischen der konkreten, akut erforderlichen Hilfestellung, die absolut zu bejahen und zu unterstützen ist, und den Möglichkeiten, die Hilfestellung dauerhaft gewähren zu können.
Es macht auch einen gewaltigen Unterschied, ob man konkret einem, oder auch einem Dutzend hilfesuchenden Flüchtlingen gegenübersteht, oder ob über abstrakte Zahlenstatistik an einem „sample“ von mehreren Hunderttausend diskutiert wird.
Ich kann mir jedoch nur sehr schwer vorstellen, dass Europa das erst in den Anfängen steckende Flüchtlingsproblem mit Anstand im christlichen Sinne wird lösen können. Europa wird anders. Das ist aber noch lange kein Grund zu Menschenhass (=Fremdenhass!)

18.10.2015; profil, Lingens, Flüchtlingsetikettenschwindel

Auf den Punkt gebracht

Mit “Wir schaffen das” hat Merkel “der Wirtschaft” signalisiert, dass Deutschland dieser die fehlenden Konsumenten durch Aufnahme der Flüchtlingsströme mit zusätzlicher Staatsverschuldung zukaufen wird. Im Rückblick erweist sich daher die bereits länger anhaltende Lohnzurückhaltung als Segen für die Wirtschaft. Der Erwartung, dass es bei weiterhin steigender Produktivität und damit verbundener steigender Arbeitslosigkeit jemals zur budgetär spürbaren Vorfinanzierung von offensichtlich entbehrlichen Arbeitsplätzen kommt, muss hingegen mit großer Skepsis begegnet werden. Es ist eher eine Ausbreitung einer Hartz IV Gesellschaft zu befürchten.

Trotz der augenblicklich für “die Wirtschaft” so erfreulich sprunghaft ansteigenden Konsumentenzahl wird der Schlüssel zu einer gedeihlichen Gesellschaftsentwicklung auch weiterhin in den Einkommensrelationen zu suchen sein. Und nicht zu vergessen, dass unser Geld nicht durch Arbeit, sondern durch Kredit entsteht!

Dr. Günther Hoppenberger

16.10.2015; Standard; McDonald; ÖVP Gen.Sek. hat kein Problem mit Vielfalt

Peter McDonald, neuer ÖVP Generalsekretär, hat “…mit Vielfalt kein Problem”, weshalb er sich auch in der Skizzierung seines Gestaltungswillens auf die Ebene der diplomatischen Plattitüden beschränkt. Für die nicht näher definierten Leistungsträger, auf die die ÖVP wieder einmal zugehen möchte, erkennt er die Notwendigkeit finanzieller Anreize. Die Vorstellung, dass Leistungserbringung etwas mit der Erfüllung gesellschaftlich sinnvoller Aufgabenstellungen zu tun haben könnte, die über das banale Ziel “Geldmehrung” hinausgehen, scheint ihm in seiner dynamischen Lebensphase noch nicht untergekommen zu sein. Es wird daher wohl “Mehr von Bisherigem” bedeuten und potenzielle Wähler nicht unbedingt anziehen. Gemeinwohlorientierte Zielsetzungen, wie das von einer Volkspartei erwartet würde, werden daher auch weiterhin nicht in das Parteiprogramm aufgenommen werden.

Dr. Günther Hoppenberger

16.10.2015; Standard; H. Androsch, Das Budget und seine Paradoxien

Das Budget und seine Paradoxien

In seinem zutreffenden Kommentar zitiert Hannes Androsch Josef Schumpeter mit dem Satz: “Der Zustand des Geldwesens eines Volkes ist Symptom aller seiner Zustände”. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer, dass das Geldwesen durch die zugrundeliegende Geldordnung bestimmt wird, die in der heutigen, globalen Ausprägung für ausreifende Volkswirtschaften ganz einfach nicht mehr geeignet ist und dadurch genau solche Paradoxien im politischen Seiltanz der Budgeterstellung provoziert. Forschungen an Möglichkeiten für einen friedlichen Systemwechsel sollten daher schon längst vordringlich angegangen werden.

Dr.Günther Hoppenberger

15.10.2015; standard.at; Geld-Standard; Wie Kinder lernen, mit Geld umzugehen

Vielleicht sollten die Kinder auch das lernen, was vielen Erwachsenen nicht klar ist, dass nur das eingenommen werden kann, was ausgegeben wurde, und dass die positive Zahl am „Sparkonto“ bei jemand anderem als Schuld zu Buche schlägt. Und vielleicht sollten Kinder auch nicht nur lernen, wie man an Geld kommt, sondern auch darüber, wie Geld entsteht!

15.10.2015; OÖN, D.Mascher, Schelling, die Enkerl und das Kopfnicken

Schellings Ausgabenproblem

Da niemand einnehmen kann, was nicht vorher ausgegeben wurde, ist auch niemand, am allerwenigsten “die Wirtschaft” daran interessiert, dass der Staat tatsächlich seine Ausgaben kürzt. Das Ausgabenproblem Schellings besteht daher in der Frage, wem er die Einkommensmöglichkeit entziehen soll. Bislang hat sich ja noch keine einzige Interessensvertretung gemeldet und im Namen ihrer Mitglieder einen Verzicht auf Einkommensmöglichkeit verkündet. Deshalb wird die Verschuldung, sofern sie nicht auf andere – ebenfalls bereits hochverschuldete – Länder übertragen werden kann, ganz so, wie es dem Systemerfordernis entspricht, auch weiterhin ansteigen müssen.

Dr. Günther Hoppenberger

14.10.2015; Agenda Austria; Budgetrede und Staatsverschuldung

Das ist wieder einmal – wie so oft – betriebswirtschaftliches Denken auf Volkswirtschaft angewendet und geht von der albernen Annahme aus, dass unser Geld in einem „Dagobert Duck’schen Geldspeicher“ ruht, in dem mehr drinnen bleibt, wenn man weniger ausgibt. So funktioniert das aber nicht! Geld, das der Staat nicht ausgibt, existiert ganz einfach nicht und stünde als Einkommensmöglichkeit nicht zur Verfügung!

Wir können über die Verteilung der durch Staatsausgaben geschaffenen  Einkommensmöglichkeiten diskutieren, die natürlich durch Machtstrukturen, Partei-politik und Lobbying geprägt ist, und darüber, wem der Staat die Einkommensmöglichkeit entziehen sollte. Das ist jedoch ein ganz anderes Thema, bei dem es um Verteilungsgerechtigkeit geht. Der Staat gibt ja das Geld – abgesehen von der mitunter überzogenen Besoldung seines Verwaltungsapparates – nicht für sich aus, sondern stellt es als Einkommensmöglichkeit zur Verfügung.

Die Schwachstelle des Systems liegt viel mehr darin, dass es durch die Schieflage der Einkommensmöglichkeiten auch zur Möglichkeit der Geldhortung kommt. Erst diese erzwingt zur Systemerhaltung (wenn man an dessen Sinnhaftigkeit immer noch keine Zweifel hegt) die weitergehende Verschuldung von Staat und/oder Privat.

Ein zusätzlicher Nachteil des Staates besteht noch darin, dass ihm durch die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen gerade alle nichtrentierlichen Investitionen als ureigenster Aufgabenbereich zugewiesen werden. Alles, was mit Folgekosten ohne Gewissheit über Rückführungsmöglichkeit durch Besteuerung vom Staat erwartet wird (Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Infrastruktur,…..). Manches zwar unnötig, dennoch Beiträge zur Steigerung der Lebensqualität – oder dem, was von der breiten Masse als Lebensqualität verstanden wird. Die mit solchen Investitionen, zu denen der Staat ja meist von Lobbyisten gedrängt wird, erwartete Umwegrentabilität gibt es freilich. Der Umweg führt allerdings über private Taschen, die sich nach Kräften der Besteuerung zu entziehen trachten.

Vergleiche mit anderen Ländern, die zumindest am Papier Überschüsse erzielen, hinken insofern, als nicht alle Länder Überschüsse erzeugen und ihre (Geld-) Verschuldung damit auf andere Länder übertragen können. Auch das sollte uns eigentlich langsam dämmern.

Auch im bestehenden Schuldgeldmonetarismus sollte es vermehrt um die Werteschaffung und nicht so sehr um die Geldmehrung (=Schuldenmehrung) gehen. Die Frage ist eben nicht, wie der Mehrwert entsteht (diese Frage kann als gelöst betrachtet werden: Durch Investition), sondern wie das Geld entsteht, um den Mehrwert in Geld zu realisieren.

7.10.2015; OÖN, Lucian Mayringer; „Wahllos“ (Wien als teure Werbemaschine)

Verteilungsgeschäfte

Seit jeher geht es in der politischen Ökonomie um “Verteilungsgeschäfte” – ganz offen und nicht einmal hinter dem Rücken der Steuerzahler, wie das L.Mayringer im Kommentar “Wahllos” meinte. Natürlich lässt sich an allen Ecken und Enden der öffentlichen Ausgaben etwas “einsparen” und damit auf der anderen Seite jedoch Einkommensmöglichkeiten reduzieren. Es geht in der Gesellschaft immer nur um Verteilungsrelationen. Was fehlt, ist eine ernstzunehmende demokratische Kontrolle und es ist dabei zu bedenken, dass die eigene Leistung stets höher eingestuft wird, als die aller anderen. Und es geht um die gesetzlich oder militärisch abgesicherte Machtposition, die eigenen Einkommensziele auch durchsetzen zu können. Daher ist es hoch an der Zeit, die zunehmend versagende Geldordnung einer demokratischen, zeitgemäßen Veränderung zu unterziehen.

Dr. Günther Hoppenberger

3.10.2015; Standard, Föderl-Schmid; Die Wahrheit ist Wählern zumutbar

Zur zumutbaren Wahrheit gehört auch, dass……

…..abgesehen von der ad hoc Notwendigkeit zu schlechter und rechter Hilfe, auch die Erkenntnis zählt, dass der Ursprung der Flüchtlingsströme in der Sozioökonomie liegt, wie das Michael Amon heute so treffend skizzierte. Es geht immer nur ums Geld und um die versagende Geldordnung – nicht um Religion! Und es ist (besonders dem rechten Lager) die Wahrheit zuzumuten, dass die von Felderer für 2016 mit 1,2 Mrd. prognostizierten Asylkosten in gleicher Höhe einer staatlichen Förderung als Einkommensmöglichkeit für „die Wirtschaft“ entspricht, die es ohne Flüchtlinge nicht gäbe.

Und letztlich ist es den Wählern auch zuzumuten, endlich eine breit geführte Diskussion über eine neue, friedensfähige Geldordnung anzustoßen.

2.10.2015; OÖN, Felderer rechnet mit 1,2 Mrd. Asylkosten

Unvermutete Wirtschaftsförderung

Bernhard Felderer prognostiziert für 2016 Asylkosten von 1,2 Mrd. Unvermutet wird die Wirtschaft also mit dieser Summe gefördert, die ohne Asylanten als Einkommensmöglichkeit nicht zur Verfügung stünde. Verständlich, dass sich die Wirtschaft über den Zuwachs der mit staatlichen Mitteln ausgestatteten Konsumenten freuen kann. Blöd halt nur, dass diese Einnahmen natürlich aus Steuern bezahlt werden müssen, zu deren Beitrag sich die Wirtschaft nicht so ganz vollherzig zuständig fühlt. Kosten als Einnahmemöglichkeit verstanden, könnte vielleicht insgesamt ein besseres Bild unserer Geldordnung im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik vermitteln.

Dr. Günther Hoppenberger

30.9.2015; Standard.at; zu Ranking der Wettbewerbsfähigkeit (Nur mehr Rang 23)

Entbehrliches Ranking

Ranking und Diskussionen über die relativen Positionsveränderungen unterdrücken die Frage nach dem eigentlichen Ziel der Wettbewerbsfähigkeit. Wie wollen wir den Wettbewerb nennen? Jagd nach der größten Zahl? Was gibt es zu gewinnen? Wer gewinnt was, wenn alle die 5,76 Punkte der Schweiz erreichen – und ist das überhaupt theoretisch möglich?

Kann man seine Daten aus diesem Ranking auch löschen lassen, weil man daran nicht teilnehmen möchte? Geht es denn nicht nur um die Attraktivität für ausländisches Kapital – und ist das wirklich g’scheit? Wird dadurch nicht nur die Rivalität zwischen Staaten verstärkt, anstatt zu globaler Kooperation zu führen?

28.9.2015; Renner-Institut, an Dir. Duffek

Sehr geehrter Herr Duffek,

an der Vortragsveranstaltung zur “Zukunft des Wachstums” am 6.10. werde ich leider nicht teilnehmen können, möchte jedoch im Vorfeld einige Aspekte einbringen und wäre erfreut, wenn diese in die Diskussion einfließen würden, sofern sich das nicht bereits durch den Vortragsinhalt erübrigt:

Das Wachstum, nach dem derzeit besonders die europäischen Ökonomien lechzen, ist eine in Prozenten ausgedrückte relative Geldgröße. Die dieser zugrundeliegenden Inhalte schufen in der Aufbauphase nach dem Krieg einen zweifellos zunehmenden und relativ breit gestreuten Wohlstand. Den damit erreichten Wohlstand durch immer weiteres Wachstum aufrechterhalten, oder gar weiter steigern zu können, hat sich als Schimäre erwiesen und den ursprünglich positiv konnotierten Wachstumsbegriff zu einem parteiideologisch, jedoch gesamtgesellschaftlich abträglichen Wahlkampfslogan verkommen lassen.

Der hartnäckig von der Ökonomie vertretene Standpunkt “Wirtschaft ohne Wachstum ist nicht möglich”, versucht die Frage nach dem “Warum?” erst gar nicht zuzulassen. Der Schlüssel liegt jedoch in der Geldordnung, die von den Ökonomen zwar als vorgegeben akzeptiert, in ihrer Bedeutung jedoch bagatellisiert wird. Wachstum bedeutet im Kern stets Schuldenwachstum und bringt bei den derzeitigen Spielregeln der Geldschöpfung die demokratischen Gesellschaften in höchste Bedrängnis. Die heute benötigte Wohlstandsverbreiterung krankt an den dazu nötigen, jedoch absehbar unrentablen Investitionen (Schulen, Kindergärten, Infrastruktur, leistbares Wohnen, etc.), die daher unterbleiben, bzw. dem Staat überlassen bleiben – der sich jedoch nicht weiter verschulden soll.

These: Ein weiteres Wachstum des Wohlstands, des Wohlbefindens und des friedvollen Lebensglücks wird sich erst mit einer Änderung der Geldordnung erreichen lassen. Als erster wesentlicher Schritt erschiene mir die Rückführung der Geldschöpfung in die demokratisch kontrollierte öffentliche Hand, wie das von der Initiative “Monetative/Vollgeld” ausgearbeitet und vorgeschlagen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

25.9.2015, Agenda Austria; Arbeitsstunden und Einkommen

Mit der Binsenweisheit, dass bei der Einkommensberechnung nach fixem Stundensatz das Einkommen mit der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden (sofern diese möglich sind!) steigt, wird die naive Annahme zugrunde gelegt, dass das Einkommen in Geld durch die geleistete Arbeit entstünde. Dass dies ein Trugschluss ist, sollte bei Agenda Austria eigentlich bekannt sein. Das Geld für das Einkommen gleich welcher Arbeitnehmer, bzw. Zulieferer muss bereits vorgängig zur Arbeit vorhanden sein. Entstanden durch Kredit (bzw. auf Kreditbasis zu kalkulierender Eigenmittel). Einkommen sind nichts anderes als den jeweiligen Machtverhältnissen entsprechende Zuweisungen, die dazu befähigen, die bereits in der Vorperiode gefertigten Waren im zugestandenen Ausmaß zu kaufen.

Es geht daher um die Relation, in der sich die Einkommen bewegen, um der größtmöglichen Zahl die Teilnahme an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Es geht daher weniger darum, wie sich die Einkommen mit eingebrachter Arbeitszeit entwickeln, sondern welches Einkommen in der jeweiligen Gesellschaft nötig ist, um nicht nur halbwegs menschenwürdig versorgt zu sein, sondern am Leben teilnehmen zu können.

Bin schon gespannt auf „die andere Geschichte“ mit der insinuiert wird, dass geleistete Arbeitsstunden und BIP-Wachstum zusammenhängen. Ja, das tun sie, wenn die Gesamtverschuldung steigt und damit entweder mehr Arbeitsstunden bezahlt werden können (was aber zu Pruduktionssteigerungen kaum mehr nötig ist), oder gleich viele Stunden höher entlohnt werden.

Geld entsteht nicht durch Arbeit, sondern durch Kredit!

 19.9.2015; Standard.at; Flüchtlingsproblematik

Der Schluss ist zum Teil richtig – für eine hochproduktive, ausgereifte VW, der es am Geld der Konsumenten mangelt. Sie haben auch zum Teil Recht mit Ihren Bedenken, die sich jedoch auf die bestehende Geldordnung beziehen. Diese Geldordnung ist eben für ausgereifte Volkswirtschaften nicht mehr zeitgemäß und gehörte geändert (wie das in www.monetative.de klar skizziert ist). Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen, sondern muss das alleinige Geldschöpfungsrecht innehaben. Nur so lassen sich gesellschaftlich wertvolle, jedoch nicht renditeträchtige Investitionen (Kindergärten, Schulen,…) anstoßen, die sonst unterbleiben.
Auch bei den Umverteilungssorgen müsste zwischen Geld und Leistungen unterschieden werden.

Panorama

Nordeuropa plagt sich mit neuen Dimensionen

vor 1 Stunde

Es ist anders! Am Anfang steht die Schuld (Kredit), aber da gibt es noch nichts zu konsumieren, bzw. alles was es gibt, wurde bereits durch Kredit vorfinanziert. Der Kredit ermöglicht jedoch etwas herzustellen, was einer Investition oder dem Konsum dienen kann und hilft die Zeit bis zur Fertigstellung zu überbrücken, indem man mit den Lebenshaltungskosten zur Tilgung der vorgängigen Kredite der jeweiligen Lieferanten beiträgt. Dem Kredit steht grundsätzlich nur die mit ihm erzeugte Ware gegenüber, aber kein Geld (das wurde zur Bezahlung der Vorleistungen verbraucht). Verkaufen kann ich meine Ware mit Gewinn nur dann, wenn sich irgendwer (bzw. insgesamt) höher verschuldet. Sich als Nachschuldner bereitfindet. Wir haben kein Warengeld sondern Kreditg

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Nordeuropa plagt sich mit neuen Dimensionen

vor 2 Stunden

Wie ist denn das Geld entstanden, das Sie der Bank „leihen“? Da fehlt wohl noch die andere Hälfte der Halbbildung.

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Nordeuropa plagt sich mit neuen Dimensionen

vor 2 Stunden

01

Kultur ist die Art und Weise der Bedürfnisbefriedigung einer Gesellschaft Castingshows, Soaps und Musikantenstadl versuchen offensichtlich ein verbreitetes Bedürfnis zu befriedigen und scheinen da (leider) auf fruchtbaren Boden zu fallen. Sie haben gewiss bereits die europäische Kultur verändert, wie das auch die ganzen Konzernketten in den diversen shopping-Malls zu Wege brachten. Europa, besonders Mitteleuropa, ist bereits anders und es wird sich weiter verändern. Das Wohin bleibt abzuwarten. Ich versuche das gelassen zu sehen, denn wenn man nach „gut“ und „schlecht“ urteilt, steht ja doch immer das „Eigene“ als benchmark im Vordergrund. Es wird anders. Die Erde dreht sich auch weiter, selbst wenn Europa muslimisch wird, oder selbst wenn es gar keine Kriege mehr gäbe. Dennoch geht es um den Willen zu Verändg

Meinung

Hier ist der Westen

 

Ja, sorry, das ist wirklich Unsinn, was Sie da schreiben Der „vernünftige Mensch“ kann nur investieren (Geld), das bereits vorhanden ist. Da unser Geld kein Naturprodukt ist und nicht auf Bäumen hängt, muss es zuerst jemand schaffen, bevor ich es investieren (etwas vorfinanzieren) kann. Sie werden doch hoffentlich nicht glauben, dass Geld durch Ihre Arbeit entsteht! (Betonung auf entsteht). Und woher kommt der „Profit“, den Sie ja auch als Geld bemessen? Der Unternehmer, der in eine Produktion investiert hat, ist darauf angewiesen, dass sich andere (insgesamt höher – wegen der Profiterwartung) verschulden und durch Kauf seiner Produkte die Tilgung der Vorfinanzierung ermöglichen. Man nennt solche Menschen Konsumenten und sie sind stets Nachschuldner der Unternehmen. So what?

Panorama

Nordeuropa plagt sich mit neuen Dimensionen

Man darf aber inländische Gaunereien nicht mit Gästeverhalten vergleichen. Abgesehen davon, dass ich der FP Ideologie ganz weit fern stehe, meine ich halt schon, dass die transkontinentalen Wanderungsströme (obzwar sie durch tatkräftiges Zutun zur Destabilisierung der Herkunftsländer ausgelöst wurden), eine beachtliche Herausforderung für die europäische Kultur, deren Werthaltungen wie auch in anderen Kulturen nur in sich schlüssig sind, bedeuten wird.
Es ist richtig, dass es eine positive Befruchtung bedeuten kann, man muss sich jedoch auch darüber im klaren sein, dass Europa jedenfalls (wertfrei) anders wird. So wie das jetzige Europa ja auch aus der Konsolidierung der Völkerwanderung entstanden ist. Es geht um ein bewusstes Ja zu den Flüchtlingen gegenüber reiner Blauäugigkeit.

Ja und Nein. Die Halden (vorfinanzierter) Produkte sind voll Das mit dem „Geldumlauf“ ist ein Ammenmärchen. Wir haben es mit einem ständigen Wechselspiel von Geldschöpfung durch Kredit und Geldvernichtung durch Kredittilgung zu tun. Es ist nur ein scheinbarer Umlauf, der sich in Zahlen – unabhängig von der produzierten Gütermenge – immer höher aufschaukeln muss. Richtmarke ist das BIP. Eine relative Geldgröße, weshalb „Wachstum“ immer zugleich Schuldenwachstum bedeutet.

Derzeit übervorteilen jedoch die Privaten (insbesondere die Banken durch ihre Geldschöpfung) den Staat.

Geld ist nicht der Verteilungsschlüssel, sondern Geld wird nach einem macht- und parteipolitisch geprägten Verteilungsschlüssel (der uns noch dazu als „Marktkräfte“ erklärt wird) zugewiesen

Im Endeffekt tun wir das ja….. …durch die Vorfinanzierung unserer Produktionen und Dienstleistungen. Was denken Sie denn, woher das Geld stammt, mit dem Sie einkaufen gehen? Für Ihre Arbeit wurde Ihnen nur etwas Geld zuerkannt, aber entstanden ist es nicht erst durch Ihre Arbeit, sondern bereits vorher durch Kredit.

So, oder so sind Sie als Konsument Nachschuldner, der zur Tilgung vorgelagerter Schulden beiträgt. Ohne Konsum keine Produktion. Ohne Vorfinanzierung keine Produktion und ohne Produktion keine Einkommensmöglichkeit.

Wie wahr! Auch Flüchtlinge dürfen nicht nur auf Gastrechte pochen, sondern haben auch die Gastpflichten wahrzunehmen, d.h. die Regeln des Gastgebers einzuhalten. Gewöhnlich ist das auch der Fall. Abweichungen sollten jedoch nicht blauäugig bagatellisiert werden. Wer meine Hausherrenrechte nicht respektiert, verliert das Gastrecht. Das gehört ganz klar kommuniziert.

Schließlich rührt Xenophobie vor allem von der Schwierigkeit her, Vertreter fremder Kulturen a) richtig unterscheiden und b) richtig einschätzen zu können. Eine Verunsicherung, mit der auch fallweise (nachträglich) unangemessenes polizeiliches Verhalten in einem anderen Licht gesehen werden sollte.

Ängste vor Kosten und Besitzschmälerung Die Kosten für die Flüchtlingshilfe sind in selber Höhe Einnahmemöglichkeiten für die Helfer! Das wird meist ausgeblendet. Läge die Geldschöpfungsmacht bei den Staaten (www.monetative.de) dann wären diese Kosten eine hochwillkommene Wirtschaftshilfe ohne zusätzlicher verzinster Verschuldung des Staates.

Es mangelt nicht an Produktivität. Es mangelt an Konsumenten. Nun sind sie (allerdings etwas schlagartig) da. Und es sind Konsumenten, denen es an allem mangelt. Flüchtlingshilfe eröffnet wieder Möglichkeiten, in und mit der Wirtschaft ein Einkommen zu erzielen. Wie immer geht es ums Geld und damit um das Wissen über unsere Geldordnung. Diese gehört für zeitgemäße Tauglichkeit verändert.

Flüchtlingshilfe ist Wirtschaftshilfe!!! Die Wirtschaftslage krankt ja nicht an mangelnder Produktivität, sondern an mangelnder Nachfrage.

Endlich sind neue Konsumenten da, denen es an allem mangelt. Dass die Flüchtlingshilfe, die in ihrem Kern ja reine Wirtschaftshilfe ist, aus Steuermitteln bezahlt wird, wäre immer noch nicht so schlimm, wenn sich der Staat für die Vorfinanzierung nicht verschulden müsste. Höchste Zeit eine neue Geldordnung anzudenken, in der dem Staat wieder die Oberhoheit über das Geld zukommt und er sich in solchen Fällen zinslos selbst finanzieren könnte. Dass das sehr einfach ginge, zeigt das Konzept Monetative/Vollgeld (www.monetative.de).

Flüchtlingselend zur Gesellschaftsspaltung zu nützen, stellt jedoch die Unwissenheit über über unser Geld bloß.

Jeder ist sich selbst der Nächste

24.8.2015; Agenda Austria; „Wachstum“

Wirtschaftswachstum ist in unserem in dogmatischer Verblendung verfestigten System eine relationale Geldgröße. Im bestehenden Schuldgeldsystem bedeutet Wirtschaftswachstum daher stets eine Zunahme der volkswirtschaftlichen Gesamtverschuldung, gepaart mit den heillosen Versuchen, diese Schulden auf andere Volkswirtschaften im globalen Wirtschaftsgeschehen zu übertragen. Letzteres wird unter den Begriffen Wettbewerb und Standortsicherheit positiv konnotiert, obwohl es zwangsläufig zu Rivalität bis hin zu gezielt inszenierten Kriegen führt.

Fritz Gurgiser hat also völlig recht, wenn er eine Neudefinition, ein neues Verständnis von „Wachstum“ in einer hoch produktiven, arbeitsteiligen Weltwirtschaft fordert. Es müsste dazu die Dominanz des Geldwertes, einer künstlichen, menschengemachten Zuordnung gemäß den jeweiligen Machtverhältnissen, gegenüber den natürlichen Ressourcen (Rohstoffe, Kreativität und Erfindungsreichtum, Sinnorientierung, Daseinsverständnis,….) überwunden werden.

Also: Wachstum ja, sofern es der Verbesserung der Lebensumstände dient, ohne sich damit in der Schuldenfalle zu fangen.

Dazu wird es wohl eines veränderten Geldsystems bedürfen.

11.8.2015; Standard; Rauscher, Kuren

Einsparungspotenzial „Kur“?

Es ist allgemein bekannt, dass Kuren als besonders attraktive Urlaubsergänzungen betrachtet werden. Es ist jedoch auch unbestritten, dass dieser sich historisch entwickelte Wirtschaftszweig gar nicht so unbeträchtlich zum BIP beiträgt. Und bei weiterhin steigender Arbeitslosigkeit bedeuten selbst ausufernde Kuren keinen Produktivitätsverlust. Wie stets, so geht es auch hier vor allem ums Geld. Es muss gespart werden. Das ist gut. Alle diesbezügliche Ideen beruhen jedoch darauf, dass natürlich die eigene Leistung immer als wertvoller betrachtet wird, als jene aller anderen, woraus folgt, dass deren Einkommensmöglichkeiten als ungerechtfertigt einzustufen sind. Sparen ja, so lange es nicht mich und meine Freunde betrifft. In Wahrheit geht es doch immer nur um die Relationen an Einkommen, Freizeit und Privilegien, die Eckpunkte unserer Brot-und Spiele-Politik.

Dr. Günther Hoppenberger

11.8.2015; OÖN; Kur-Unwesen

Und was ist mit der Sorge um das BIP?

„Zu viele naschen am (Kur-)Kuchen mit“, resümiert Dietmar Mascher über die ausufernden Kosten für Kuren. Er übersieht dabei, dass diese Sparte einen durchaus interessanten Beitrag zum BIP liefert. Wie immer, wenn es um Überlegungen für Kosteneinsparungen geht, sind diese von der grundsätzlichen Einstellung getragen, dass die eigene Leistung stets als höherwertig als jene der anderen einzustufen ist, weshalb den anderen, außer mir selbst und meinen Freunden, die Einkommensmöglichkeit entzogen gehörte, damit alles besser wird.

Dr. Günther Hoppenberger

25.7.2015; Standard; Kommentar Fürst

Intelligentes Wachstum?

Wenn ein ehemaliger Chefökonom der Industriellenvereinigung wachstumsfördernde Strukturreformen noch immer als „intelligent“ betrachtet, darf man sich über den Zustand der Welt, die sich durch solche Dogmen in Rivalitäten aufzulösen beginnt, nicht wundern. Welches Bezugssystem liegt Erhard Fürst’s Wachstumswahn zugrunde? Hat er immer noch nicht erkannt, dass es Wachstum ohne Schuldenwachstum nicht gibt?

Dr. Günther Hoppenberger

15.7.2015; Standard.at (zu Griechenland)

Wir alle haben geborgtes Geld! Wir arbeiten mit Schuldgeld, das niemals rückzahlbar ist. Es entsteht durch Kredit und um die damit verbundenen Zinsforderungen bedienen zu können, muss man die Schulden (stets ansteigend – sonst gäbe es keine Gewinne), auf andere übertragen. Dass so ein System ein Ablaufdatum hat, sollte eigentlich allen bewusst sein.

Streik vor Abstimmung im griechischen Parlament

Mit dem jetzigen Geldsystem sind gesellschaftliche Probleme langfristig grundsätzlich nicht zu lösen. Sie werden doch nicht wirklich glauben, dass Geld durch Arbeit entsteht!? (Betonung auf „entsteht“).
„Die Politiker“ sind machtlos, so lange sie dogmatisch an der Konstruktion unseres Geldsystems festhalten. Das System hat gute Dienste in Aufbauphasen (nach dem Krieg) geleistet, ist jedoch nicht dafür konstruiert, den damit geschaffenen Wohlstand auch langfristig aufrecht erhalten zu können.

Gezwungen nicht, aber bedrängt…… Irgendwer hätte sich verschulden müssen, denn das ist die Quintessenz unseres Systems. In einem Schuldgeldsystem muss jeder trachten, die Schulden auf andere Schultern zu übertragen. Nennt sich auch die systemisch angelegte Schuldenfalle. Wir und selbst D hängen da genauso drinnen. Deshalb trachten ja alle, Exportüberschüsse zu erzielen, was für alle klarerweise nicht möglich ist.

In einem Vollgeldsystem könnten nur jene „Einleger“ (Gläubiger der Banken) Geld verlieren, die es gezielt zu Spekulationszwecken zur Verfügung gestellt hätten. Andere „Sparguthaben“ wären außerhalb der Bankbuchhaltung und in Umkehrung der heutigen Situation, wäre der Staat der Gläubiger der Banken.

Haben wir das nicht alle? Schulden immer weiter treiben und auf andere Schultern übertragen – wenn sich dafür bereitwillige Schultern auftreiben lassen, oder Zusammenbruch und neu anfangen.

Bei einem Neuanfang wäre zu hoffen, dass man zu einem friedensfähigeren Geldsystem findet.

Bei der DDR hat’s doch auch gut geklappt! Das war ein gutes Geschäft. Und wäre man nicht so blöd gewesen, und hätte die Ostmark durch die Bundesbank wie andere Devisen auch, gewechselt, anstatt sich über „den Markt“ neu zu verschulden, dann hätte sich der „Soli“ erübrigt und D hätte bei der Vereinigung im Ausmaß des DDR Geldes ein zins- und schuldfreies Geld für den Staatshaushalt bekommen. Aber das ist wohl eine andere Geschichte – die Kohl verbockt hat.

Klingt gut. Sollten vielleicht alle Staaten machen!? Und vom „Neustart“ weg, werden dann auch alle zu Exportüberschüssen verpflichtet!?

Eine Treuhand hatte doch schon einmal bewiesen, wie man einen Staat ausbeuten kann und die Steuerzahler zu einem „Soli“ verpflichten kann.

Dazu müsste er erst die Hoheit über das Geld haben Diese Hoheit über das Geld hat jedoch kein einziger Staat in dem das System unseres Schuldgeldes institutionalisiert ist.

Zumindest Verstaatlichung des Geldes….. wie das von der Initiative „Monetative/Vollgeld“ vorgeschlagen wird. Da wäre dann die demokratisch kontrollierte Institution „Monetative“ (veränderte ZB) Gläubiger der Banken und des Staates. Der Geldschöpfungszins bliebe als Einnahme im Staatshaushalt und würde sukzessive zur Reduktion der Verschuldung beitragen.
Die „Sparer“, derzeit – meist unwissentlich – Gläubiger der Banken, wären mit ihren Sparguthaben tatsächlich sicher (außerhalb der Bankbuchhaltung). Schlangen vor (leeren) Bankomaten gäbe es nicht mehr.
Geld könnte wieder „dienen“. Dass das eben gerade nicht erwünscht ist, ist klar, denn das hieße ja, dem Geld seine Machtfunktion zu schmälern.

Irgend eine Ahnung, wie Geld „verbraucht“ werden kann? Das so genannte Geld sind ja nur weitergereichte Schulden. Deshalb wollen Gläubiger einem Schuldenschnitt nicht so leicht zustimmen. In einem Schuldgeldsystem ist Geld der Gläubiger immer bereits eine vorhergegangene, nicht getilgte Schuld anderer!

Ausländische Investoren haben stets den Nachteil, dass sie mehr Geld zurück haben wollen, als sie investieren. Es wird doch nur zur Geldmehrung investiert und nicht aus Interesse am gesellschaftlichen Aufbau. Für den erwarteten Mehrwert in Geld müssten sich dann ja doch wieder die Griechen verschulden – und das Jahr für Jahr. Und die Investoren diktieren Preise und Löhne.

So willkommen Auslandsinvestitionen anfänglich auch erscheinen mögen, so entsprechen sie doch immer einer Schröpfung des jeweiligen Marktes. Bei „Investitionen“ geht es stets um die Suche nach Nachschuldnern – nicht nur in Griechenland. Und das zeigt, wie absurd eigentlich unser System ist, das zur Selbsterhaltung nur mehr Geldwerte und keine tatsächlichen Werte kennt.

Das Problem ist halt, dass nicht alle Länder Exportüberschüsse erzielen können Die gegenseitige Abhängigkeit in einer arbeitsteiligen Wirtschaft führt eben automatisch dazu, dass es Ungleichgewichte im Austausch gibt. Kann die Währung des Importlandes nicht abwerten, bleibt langfristig nur der Verzicht auf die Forderungen seitens der Exportstaaten.

Das mit der Verantwortung stimmt, aber auch die wohlwollende Ermunterung der Gläubiger Mit G wurde nur das derzeit schwächste Glied herausgegriffen. Man soll nicht glauben, dass die anderen Euro-Länder nicht den gleichen Weg nehmen werden. Natürlich haben die G die Auslandsschulden verkonsumiert. Sie haben Güter und Leistungen praktisch gratis erhalten. Aber das Geld ist in den Exportländern, die ihre Vorfinanzierungen abdecken und damit auch ihre Arbeitskräfte zahlen konnten. Der Verlust der Exportstaaten besteht in entgangenem Gewinn! Die Gewinnerwartung in Geld konnte nicht erfüllt werden. Wie nach einer Naturkatastrophe, wenn eine soeben fertiggestellte Investition einem Erdbeben zum Opfer fällt. Hätte man stattdessen Löcher im Kreis schaufeln und wieder zuschütten lassen sollen? Was ist sinnvoller?

10.7.2015; OÖN

Der lockere Umgang mit unserem Geld?

Liegt das Problem nicht besonders darin, dass es eben nicht einmal unser Geld ist, mit dem die politisch Verantwortlichen ihren lockeren Umgang pflegen? Die Frage, weshalb sich ein Staat heute immer noch Geld, die am leichtesten zu reproduzierende Ressource im Wirtschaftsgeschehen, ausborgen muss, wird dereinst einmal die Historiker rätseln lassen. Höchste Zeit, diesem Unfug durch eine Vollgeldreform ein Ende zu bereiten und das Schuldgeld durch ein „positive money“ zu ersetzen.

Dr. Günther Hoppenberger

9.7.2015; OÖN;

„Beschenkte Griechen“

Es steht außer Zweifel, dass viel mehr Waren und Dienstleistungen von Griechenland importiert wurden, als sie tatsächlich benötigt hätten und gut für ihre Wirtschaft waren. Es steht aber doch auch fest, dass die Vorfinanzierung dieser Waren, Wirtschaft und Arbeitsmarkt der Exportländer stützte und dort den eigentlichen Wohlstand schuf. Hätte die Produktion für diese Exporte nicht stattgefunden, wäre die Vorfinanzierung, die in direkter oder indirekter Form als Kredit kalkuliert werden muss, niemals geschaffen worden.  doch das Geld hat die Exportländer niemals verlassen. Es wurden – unfreiwillig – Sach- und Dienstleistungsgeschenke gemacht, wobei die Hersteller ihre Forderungen auf Geld von den Banken abgelöst bekamen. Soviel zur „Stammtischmeinung“, die Exportländer hätten für Griechenland arbeiten müssen. Sie haben wegen der griechischen Importe arbeiten und verdienen können!

Dr. Günther Hoppenberger

27.6.2015; OÖN; Mascher; Geschichte von den bösen Anti-Griechen

Wo ist das Geld?

Bekanntlich verschwindet Geld immer nur dann, wenn es zum Emittenten zurückfließt. Dann wird es in Umkehrung des Geldschöpfungsprozesses wieder vernichtet. Während seiner mitunter nur kurzen Umlaufdauer verschwindet es nicht, sondern es wechselt nur den Besitzer. Der jeweilige Besitzer kann damit seine Schulden tilgen, dann ist es weg. Er kann damit einkaufen, dann kann vielleicht der Kaufmann seine Vorfinanzierung tilgen, dann ist es erst bei dem weg. Oder er kann es sparen. Wenn aber nun das viele schöne Geld gar nicht in Griechenland ist, wo ist es dann? Wurde es vielleicht nicht doch vor allem mit Importwaren verkonsumiert, und damit die Konjunktur der Exportländer gestützt? Waren und Dienstleistungen sind geflossen, aber Geld?

Für die Exportstaaten bedeutet das eine verlorene Vorfinanzierung – wie nach einer Naturkatastrophe auch – und einen entgangenen Exportgewinn, also eine Fehlspekulation.

Man könnte Kredite aber auch einfach zinslos stehen lassen und so tun, als ob sie irgendwann einbringlich wären. Vielleicht sollte ja doch einmal ein Wechsel vom Schuldgeldsystem zu einem Aktivgeld angegangen werden. Griechenland böte dafür einen guten Anlassfall.

Dr. Günther Hoppenberger

22.6.2015; standard.at  „Griechenland“

Nicht Reichtümer, sondern Forderungen auf Geld stehen den Schulden anderer, die wir ja als Geld verwenden, gegenüber Auf den wie auch immer zustandegekommenen „Reichtümern“ bezieht sich nur die Bonität (die Reichtümer sind nicht Geld!), die eine Kreditaufnahme zu Vorfinanzierungen mit erhoffter Gewinnerzielung risikoloser erscheinen lässt.

Klar, dass damit auch realwirtschaftlich und gesellschaftlich destruktive Wetten an den Börsen finanziert werden (können freilich auch ins Auge gehen).

Dennoch ist die Erkenntnis wichtig, dass „unser Geld“ grundsätzlich Schulden anderer ist. Die Aneignung ohne Rückgabeverpflichtung kann nur durch Arbeit, Erbschaft, Gewinn oder Raub erfolgen.

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Sie haben damit Schulden importiert… ….mit denen sie den Opernabend finanzieren und den Restaurantbesuch. Damit ermöglichen Sie dem Kulturbetrieb und dem Wirt die (Teil-)Refinanzierung deren betriebswirtschaftliche Vorfinanzierungen. Vielleicht geht Ihr Schuldgeld noch durch ein paar andere Hände, doch dann ist es weg und wurde zur Tilgung vorhergehender Schulden (Kredite) verwendet. Sie selbst sind jetzt darauf angewiesen, dass sich jemand höher verschuldet, damit Sie ihre Schulden in z.B. D tilgen können.
Wer könnte sich verschulden? Wie kann ich an sein Schuldgeld gelangen? Unser Geld sind grundsätzlich immer die Schulden anderer. Nur wenn wer bereit ist, sich für meine Arbeit zu verschulden, kann ich sie erwerben (Sonst nur durch Gewinn, Raub oder Kreditaufstockung.

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Doch! (Auch) wir haben ihnen Schulden aufgebrummt, sonst…… …..könnten wir ihnen nichts verkaufen. Es wurde nur eine Bonitätsbeurteilung unterlassen, weil als überflüssig erachtet, da doch die EZB dafür zu bürgen scheint.
Auch wir wären pleite, wollte man die Schulden von uns zurück haben.
Bitte sich einmal mit den „Spielregeln des Geldes“ auseinandersetzen. Unser Geld entsteht durch Kredit (Verschuldung) und nicht durch Arbeit!

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Alle Länder, wirklich alle, müssen „verschleppen“ Man hat sich nur G herausgegriffen und sie – wie bei einem Pokerspiel – mit „will sehen“ konfrontiert. Kaum einem Land ginge es dabei viel anders.

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Welchen europäischen Gedanken?

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Im Übrigen entsteht Geld nicht durch Arbeit, sondern durch Kredit!

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Wie lange würde die Änderung eines Verfassungsgesetzes bei uns dauern?

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Wenn wir von „den Märkten“ herausgegriffen würden, wären wir im selben Schlamassel Auch wir können unsere Verschuldung nur durch immer neue Schulden bedienen. Bislang können wir uns noch relativ günstig finanzieren und das Griechenland vergleichbare Problem in die Zukunft verschieben.
Bei etwaigem Zinsanstieg wären wir wahrscheinlich auch sofort pleite. Das bezieht sich gleichermaßen auf Italien und Frankreich – und selbst auf Deutschland, das allerdings als letzte an die Reihe käme.
Bitte aufwachen und sich einmal mit den „Spielregeln“ des Geldes auseinandersetzen!

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Auf Pump leben ist in unserer Geldordnung nötig, sonst gibt es keine Investitionsmöglichkeit. Deshalb lebt man nicht über seine Verhältnisse, sofern man abschätzen kann, dass es immer ausreichend nachgelagerte Neuschuldner gibt, von denen ich das nötige Geld zur Bedienung meiner Schulden erhalten kann (z.B. über einen sicheren Arbeitsplatz) Unsere ganze Wirtschaft beruht doch auf der Suche nach Nachschuldnern!
Vielleicht sollten wir aber doch einmal den Weg vom Schuldgeld zum Aktivgeld einschlagen, wie das ja schon lange von einigen Ökonomen vorgeschlagen wird.
Man darf allerdings nicht übersehen, dass damit dem Geld der Großteil seiner Machtfunktion genommen wird. Alle Probleme beruhen ja auf dem menschlichen Unwillen, eine einmal erreichte Machtposition aufzugeben oder auch nur zu schmälern.

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Tun das nicht alle Länder? Welches Land ist denn nicht verschuldet? Woraus sollen dauerhaft Mehreinnahmen kommen, wenn nicht aus Verschuldung anderer? Unser Geld ist nun einmal Schulden von anderen! Daraus folgt ja, dass man Schulden immer nur ringsum verschieben kann (Zwischen den Sektoren Haushalte, Unternehmen und Staat, bzw. zwischen den Nationalstaaten).

Eine andere Geldordnung könnte da Abhilfe schaffen. Staaten sollten sich nicht verschulden müssen! Die Initiative „Monetative/Vollgeld“ zeigt, wie das gehen könnte. Staaten brauchen die Oberhoheit über ihr Geld und fallen nicht unter betriebswirtschaftliche Betrachtung. Ein Staat ist eben kein Unternehmen, sondern hat als gemeinwohlorientierte Institution der Bevölkerung zu dienen.

Es geht aber gar nicht um die extreme Ungleichverteilung innerhalb Griechenlands Die Schulden sind Auslandsschulden und können nur über den Außenhandel erklärt werden. Die Verluste der Exportländer beschränken sich auf entgangene Gewinnmöglichkeiten (und Vorfinanzierungskosten). Die Investitionen in die Exportgüter selbst, kurbelteten die Wirtschaft in den Exportländern an und dämpften die Arbeitslosigkeit. Dass G die Finanzierung der importierten Güter und Leistungen nicht aufbringt, kann auch mit einer Naturkatastrophe verglichen werden (neuerrichtetes Stadtviertel von Erdbeben zerstört). Investierte Arbeit und Ressourcen waren vergeblich, aber nicht wertlos. Nur die Gewinnerwartungen wurden nicht erfüllt. Es müssen neue Nachschuldner für den Wiederaufbau gefunden werden.

Griechenland: Von wegen nur faul und verschwenderisch

Wie sonst entstehen Auslandsschulden wenn nicht durch Aussenhandel? Geld verbraucht sich nicht. Es wechselt nur den Besitzer – solange es nicht der Schuldentilgung beim Emittenten dient.

Es sind die Mechanismen der Geldordnung, in denen sich die Ideologie verbirgt!

Kreditverhandlungen mit Griechenland: Tsipras spielt in der Endrunde auf cool

Di, 16.06.2015, 11:56

In Griechenland liegt gar nix Die uneinbringlichen Forderungen stehen als Aktiva in den Bilanzen der Gläubiger und müssten entsprechend wertberichtigt (sprich: gelöscht) werden.

Oder man lässt sie als zinsfrei gestellte Forderungen stehen – als ob sie irgendwann einbringlich wären. Die mit den griechischen Schulden eingekauften (importierten) Werte sind für die Exportländer so und so verloren; ihre Herstellung hat jedoch zumindest der Wachstums- und Beschäftigungspolitik der Exportländer gedient. Es wurden Werte verschenkt, deren Herstellung sonst unterblieben wäre und die Arbeitslosigkeit in den Exportländern gesteigert hätte. Arbeit und Ressourcen sind verloren und da viel Kriegsmaterial, auch ohne Zugewinn für die Griechen. Ein von Spekulation getriebene lose-lose

Kreditverhandlungen mit Griechenland: Tsipras spielt in der Endrunde auf cool

16.6.2015; standard.at; Rauscher, Griechenland……

Man kann „unartige“ Kinder natürlich bestrafen,…..

……die Milch vergossen haben. Die Milch ist trotzdem verloren.
Die „braven“ Exportkaiser werden sich damit abfinden müssen, dass Arbeit und Ressourcen verloren sind, die erwarteten Gewinne dafür ausbleiben. Wie bei Naturkatastrophen, bei denen gerade erst neu geschaffene Werte der Vernichtung anheim fallen. Sie können ihre Forderungen jedoch zinsfrei stellen und in den Büchern als Aktiva halten – und so tun, als ob sie einbringlich wären.

Zum Glück ist aber unser virtuelles „Geld“ die am leichtesten zu reproduzierende Ressource im Wirtschaftsgeschehen – wenn es um Wertgewinn und nicht nur Geldgewinn geht.

14.6.2015; profil; Lingens, Erben, Erbschaftssteuer, Erblasser….

Sehr geehrter Herr Lingens,

anlässlich Ihres heutigen Kommentars zu Erbschaftssteuern, Erben und Erblassern, möchte ich Ihnen eine kleine Anekdote nicht vorenthalten:

Als Karl Wlaschek sein Imperium verkaufte, wurden 4 Mrd. Schilling kolportiert (ich glaub’, heute geht man von einem höheren damaligem Verkaufserlös aus. Die 4 Mrd. ö.S. war auf jeden Fall die Summe, von der ich hörte).

Nun raffte ich mich also auf und schrieb Karl Wlaschek unter entsprechender Würdigung seines beeindruckenden Lebenswerkes, ob er auch schon daran dachte, sein Werk dahingehend noch zu krönen, dass er z.B. die Hälfte des Verkaufserlöses an alle Mitarbeiter, die länger als 10 Jahre an seinem Erfolg mitgewirkt hatten, als Abschiedsdank zu verteilen. Ich malte auch aus, welch’ Ruhmesblatt das für ihn bedeuten könnte und dass ihn seine treuen Mitarbeiter wohl auf den Schultern tragen und ihm ein Denkmal errichten würden.

Überraschend genug, erhielt ich sogar tatsächlich ein Antwortschreiben seines Adlatus, Herrn Schalle. Inklusive Höflichkeitsfloskel war es ein “Zweizeiler” dessen Kernstück lautete: “Wir haben uns anders entschieden”. Trotzdem das natürlich sehr traurig war, musste ich schallend lachen….

…..und denke, es wird Ihnen nicht anders gehen.

Mit besten Grüßen, Ihr

Günther Hoppenberger

Die Schalle-Geschichte  ist wirklich köstlich.
Ich hatte das „Vergnügen“ ihn einmal bei einem Abendessen kennen zu lernen und bekommen noch heute wine Gänsehaut, wenn ich an ihn denke – so tüchtig er zweifellos gewesen ist.
Mir herzlichen Grüßen PM Lingens=

7.6.2015; profil; Lingens, „Was Geldpolitik kann – und was nicht“

Was ist denn Geldpolitik?

Was ist das Bestimmende? Geld oder Politik? Natürlich ist Politik ohne Geld undenkbar, weshalb Politik ihr Augenmerk auf die jeweils zeitnotwendige Ausgestaltung der Geldordnung zu lenken hätte, damit die eigentlich anzustrebenden gesellschaftlichen Ziele, die in globalem Kontext zu definieren wären, auch tatsächlich erreicht werden können. Es ist doch kaum mehr zu übersehen, dass die politischen Gestaltungsmöglichkeiten ihre Beschränkung durch die allgemein anerkannte Geldordnung erfahren. Zeitgemäße Politik sollte jedoch nicht billigend in Kauf nehmen, dass in Zahlen ausdrückbare “Erfolge” der einen, zwangsläufig eine Schwächung anderer im nationalen, kontinentalen oder globalen Zusammenhang erfordern. Gesellschaftsgestaltung hat nichts mit einem Gesellschaftsspiel gemein. Der G7 Gipfel, oder auch das anschließende Bilderberger Treffen wären wohl geeignete Foren, dieses für die Weltpolitik entscheidende Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Dass das nicht passieren wird, drückt eigentlich nur den mangelnden politischen Willen aus, machtpolitische Veränderungen zugunsten der Bevölkerungen zuzulassen.

Dr. Günther Hoppenberger

31.5.2015; „Fassadenkratzer“, Oeconomicus criticus

@oeconomicus criticus

„Nehmen wir als Beispiel einen Hypothekarkredit: Der Lieferant liefert das Haus, welches als Sicherheit dient und erhält dafür eine Gutschrift, einen Anspruch auf Bargeld; der Käufer des Hauses bekommt von der Bank den Kredit, da er ja verspricht, das Geld zurückzuzahlen – dieser Kredit wird als Aktivum in der Bankbilanz geführt und ist gesichert durch das “gelieferte” Haus“.

Dieses Beispiel zeigt nur einen Schuldnertausch! Statt dem Hausverkäufer schuldet nun der Käufer (etwas mehr, weil der Verkäufer auch einen Gewinn machen will. Selbst wenn das Haus mit „Eigenmittel“ errichtet wurde, muss es in der Kalkulation wie Fremdkapital betrachtet werden). Mit dem Kredit des Käufers wird der Kredit des Verkäufers abgedeckt. Die Sicherheit für die Bank hat sich allerdings erhöht. Aus der ursprünglich bloßen Erwartung eines Hauses, wurde das fertige Objekt.

Das alles sagt jedoch nichts über die Frage zu staatlicher/privater Geldschöpfung aus. Die Anerkennung eines Geldes geht damit einher, was als Schuldentilgungsmittel gegenüber dem Staat (Steuern) von diesem akzeptiert wird.

Und natürlich wird (spätestens seit Aufgabe von Gold als Scheindeckung) Geld primär aus dem Nichts geschaffen, denn erst damit können Wirtschaftsaktivitäten angestoßen, Werte geschaffen und Ersparnisse gebildet werden. Der Staat begibt eine Anleihe, die in der „Monetative“-Bilanz dem Kredit gegenübersteht, mit dem Beamtengehälter und/oder staatliche Projekte finanziert werden, wodurch Geld in Umlauf gebracht wird. Warum an der Geldschöpfung private Banken mitverdienen sollen, hat sich zwar historisch entwickelt, ist jedoch für moderne Gesellschaften nicht einzusehen – und führt eben periodisch zu dem ausweglosen Desaster (Schuldenfalle), in dem wir uns befinden.

Da eben alles Geld Schuldgeld ist, geht es immer nur um die Suche nach Nachschuldnern – und die werden in ausreifenden Volkswirtschaften immer rarer, wenn es nicht gelingt, Zwangsverpflichtungen zur Schuldenübernahme einzuführen. Sei es durch neue gesetzliche Regelungen und Vorschriften („Reformen“) im Inland, oder, wenn das Zielobjekt ein ausländischer Staat ist, durch zunächst friedliche Anwerbung von Investitionen und Tourimusströmen, bis hin zur Destabilisierung und Krieg, um die Verschuldungsverpflichtung durchzusetzen.

27.5.2015; Agenda Austria; Unser „Abstieg“ im Wettbewerbsranking

(auch an Standard, OÖN und auf Standard.at)

Unser unsinniges Leben in Rankings und nach Benchmarks:

Wettbewerbsfähigkeit und andere Rankings drücken Relationen innerhalb eines jeweils fest abgegrenzten Bereichs von Handlungsoptionen für ein ebenfalls abgegrenztes Sample (EU, oder EURO-Zone,…) aus. Was sagen uns nun diese Relationen? Zunächst einmal, dass sich für die Gesamtheit des Samples nichts ändert, wenn sich Relationen verschieben. Relationen weisen uns auch darauf hin, dass es aus systemischer Notwendigkeit offensichtlich unmöglich ist, die propagierte Solidarität und Friedfertigkeit in aller Konsequenz auch leben zu können. Ein Wachstumswettbewerb in einem geschlossenen System – und unsere Erde ist ja ein solches – bedeutet stets Rivalität. Wachstum des einen, heißt Schrumpfung des anderen in der Relation. Ökonomisch gesehen, ist Wachstum stets Schuldenwachstum und die Geldentstehung durch Kredit bedingt wiederum, dass Schulden und Guthaben stets gleich sind. Und wieder geht es nur um die Relationen, die zwar die Gesellschaften in Gegnerschaft zueinander bringen, jedoch keinerlei Bedeutung für das Gesamte haben.

Rankings als bedeutsam hinzustellen, soll offenbar nur dazu dienen, unseren Blick für das Absolute zu verstellen und Fragen nach dem Sinngehalt eines nicht zu gewinnenden Wettbewerbs zu unterdrücken, der ein friedliches Zusammenleben der Völker verhindert.

23.5.2015; profil; Peter Lingens, „Griechische Kost für Kärnten?“

Sehr geehrter Herr Lingens,

da Ihr aktueller Kommentar wieder einmal äußerst scharfsinnig “mein” Hauptthema berührt, möchte ich heute mit einer ganz persönlichen Frage an Sie herantreten.

Sie kennen mich ja nunmehr bereits seit über 20 Jahren als wertschätzenden Leser Ihrer Kommentare, der diese auch häufig durch Anmerkungen ergänzt, kritisiert, gelobt, oder Sie mit anderweitigen Zusendungen “belästigt” hat. Was mich seit vielen Jahren umtreibt ist die Frage, inwieweit die Optionen innerhalb der bestehenden Geldordnung überhaupt die zeitgemäßen Anforderungen eines friedlichen Zusammenlebens der Völker zu erfüllen vermögen.

Wie bereits in vielen Kommentaren zuvor, so schreiben Sie auch diesmal bestens und nachvollziehbar argumentiert über offensichtlich unsinnige politische Entscheidungen, bzw. versuchen Sie vor solchen zu warnen. Hier treffen wir uns ja wohl in unserem gemeinsamen Bemühen. Dass meine Leserbriefe und Kommentare keine politische Besinnung hervorrufen, kann ich natürlich gut verstehen, auch wenn ich mir freilich eine Langzeitwirkung einzureden versuche, weil Gelesenes nicht mehr ungelesen gemacht werden kann. Dass aber selbst die blitzg’scheiten Kommentare eines Peter Michael Lingens so wenig Auswirkungen auf das politische Denken haben, gibt mir doch einigermaßen zu denken.

Meine Vermutung, zu der ich Sie gerne um Ihre Meinung fragen möchte:

Entgegen der Vorspiegelung von bemühter Völkerverständigung, geht es doch immer nur um Macht und um die Angst vor Machtverlust. Und da die mittlerweile global verbreitete Geldordnung zugleich das höchste Machtmittel (außer der Natur selbst) darstellt, und es erst nach dessen Versagen, also wenn die Anerkennung als Machtmittel verweigert wird, zu Krieg kommt, wird alles verhindert, was eine Schwächung der Machtfunktion der Geldordnung bedeuten könnte. Die Bevölkerungen werden solcher Art zur bedeutungslosen Zählgröße zur Aufrechterhaltung der Machtstärke unserer Geldordnung missbraucht.

Selbst wenn dieser mein Eindruck stimmen sollte, bin ich mir auch nicht sicher, ob es politisch sinnvoll wäre, politische Ehrlichkeit einzufordern und das offen auszusprechen. Vielleicht könnte jedoch ein globaler Bürgerkonvent zu einem reset in der gesellschaftlichen Entwicklung führen. Wie das gehen sollte (vielleicht über die UNO!?) weiß ich auch nicht. Vor allem: Wer will es?

Immer noch nicht ganz resignierend, verbleibe ich mit besten Grüßen in den (hoffentlich) sonnigen Süden, Ihr

Günther Hoppenberger

Sehr geehrter Herr Hoppenberger,
Ich glaube, dass die derzeit so oft unsinnige Wirtschaftspolitik eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Gründe hat:
o es gibt eine Krise der Wirtschaftswissenschaften: Thesen stehen einander diametral gegenüber. Die in meinen Augen falschen Thesen die Volkswirtschaft mit Betriebswirtschaft gleichsetzen, finden bei der Bevölkerung eben deshalb mehr Anklang.
o Die Politiker sind – durchaus bergreiflicher Weise- selten in der Lage, einzuschätzen, welche volkswirtschaftliche These die richtigere ist und natürlich spielt dabei eine Rolle, dass „Sparen“ bei der breiten
Bevölkerung solange besser ankommt, als sie nicht direkt von den Auswirkungen betroffen ist. Das gilt insbesondere für Deutschland, das ja trotz falscher Wirtschaftspolitik passabel funktioniert.
O Ein großer Teil der Industrie hält die aktuellen falschen  volkswirtschaftlichen  Thesen für richtig, weil sie betriebswirtschaftlich richtig wären: ein einzelner Betrieb kann sich ja tatsächlich durch Sparen sanieren. Aber wenn alle Betreibe einer Volkswirtschaft sich durch Sparen sanieren, bricht diese Volkswirtschaft zusammen – das ist der entscheidende Unterschied, den auch Unternehmer so schwer begreifen.
O Geldinstitute haben starke Lobbys, die notwendigen Regulierungen der Geldwirtschaft zu verhindern suchen.

Alle diese Faktoren wirken meines Erachtens unheilvoll zusammen. Es gibt aber auch Gegenbewegungen: Vernünftige Nationalökonomen, die sich in der EU doch in Grenzen durchgesetzt haben. So wurde der Spar-Pakt dahin abgeändert, dass Investitionen des Staates nicht mehr als Ausgaben zählen – womit er erheblich an unsinniger Stringenz verloren hat. In England und den USA verlief die Wirtschaftspolitik von vorne herein vernünftiger: Es hat dort seit der Finanzkrise mehr Regulierungen als in der EU gegeben. Aber auch in der EU ist die „Bankenunion“ ein vernünftiger Ansatz.
Mit besten Grüßen Peter Michael Lingens
PS.: mit der Wirkungslosigkeit dessen was man schreibt muss man sich als Journalist abfinden. Man muss froh sein, wenn man vielleicht im Laufe der Zeit noch Schlechteres etwas bremst.

23.5.2015; OÖN; W.Braun, „Öha, ÖH“ (Nur 25% Wahlbeteiligung bei ÖH Wahl)

Andere Interpretation der geringen Wahlbeteiligung

Die beschämend niedrige Wahlbeteiligung bei der ÖH-Wahl kann auch dahingehend verstanden werden, dass die gesellschaftliche Wettbewerbsverpflichtung, die im Kern eine Verpflichtung zu Rivalität darstellt, ihre Spuren bereits auch im universitären Bereich zeigt. Gemeinsame Interessen verblassen hinter den karriereorientierten individuellen Einzelinteressen. Ein weiterer Erfolg der zugrundeliegenden Wachstums- und Wettbewerbspolitik auf der Bildungsebene. So gesehen, kann sich die Regierung gegenüber etwaigen Studentenunruhen ziemlich beruhigt zurücklehnen. Alles paletti! Nicht Gesellschaft, sondern Karriere scheint das “zeitgemäße” Leitmotiv der Studentenschaft zu sein.

Dr. Günther Hoppenberger

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

vielen Dank für Ihre interessante Sichtweise. Ich denke, dass Sie damit sicher einen der Gründe definieren.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Freundliche Grüße

Wolfgang Braun

OÖNachrichten

Wolfgang Braun

Chefredakteur-Stv.

Ressortleiter Politik

Standard.at; Rauscher „Satyrspiel“

Apropos „Ignorieren von Aufgaben“

Na sowas, Varoufakis hat „seine eigentliche Aufgabe“ ignoriert.

Und was hat Wolfgang Schäuble, dessen Aufgabenbereich die Finanzen der Bundesrepublik Deutschland sind, in den letzten Jahren so gemacht? Er scheint sich im Wesentlichen um Griechenland gekümmert zu haben, was gar nicht seine Aufgabe ist. Derweil sind die deutschen Schulden während Schäubles Amtszeit als Finanzminister von 1.700 Milliarden auf 2.200 Milliarden Euro gestiegen – ein Zuwachs von 500 Milliarden Euro in nur sechs Jahren!

Zum Vergleich: Griechenland hat insgesamt 317 Milliarden Euro Schulden.

Und die USA haben eine höhere Staatsverschuldung als Äthiopien.

Was wollen Sie uns genau damit sagen?

Vielleicht wollte „Kernpanik“ nur darauf verweisen, dass es in einem Schuldgeldsystem keine schuldenfreien Staaten geben kann!

Vielleicht wollte er auch zur Frage anregen, weshalb bei ständig steigenden Exporterfolgen die Staatsschulden dermaßen angestiegen sind und an der Bezeichnung „Erfolg“ für die Exporte Zweifel aufkommen sollten.

Vielleicht wollte er aber auch nur die Frage aufwerfen, ob es in unserem System überhaupt möglich ist, dass alle ihre „Hausaufgaben“ (wer stellt die?) erfüllen können.

Vielleicht wollen Sie nur Ihre Themen unterbringen?

Ich denke, er/sie wollte nur Deutschland kritisieren. Aber vielleicht fehlt mir einfach die Phantasie…

Bin schon zu alt, als dass diese vermeintlich „meinen“ Themen noch Bewandtnis für mich hätten,..

aber Sie haben insofern Recht, als ich es mir angelegen sein lasse, nachfolgende Generationen auf das eigentliche Schlüsselthema für gesellschaftliches Zusammenleben hinzuweisen – damit sich die Wiederholung der Geschichte vielleicht doch noch vermeiden lässt.
Und der Schlüssel zu zivilisiertem Zusammenleben der Völker liegt zweifellos in der Konstruktion der Geldordnung.

16.5.2015; Standard, Streeruwitz; Ende des Bankgeheimnisses

Welche Geldangelegenheiten meint Streeruwitz, die geheim bleiben müssten, um meine Lebensgestaltung nicht zu beeinflussen?

Grundrechte setzen die Einhaltung von Grundpflichten voraus. Da Pflichten gegenüber einer „namenlosen Allgemeinheit“ erfahrungsgemäß nur widerwillig erfüllt werden, kann eine Kontrolle durch die betroffene Gesellschaft wohl nicht schaden.

Mit Streeruwitz Argumentation müsste man auch alle Fahrkarten- und Eintrittskontrollen abschaffen, weil mir diese doch Unredlichkeit unterstellen und meine freie Lebensgestaltung beeinträchtigen.

Im Übrigen heißen die Bürger ja deshalb so, weil sie für den Staat zu bürgen haben. Darum kommen wir nicht herum.

14.5.2015; Kurier, Brandstätter; Vieles verändert sich – viele verstehen es nicht

Das Wachstum der Nachkriegszeit ist vorbei

Nicht “die Gesellschaft”, sondern die Politik wehrt sich gegen diese banale Erkenntnis und beharrt im sturen Glauben, auch in einer Postwachstumsphase die Anforderungen einer auf Schuldenwachstum ausgelegten Geldordnung erfüllen zu können. Das Problem ist ja nicht “die Gesellschaft”. Die ist, wie sie ist. Das Problem liegt in der Unerfüllbarkeit systemischer Ansprüche und der offenkundigen Bereitschaft der Politik, lieber die bislang entwickelten Gesellschaftsstrukturen zu zerstören, als die mittlerweile versagende Geldordnung auf die Anforderungen einer modernen Gesellschaft abzuändern. Es bleibt trotz mancher gegenteiligen Zeichen zu hoffen, dass es zu einem rechtzeitigen Aufwachen der Verantwortungsträger kommt und die neuerliche Inszenierung einer Nachkriegszeit unterbleibt.

Dr.Günther Hoppenberger

10.5.2015; profil; Sebastian Hofer; „Eurovision“ (vs. Migration u. Solidarität)

Verlust der Vielfalt in der Einheit

Die als „Migration“ unser mitteleuropäisches Gesellschaftsgefüge empfindlich störende Völkerwanderung ist meiner Ansicht nach weder aufzuhalten, noch erscheinen mir die damit einhergehenden Probleme zivilisiert lösbar zu sein. Das von niemandem persönlich, jedoch dennoch kollektiv durch die bequeme, unserem Wohlgefühl dienende Kritiklosigkeit gegenüber unserer eigenen Wirtschaftsordnung zugelassene, ja sogar erst hervorgerufene Elend, steht nun hilfesuchend vor unserer Tür. Das wollten wir nicht, obwohl es vorhersehbar war. Die vielfach blauäugig geführten Diskussionen über Fragen der Unterbringung und Versorgung sind zwar ganz wesentliche und unmittelbar notwendige Symptombehandlungen, lösen den eigentlichen Konflikt jedoch nicht.

Erstmals in der Geschichte der Neuzeit erleben wir eine spürbare interkontinentale Zuwanderung, die uns mit weit entfernten und ebenso fremden Kulturen in Konfliktsituationen bringt. Geistige Vernebelung durch Ablenkungen wie das von Sebastian Hofer beispielhaft genannte Eurovisions-Spektakel sind dazu ebenso wenig hilfreich, wie die naiv bemühte Annahme, wir könnten tatsächlich bereit sein, die Bedürfnisse der Migranten zu befriedigen, denen doch leider das Geld fehlt, um mit ihren Bedürfnissen auch Nachfrage zu erzeugen. Der bevorstehende Zusammenbruch des Weltfinanzsystems könnte verbunden mit der reflexartigen Feindbildsuche der Auslöser sein, die Migrationsproblematik unrühmlich zu beenden. Nicht jedoch Angst, sondern Einsicht, sich besser in das Unvermeidliche zu fügen und sich damit irgendwie zu arrangieren, sollte uns zumindest die ärgsten Gewaltexzesse vermeiden lassen. Der Zeitpunkt, die Geschichte durch verarbeitete Erkenntnisprozesse nicht neuerlich wiederholen zu müssen, scheint mir hingegen bereits überschritten.

Dr. Günther Hoppenberger

5.5.2015; Standard, Rauscher, „Schlechtes Wachstum, schlechte Stimmung“

Sehr geehrter Herr Rauscher,

Wachstumsvergleiche stellen doch zweifelsfrei Relationen dar, die ausschließlich Wachstum nach Geldbewertung berücksichtigen und somit bestenfalls eine Indikation für die Veränderung in der zwischenstaatlichen Schuldenverteilung liefern. Steigendes Wachstum kann immer nur auf Kosten anderer erfolgen, die man dann im Ranking hinter sich lässt. In der Kritik über Wachstumsschwäche würde ich mir erwarten, dass man auch gleich vorschlägt, zu wessen Nachteil man zu wachsen gedenkt.

So müsste doch auch bei aller berechtigten Kritik an der „Geldverbrennung in sinnlosen Projekten“ die Frage erörtert werden, wem man die Einkommensmöglichkeit an solch sinnlosen Projekten zu entziehen gedenkt.

Es mag vielleicht als blauäugig angesehen werden, wenn ich den Standpunkt vertrete, dass das längerfristige Überleben menschlicher species nur durch globale Kooperation gesichert werden kann und nicht durch einen Wettbewerb, in dem es schon lange nicht mehr um Lebensqualität, sondern nur mehr um das Weiterreichen von Schulden (=Machtausübung) geht. Vieles spricht allerdings dafür, dass wir uns bereits in einem zerstörerischen Weltwirtschaftskrieg befinden, ohne dass man das den Leidtragenden, den Bevölkerungen, auch klar macht. Es ist ein stillschweigender, nicht deklarierter Krieg zwischen den Eliten, die ihre Bevölkerungen als manipulierbare Zählmasse missbrauchen. Redlichkeit und Vernunft auf den Feldherrenhügeln der Politik scheinen mir längst abhanden gekommen zu sein.

Was fehlt, ist doch das unumwundene Eingeständnis der Politik, nicht mehr weiter zu wissen. Die Angst, die Bevölkerungen dann irgendwelchen schwindligen Demagogen auszuliefern ist zwar berechtigt, ließe sich jedoch vielleicht durch die global vernetzte Organisation strukturierter Bürgerkonvente eindämmen.

Bezeichnend ist hingegen der vor rund zwei Jahren aktenkundig gewordene Ausspruch J.C.Junckers: „Wir wissen genau, was wir zu tun hätten, wir wissen nur nicht, wie wir gleichzeitig an der Macht bleiben könnten“.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

3.5.2015; profil; Neuvermessung der Arbeit (Arbeitszeitverkürzung)

Der Arbeitslosigkeit mit Arbeitszeitverkürzung beikommen zu wollen, unterliegt ein gravierender Denkfehler. Es geht nicht um Arbeit! Es geht um Geld! Der Denkfehler liegt in der verbreiteten Annahme, dass Geld durch Arbeit entsteht. Durch Arbeit entstehen im günstigsten Fall Werte und das für die Vorfinanzierung des Arbeitsprozesses benötigte Geld ist auf die eine oder andere Art durch Kredit entstanden. Einkommen entstehen daraus durch ziemlich willkürliche, oftmals sehr ungerechte Geldzuteilung für geleistete Arbeit. Unternehmen schaffen daher durch die Vorfinanzierung zugleich auch die Nachfrage, sind jedoch auf das konjunkturelle Umfeld und auf die Bereitschaft anderer angewiesen, sich ebenfalls und stets etwas höher zu verschulden. Konsumenten sind immer als Nachschuldner der Unternehmen zu werten.

In einer ausgereiften, hoch produktiven Volkswirtschaft wird sich das Problem Arbeitslosigkeit daher längerfristig  nur durch eine Neudefinition des Arbeitsbegriffes als Werteschaffung und losgelöst von der Geldschaffung lösen lassen. Es muss eine Entkoppelung von Arbeit und Einkommen erfolgen und es muss über einen neuen „Berufsstand Konsument“ nachgedacht werden.

Dr. Günther Hoppenberger

28.4.2015; Standard.at; Freistetter (Kreatinismus vs. Wissenschaft)

Es geht um Demut gegenüber den Grenzen der Wissenschaft Kreationismus und Evolutionswissenschaft stehen nicht unbedingt im Widerspruch, denn die Evolutionsforschung muss ja zwangsläufig an der Frage, woher die Möglichkeiten zur Evolution herrühren, scheitern. Religion, einerlei in welcher bildhaften Ausprägung der unterschiedlichen Kirchengemeinschaften, verweist auf diese Grenze und fordert zu Demut gegenüber der uns wissenschaftlich nicht zugänglichen Frage nch dem „Woher“ auf.
Insofern hat Religion – nicht unbedingt kirchliche Interpretationen – eine wesentliche Bedeutung auch im Biologieunterricht. Etwas Demut gegenüber wissenschaftlich unbeantwortbaren Fragen kann nicht schaden.

Wissenschaft

Kreationismus, eine Alternative zur Evolutionstheorie

24.4.2015; Standard.at; Staatliches Netz für Sparer soll bleiben

Da ist sie wieder: Die Einlagensicherung (und Pröll kann nicht verstehen, weshalb der Staat dafür nicht haften sollte)

Die beste Einlagensicherung wäre doch, dem unkomplizierten Konzept Monetative/Vollgeld zu folgen, nach dem Spareinlagen außerhalb der Bankenbilanz angesiedelt wären. Die Banken wären dann nicht mehr Schuldner gegenüber den Sparern, sondern gegenüber der Monetative (4.staatliche Gewalt).

Wer dann sein Geld einer Bank bewusst als Anlagekredit zur Verfügung stellt, müsste eben auch das Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust tragen.

Mit Monetative/Vollgeld wäre auch die Kreditgeldschöpfung der Banken unterbunden und die Geldschöpfungsmacht läge ausschließlich bei der Monetative.

In Hinblick auf die Machtfunktion des Geldes bedarf es wohl keiner Erklärung, weshalb sich sachlich vernünftige Lösungsvorschläge nicht durchsetzen.

23.4.2015; Standard.at; Eco-Studie: A immer weniger wettbewerbsfähig

Welchem Ziel soll der Wettbewerb, der in seinem Kern Rivalität bedeutet, dienen?

Wurden die Bevölkerungen gefragt, ob sie an diesem Wettbewerb teilnehmen möchten? Ist „Wettbewerbsfähigkeit“ jedoch mit Überlebenskmpf gleichzusetzen, dann sollte man das auch offen aussprechen und nicht von Globalisierung faseln.

Globalisierung von menschengerechten Lebensbedingungen kann nur durch Kooperation, niemals durch Wettbewerb erfolgen. Wenn jeder meint, um jeden Preis besser und mächtiger als alle anderen sein zu müssen, dann bedeutet das permanenten Konflikt. Höchste Zeit, den kranken Gehirnen der selbsternannten Eliten die Gefolgschaft zu verweigern und sich nicht länger zur Durchsetzung deren perverser Gelüste missbrauchen zu lassen. Menschheit ohne Fokus auf Gemeinwohl ist undenkbar!

23.4.2015; detto

Durch Arbeit entsteht kein Geld! Es gäbe nicht mehr Geld, wenn alle Pensionisten bis 90 arbeiten sollten.

Geld entsteht durch Kredit (Schulden) und muss vor Arbeitsaufnahme verfügbar sein! Mit etwas Glück und bereitwilligen Nachschuldnern kann diese Vorfinanzierung wieder (+etwas Gewinn) an sich gezogen werden.
Durch Arbeit entstehen Werte! Die wurden von den heutigen Pensionisten offensichtlich ausreichend bereitgestellt, um zumindest *Andreas* großzuziehen.

Wir könnten natürlich auch ein Gesellschaftssystem andenken, in dem sich alle Arbeitslosen, Arbeitsunfähigen und Alten zum einsamen Verhungern ins Gebirge oder Wüste zurückzuziehen haben. Ob es den Aktiven dann besser ginge?

Pensionszuschüsse aus Steuern sind doch Wirtschaftshilfe, die es im selben Ausmaß den Jungen erst ermöglicht, ihre Werteschaffung auch verkaufen zu können.

23.4.2015; detto

Empfehlung: Gedankliche Trennung von Werteschaffung (eigentliche Wirtschaft) und Geldmechanismen

Es ist nur eine willkürliche, stillschweigende Übereinkunft, dass die Geldzuweisungen (Einkommen) entsprechend der durch die jeweiligen Machtstrukturen definierten Leistung erfolgen (ist natürlich zwangsläufig ungerecht).

Aber: Nicht vergessen, dass die eigene Arbeit fast immer höherwertig angesehen wird, als jene aller anderen!

Antwort von *Andreas*: Was wollen Sie damit jetzt genau sagen? Erklären Sie mir bitte anhand eines Beispiels, was ich mit dieser gedanklichen Trennung genau erreiche, und wie das die Situation verbessern kann.

Man sollte erkennen, dass es nicht um Werte und Arbeit, sondern um Geld geht (auch bei TTIP)

„Wachstums- und Wettbewerbspolitik“ heißt (neben Züchtung von Rivalität) Schuldenausweitung. Denn Schaffung von Arbeitsplätzen bedeutet in erster Linie Geld – und das entsteht durch Kredit.

Worauf es in der Werteschaffung ankommt, haben wir: Maschinen, Rohstoffe, Arbeitskräfte, Know How. Einzig Geld scheint zu fehlen. Das Transmissions- und Informationsmittel (Mephisto riet dem Kaiser: So schaff es denn).

Es geht eben darum, wer das Geld schaffen darf, damit es in der Wirtschaft seine segenstiftende Wirkung entfalten kann.

Konkretes Beispiel, was ich mit gedanklicher Trennung Wirtschaft/Geld meinte? Pensionisten können Geld nicht essen. Es geht um verfügbare Waren- und Dienstleistungen (genauso wie für die Kinder).

Zu (1): Stimme zu. corr: Arbeit führt im günstigsten Fall zu Werten

Heute, in gesättigter Wirtschaft entstehen immer weniger Werte. Es werden eher bestende Werte vernichtet (ist auf „Schaffung von Arbeitsplätzen“ zurückzuführen, wo es eben nicht um Werteschaffung, sondern um Geldvermehrung (Schuldenerhöhung) geht.
Zu (2): Das Umlageverfahren ist immerhin das System, das ohne Unterbrechung bereits seit der Steinzeit funktioniert.

Die Werteschaffung der Beitragszahler reicht durchaus aus, allerdings – und da bin ich ganz bei Ihnen – fließt das dazu aufgewendete Informationsmittel (Geld) nicht mehr an den Ursprung zurück, sondern wird zinsfordernd gehortet. Das erfordert ständigen Anstieg der Gesamtverschuldung (Staat+Haushalte+Unternehmen+/-Ausland). Wer davon sich in welchem Ausmaß verschuldet ist egal.

Eben nicht behalten! Wissen und Erkenntnisse sind zu verbreiten.

Konkret geht es mir darum, zu Überlegungen anzuregen, ob es denn so sein muss, dass es in Wirtschaft und Politik nur mehr um die „vierte Eigenschaft des Geldes“, nämlich als Machtmittel zu dienen, geht.

Was „Hättiwari“ und Ihre Ungeduld betrifft, hilft Ihnen vielleicht der Ausspruch von J.C.Juncker: „Wir wissen genau, was wir zu tun hätten, wir wissen nur nicht, wie wir zugleich an der Macht bleiben könnten“.

Es geht um Macht und Unterdrückung – wie eh und je – nur kommt das heute nicht mehr so gut bei der Bevölkerung an, weshalb man es eben „Wachstums- und Beschäftigungspolitik“ nennt, wofür man unbedingt „Wettbewerbsfähigkeit“ (=Siegeschancen in Rivalität) braucht.

17.4.2015; OÖN, Kotanko; Die Zukunft der Volksparteien

Es geht um die Rahmenbedingungen!

Die durchaus hehren Wertsetzungen der Volksparteien sind in der gemeinsamen, sakrosankten Anerkennung eines Systems, das zu seiner Aufrechterhaltung Wettbewerb (=Rivalität) anstatt Gemeinsinn erfordert, nicht zu verwirklichen. Eine durch enttäuschte Erwartungen in Einzelinteressen zersplitternde Gesellschaft und die Erosion der Wählerbasis sollten daher nicht allzu sehr verwundern. Es ist der als Bedrohung angesehene Populismus, der die Erwartungshaltung der Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Und freilich nützt er die Emotionen, die eben die Volksparteien nicht mehr für positive Entwicklungen zu einem Mehr an Demokratie, Gerechtigkeit, Wohlstand, Nachhaltigkeit und Frieden zu wecken vermögen.

Dr. Günther Hoppenberger

15.4.2015; Standard.at; postings

Es ist nicht zu übersehen, dass Sie anders denken Auch Vollgeld wäre Fiatmoney.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Dem kann ich zustimmen Die von Ihnen angeschnittenen Problemfelder sind jedoch Symptome der Geldschöpfung, die sich alle deshalb entwickeln konnten, weil es um die Aufrechterhaltung eines versagenden Geldsystems ging.

Eine Schuldgeldwirtschaft, die auf Wachstum beruht, muss zwangsläufig regelmäßig zu Kriegen führen. Die Anlässe finden sich leicht. Die Ursache steckt jedoch in der Geldschöpfungsart.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Giralgeld würde ja nicht abgeschafft es würde allerdings als Vollgeld von der Monetative geschöpft. Es wäre nicht mehr wie jetzt nur eine Forderung auf Geld, sondern echtes Geld.

Es ist doch klar. Ohne einen positiven Kontoeintrag bekommt man kein Bargeld. Daher ist Buchgeld stets vorgängig zu Bargeld. Es geht nur darum, wer dieses Buchgeld erzeugen darf!

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Sie haben den „Witz“ leider nicht verstanden Bitte auf www.monetative.de darüber informieren. Dann erst Meinung bilden.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Stimmt. Es geht ja schon in die Richtung…. …allerdings nicht unter demokratischer, regierungsunabhängiger Kontrolle und zu Lasten der Bevölkerungen.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Und Ihnen ist nicht klar, dass das mit Planwirtschaft nichts zu tun hat

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Sie haben’s leider nicht verstanden Bitte das Prinzip auf www.monetative.de nachlesen, bzw. hören.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Eben und weil man mit unserem System eben nicht endlos den erreichten Wohlstand aufrechterhalten kann, muss man das System ändern, anstatt Wohlstand zu vernichten.

Wir haben alles. Rohstoffe, Fähigkeiten, Kreativität,…. das einzige, was stets fehlt, ist Geld. Ausgerechnet die am leichtesten zu reproduzierende Ressource im wirtschaftlichen Austausch. Da sollte man schon nachdenklich werden.

Geld ist doch nur ein künstliches Konstrukt. Eine Vereinbarung. Und die sollte man eigentlich an die Notwendigkeiten moderner Gesellschaften anpassen können.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Welches Geld ist es denn, das Banken dem Staat leihen?

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 14:08

Blödsinn! Das kann er eben nicht. Der Staat hätte allerdings im Unterschied zu jetzt die Möglichkeit, die bei der Monetative aufgenommenen Schulden auch wieder zu tilgen und im Unterschied zu jetzt, muss er sich auch nicht unbedingt verschulden, aber er könnte sich für gesellschaftlich erwünschte, gemeinwohlorientierte Projekte, die mehrheitliche Zustimmung genießen, verschulden.

Das hat nichts mit dem Haushalt, sondern mit der Art der Geldschöpfung zu tun! Die meisten Staaten haben ja einen positiven Primärhaushalt, der erst durch die Geldkosten defizitär wird (und zu Neuverschuldung zwingt – sonst fehlt das Geld).

Außerdem könnte mit der Monetative wieder eine tatsächliche Geldmengensteuerung erfolgen. Weshalb Inflationsrate von 2% anpeilen? Weshalb nicht 0%?

Von der Monetative gegen Staatsanleihe (unverzinst) Monetative kann (und soll) Geld aus dem Nichts schöpfen, Banken, wie auch Staat müssen es sich dann gegen Sicherheiten zur weiteren Inumlaufbringung durch Kreditvergabe ausleihen.

Der Geldschöpfungsgewinn ( bei 1/2/3% in D etwa bei 25/50/75 Mrd.) verbliebe bei der Monetative und könnte zum sukzessiven Abbau der Staatsverschuldung dienen.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 12:57

Und die könnte damit behoben werden

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Dass Schulden nicht verschwinden, wenn man sie auf andere überträgt

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Sag‘ ich das? Banken werden auch weiterhin hochintegriert in der Wirtschaft sein

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Und der Autohändler zahlt es wieder auf sein Konto die Bank führt es an die Notenbank zurück. Was bleibt, ist die Bilanzverlängerung der Bank mit der Sicherheit des Autos (und des laufenden Einkommens des Kreditnehmers) auf der Aktivseite.

Zu beachten ist natürlich, dass die Produktion des Autos bereits mit Kredit erfolgte. Zuerst muss Geld vorhanden sein, damit gearbeitet werden kann (Durch Arbeit entsteht kein Geld). Mit Glück kann es dann eben einem Unternehmen gelingen, das eingesetzte Geld zur Schuldentilgung wieder an sich zu ziehen – wenn andere bereit sind, die Schulden auf sich zu nehmen, wie das der Autokäufer ja macht. Damit auch ein Gewinn möglich wird, muss diese Verschuldung jedenfalls höher sein, als die Vorfinanzierung.
(Als „Kapital“ dient oft auch nur die Idee – nix Geld

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 12:20

Völlig falsch! Der Staat bräuchte sich dann eben nicht mehr Geld durch verzinste Verschuldung leihen. Der Staat braucht auch die Sparguthaben nicht (die außerdem nur durch Kredit entstanden sein können!). Dafür sind diese aber sicher außerhalb der Bankbuchhaltung und bei Pleite der Bank nicht betroffen.

Genaueres unter www.monetative.de

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 12:12

Die 1.000.- Einzahlung auf Sparbuch stammen bereits aus Kredit…. ….den irgenwer zu bedienen hat. Hier wird nur Ihr Anspruch auf Geld auf gewisse Zeit stillgelegt (Fristentransformation).

Nach Sigurjonsson (und Monetative/Vollgeld) könnten Banken nur das von ihnen bei der Notenbank gegen Sicherheiten geliehene Geld verleihen. Ihr Erspartes wäre als Vollgeld außerhalb der Bankbuchhaltung gesichert (Zinsen gäbe es nur, wenn Sie auch bewusst das Risiko tragen). Die unabhängige Notenbank hätte damit wieder die Macht, über die Geldflüsse in der Wirtschaft zu bestimmen.

Geht man davon aus, dass Unabhängigkeit zumindest im Ausmaß von Judikative, Legislative und Exekutive möglich ist, dann ist eine gemeinwohlorientierte Finanzierung nach den Notwendigkeiten einer funktionierenden Gesellschaft möglich.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“Mi, 15.04.2015, 11:54

Genau das hätte keinen Einfluss darauf

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Im Gegenteil Mit dem Konzept „Monetative/Vollgeld“ wären die Sparguthaben tatsächlich sicher – weil außerhalb der Bankbuchhaltung. Schuldner wäre dann nicht mehr die Bank, sondern die Monetative. Nur wer sein Geld zur Weiterverleihung der Bank zur Verfügung stellt, trägt dann auch bewusst das volle Verlustrisiko (Hätte aber auch die Chance auf Zinsgewinn).

Im Unterschied zu jetzt, wo der „Ottonormalsparer“ Gläubiger seiner Bank ist und um sein Spargeld zittern muss, könnte er sich tatsächlich in Sicherheit wiegen.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 11:44

Ja, wir haben eine goldene Epoche nach dem 2.WK erlebt Ich möchte jedoch keinen neuen WK erleben, nur um neuerlich die Funktionsweise unserer Geldordnung unter Beweis stellen zu können.

Zweifellos war unser System gut geeignet, relativ breiten Wohlstand in relativ kurzer Zeit hervorzurufen. Es ist jedoch nicht geeignet, diesen Wohlstand auch aufrecht zu erhalten. Die heutigen Probleme sind alle darauf zurückzuführen, dass wir in den 80er Jahren nicht erkannt hatten, dass ein Systemwechsel notwendig ist.

Es geht um Ängste und Machterhalt, die uns daran hindern, etwas, was sich doch in der Vergangenheit bewährt hat, zu ändern.

Wirtschaft

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Schon nahe dran Je größer die Bank, desto wahrscheinlicher, dass mein Lieferant ein Konto bei der selben Bank hat. Wenn man zur Systemanalyse alle Banken zur „Einheitsbank“ zusammenfasst, liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei 100%.

Wirtschaft

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 11:10

Wir verwenden aber Forderungen auf Geld wie Geld. Und damit ist es Geld….. ….auch wenn es nicht gesetzliches Schuldentilgungsmittel ist, so wird es sogar vom Finanzamt als solches anerkannt.

Die Buchgeldschöpfungsmöglichkeit der Banken ist nicht beliebig und hängt besonders von der Größe der Bank ab. Das ist jedoch nur das Thema im Bankenwettbewerb. Geht man darauf ein, dann verlässt man den systemanalytischen Zugang und begibt sich auf die betriebswirtschaftliche Ebene.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 11:02

Am Systemischen Problem ändert sich dadurch nichts Es werden ja nur die Salden aus Hin- und Rückflüssen zwischen den Banken am Ende des Tages mit Notenbankgeld ausgeglichen.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 10:57

Barkredite? Kredite werden höchst selten bar behoben, und wenn doch, wird das Geld gleich wieder wo eingezahlt und gleich wieder an die Notenbank zurückgeführt. Echtes Geld (Bargeld) taucht doch heute, wenn überhaupt, nur mehr kurzzeitig auf.

Üblicherweise wird die mit Kredit entstandene Forderung auf Geld „überwiesen“. Sie wird weitergereicht und dient als mittlerweile allgemein akzeptierte (selbst vom Finanzamt) Schuldentilgung.

Man muss das gesamte Bankensystem im Auge haben und nicht nur die einzelne, mit anderen im Wettbewerb stehende Bank.

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 10:47

Peinlich! (Steinwurf aus dem Glashaus?) Bitte sich zuerst vor solchen selbstentblößenden postings informieren!

Empfohlen: www.monetative.de und www.monetative.ch

Wirtschaft

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 10:32

Die Wirtschaft profitiert? Worin sollte das Problem liegen, wenn die Banken nur mehr das machen können, was sie vorgeben zu tun: Geld der Zentralbanken (und Sparer, die das dezitiert und mit Verlustrisiko wollen) als Kredite in die Wirtschaft geben.

Das Problem ist einzig und allein eine Machtfrage und eine Frage funktionierender demokratischer Strukturen.

Es gilt, die Geldordnung an die Notwendigkeiten einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft anzupassen und nicht das Verhalten der Wirtschaftstreibenden (Bevölkerungen) an die Anforderungen einer dennoch versagenden Geldordnung.

So gesehen ist Sigurjonsson am richtigen Weg. „Monetative/Vollgeld“ ist der wichtigste erste Schritt zur Sanierung des Finanzsystems. www.monetative.de

Wirtschaft

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 10:16

Wohin sollte das Geld gehen? Bei systemischer Betrachtung muss man auch das Gesamtsystem im Auge haben. Natürlich kann es zu einer anderen Bank abfließen. Nur der Saldo aus Hin- und Rückflüssen zwischen den Banken muss dann mit „echtem“ Notenbankgeld ausgeglichen werden. Das betrifft jedoch nur den Wettbewerb zwischen den Banken und dient nur zur Verschleierung der reihum Problemverschiebung.
Kredite werden ja meist genommen, um eine Zahlungsverpflichtung zu erfüllen. Die mit jedem Kredit geschaffene Forderung auf Geld gegenüber der kreditgebenden Bank (Gegenbuchung: Forderung auf Rückzahlung gegen Kreditnehmer) wird innerhalb des Bankensystems als Schuldentilgungsmittel akzeptiert.
Bargeldhortung nimmt zu, ist aber immer noch gering.

Wirtschaft

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

Mi, 15.04.2015, 09:56

Soviel zur Theorie Das Problem liegt jedoch darin, dass wir unsere Rechnungen kaum mehr mit echtem Geld, sondern vorwiegend mit Forderungen auf Geld (nichts anderes sind die Zahlen auf den Konten) begleichen. Das funktioniert, so lange das (unberechtigte) Vertrauen ins Bankensystem besteht, dass diese Forderung auch jederzeit bedient werden könnte. Natürlich läuft das wieder auf die Sicherheiten hinaus, die Banken bei Kreditvergabe erhalten – und die werden bei ausreifenden Volkswirtschaften immer schlechter.
Richtig: Banken schaffen kein Geld, aber Zahlungsmittel, weil die Übertragung von Forderungen auf Geld allgemein als Schuldentilgung akzeptiert wird (selbst vom Finanzamt).

Wirtschaft

Sigurjónsson: „Banken das Recht zur Geldschaffung nehmen“

15.4.2015; Standard; Man muss Banken Recht zur Geldschöpfung wegnehmen

Endlich!    

Endlich wird Geldschöpfung von einem Parlamentarier zum Thema gemacht. Es ist allerdings bedauerlich, dass der Interviewer mit seinen Fragen eine gewisse Uninformiertheit zum Ausdruck bringt, bzw. die enorme Bedeutung dieses Sachthemas in eine Links-/Rechts Schubladisierung zu drängen versucht. Die Funktionsweise des Geldes muss aber unabhängig von Parteizugehörigkeit für gesellschaftsbildende, gemeinwohlorientierte Projekte gegeben sein. Sigurjonssons mutige Wortmeldung wird hoffentlich zu einem gesunden Aufwachprozess führen.

Dr. Günther Hoppenberger

13.4.2015; profil 16, Lingens; „Adieu, alte Wirtschaftsordnung“

Neuverteilung von Arbeit?

Zwei Lingens, zwei Bundespräsidenten, zwei Wrabetz,…., jeweils zum Preis von einem? Das kann die Lösung nicht sein. Es geht ums Geld! Nicht um Arbeit. Durch Arbeit entsteht kein Geld. Es ist die Geldordnung, die an die Notwendigkeiten einer modernen, hoch produktiven, arbeitsteiligen Gesellschaft angepasst gehört. Die Wachstums- und Beschäftigungsdoktrin, die ausschließlich der krampfhaften Aufrechterhaltung unserer dennoch versagenden Geldordnung dienen soll, ist nicht mehr viel länger aufrecht zu erhalten – wenn man tatsächlich Kriege vermeiden will.

Dr. Günther Hoppenberger

12.4.2015;  Standard; „Ideen-gegen-Armut“ (Start-up-Kultur im sozialen Bereich)

Sehr geehrte Frau Mag. Pühringer,

im Zusammenhang mit „Ideen-gegen-Armut“, bin ich im heutigen Standard nicht nur auf Ihren interessanten Beitrag gestoßen, sondern habe zu meiner Verwunderung erfahren, dass es sogar einen Bundesdachverband für Soziale Unternehmen gibt, dem Sie als Geschäftsführerin vorstehen. Nun habe ich allerdings mit dem Begriff „Soziales Unternehmen“ einige Verständnisschwierigkeiten und wende mich deshalb an Sie mit der Bitte um Aufklärung.

Ihres ehrens- und unterstützenswerten Anliegens bin ich mir durchaus bewusst, wenngleich ich nicht verhehlen möchte, dass bei den seit 2008 verwirklichten Projekten im Rahmen von „Ideen-gegen-Armut“ bei mir der Verdacht aufgekommen ist, dass es da eher um „Ideen mit Armut“ gehen könnte. Im Prinzip geht es doch nicht nur um die (nicht rückzahlbare) Anstoßfinanzierung, sondern die Projekte sind auch weiterhin auf Sponsoren und Spenden angewiesen. Kreativität und Enthusiasmus, mit denen diese gesellschaftlich meist sehr wertvollen Projekte angegangen werden, finden im „Markt“ keine entsprechende Anerkennung. Ein Unternehmen das nicht lebensfähig ist, kann aber im Monetarismus eben nicht als solches gelten, auch wenn dafür die „Sinngebung“ durch Arbeitsschaffung ins Treffen geführt wird.

Abgesehen davon, dass Armut natürlich immer relativ ist und stets im Kontext der jeweiligen Gesellschaft betrachtet werden muss, ist Armut doch eine Frage der Teilhabemöglichkeit am gesellschaftlichen Leben und die wird vorwiegend über verfügbares Geld gesteuert. Armut ist daher in einer hoch produktiven, arbeitsteiligen Wirtschaft eine Frage der Geldordnung.

Es ist ja ein in der öffentlichen Meinung verfestigter Irrglaube, dass unser Geld durch Arbeit entstünde und dass man daher Armut durch Arbeit überwinden könnte. Ob durch Sponsoren oder durch Kredit vorfinanziert ist einerlei: Die Vorfinanzierung harrt wie jede Investition einer „sich rechnenden“ Rückführung. Die ist für mich bei den so genannten sozialen Unternehmen nicht ersichtlich. Hier ist laufende Zuführung von frischem Geld nötig und läuft in der Zuspitzung auf den dummen Spruch „Sozial ist, was Arbeit schafft“ hinaus. Es wird zu Arbeit in Armut, selbst wenn man durch mildtätige Sponsoren ein bescheidenes Leben finanziert bekommt.

Wenn Armut also offensichtlich mit Geld zu tun hat und ein Anstieg prekärer Verhältnisse und Armut daher auf eine versagende Geldordnung hinweist, wäre es denn da nicht eigentlich naheliegend, vordringlich auf eine zeitangepasste Veränderung der Konstruktion unseres Geldes hinzuarbeiten, damit es den Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprechen kann?

Unser Schuldgeldsystem war in der Aufbauphase nach dem Krieg zwar fabelhaft geeignet, in relativ kurzer Zeit einen relativ breit gestreuten Wohlstand hervorzurufen. Es ist jedoch seit etwa Mitte der 80er Jahre nicht mehr dazu geeignet, diesen Wohlstand auch langfristig aufrecht erhalten zu können. Ein starres Festhalten an einstmals Bewährtem, selbst wenn es mittlerweile versagt und sich gesellschaftlich als schädlich erweist, kann nicht gerade als Ruhmesblatt des homo sapiens angesehen werden.

Ein wahrer Paukenschlag gegen Armut wäre daher ein Projekt, das der Augenöffnung und Aufklärung der politischen Verantwortungsträger gewidmet wäre. Ein Lobbying für die Umgestaltung unserer Geldordnung. Es ginge um Weckung von Interesse und Verständnis. Man darf der Politik ja keineswegs Absicht unterstellen, doch bleibt eben neben der unermüdlichen Beschäftigung mit den Zielen der anachronistischen Wachstums- und Beschäftigungsdoktrin kaum mehr Zeit für gedankliche Anstrengungen zu Alternativen.

Ein wesentlicher erster Schritt wäre das medial unterstützte geballte Eintreten für die Einführung von „Monetative/Vollgeld“ (www.monetative.ch). Das bedeutet Förderung von Einsicht, Abbau von Ängsten und Bereitschaft von Politikern, sich dafür einzusetzen.

Es würde mich freuen, wenn ein derartiges Projekt, das noch dazu für und nicht gegen etwas ausgerichtet wäre, als wesentlicher Schlüssel gegen Armut bei „Ideen-gegen-Armut“ eingereicht und Beachtung finden würde.

Mit dem abschließenden Ersuchen, mehr über Ihre Interpretation eines „Sozialen Unternehmens“ zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Günther Hoppenberger

8.4.2015; Standard.at; Irland kommt kraftvoll aus der Krise

Kraftvoll aus der Krise?

Irlands öffentliche Schulden sind seit 2007 von 25% des BIP auf 123% angestiegen. Die Gesamtverschuldung (Staat+Haushalte+Unternehmen) liegt bei 530% und damit an der Spitze innerhalb der EU.

Es gehört viel Phantasie dazu, das als kraftvolle Krisenbewältigung zu verstehen.

8.4.2015; Standard.at und Standard; Sebastian Burger; Wirtschaftserholung in Irland

Ärmel hochkrempeln? Geld entsteht durch Arbeit – und die Erde ist eine Scheibe?

Und wieder einmal wird die naive und falsche Ansicht hochgehalten, dass Geld durch Arbeit entsteht.
Immerhin haben sich die öffentlichen Schulden Irlands seit 2007 von 25% des BIP auf 123% erhöht. Die Gesamtverschuldung Irlands (Staat+Haushalte+Unternehmen) liegt bei 530% des BIP und nimmt damit die Spitzenstellung in der EU ein.

Wie man bei diesen Zahlen Irland bescheinigen kann, auf dem richtigen Weg zu sein, ist mir schleierhaft.

3.4.2015; profil; Lingens, Droge Wirtschaftswachstum

Arbeit für Denkunmögliches

„Wachstum auf Dauer ist denkunmöglich“ resümiert Peter M. Lingens folgerichtig und setzt sich damit in wohltuenden Widerspruch zur global propagierten Wachstums- und Beschäftigungspolitik. Da Wachstum als eine Relation von Geldgrößen ausgedrückt wird, Geld in unserem Kreditgeldsystem nicht durch Arbeit, sondern nur durch Verschuldung entstehen kann, bedeutet Wachstum immer Schuldenwachstum. Das ginge ja noch, weil sich Zahlen beliebig vergrößern ließen. Dass aber die Verteilung des Geldes als notwendiges Überlebensmittel entsprechend den Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft an Arbeit, und damit unweigerlich auch an Ressourcenverbrauch gebunden ist, lässt hochproduktive Wirtschaften in eine ausweglose Situation schlittern. Es erschiene mir daher nötig, den Arbeitsbegriff zu überdenken, denn zunehmend rackern wir uns heute für den krampfhaften Erhalt oder die künstliche Schaffung von unnötiger, oftmals lebensabträglicher Arbeit für ein denkunmögliches Ziel ab. Hingegen könnte ein als beschwichtigendes Argument vielfach beschworenes „qualitatives Wachstum“ ausschließlich auf der Beziehungsebene stattfinden – was aber als unbezifferbare Größe leider nicht in das Zahlenwerk des BIP einfließen kann.

Dr. Günther Hoppenberger

P.S.: Offensichtlich muss man die Zuteilungskriterien für Geld von Arbeit entkoppeln und die Bedeutung des neuen Berufsstandes „Konsument“ vorurteilsfrei verstehen lernen. Auch der Konsument trägt zur Verwirklichung schöpferischer Werte bei!

1.4.2015; Standard; Rauscher, Besorgnis erregende Tendenz

Tendenz ist europaweit (und global) besorgniserregend

Eine Abwärtspirale, auf der sich die relativen Positionierungen reihum abwechseln. Leider wird auch Rauschers Kommentar die Politik nicht wachrütteln. Politik ist nun einmal Interessensvertretung gemäß Machtverteilung. Normalbürger finden darin nur wenig Berücksichtigung. Sie dienen nur als nützliche form- und missbrauchbare Masse für die Ziele der vermeintlichen Elite.
Irreführend ist allerdings die Darstellung der Lohnabzüge. Wer glaubt, 3000.- brutto/m zu verdienen, verdient tatsächlich 55.200.-p.a., wovon er 6.885.- (=12,5%) LSt bezahlt. Der Rest auf netto 27.585.- (2.300.- p.m) sind Versicherungsprämien für Krankheit und Pension. Bezahlt wird alles von den Konsumenten im Ausmaß deren Konsums.

Eigentlich ist jede Gesellschaft zu schade, politischen Partialinteressen ausgeliefert zu sein

Die erfolgreiche Zerschlagung des Bürgertums (teile und herrsche) durch Anstachelung zur (als Wettbewerb bezeichneten) Rivalität, erschwert jede zeitgemäß nötige Ausrichtung zur überregionalen Kooperation.

Erfreulich, dass Hans Rauscher in seinem Resumee so etwas wie einen Bürgerkonvent andenkt.

Nur neue Fragen können zu neuen Lösungen führen! Dazu müssen vor allem die durch die Definitionshoheit der Macht geprägten Begriffe auf deren Stichhaltig- und Sinnhaftigkeit untersucht werden. Welche Interessen stecken hinter den eingebürgerten Begriffsverwendungen?

Wir sollten lernen, Reichtum und Vermögen zu unterscheiden!

Reichtum als solcher vermag u.U. nichts anderes, als belehnbar zu sein. Nur hierin trifft sich Reichtum mit Vermögen, wobei Vermögen bereits belastet ist und auf eine Refinanzierung harrt. Es gibt daher arme Vermögende (z.B. KMUs, Handwerksbetriebe, etc.) ebenso, wie unvermögende Reiche (z.B. Villenbesitzer,..).

Die Fälle, in denen sich Reichtum mit Vermögen paart, sind relativ spärlich, aber wie z.B. Bill Gates oder Mateschitz sehr stark im öffentlichen Bewusstsein präsent.

Anders: Reichtum zeigt sich in bereits verwirklichten Werten und seien es auch irgendwelche unnötigen Prunkbauten. Vermögen muss erst beweisen, ob es auch Werte zu schaffen vermag. Was jedoch als Wert zu verstehen ist, sollte nicht der Werbg. u. Polit überlassen sein.

31.3.2015; OÖN, Wolfgang Braun; Heta-Effekt (Bedenkliche Budgetlage)

Bedenkliche Budgetlage – auch ohne Heta-Effekt

Es verwundert immer wieder, dass es so schwer zu begreifen ist, weshalb der Staat stets mehr ausgeben muss, als er einnimmt. Schließlich hat er trotz Überschüssen im Primärbudget auch die Finanzierungskosten aufzubringen. Weshalb drängt sich da nicht viel eher die Frage auf, ob wir es denn überhaupt noch mit staatlichem Geld zu tun haben? Die jährlichen Zinszahlungen regelmäßig durch öffentliche Einsparungen unterzubringen, würde den Staaten sehr rasch jegliche Handlungsmöglichkeit rauben und das Geld der Volkswirtschaften insgesamt zum Verschwinden bringen. Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen! Und er (bzw. der Euro-Raum) sollte sein eigenes Geld haben. Dazu müsste zuallererst die EZB unter demokratische Kontrolle gestellt und zur koordinierenden Institution der nationalstaatlichen Monetativen ausgeformt werden. Ein Schelm der Böses dabei denkt, dass sich Politik und Medien dafür nicht stark machen. (Näheres z.B. unter www.monetative.ch).

Wer immer nur den sparsamen Staat fordert, hat nicht verstanden, dass die Gesamtverschuldung nach unserem System dennoch stets ansteigen muss.

Dr. Günther Hoppenberger

30.3.2015; OÖN, Staat zieht sich aus Einlagensicherung zurück

Trügerische Sicherheit

Die angekündigte Aufhebung der staatlichen Einlagensicherung stellt eigentlich nur die realistische Einschätzung der Möglichkeiten klar, diente die bisherige Haftungszusage doch nur als psychologische Angstlinderung und war niemals zur tatsächlichen Inanspruchnahme bei größeren Bankencrashs gedacht.

In einem fraktionalen Schuldgeldsystem muss die Erwartung einer Einlagensicherung aber naturgemäß an der Sache vorbeigehen. Eine tatsächliche Einlagensicherung könnte es daher bestenfalls nach dem Konzept „Monetative/Vollgeld“ (www.monetative.ch) geben, bei dem Sparguthaben als echtes, staatliches Geld, nicht nur als Forderung auf Geld, außerhalb der Bankbuchhaltung angesiedelt wären.

Dr. Günther Hoppenberger

30.3.2015; Standard. Auf Leserbrief v. Fr. Mayrbäurl, als Antwort v. Fred Luks

Sehr geehrte Frau Mag. Mayrbäurl,

Agenda-Austria meint, dass Wirtschaftswachstum nötig ist, um Armut zu verringern und Wohlstand zu sichern. Nun gut. Das ist eine Meinung. Es ist sogar die auch immer wieder von der Politik öffentlich hinausposaunte Meinung, die daher völlig dem unverfänglichen „mainstream-Denken“ entspringt. Damit wähnt man sich zwar auf der sicheren, unangreifbaren Seite als Basis für alle weiteren Schlussfolgerungen, hat sich jedoch zugleich einem eng gesteckten Denkrahmen unterworfen, in dem neue Fragen – und nur aus solchen können auch neue Antworten resultieren – gar nicht erst auftreten können. Es sollte daher auch nicht überraschen, dass man innerhalb dieses geistigen Korsetts zu keinen neuen Ausrichtungen finden kann.

Wie ich bereits in meiner Zusendung vom 4.2. zum Ausdruck brachte, sollte man aber von einer unter „Denkfabrik“ firmierenden Institution erwarten dürfen, dass sie sich mit neuen Fragen befasst. Mit Fragen, die über den mainstream-Denkrahmen hinaus greifen. Vordringlich zu klären wäre doch, wie Agenda-Austria zu der offensichtlich über allem stehenden Ausgangsmeinung gefunden hat, auf der sich alle weiteren Überlegungen aufbauen und ob diese Meinung überhaupt stimmt und weshalb es so wäre.

Begreift man, dass Wachstum eine relative Geldgröße (=Schuldenwachstum) ist und auf jeden Fall weiteren Ressourcenverbrauch bedingt (Das viel gepriesene „qualitative Wachstum“, eine camouflierende Wortschöpfung aus resignativer Verzweiflung gibt es nicht. Es könnte es nur in den zwischenmenschlichen Beziehungen geben, die jedoch nicht in die Berechnungen des BIP einfließen!), dann brechen doch sofort etliche neue Fragen auf, die bezüglich Armut und Wohlstand weiterführen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

From: Mayrbaeurl, Cornelia

Sent: Tuesday, March 31, 2015 4:40 PM

To: Günther Hoppenberger

Subject: Re: Leserbrief v.30.3.2015

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

wir befassen uns durchaus mit neuen Fragen bzw. schlagen für alte Fragen neue Lösungen vor. Sehen Sie bitte dazu unsere Publikationen auf unserer Webseite: http://www.agenda-austria.at/inhalte/publikationen/  So ist z.B. Österreichs Pensionssystem in Wahrheit nicht nachhaltig finanzierbar und wir machen konkrete Vorschläge, wie das zu ändern wäre. Das erscheint Ihnen nun vielleicht nicht „neu“ oder „revolutionär“ genug. Die ganz große Mehrheit der Rückmeldungen, die wir bekommen, besagt aber, es sei erstaunlich, was ein kleines Team in nur eineinhalb Jahren erarbeitet habe. Wir sind nun mal leider (noch) nicht so ein Schwergewicht wie die Brookings-Institution oder ähnliche Einrichtungen.

Dem steht es aber nicht entgegen, auf der Kommentar-Seite einer Zeitung eine mit Argumenten unterlegte Meinung zu äußern, genauso wie jeder andere auch das Recht dazu hat (wenn die Zeitung einverstanden ist). Und vielleicht werden meine Kolleginnen und Kollegen in Zukunft auch darüber forschen, wie Wachstum am besten aussehen solle. So wie ein neues Teammitglied von uns bald Vorschläge zum Bildungssystem in Österreich vorlegen wird. Jedenfalls hat eine unabhängige Denkfabrik das Recht, selbst zu wählen, mit welchen Themen sie sich zuerst beschäftigt, meinen wir. Für Auftragsarbeiten gibt es ja schon genug andere Institutionen…

Freundliche Grüße nach Linz,

Cornelia Mayrbäurl

Agenda Austria ׀ Denkfabrik

Mag. Cornelia Mayrbäurl

Schottengasse 1/3

1010 Wien

T: +43 1 361 99 61 24

M: +43 664 887 89 724

www.agenda-austria.at

Sehr geehrte Frau Mag. Mayrbäurl,

natürlich bleibt es Agenda Austria unbenommen, woran und in welcher Reihenfolge geforscht wird. Auch möchte ich Ihre diesbezüglichen Arbeiten keineswegs geringschätzen. Meine vielleicht zu bedrängende, aber dennoch wohlmeinende Anregung, sich besonders mit den Spielregeln des Geldes zu befassen, sollte darauf verweisen, dass Ihre gewiss mühsam erarbeiteten Lösungsvorschläge zu welchem Thema auch immer, an eben diesen Spielregeln in Hinblick auf Nachhaltigkeit zwangsläufig scheitern müssen. Ich bedaure es halt, wenn soviel brillantes Hirnschmalz vergeudet wird, weil vergessen wurde, zunächst die Brauchbarkeit der Rahmensetzung zu überprüfen.

Konkret halte ich z. B. die (alte) Fragestellung nach der Finanzierbarkeit des Pensionssystems innerhalb unserer Geldordnung für irreführend, weil alle bisherigen Lösungsvorschläge davon ausgehen, dass Geld durch Arbeit entstünde, was jedoch zweifellos nicht der Fall ist. Unverrückbar ist jedoch die Alterspyramide und unsere hohe Produktivität. Die Sorge ist daher absolut berechtigt. Die Frage – und das wäre eben eine neue Frage – wäre aber z.B.: Welche Funktionsweise müssen wir unserem Geld unterlegen, damit das Pensionssystem nachhaltig finanzierbar wird?

Auch bezüglich Wachstum ist die Frage, wie Wachstum am besten aussehen sollte, äußerst selbstbeschränkend. Was ist es denn, was überhaupt wachsen soll? (wann ist es ausgewachsen?). Das wären doch die Ausgangsfragen! Wenn Ihr Institut dann zum Ergebnis käme, dass Wachstum besonders im zwischenmenschlichen Beziehungsverhalten erfolgen müsse (ein Ergebnis über das ich hoch erfreut und beeindruckt wäre), kämen Sie neuerlich in direkten Konflikt mit der bestehenden Geldordnung, die als einziges Wachstumskriterium das Schuldenwachstum zulässt.

Sie legen Ihren Forschungen die Marktwirtschaft zugrunde. Das ist gut so. Sie fragen aber nicht, ob wir denn tatsächlich in einer Marktwirtschaft leben. Haben wir denn tatsächlich ein System, das nach Angebot und Nachfrage funktioniert? Wie sieht es mit Bedarf und Nachfrage aus? Ist „Marktwirtschaft“ heute nicht nur ein Schlagwort, das noch dazu häufig fälschlich synonym zu „Demokratie“ verwendet wird?

Abschließend kann ich nur nochmals mit größtem Wohlwollen empfehlen, das Geldsystem in Ihre Forschungen einzubeziehen. Dann wären Sie am Schlüsselpunkt der gesellschaftlichen Problemstellungen und hätten auch schon die Frage beantwortet, weshalb heutige Probleme 1980 noch gar keine waren und dass eben nicht die demoskopische Entwicklung das Problem ist, sondern die für die demoskopische Entwicklung (und vieles anderes) längerfristig untaugliche Geldordnung.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg für Ihre weiteren Forschungen.

Mit besten Grüßen

Günther Hoppenberger

28.3.2015; standard.at; Staat haftet nicht mehr für Spareinlagen

Sicherheit für Sparguthaben?

Die einzige Sicherung wäre doch, endlich das Konzept „Monetative/Vollgeld“ aufzugreifen, bei dem Sparguthaben außerhalb der Bankbuchhaltung wären. Wer mit seinem Guthaben dennoch spekulieren möchte, müsste es dann der Bank eigens in dem Bewusstsein zur Verfügung stellen, dass es auch futsch sein könnte. Wo wäre das Problem?
Die Bankenrettungen mit Steuergeld erfolgten angeblich, um Kettenreaktionen von Bankenpleiten zu vermeiden. Auch der geplante Bankenrettungsfonds könnte das nicht leisten und wäre nur ein neues Spekulationsvehikel für den Eigenhandel der Banken.

Wir, als Souverän, könnten uns auch für das Konzept „Monetative/Vollgeld“ stark machen,

damit der Staat überhaupt wieder die Oberhoheit über die Geldschöpfung und Steuerung der Geldmenge bekommt.
Danach wären die Zahlen auf den Konten eben nicht mehr nur Forderungen auf Geld gegenüber den Banken, sondern wären echtes Geld. Und dieses wäre außerhalb der Bankbuchhaltung und bei einem Bankenkonkurs nicht davon betroffen.
Das Desinteresse der Normalbürger an der Funktionsweise des Geldes ist einerseits verständlich, weil es im „Überlebenskampf“ nur darum geht, möglichst viel Geld an sich ziehen zu können, ohne dass es interessiert, wie es entstanden ist, ist jedoch gesellschaftspolitisch fatal. Das Desinteresse unterstützt die Missbrauchsmöglichkeit an den Bevölkerungen. Es geht ums Aufwachen!

Eine tatsächliche Sicherheit von Sparguthaben kann es nur geben,..

..wenn sie ausserhalb der Bankbuchhaltung als echtes Geld (nicht nur als Forderung auf Geld) verwaltet werden. Wie Bargeld im Safe, aber voll für den bargeldlosen Zahlungsverkehr zur Verfügung.
Das wäre im Konzept „Monetative/Vollgeld“ vorgesehen, dessen Einführung überhaupt der erste und wichtigste Schritt zur Etablierung einer langfristig funktionierenden Geldordnung wäre. (www.monetative.ch).
Der geplante Bankenrettungsfonds ist, wie Sie richtig feststellen, nicht nur untauglich, sondern soll auch den status quo der bestehenden Geldschöpfung durch Banken erhalten und Konzepte wie „Monetative“ aus der öffentlichen Wahrnehmung fern halten.

Dazu müssten sich viel mehr Bürger für die Funktionsweise des Geldsystems interessieren.

Zweifelsfrei hat sich das System bestens bewährt, nach dem Krieg in relativ kurzer Zeit einen relativ breiten Wohlstand zu schaffen. Das gleiche System ist leider nicht dazu geeignet, diesen einmal erreichten Wohlstand auch langfristig aufrecht erhalten zu können.
Womöglich neue Kriege zu inszenieren, nur um die Funktionsfähigkeit des Geldsystems zu beweisen, sollte als Lösungsweg ausgeschlossen werden. Dazu braucht es jedoch ein über das rein betriebswirtschaftliche (eigene Geldbörse) Denken hinausgreifendes Interesse.

27.3.2015; standard.at; Europas Banken u. die Offenlegung d. Österr.Engagement

Spätestens jetzt sollte sich die Erkenntnis durchsetzen,….

….dass Schulden des Staates immer nur auf andere (Haushalte, Unternehmen, Ausland) übertragen, aber ohne gleichzeitiger Löschung von Guthaben niemals getilgt werden können.

In einem Schuldgeldsystem über stetig steigende Schulden entsetzt zu sein, ist albern. Ein Schuldgeldsystem erfordert ständige Nachschuldner – die bei ausgereiften Volkswirtschaften immer spärlicher zur Verfügung stehen.

In einem Schuldgeldsystem ist jedes Land verschuldet!

Es wird immer nur von den Schulden des Staatssektors gesprochen, doch auch Haushalte und Unternehmen sind hoch verschuldet. Und langsam sollte es einleuchten, dass diese Schulden immer nur von einem Sektor auf die anderen übertragen werden können (oder auch auf das Ausland – wenn es sich dieses gefallen lässt).
Weil wir meist betriebswirtschaftlich denken, übersehen wir, dass die Schulden ja unser Geld sind. Zu glauben, dass volkswirtschaftliche Schulden jemals getilgt werden könnten, ist naiv, denn dann hätten wir auch kein Geld mehr.
Das Problem liegt in der Zinslast, die besser für zukunftsträchtige, gesellschaftlich wertvolle Investitionen verwendet werden sollte.
Wichtigster erster Schritt wäre: Monetative/Vollgeld.

Wenn wir systemisch nichts ändern, landen alle Staaten bei griechischen Zuständen

Wir haben als Exportland noch etwas Zeit. Noch können wir unsere Schulden auf andere Länder übertragen. Gelingt das aber nicht mehr, dann bleibt dem Staat auch keine andere Wahl, als die Schulden auf die Sektoren Haushalte und Unternehmen zu übertragen.
Volkswirtschaftliche Schulden können immer nur verschoben, aber niemals getilgt werden. In einem Schuldgeldsystem Schulden zu tilgen, hieße ja Geld zu vernichten.
Die jährlich aufzubringenden Zinsen wären allerdings besser in zukunftsträchtigen, gesellschaftlich wertvollen und nötigen Investitionen angelegt.
Daher: Der erste und wichtigste Schritt einer Systemänderung: Monetative/Vollgeld

Sie wird es nicht tun – und es ist auch keine Frage der Föderalismus-Struktur

Wir leiden, wie alle anderen Staaten auch, unter dem Systemfehler, der mit zunehmender Ausreifung einer Volkswirtschaft schlagend wird.

Keine Regierung kann das Problem lösen, solange sie sich nicht über die Frage der Geldschöpfung hermacht. Und davor haben alle Angst – bis zum Untergang.

Es beruhigt wenig, dass wir erst als Zweit-, oder sogar Drittletzte die griechischen Zustände haben werden, wenn der Staat gezwungen sein wird, seine Schulden auf Haushalte und Unternehmen zu übertragen.

18.3.2015; „Verwaltungsreform-jetzt“; (via Wolfgang Konrad u. Franz Ofner)

Sehr geehrter Herr Mag. Bauer,

ich habe Ihre Aufforderung zur Unterstützung Ihrer Aktion „Verwaltungsreform-jetzt“ von lieben Freunden weitergeleitet bekommen und ich möchte dazu wie folgt Stellung nehmen:

Gewiss stimmen wir darüber überein, dass die soeben beschlossene „Steuerreform“ den gewünschten Effekt nicht erzielen wird. Ebenso gehe ich konform mit Ihnen, dass es zu einem umfassenden Abbau von Privilegien (die sich dann meist mit dem Argument „wohlerworbene Rechte“ als unveränderbar erweisen) kommen muss. Dies jedoch ganz einfach aus der Notwendigkeit, den weiteren Zerfall der Gesellschaftsstrukturen zu bremsen und ein Gefühl für ein Miteinander unter gerechten Bedingungen zu entwickeln.

Die von Ihnen skizzierte Lösung für das Schuldenproblem kann eine Verwaltungsreform jedoch keinesfalls liefern. Das hängt mit der bestehenden Geldordnung zusammen! Wenn Sie nach Ihrem Plan aus der Verwaltungsreform für das Jahr 2017 Einsparungen von 6 Mrd. erwarten, dann bedeutet das natürlich gleichzeitig, dass auch 6 Mrd. weniger eingenommen werden. Die Entstehungsweise unseres Geldes ist nun einmal durch Kredit und es gibt nur die 3 (mit Außenhandel 4) Sektoren (Staat, Haushalte, Unternehmen) innerhalb einer Volkswirtschaft, zwischen denen die Schulden hin und her geschoben werden können, wobei das System zwingend einen stetigen Anstieg der Gesamtverschuldung fordert (wir nennen das Wachstum). Wachstum bedeutet in unserem Geldsystem stets Schuldenwachstum!

Wenn also der Staat 6 Mrd. „spart“, dann müssen sich Haushalte und/oder Unternehmen entsprechend höher verschulden. Und natürlich zahlen wir uns die Steuerreform selbst. Das geht gar nicht anders. Es sind immer nur Verschiebungen der Schulden möglich. Würde man tatsächlich versuchen die Schulden, die ja immer gleich groß wie die Guthaben sind, zu tilgen, hätten wir kein Geld mehr. Die Schulden sind unser Geld!

Leider werden die Diskussionen meist nur auf betriebswirtschaftlicher Ebene geführt und als Beispiel wird oft ins Treffen geführt, dass ich ja meinen Hauskredit samt Zinsen auch zurückzahlen muss. Vergessen wird dabei, dass mir das nur möglich ist, wenn sich andere laufend verschulden, damit ich die Möglichkeit habe, das Geld für meine Verpflichtungen an mich zu ziehen. Denn mit jeder Tilgungszahlung von mir, wird Geld in Umkehr der Entstehungsweise durch Kredit, wieder vernichtet. Es steht nicht mehr zur Verfügung. Geld entsteht eben nicht durch Arbeit, sondern ausschließlich durch Kredit. Was für Haushalte und Betriebe zum Überleben zwingend nötig ist, gilt für den Staat nicht. Den Dagobert Duck’schen Geldspeicher, in dem mehr drinnen bleibt, wenn ich weniger ausgebe, gibt es für den Staatshaushalt nicht.

Was also betriebswirtschaftlich möglich ist, ist volkswirtschaftlich ein Ding der Unmöglichkeit – zumindest in der bestehenden Geldordnung.

Das Grundübel für alle gesellschaftlichen Probleme, die ja nicht nur uns betreffen, sondern global bestehen, ist die Art der Geldschöpfung. Die liegt heute in der Hand der privaten Banken. Zwischen 80-90% haben wir es nicht mit staatlichem, sondern mit Bankengeld zu tun. Damit Staaten überhaupt wieder handlungsfähig werden könnten, müssen sie die Oberhoheit über das Geld erlangen. Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen. In einem Schuldgeldsystem eine „Schuldenbremse“ sogar in die Verfassung zu schreiben, wie das in vielen Ländern gefordert und von manchen bereits erfolgt ist, ist an verantwortungsloser Dummheit allerdings nicht zu überbieten.

Ich möchte Ihnen für Ihre Initiative bzgl. Verwaltungsreform meine Anerkennung ausdrücken, bedaure jedoch, dass Sie, wie so viele andere gut gemeinten Initiativen das Pferd von hinten aufzäumen. Der wichtigste Schritt wäre eine Reform unseres Geldwesens.

Dieses Schuldgeldsystem war zwar hervorragend geeignet, vom Zeitpunkt Null weg (nach dem 2. Weltkrieg) in relativ kurzer Zeit einen relativ breiten Wohlstand hervorzurufen. Es ist jedoch nicht geeignet, diesen Wohlstand auch langfristig aufrechterhalten zu können. Bereits Mitte der 80er Jahre hätte man sukzessive zu einer anderen Geldordnung finden müssen. Die Angst der Politiker vor Machtverlust verhindert das bis heute, weshalb dieses Thema auch aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt wird. Auch die Medien stellen ja nicht die richtigen Fragen. Welcher Journalist wagt denn schon Politiker, die zu mehr Wachstum aufrufen zu fragen, was denn da eigentlich wachsen soll. Er will sich ja nicht blamieren und nicht von Politikerinterviews ausgeschlossen werden. Wer fragt denn in den Griechenland-Diskussionen, was aus den Produktionen geworden wäre, hätte sich GR nicht die Kredite aufschwatzen lassen? Die hätten dann nämlich nicht stattfinden können. Steigende Arbeitslosigkeit und Lohndruck in den Exportländern. Wer hat schon einmal die Frage gehört, wie es sein kann, dass es keinen Staat der Erde gibt, der nicht verschuldet ist? Weshalb wird immer nur von der Verschuldung des Staates, aber kaum jemals von der viel beängstigenderen Gesamtverschuldung gesprochen? In welchen Diskussionen erfährt man darüber, dass die globale Gesamtverschuldung das rund Dreifache des Welt-BIP beträgt?

Wann wird uns reiner Wein darüber eingeschenkt, dass von uns sehr viele unsinnigste Dinge verlangt werden, ausschließlich zur Aufrechterhaltung des zunehmend versagenden Systems. Der Schlüssel um zu einer tragfähigen Sozialstruktur zu kommen, liegt im Geld. Das sollten wir langsam zu erkennen lernen. Und es wäre vordringlich, Politiker und Bürger mit entsprechenden Aufklärungen zu bedrängen. Dafür lohnte sich jede Anstrengung.

Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass die Unehrlichkeit der Politik gegenüber der Bevölkerung nicht zwingend aus Absicht, sondern viel eher aus Unwissenheit, aber natürlich auch aus narzistischer Ängstlichkeit herrührt.

Meine Befürchtung ist, dass die Bevölkerungen eher wieder in Kriege mit totalen Zerstörungen menschlicher und dinglicher Werte getrieben werden, als dass man ein machtfreies Geldsystem, das der Entwicklung des Gemeinwohls dienen könnte, zulässt – wenn sich das die Bevölkerungen gefallen lassen. Solange aber „nur“ nach Verwaltungsreform, nach mehr Gerechtigkeit, etc. rebelliert wird, ohne auf den Kern der diese Anliegen behindernden Barrieren einzugehen, hat die Politik nichts zu befürchten. Ob Gender-, Öko-, Menschenrechts-, und was es nicht alles an hervorragenden und richtungsweisenden Initiativen gibt, es werden die Kräfte für ein gemeinwohlorientiertes Bürgertum zersplittert. Solche Initiativen verstärken nur das Instrument des „Teile und herrsche“, und vertiefen die Destabilisierung der Gesellschaften. Der neue Rahmen, um diese Initiativen überhaupt zu einem Erfolg führen zu können, muss mit einer neuen Geldordnung gesetzt werden, denn all das, was wir in den gesellschaftlichen Strukturen vermissen und zu Recht fordern, hat seinen Ursprung im Geld!

Abschließend möchte ich Sie, sofern Sie das noch nicht kennen, auf die Initiative Monetative/Vollgeld aufmerksam machen (www.monetative.ch und www.monetative.de), wie auch auf www.gradido.netwww.wissensmanufaktur.net, www.berndsenf.de, und andere.

Ich habe hier natürlich nur kurz ein paar prinzipielle Dinge darzustellen versucht, bin aber jederzeit gerne zu weiterem Gedankenaustausch bereit. Auch die zweifellos wünschenswerte Verwaltungsreform wäre nur eine vorübergehende Symptomverschiebung ohne an den Kern ihrer Ursache zu gehen.

Mit besten Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

Lieber Herr Habichler, das ist mir zu hoch. Z.B. “ Natürlich kann er das – wenn Haushalte und Unternehmen dafür einspringen……“ verstehe ich nicht. W0für müssen Haushalte etc. einspringen? Aber bitte erklären Sie’s mir nicht, ich muss erst Ihre Gesamtaussagen versuchen zu verstehen. Bitte um Zeit.

Lieben Gruß
WBauer

Am 18.03.2015 um 19:03 schrieb Günther Hoppenberger:

Lieber Herr Bauer,

Lieber Herr Hoppenberger!

Es geht nur darum, dass der Staat mit den Steuereinnahmen auskommt und dass diese Steuereinnahmen nicht so hoch ausfallen, dass den Individuen zu wenig zum Ausgeben nach persönlichen Bedürfnissen bleibt. (Das hat weniger mit Steuern, als mit Einkommensrelationen zu tun) Bei uns werden schon zu viele Mittelflüsse von Staatsfunktionären gelenkt, die andere Ziele haben als der Bevölkerung zu dienen: Wiedergewählt zu werden, Macht zu behalten etc. (Das stimmt leider, und ist auf mangelhafte demokratische Kontrolle und das Desinteresse breiter Bevölkerungsschichten zurückzuführen. Eigentlich werden die Mittel aber von den Konzernen gelenkt. Die Politik hechelt nur hinterher). Die Grenzen sind natürlich fließend, aber die „Schwarmintelligenz“ spielt auch bei der Streuung der vokswirtschaftlichen Mittelflüsse eine entscheidende Rolle. Abgesehen von den Grundbedürfnissen der Gemeinschaft – worüber verschiedene Ideologien natürlich verschiedene Meinungen haben – soll der Staat möglichst wenig Geld den Individuen wegnehmen. Der Staat nimmt nur einen Teil davon weg, was er den Individuen als Einnahmen ermöglicht hat. Dass diese Umverteilung nicht sehr gerecht abläuft, da haben Sie völlig recht. Da geht es jedoch um die Einkommensrelationen – und das ist ein anderes Thema. (Leider liegt es in der Natur des Menschen, die eigene Leistung stets höher einzustufen, als jene aller anderen). 

Sie können doch nicht meinen, dass der Staat nicht weniger ausgeben kann. Natürlich kann er das – wenn Haushalte und Unternehmen dafür einspringen. Die Selbstorganisation funktioniert aber in einem Staatswesen nicht. Bis 1970, seit der schweren Nachkriegszeit, wurden fast keine Staatsschulden gemacht. Klar, weil in Zeiten des Wachstums (nach einem Krieg) jeder bereit war, in die Zukunft zu investieren. Mit zunehmender Reifung einer Volkswirtschaft gehen die Wachstumsraten (Bereitschaft sich zu verschulden und zu investieren) kontinuierlich zurück, die systemische Notwendigkeit des Anstiegs der Gesamtverschuldung bleibt aber bestehen (Exponentialfunktion!). Die Gesamtverschuldung stieg aber trotzdem! Dann wurde jedes Jahr mehr ausgegeben als eingenommen, das war kein Naturgesetz, sondern freie Entscheidung der Politiker, (kein Naturgesetz, aber systemischer Zwang)meist Wählerfang und Klientelpolitik. Gewiss auch. Und wieder geht es nur um die Verteilung, um die Zuweisung des Geldes, aber nicht um die Unterlassung der Staatsausgaben. Das wäre nur möglich gewesen, wenn sich stattdessen Haushalte und Unternehmen entsprechend höher verschuldet hätten. Ein kleines Beispiel: Inserate, mit denen Boulevardzeitungen parteipolitisch geneigt gemacht werden sollen, nicht mehr schalten – und entsprechend weniger Steuern verlangen. Was passiert? Zur Werbewirtschaft und den Medien wird weniger Geld gelenkt, dafür haben sehr viele Menschen ein wenig mehr zum selbst ausgeben. (Das ist eben der große Irrtum. Das „eingesparte“ Geld gibt es dann gar nicht). Wer muss da neue Schulden machen?? Was werden alle die sagen, denen diese bisherige Einkommensmöglichkeit vorenthalten wird?

„Wenn also der Staat 6 Mrd. „spart“, dann müssen sich Haushalte und/oder Unternehmen entsprechend höher verschulden.“ ist also nicht richtig. Doch. Sparen = Vorenthalten von Einkommensmöglichkeiten! Was der Staat weniger ausgibt, kann von Bürgern und/oder Unternehmen nicht eingenommen werden. Damit Bürger und Unternehmen etwas verdienen können, wovon man ihnen dann weniger Steuern abzieht, muss zuerst das Geld da sein. Man braucht Geld, um arbeiten zu können. Mit Arbeit wird vorhandenes (geschaffenes) Geld nur zugeteilt. Zuerst kommt das Geld, dann die Arbeit und dann muss man hoffen, dass man das vorgestreckte Geld wieder zurückbekommt. Da man Kapitalverzinsung und nicht zuletzt auch einen Gewinn einkalkulieren muss, muss die Verschuldung insgesamt immer ansteigen. Jeder Schuldner muss schauen, dass er einen Nachschuldner findet – jemanden der bereit ist, sich die Schulden umhängen zu lassen. Der Staat spart ja dadurch, dass er weniger ausgibt und dadurch weniger von den Bürgern verlangen muss. Ach ja, dieser alte Irrglaube vom großen Geldspeicher.

Das Problem liegt doch besonders darin, dass all die gesellschaftlich benötigten Investitionen (Kindergärten, Schulen, Infrastruktur,….) sich nicht „rechnen“. Daher unterbleiben diese Investitionen. Ein Kindergarten wirft keine Rendite ab und bietet nicht einmal die Möglichkeit der Rückführung auch nur des unverzinsten Kapitals. Andererseits erwarten wir diese Leistungen vom Staat. Lauter Investitionen mit ausschließlich Folgekosten. Dass da keine privaten Investoren anbeißen sollte nicht überraschen.

Die Gefahr ist, dass die Zinsen für die Staatsschulden wieder steigen und das Budget überdimensional belasten.  Das wirft die Frage auf, weshalb sich ein Staat überhaupt verschulden muss und bei wem er das tut, und woher dieser Jemand das Geld hätte, es dem Staat zu leihen. Und warum gehen dann die Zinsen, die der Staat zu zahlen hat nicht in „Zukunftsträchtiges“? Diese Spielregeln sind ja nicht gottgegeben. Dann bleibt noch weniger für Zukunftsträchtiges.

Vielleicht können Sie sich eintragen, damit die Politik merkt, dass sie nicht immer weiter mehr Geld ausgeben darf.

Täte sie auch nicht, wenn das stattdessen Haushalte und Unternehmen täten. Die Frage, die Sie, wie ich Ihren Anmerkungen entnehmen kann, noch nicht beschäftigt hat: Woher kommen Zinsen und Gewinne?  

LG
Wolfgang Bauer

Am 18.03.2015 um 14:53 schrieb Günther Hoppenberger:

Mit besten Grüßen

Günther Hoppenberger

17.3.2015; Standard, Rätselraten rund ums geplante Kontenregister

Rechtsetzung und Rechtsempfinden

Ob das längst überfällige Kontenregister nur zur Verfolgung von Steuerhinterziehungen offensteht oder auch für Untreue- und Betrugsfälle, muss angeblich noch eingehend diskutiert werden. Wie möchte man das dem „kleinen Mann“ erklären? Ist das denn nicht das hochoffizielle Eingeständnis, dass die bisherige Rechtsetzung dem Schutz von Betrügereien diente? Was gibt es denn da noch zu diskutieren?

Dr. Günther Hoppenberger

13.3.2015; Standard, allgem. Zu HETA,HAA,….

Aufschub der Wurzelbehandlung

HETA, HAA, GR, Bayern LB, Landeshaftungen, Steuerreform,…..stellen eine rein buchhalterische Herausforderung dar. Es gilt, Zahlen vor den Augen der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen. Gleichsam ein Hütchenspiel auf dem Rücken der Staatsbürger. Niemand wird ernsthaft annehmen können, dass die Steuerreform das gewünschte Ergebnis bringen wird, niemand wird ernsthaft glauben können, dass all die diskutierten Verschuldungen jemals getilgt werden könnten. Es geht also darum, nur so zu tun als ob. Die gemeinsame Wurzel der Probleme, nämlich die für ausgereifte Volkswirtschaften untaugliche Geldordnung, bleibt dabei allerdings gänzlich unbehandelt und wird in immer rascherer Folge die kaschierende Symptombehandlung zunehmend erschweren.

Dr. Günther Hoppenberger

11.3.2015; Standard.at; Eric Frey; „Griechische Dilettanten“

Der Balken im Auge……

wie immer geht es darum, wer wem aus der Situation gemeinsamer Konzeptlosigkeit heraus, zuerst Unkenntnis vorwirft. Und so merkt Eric Frey wahrscheinlich gar nicht mehr, dass mit Syriza, der er vorwirft „die tieferen Ursachen für die Wirtschaftsmisere nicht zu kapieren“ – sollte der Vorwurf denn stimmen – dieser in weit höherem Maße auch ihn selbst betrifft.

Freys Feststellung, dass Tsipras die Kontrolle über die Staatsfinanzen entglitten ist, legt ja den Schluss nahe, dass das nicht gleichermaßen für alle anderen Euro-Staaten auch zuträfe. Eine ziemlich alberne und durch nichts belegbare Auffassung.

Besonders D und F würden aber ganz schön blöd dastehen,…….

hätte ihnen GR nicht ihre Waren samt den mitgelieferten Krediten abgenommen.

Irgendwer muss sich ja verschulden, um den Exportländern die Produktion abzunehmen. GR war eben der schwächste der hochwillkommenen Nachschuldner, die zur Aufrechterhaltung unseres Systems nötig sind.

Freilich, wenn ein Kunde pleite geht, bleibe ich auf der Vorfinanzierung meiner Produktion sitzen. Aber es geht doch um Arbeitsplätze……und dazu gibt es die Exportkreditversicherungen, und wenn dann die Banken pleite gehen, weil sie auf den Krediten sitzen bleiben, springt der Staat ein und meine Exporte werden letztendlich von den Steuerzahlern finanziert. Ist doch super – und schafft sozialen Frieden. Der Stolz auf Eigenfinanzierung der Exporte bröckelt.

5.3.2015; standard.at; TTIP soll Ende 2015 ausverhandelt sein

Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen TTIP

Die Frage muss gestattet sein, welche Interessen die Politik denn dann vertritt?

Der ganze, nicht unbeträchtliche Verhandlungsaufwand könnte gespart werden – würde sich endlich auf der Ausgabenseite der Budgets zeigen.

Demokratisch gewählte Regierungen, die nicht die Interessen der Bevölkerung vertreten sind rücktrittsreif. Die Mehrheit der Bevölkerung erwartet einen sofortigen Stopp weiterer Verhandlungen. Punkt.

Genauso in Deutschland. Merkel sagt, „die Deutschen“ stehen hinter ihr. Eine glatte Lüge, die nur dadurch kaschiert wird, dass sich Merkel längst schon von der Bevölkerung abgewandt hat. In die Augen kann sie der Bevölkerung somit nicht mehr blicken.

5.3.2015; Standard, Rauscher, „Der Zur-Kenntnis-Nehmer“

Sehr geehrter Herr Rauscher,

bei der von mir geteilten Auffassung, „Ein Bundeskanzler muss kein Finanzexperte sein“, bin ich irgendwie hängen geblieben und habe mir die grundsätzliche Frage gestellt, wen man denn im Lichte der heutigen globalen Finanzsituation überhaupt als „Finanzexperten“ bezeichnen würde. Welche Eignung müsste so ein Finanzexperte aufweisen? Soll einer als anerkannter Finanzexperte gelten, der die bestehenden, offensichtlich unzureichenden Gesetze zu seinem Vorteil und zum Nachteil der Allgemeinheit auszunützen versteht? Sind jene als Finanzexperten zu bezeichnen, die in der Politik Gesetzesentwürfe durchbringen, die ihren, bzw. ihrer Klientel dienenden Interessen nützen? Oder ist jemand als Finanzexperte zu titulieren, der es versteht, Schulden auf andere zu übertragen, ohne dass diese es gleich merken? Auf welche Freiheitsgrade innerhalb des vorgegebenen Rahmens könnte ein so genannter Finanzexperte als Berater der Politik überhaupt zurückgreifen? Welche Wunder wären von Finanzexperten zu erwarten? Noch mehr Taschenspielertricks? Noch mehr Hütchen-Spiele?

Waren das denn nicht alles Finanzexperten, die über all die Jahre sehenden Auges das Desaster verursacht haben? Irgendwie erscheint es mir so, als wolle man nun nach vorsätzlich und mit vorhersehbaren Folgen vergossener Milch, uneinsichtig und trotzig Hilfe zur Revidierung des vorgeblichen Missgeschicks einfordern. Und man ruft nach Experten, die es doch dafür geben müsste (Was zugleich zu den anfänglich gestellten Fragen zurückführt).

Nein. Ein Bundeskanzler muss kein Finanzexperte sein. Er sollte allerdings soviel Kenntnisse besitzen, Expertenmeinungen nicht nur verstehen, sondern auch in ihren jeweiligen gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen beurteilen zu können. Das ist es, was Staatsbürger eigentlich von all ihren Politikern erwarten könnten. Vielleicht sollte einmal auf nicht interessensgeleitete Berater („populistische“?)zurückgegriffen werden. Schlecht wäre auch nicht, sich einmal zu der sich aufdrängenden Erkenntnis durchzuringen, in einer systemischen Sackgasse (Schuldenfalle) zu stecken. Da es sich dabei um ein globales Dilemma handelt, ließe sich der Anteil persönlicher Verantwortung vielleicht leichter ertragen und klein reden. Wie auch immer das HAA/HETA Debakel ausgeht, die darüber stehende Systemkrise ist damit ja nicht gelöst.

Mit besten Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

4.3.2015; Standard.at; Diskussion über Mindestlohn von 8,50

Es geht um Relationen!

Diskussionen über Mindestlöhne, ja sogar deren Einführung sind reine Augenauswischerei, solange nicht im gleichen Atemzug die Diskussion über Maximallöhne (Maximaleinkommen) geführt wird.

Es geht doch stets nur um die Einkommensrelationen, die den Reifegrad und Zusammenhalt einer Gesellschaft prägen sollten. Die Frage muss also lauten: Welche Einkommensrelation braucht es, um alle  Ausbildungen, Fähigkeiten, Erschwernisse, Tätigkeiten, besonders auch in Hinblick auf die unterschiedlichen Bedürfnisse im Lebensverlauf abbilden zu können. Da ist wohl seit den 60er Jahren einiges schief gelaufen.

Zur Klarstellung: Das hat nichts mit Kommunismus zu tun, sondern mit funktionierender Wirtschaft und prosperierender Gesellschaft.

Antwort von „Mika“

Sie dürfen aber nicht vergessen, dass diese hohen Löhne (man kann diskutieren ob gerechtfertigt) eine Löwenanteil der Einkommensteuern beisteuern. Wenn ich jetzt einem Maximallohn einführe, hat überhaupt kein Kleinverdiener etwas davon, sondern es wird für das Unternehmen billiger und es wird weniger in den Steuertopf einbezahlt. Davon dass der Großverdiener weniger hat, hat niemand was davon.

Meine Antwort:

Doch

Maximaleinkommen bedeutet ja auch, dass Gewinnausschüttungen über dem Maximalbetrag weggesteuert würden. Außerdem werden die angeblich hohen Steuern der hohen Einkommen allesamt von den Konsumenten bezahlt. Sämtliche Steuern sind doch als kalkulatorische Größe in den Preisen enthalten!

Ungeachtet dieser Bedenken sollte man auch berücksichtigen, dass alle Unternehmen zusammen immer nur das einnehmen können, was sie an Löhnen zahlen. Logo?

Antwort auf die Frage von „Knud 75“, ob ich eine konstante Geldmenge postuliere:

Nein, eine „atmende“

Ich trete im ersten, m.E. nach wichtigsten Schritt für Monetative/Vollgeld ein. Erst dann macht es ja überhaupt erst wieder Sinn von Geldmenge zu reden.

Manche zarte Anzeichen deuten zwar darauf hin, dass es vom Prinzip her in diese Richtung gehen könnte, allerdings genauso, wie es nicht sein sollte: Monetative in der Hand der Banken und außerhalb demokratischer Kontrolle!

Leider wird es in der öffentlichen Wahrnehmung geschickt verborgen, wie sehr alle Problemstellungen unserer Zeit mit der Konstruktion unserer Geldordnung verknüpft sind. Es ist die als sakrosankt hingenommene Funktionsweise unseres Geldes, die uns am Aufbau eines konstruktiven Miteinander hindert.

Antwort von [$]

Maximallöhne sind genauso Augenauswischerei

weil wie wollen Sie z.B. verhindern, dass man als Sachleistung z.B. das Firmenauto für alle Privatfahrten nutzen kann?
Das ist nur eine Idee, diese Regelung zu umgehen – erfahrungsgemäß kommen im Ernstfall noch gefühlte 200 Gesetzeslücken dazu.

Meine Antwort:

Sachleistungen (Firmenauto,…) unterliegen bereits jetzt in gar nicht einmal so geringem Ausmaß der ESt.

Diese Lücken ließen sich leicht schließen – wenn man es will (weil man es als gesellschaftlich vernünftig erkannt hat).

4.3.2015; OÖN, Interv.Mandlbauer/Stöger über Steuerreform („Mr. Breitband“)

Steuerreform und Gegenfinanzierungen

Reformen für Gegenfinanzierungen laufen definitionsgemäß auf Einkommensverlagerungen hinaus und berühren daher unser Gerechtigkeitsempfinden. Über eine gerechte Einkommensverteilung zu diskutieren ist jedoch nahezu unmöglich, wird doch die eigene Leistung stets höher eingestuft als jene aller anderen. Hinzu kommt noch, dass als Maßzahl der Leistungsbeurteilung weder Inhalt noch Ausrichtung des Bemühens, sondern das vereinnahmte Einkommen dient. Will der Staat also Kosten reduzieren, muss er bei bisher Begünstigten die Einkommensmöglichkeiten schmälern. In der vorherrschenden Denkweise bedeutet das aber, dass mit sinkendem Einkommen die erbrachte Leistung entwertet wird – und wer möchte das so einfach hinnehmen, bloß weil es gesamtgesellschaftlich vernünftig wäre? Sparen ist gut, aber bitte doch nicht an mir!

Dr. Günther Hoppenberger

28.2.2015; Standard; Szigetvary; Ende der Dauerflaute in Sicht

Merkwürdige Wirtschaftsimpulse

Die Freude über die steigende Privatverschuldung im Euroraum sollte uns zu neuen Fragen stimulieren. Es werden sich ja nicht gerade jene Haushalte mit bester Bonität, die also eigentlich keinen Kredit benötigen, in diesen Zeiten verschulden. Ich glaube eher, dass das ein Zeichen dafür ist, dass die letzten Reserven aufgebraucht sind und es sich um unmittelbar überlebensnotwendige Kredite handelt, mit denen der soziale Totalabsturz noch etwas hinausgezögert wird. Österreich ist da mit seinem heftig kritisierten Sozialsystem offensichtlich noch etwas besser dran. Die anstehende Steuerreform wird das voraussichtlich rasch ändern und wir werden schon bald auch in Österreich über die zunehmende Privatverschuldung jubeln dürfen.

Dr. Günther Hoppenberger

26.2.2015; Standard; Eric Frey, „Tony Blairs später Triumph“

Eric Freys Links-Rechts Denken

In seiner euphorischen, rückblickenden Bewunderung für Blairs und Schröders angeblich so erfolgreichen „Dritten Weg“, weigert sich Eric Frey, simple Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Von der Politik erwartet er die Förderung von Wirtschaft und Unternehmertum und träumt von einer Marktwirtschaft, die doch längst schon zu Mono- und Oligopolen mutierte. Das von ihm beschworene Unternehmertum ist auf dem Rückzug und nur mehr in kleinräumigen Nischen existent. In offensichtlicher Unkenntnis unserer Geldordnung übersieht Frey zudem, dass die von ihm kritisierten Sozialleistungen, die Staaten zur Aufrechterhaltung halbwegs funktionierender Gesellschaften auf sich nehmen müssen, genau das sind, was er fordert: Wirtschaftsförderung. Es sind garantierte Einnahmen für „die Wirtschaft“. Leider vor allem für steuerminimierende Konzerne und nicht für echte Unternehmen mit gesellschaftlicher Verantwortung.

Und hätten – besonders – D und F, mit ihren Exportgütern nicht auch die entsprechenden Kredite an G mitgeliefert, hätte die Produktion mit all den Folgen für die Exportländer unterbleiben müssen

Worin man Frey Recht geben könnte, auch wenn er das gar nicht zu erkennen scheint, ist die Unmöglichkeit, die Geldordnung – mit welchen Reformen auch immer – noch längerfristig aufrecht zu erhalten.

Dr. Günther Hoppenberger

From: Frey Eric

Sent: Thursday, February 26, 2015 12:13 PM

To: ‚Günther Hoppenberger‘

Subject: AW: Tony Blairs Triumph; 26.2.2015; E.Frey

Sehr geehrter Herr Hoppenberger,

herzlichen Dank für Ihr konstruktives Feedback. Wenn Sie meinen Kommentar genau lesen, werden Sie merken, dass ich Sozialleistungen nicht kritisiere, sondern sogar dringend fordere.

Mfg Eric Frey

Sehr geehrter Herr Dr. Frey,

vielen Dank für die unerwartete Antwort. Ich habe Ihren Kommentar nochmals aufmerksam gelesen.

Sie unterlegen dem „Dritten Weg“ eine „Wirtschaftsfreundlichkeit mit sozialem Antlitz“. In Hinblick auf die stattgefundenen Entwicklungen würde ich das „soziale Antlitz“ aber eher als camouflierende Maske einstufen, denn weiterhin zunehmende Arbeitslosigkeit, steigende Gesamtverschuldung und sinkende Einkommen sprechen nicht gerade für einen gesellschaftsförderlichen Weg.

Der Schlüssel zur Lösung liegt aber zweifellos in der als sakrosankt angesehenen Geldordnung, die in der Aufbauphase nach dem Krieg hervorragende Dienste leistete und in relativ kurzer Zeit einen relativ breiten Wohlstand zu schaffen vermochte. Leider ist jedoch dieselbe Konstruktion des Geldes nicht geeignet, diesen einmal geschaffenen Wohlstand auch langfristig aufrecht erhalten zu können. Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass sich sozialdemokratische und konservative Regierungen in der EU (auch weltweit) kaum voneinander unterscheiden, da sie ja alle innerhalb der für ausreifende Volkswirtschaften untauglichen „Spielregeln“ operieren.

Die Links-Rechts Rhetorik dient damit nur als Schauspiel und vor allem zum Machterhalt einer vermeintlichen Elite gegenüber den Bevölkerungen, kann jedoch keinesfalls zu gesamtgesellschaftlichen Lösungen beitragen. Wie sagte Jean Claude Juncker angeblich so schön? “ Wir wüssten genau, was wir zu tun hätten, aber wir wissen nicht, wie wir gleichzeitig unsere Macht erhalten könnten“.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

25.2.2015; Standard at; D/A Gegenüberstellung in „Performance“

Überraschung?

Wachstum ist eine prozentuelle Geldgröße, die in ihrem Kern ausdrückt, in welchem Ausmaß man Geldschulden auf andere Schultern übertragen konnte.

Ähnlich, wie im Bus nicht alle in der ersten Reihe sitzen können, können auch nicht alle gleichzeitig ihr BIP steigern, wie das die eher alberne Gegenüberstellung A/D suggeriert.

Ein Mal mehr wird damit das fatale Dogma verfestigt, dass der Sinn des Lebens in der Jagd nach der größten Zahl in einem Bankcomputer besteht. Im Endeffekt wird Solidarität gepredigt, aber Rivalität nicht nur gezüchtet, sondern gefordert. Wir bezeichnen das als Wachstums- und Wettbewerbspolitik.

Sie dürfen aber dabei auch nicht vergessen, dass Deutschland vor 25 Jahren die

… marode DDR übernehmen musste. Dafür steht es gar nicht schlecht da …

Das war ein hochwillkommener Marktgewinn zum Schnäppchenpreis!

An der Schließung und Filettierung von Wettbewerb haben sich viele eine goldene Nase verdient. Der liebe Gott möge Bevölkerungen vor so einer „Treuhand“ schützen.

Dass die DDR-Mark nicht schlicht und einfach nur gewechselt wurde, sondern durch (erzwungene) Neuverschuldung beim Bankensystem ersetzt wurde, hätte sogar den „Soli“ entbehrlich gemacht (Das war H. Kohl zu verdanken, der das nicht durchschaut hat).

23.2.2015; profil, C. Rainer, „Linksbalzer“

Auf der vergeblichen Suche nach glaubwürdiger Krisenrhetorik

Es erstaunt, dass selbst Christian Rainer immer noch auf glaubwürdige Rhetorik in der Vermarktung politischer Machtansprüche hofft. Ist es denn nicht eher so, dass je glaubwürdiger die Rhetorik, desto geschickter ist die eigentliche Absicht dahinter verschleiert? Denn natürlich geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um Macht. Und natürlich sollte es auch nicht überraschen, dass es keine zielführenden ökonomischen Konzepte gibt, so lange der gesetzte Rahmen, in dem sich die absurden Zahlenspiele zutragen dürfen, und in dem menschlichem Leben kein Stellenwert eingeräumt wird, nicht verändert werden darf.

Dr. Günther Hoppenberger

20.2.2015; OÖN, „Die EZB verdient gut an ihren Schuldenländern“

Tolle Geschäfte der EZB!

Zinseinnahmen aus griechischen Staatsanleihen „spülten“ 300 Mio. in die Kasse der EZB. Ein wahrhaft tolles Geschäftsmodell, bei dem allerdings verschwiegen wird, dass dieselbe EZB Griechenland das Geld zur Verfügung stellen muss, damit die Zinsen bezahlt werden können. Geht’s eigentlich noch blöder?

Dr. Günther Hoppenberger

19.2.2015; Standard.at: Rauscher, (Leitl,…“doch abgesandelt?“)

„Die gesamte Regierung samt angeschlossener Sozialpartnerschaft“ will nicht wahrhaben,…

….dass sie gemeinsam mit den anderen Staaten in der systemimmanenten Schuldenfalle sitzt. Dass auch aus der geplanten Steuerreform nichts Vernünftiges werden kann, sondern nur politisches Bemühen vorgaukelt, ist absehbar.

Da man also ohnehin nichts Grundlegendes zu ändern gedenkt, kann man das von der Bevölkerung gutgläubig entgegengebrachte Vertrauen zur Festigung der eigenen Machtfülle nützen. Dazu passen die gegenseitigen Anschuldigungen.

Vernunft und Verantwortung sind in der Politik leider zu unterdrückten Randerscheinungen verkommen.

17.2.2015; Standard.at; (posting: Griechen heben wegen Tsipras ihr Geld ab)

Eher die vorauseilende bange Antwort auf befürchtete Troika-Bedingungen

Höchste Zeit, das Konzept „Monetative/Vollgeld“ einzuführen, bei dem Sparguthaben außerhalb der Bankbuchhaltungen geführt werden. Bankruns werden dadurch verzichtbar.

Den wenigsten ist ja bewusst, dass sie mit Spargeldern einen unbesicherten Kredit an ihre Bank geben. Der Staat garantiert zwar (leichtfertig) bis zu einer gewissen Höhe der „Einlagen“, könnte diese „Garantie“ jedoch niemals wirklich einlösen. Die Abhebungen sind daher verständlich, auch wenn sie den Systemzusammenbruch nur erst recht beschleunigen.

13.2.2015; standard.at; Währungsfonds sagt Ukraine Hilfe zu

Wozu noch über Waffenlieferungen diskutieren?

Mit der soeben bereitwillig erfolgten Kreditzusage des IWF an die Ukraine wird sich deren Annektierung viel unauffälliger bewerkstelligen lassen.

11.2.2015; OÖN, H. Neumüller, „Was Kaputtsparen auf Europäisch bedeutet“

Die Schulden sind unser Geld!

Interessanter wäre wohl die Gegenüberstellung der Staatsschulden zu den Gesamtschulden (Staat+Haushalt+Unternehmen), da könnte man besser erkennen, dass die Gesamtverschuldung ansteigt, selbst wenn die Staatsverschuldung sinken würde. Die Schulden können nur zwischen diesen Sektoren (+Ausland) hin- und hergeschoben werden, müssen insgesamt aber dennoch steigen. Das sollte eigentlich zu neuen Fragen inspirieren.

Dr. Günther Hoppenberger

8.2.2015; profil; Christina Hiptmayr; „Bitte ein BIP“

Die Verklärung des BIP – wann ist es ausgewachsen?

Sehr geehrte Frau Mag. Hiptmayr,

das Thema verdient längst schon eine Titelgeschichte! Erst kürzlich wurde der aktuelle globale Schuldenstand mit 199 Billionen Dollar beziffert. Stellt man dieser Zahl das Welt-BIP von 77,6 Billionen Dollar (2014) gegenüber und bedenkt man, dass jede BIP Steigerung auch einen Anstieg der Gesamtverschuldung bedingt, dann ist unsere Welt definitiv pleite. Mein Vorschlag: Wir sollten die Erde schleunigst an das Universum verkaufen, bevor das bekannt wird.

Sollen wir unser Augenmerk nicht vielleicht doch endlich auf die Rahmenbedingungen richten, innerhalb derer wir unsere Wachstums- und Beschäftigungsdoktrin, unsere Kriege und unsere heillosen Reformen auszuleben versuchen? Wir werden den Wettkampf gegen die Mathematik mit Politik nicht gewinnen. (bis hierher abgedruckt)

Unsere Geldordnung war wunderbar geeignet, ab Stunde Null nach dem 2. Weltkrieg, relativ rasch einen relativ breiten Wohlstand zu erzeugen. Dasselbe System ist jedoch nicht geeignet, diesen einmal erreichten Wohlstand auch aufrecht zu erhalten. Eine Wirtschaft muss wachsen können, soll aber nicht wachsen müssen!

Vorhandene Entwürfe für ein derartiges Wirtschaftssystem sind keineswegs realitätsfern, sondern sie sind ganz einfach unerwünscht, weil davon die bestehenden Machtstrukturen betroffen würden. Der wichtigste erste Schritt wäre wohl die Rückführung der Geldschöpfung unter demokratische Kontrolle (Monetative/Vollgeld).

Dr. Günther Hoppenberger

6.2.2015; Wienerzeitung. „Weltverschuldung“

Die Welt ist pleite

Mit 199 Billionen Doller werden die globalen Schulden beziffert. Stellt man diese Zahl dem globalen BIP von 77,6 Billionen Dollar (2014) gegenüber, dann ist die Welt definitiv pleite. Wir sollten die Erde noch rasch ans Universum verkaufen, bevor das bekannt wird.

Dr. Günther Hoppenberger

6.2.2015; Standard, Wert eines Menschenlebens, Spitzer

Kaufhaus für Menschenleben?

Preiskalkulationen für ein Menschenleben sind die momentan neueste Spitze der Auswüchse unserer monetaristischen Dogmatik. Wir wissen doch nicht einmal was Leben eigentlich ist und wollen dem Unbekannten dennoch ein Preisschild umhängen? Den Körper kann man vielleicht noch in allem Zynismus mit einem Preis versehen (inwieweit lässt er sich ausschlachten, verkaufen, benützen, handeln…), aber dem Leben??

Dr. Günther Hoppenberger

6.2.2015; Standard, Weltweite Schulden 199 Bn. Dollar

Die Welt ist pleite

Die weltweiten Schulden sind mit 199 Billionen Dollar (wenig überraschend) so hoch wie noch nie, wird uns in einer kleinen Meldung mitgeteilt. Setzt man dieser Zahl die globale Wirtschaftsleistung (BIP 2014; Quelle: Statista) von 77,6 Billionen entgegen, dann ist die Welt definitiv pleite. Wir sollten noch schnell die Erde an das Universum verkaufen, bevor das bekannt wird!

Dr. Günther Hoppenberger

4.2.2015; Standard, Agenda Austria, Cornelia Mayrbäurl; (Felber u. Steuerdisk.)

Sehr geehrte Frau Mag. Mayrbäurl,

Ihr interessanter Kommentar im heutigen Standard stützt sich auf die uns zwar angelernte, jedoch dennoch irrige Annahme, dass Geld durch Arbeit entsteht. Für Arbeit wird aber nur bereits vorhandenes Geld zugeteilt.

Geld geht der Arbeit stets voraus. Da unser Geld durch Kredit entsteht, ist also die wirtschaftliche Abfolge klar vorgegeben: Kredit (Verschuldung)-Arbeitsleistung-Suche nach Nachschuldnern (zur Tilgung des eigenen Kredits und Übertragung der Schulden auf deren Schultern). Soviel vorweg.

Bei ausgereiften, hoch arbeitsteiligen Volkswirtschaften ergeben sich daraus sämtliche Probleme, mit denen Politik, aber viel mehr noch die Bevölkerungen konfrontiert sind.

Dass der Staat mit „seinem“ Geld nicht auskäme, stimmt so nicht, denn soeben wurden die Zahlen für 2014 veröffentlicht, die einen Haushaltsüberschuss von 3,85 Mrd. ausweisen. Ein Defizit und die damit verbundene Notwendigkeit der Höherverschuldung ergibt sich erst aus der „Leihgebühr“ für das Geld und sollte die Frage aufwerfen, mit wessen Geld wir eigentlich den ökonomischen Informationsaustausch bewerkstelligen. Staatliches Geld kann es ja offensichtlich nicht sein.

Ich erachte daher sämtliche Diskussionen über Steuererhöhungen oder Steuererleichterungen als ziemlich hilflose Versuche, bei Missachtung des Systemfehlers außer vielleicht etwas Zeitgewinn, irgendeine Lösung zu bewirken.

Zu betonen ist, dass die bestehende Geldordnung ab Stunde Null (1948) ausgezeichnet geeignet war, in relativ kurzer Zeit einen relativ breiten Wohlstand zu schaffen. Dasselbe System ist nur leider nicht dazu geeignet, diesen einmal erreichten Wohlstand auch langfristig aufrecht zu erhalten. Mittlerweile tritt dieser Systemfehler immer deutlicher in den Vordergrund und Sie werden bemerkt haben, dass wir bereits seit Mitte der 90er Jahre unser Leben einzig und allein an der Erfüllung der systemischen Anforderungen orientieren. Wir sollten für die veränderten Bedingungen über neue Regeln diskutieren, was vielfach Angst bereitet und daher aufgeschoben wird, bzw. gänzlich unterbleibt.

Gestatten Sie mir zwei Beiträge anzuhängen, die diese meine kurzgefassten Gedanken etwas ausführlicher darstellen.

Mit besten Grüßen

Dr. Günther Hoppenberger

From: Mayrbaeurl, Cornelia

Sent: Thursday, February 05, 2015 5:28 PM

To: Günther Hoppenberger

Subject: Re: Kommentar im Standard;4.2.2015

Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,

danke für Ihr Mail!

Ich werde mir Ihren Aufsatz noch genau durchlesen, fürchte aber, dass ich zu Ihrem Thema wenig sagen kann. Natürlich kann man das Thema viel grundsätzlicher angehen, so wie Sie es tun. In einer Tageszeitung geht es aber doch um Fragen, die sich im jeweiligen Moment konkret stellen. Und das ist derzeit eher, wie die für März angekündigte Steuerreform aussehen wird.

Nochmals besten Dank und freundliche Grüße,

Cornelia Mayrbäurl

Agenda Austria ׀ Denkfabrik

Mag. Cornelia Mayrbäurl

Schottengasse 1/3

1010 Wien

Sehr geehrte Frau Mag. Mayrbäurl,

vielen Dank für die nette Rückäußerung.

Wenn es nur „mein Thema“ wäre, wäre es gesellschaftlich leicht zu verkraften. Leider ist es unser aller Thema, auf das wir allerdings nicht vorzudringen vermögen, weil wir unsere Kräfte in der Beschäftigung mit Patentlösungen für den Augenblick binden lassen. Sollten wir denn unseren Blick nicht doch einmal öffnen und die Rahmenbedingungen näher untersuchen, innerhalb deren wir uns aufgerufen fühlen nach Lösungen zu suchen? Momentane Lösungen haben den Menschen schon oftmals die Zukunft vermasselt. Dachte halt, dass sich Agenda Austria mit zukunftsfähigen Konzepten beschäftigt.

In diesem Sinne, nochmals

mit besten Grüßen

Günther Hoppenberger

3.2.2015; OÖN; Mehr Lohnsteuer als Umsatzsteuer

3,85 Mrd. Primärüberschuss

Irgendwie ist es schon bemerkenswert, dass die Meldung über den 2014 erzielten Primärüberschuss des Bundeshaushalts auch den OÖN nur eine unkommentierte Randnotiz wert ist. Immerhin 3,85 Mrd „Gewinn“ für den Staat! Erst die Leihgebühr für das Geld verkehrt diesen Gewinn in ein Defizit, was die Frage aufwerfen sollte, wem denn das Geld eigentlich gehört. Staatlich kann es ja wohl nicht sein, wenn der Staat (wir) dafür Leihgebühr zahlen muss. Das analoge Problem betrifft mittlerweile alle Länder und es wäre höchste Zeit, Geld, als das wesentlichste Informationsmedium einer Gesellschaft, unter demokratische Kontrolle zu stellen und Geldschöpfung auf ein „Positive Money“ (Monetative/Vollgeld) umzustellen. Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen! 

Dr. Günther Hoppenberger

4030 Linz   

30.1.2015; OÖN, Mandlbauer; Die Trinkl-Metapher (Abwanderung)

Sie kommen alle wieder

Das Lebensglück an Steuervermeidung festzumachen, bedeutet doch nichts anderes, als die eigenen Wurzeln und Verantwortung zu verleugnen. Abgesehen vom Ergreifen beruflicher Karrieremöglichkeiten auf internationalem Parkett, handelt es sich doch eher um den Bodensatz opportunistischer Halme im Wind, die bei Verschlechterung der Situation ihre Wahlheimat auch sofort wieder verlassen würden. Das Glück in der Fremde zu suchen ist doch nichts anderes als egozentrische Resignation gegenüber dem Selbst. Sie sollen getrost gehen. Ihre Enkel werden wieder kommen, sobald sie von der hohen Lebensqualität in Österreich hören.

Dr. Günther Hoppenberger

30.1.2015; OÖN,Kotanko, Sparsamkeit als Einnahmequelle

Durchforstung von Förderungen

Grundsätzlich sollten Förderungen Zuschüsse zu andernfalls unterbleibenden, jedoch gesellschaftspolitisch erwünschten, viel höheren Ausgaben sein. Damit sind alle Arten von Förderungen als direkte Wirtschaftsförderung einzustufen. Es sind Einnahmen für die Wirtschaft! Das ändert jedoch nichts daran, dass die Sinnhaftigkeit von Förderungen akribisch überprüft werden muss, denn vielfach haben sich daraus Stimmenkauf der Parteien und Freunderlwirtschaft entwickelt. Was dabei jedoch an Förderungen eingespart werden könnte, sollte keinesfalls als Ausgabe des Staates unterbleiben, sondern nur anders eingesetzt werden. Was derzeit fehlt, sind gesellschaftliche Ziele, die über die Jagd nach der größtmöglichen Zahl auf Konten hinausgehen.

Dr. Günther Hoppenberger

28.1.2015; OÖN, VP lässt Kanzler über Abdullah-Zentrum entscheiden

Ausstieg aus Abdullah-Zentrum

Heiße Kartoffel? Die Frage ist doch, ob sich ein Staat grundsätzlich in schlüssigen, auf ethischen Überzeugungen beruhenden Entscheidungen durch Androhung von Konsequenzen (Abzug der OPEC, wirtschaftliche Auswirkungen) beeinflussen lassen darf.

Dr. Günther Hoppenberger

28.1.2015; Standard; Rauscher, „Die ziemlich sinnlose Debatte um den Sparkurs“

Sinnlose Debatten häufen sich

Wenn Schuldner Schuldnern auf Schulden Geld leihen, damit diese bei ihnen die Schulden tilgen können, braucht man über Sinn und Unsinn von Schulden-Sparkursen wirklich nicht ernsthaft zu diskutieren. Freilich müsste in Griechenland der erste und wichtigste Schritt die Erstellung eines funktionierenden Grundbuchs sein, um das Land überhaupt im heutigen Sinn verwaltungsfähig zu machen. Trotzdem, und weil ohnehin kein Land jemals seine Schulden tilgen kann, wäre ein Zinsmoratorium, bei dem die Forderungen in den Büchern der Gläubiger verblieben und weiterhin wie Geld verwendet werden könnten, ziemlich vernünftig. Und parallel dazu sollte vielleicht doch endlich der selbst in der FAZ diskutierte Vorschlag, Steuergutschriften als Komplementärwährung einzuführen, aufgegriffen werden. Dieser, auf den Linzer Ernst Dorfner („Taxos“) zurückgehende Vorschlag wäre übrigens auch geeignet, die Handlungsfähigkeit auch all der anderen hoch verschuldeten Staaten zu erhöhen. Rauschers Befürchtungen, dass es stattdessen eher zu weiteren Crashs kommt, sind hingegen wahrscheinlicher, weil Vernunft immer noch keine politische Kategorie ist.

Dr. Günther Hoppenberger

26.1.2015; Standard; Novomatic kündigt 80 Mitarbeiter

Schrecklich? Vielleicht regt das zur Besinnung auf Arbeitsziele und Arbeitsinhalte an.

Es ist eben nicht alles gut, was Arbeit schafft.

Wirtschaft

80 Novomatic-Mitarbeiter verlieren ihren Job

21.1.2015; OÖN, TTIP

TTIP – Schön und gut

Malmström fordert die Regierung auf, die Bürger von den Vorteilen von TTIP zu überzeugen. Sollte das aber nicht damit beginnen, dass man den Bürgern sagt, an welchen US Waren und Dienstleistungen es in der EU mangelt, die wir wegen fehlendem TTIP nicht bekommen können und an welchen EU Waren und Dienstleistungen es in den USA mangelt, die diese nicht bekommen können (Ach ja. Letzteres hat Mitterlehner gesagt: Mühlviertler Wurst).

Dr. Günther Hoppenberger

21.1.2015; Standard.at TTIP

Malmström ins Tagebuch

Wenn die Bürger erst von etwas überzeugt werden müssen, dann ist es nicht deren Anliegen und die Politik ist einer Fehleinschätzung aufgesessen.

Die Politik könnte Ansehen ohne Gesichtsverlust gewinnen, wenn Sie sich zur Aussage durchringt: …Wir hatten angenommen, so ein Abkommen wäre für die Bürger wünschenswert, aber die Mehrheit will es nicht, daher lassen wir’s.

Wer hat denn nun eigentlich in der Demokratie das Sagen?

21.1.2015; Standard; Seidl, Mäßige Wachstumserwartungen….

TTIP und Wachstumserwartungen

85.000 Arbeitsplätze hängen in Österreich angeblich bereits jetzt von den Exporten in die USA ab. Wie viele von Importen aus den USA abhängen, wird nicht genannt. Ziel von Handelserleichterungen wird aber kaum jemals die Aufstockung des Personalstandes beider Handelspartner sein. Eher das Gegenteil. Und ob der beispielhaft von Mitterlehner erwähnte Wurstexport aus dem Mühlviertel so eine sinnvolle Bereicherung des Welthandels ist, für die ein TTIP lohnt, darf ernsthaft hinterfragt werden. Die Information, wo es was und zu welchen Bedingungen gibt, existiert im Internet und es soll dem Käufer hüben wie drüben obliegen, welches Produkt er unbedingt haben möchte und ob er bereit ist, den dafür geforderten Preis zu bezahlen. Die gute Wurst aus dem Mühlviertel ist aber doch viel zu schade für den Export.

Dr. Günther Hoppenberger

18.1.2015; profil; Lingens; Deflation im Reich der Inflationspolitik

Wert und Preis

Die unterschiedlichen Preissetzungen für Vermehrbares und für Unvermehrbares ergeben sich aus zweierlei Marketingstrategien: Erzeugung von Nachfragezwang und Erzeugung von Nachfragebegierde. Beide Zugänge bewegen sich jedoch innerhalb derselben, materialistischen, monetären Ebene mit ihren periodisch versagenden Spielregeln und blenden den eigentlichen Sinn des Wirtschaftens, nämlich auf den einmaligen und einzigartigen – unbezahlbaren – Wesenskern menschlichen Lebens Bezug zu nehmen, völlig aus. Deflation und Inflation sind systemimmanente Erscheinungsformen der aktuellen Organisationsstrukturen unserer Gesellschaften. Das eigentliche Leiden in gesellschaftlichen Entwicklungen rührt jedoch aus der dogmatischen Missachtung der Fragen zum menschlichen Sein und wird auf materieller Ebene nicht gelindert werden können.

Dr. Günther Hoppenberger

15.1.2015; OÖN; Rauchergesetzgebung

Prohibition im Alltag

Die zunehmende Verrechtlichung im zwischenmenschlichen Zusammenleben untergräbt spürbar die Entwicklung von Eigenverantwortung. Bald schon wird sich ein Nichtraucher nicht mehr frei entscheiden können, ob er ein Raucherlokal betritt, oder nicht. Was kommt als Nächstes? Alkoholverbot und gesetzlich erzwungene McDonaldisierung des Speiseangebots?

Rauchverbot bis 18 ist freilich gesundheitspolitisch wünschenswert, doch sollte das eigentlich im Rahmen der innerfamiliären Erziehungsrichtlinien durchgesetzt werden. Mitterlehners Bedenken wegen der Diskrepanz zum Wahlalter sind allerdings berechtigt. Eine Anhebung des Wahlalters auf 18 Jahre wäre daher sehr vernünftig und würde 16jährige von der schwierigen Entscheidung befreien, ob sie zur Wahl gehen, oder nicht.

Dr. Günther Hoppenberger

13.1.2015; Standard.at; Antwort auf „Ender Wiggins“ Kommentar zu Vollgeld

Leider nein!

Immerhin bestätigen Sie, dass die Bank in Ihrem „stabilen Gleichgewicht“ fortlaufend gratis konsumiert. Sollte der Masseur dann noch für andere Kunden Zeit haben, die ihm die Möglichkeit geben, seine Schulden zu tilgen, so wird das Problem nur verlagert, denn auch deren Geld wurde durch Kredit geschaffen. Die „umlaufende“ Geldmenge würde schrumpfen und der arme Masseur müsste sich bei sinkenden Preisen zu einem Krüppel massieren, wenn sich nicht laufend irgenwelche Nachschuldner bereitfinden, neue Kredite aufzunehmen (das ist der systemisch bedingte Wachstumszwang = Schuldenwachstumszwang).
Mit dem Kredit entsteht eine Verbindlichkeit der Bank (ohne Zinsen!), der eine Forderung plus Zinsen gegenübersteht.

Geld entsteht stets vorgängig durch Kredit und wird bei Kredittilgung wieder vernichtet

Sie verwechseln, so scheint es, Geld mit Werten. Ich kann natürlich endlos z.B. eine Bankdienstleistung gegen Massage tauschen, doch dazu brauchen wir überhaupt kein Geld. So funktioniert aber unsere Wirtschaft nicht. Wir haben im Geld kein Tauschmittel, sondern ein Schuldentilgungsmittel. Das ist ein großer Unterschied. Die Schaffung des Schuldentilgungsmittels aus dem Nichts gehört aber gewiss nicht in private Hand, sondern sollte unter demokratisch kontrollierter Aufsicht dem Staat obliegen. Die Schaffung der „Monetative“ als vierte staatliche Gewalt ist dazu bestimmt ein wichtiger Schritt im Vollgeldkonzept. Außerdem blieben „Ersparnisse“, da außerhalb der Bankbilanz, von Crashs unberührt.

Jede Einlage ist irgendwann durch Kredit entstanden

Meist wird der gedankliche Fehler gemacht, sich in den Quellen der Refinanzierung zu verzetteln. Wichtig wäre es, den systemischen Blick einzunehmen und das Bankensystem gedanklich zur Einheitsbank zusammenzufassen. Da kommt man dann leichter drauf, wie es läuft – und warum es in Aufbauphasen zwar sehr gut funktioniert, in ausgereiften Volkswirtschaften jedoch zum Scheitern verurteilt ist.

Das größte Hindernis für notwenige Änderungen sind doch unsere Ängste. Gerade der Vollgeldvorschlag könnte uns diese Ängste nehmen, weil dann unsere „Ersparnisse“ tatsächlich sicher und von Bankenpleiten unbeeinflusst wären, da sie sich außerhalb der Bankbuchhaltung befänden. Derzeit sind wir Gläubiger der Banken – und pleite, wenn die pleite gehen.

12.1.2015; Standard.at; Vollgeld

Giralgeld ist überhaupt kein Geld, sondern nur eine Forderung auf Geld!

Man muss keinen Zahleneintrag auf dem Konto als Zahlung akzeptieren! Man kann auf echtem Geld (Bargeld) bestehen.

Die Gewöhnung an die praktische reihum Übertragung von Forderungen, die wie Geld Kaufkraft ermöglichen, haben uns von jedem Verständnis über die Spielregeln des Geldes entfernt.

Vollgeld wäre jedenfalls der erste wichtige Schritt für jede Art weiterführender Geldreformen. Ich finde es höchst begrüßenswert, dass dieses Thema im Standard aufgegriffen wird, ohne es zugleich – wie bisher – ins Lächerliche, Absurde und Esoterische zu rücken.

Offensichtlich wird langsam doch erkannt, dass man das System und nicht die Lebensentwürfe der Menschen ändern muss.

12.1.2015; profil; Lingens, Die USA hängen die EU endgültig ab

Abhängen – zu welchem Ziel?

P.M.Lingens Kommentar enthält leider keine nähere Beschreibung des Zieles, auf dessen Weg die USA die EU abzuhängen scheint. Findet da ein vereinbarter Wettlauf zu einem gemeinsam als erstrebenswert befundenem Ziel nach bestimmten, von den Wettkampfteilnehmern einzuhaltenden Regeln statt? Wurden die Bevölkerungen zu Zieldefinition und Regelwerk eingebunden? Ist es denn nicht gerade diese offensichtlich systemisch zur Überlebensnotwendigkeit erpresste Wettkampfmentalität, die ein gedeihliches Zusammenleben auf der Erde verhindert? Bedeutet der „Sieg“ überleben zu dürfen? Fast scheint es so, bedenkt man die 20 %ige Steigerung des USA Militäretats, die als schlaue Investition für mehr Wachstum (=Schuldenwachstum) hingestellt wird.

Dr. Günther Hoppenberger

11.1.2015; profil; Rainer, „Gott ist zu groß“ – Gesamtverantwortung?

Verantwortung für Terror?

Das mit der Verantwortung ist so eine eigene Sache. Verantwortung wem gegenüber? Sieht man von den häufig lächerlichen Rufen nach politischer Verantwortung ab, die meist mit Rücktritten zum Verstummen gebracht werden, kann es sich gerade unter Berufung auf Religion doch nur um die Verantwortung gegenüber dem eigenen Gewissen handeln, das jedem gesunden Menschen, gleichgültig ob religiös oder vermeintlich areligiös, wie ein Leitfaden dient, der uns mit einer für uns nicht begreifbaren Dimension verbindet, für die sich manche auf einen Gottesbegriff geeinigt haben.

Wie erbärmlich klein müsste aber Gott samt seinen Propheten sein, wären sie auf die Verteidigung ihrer Allmächtigkeit angewiesen. Wie erniedrigend für Gottes Glorie waren doch die Kreuzzüge, und wie gleichermaßen erniedrigend sind Terrorakte in Gottes Namen, mit denen er aus seiner spirituellen Größe in unsere Dimension zu zerren versucht wird. Morden, Terror und Unterdrückung kann es deshalb immer nur geben, wenn Menschen ihre Rückbindung – ihre religio – den Leitfaden, der sie mit dem Göttlichen verbindet, verloren haben.

Verantwortung ist daher wie Schuld stets persönlich zu betrachten. Es liegt an jedem einzelnen, ob er sein spirituelles Menschsein verleugnet und sich von Irren zur angeblichen Suche nach seinem Heil verführen und seine Seele missbrauchen lässt. Nichtsdestotrotz bringt Rudi Klein mit der kleinen Graphik „Die Terrorschnittmenge“ den entscheidenden Nährboden (arm-gläubig-völlig bescheuert) für jede Art von Terror vortrefflich zum Ausdruck. Nicht zu vergessen, dass auch unser Wachstumsdogma als Religion einzustufen ist, die ebenfalls weltweit subtilen Terror verbreitet! Streng nach Gesetzen, jedoch im Unterschied zu islamistischen Verbrechen, obwohl auch gegen Gott und seine Schöpfung gerichtet, oberflächig unblutig.

Dr. Günther Hoppenberger

10.1.2015; Standard.at; Tourismusförderung; Haftungen für Kredite

Investitionen wollen mit Gewinn refinanziert werden…!

Gedacht wird da natürlich an ausländische Touristen, die ihr Schuldgeld bei uns lassen sollen. Grandiose Idee einer Übertragung unseres Problems ans Ausland und offensichtlich ganz im Sinne des europäischen Solidargedankens!? Im Gegenzug werden wir zu Weihnachtsreisen nach Ägypten, oder zu Kreuzfahrten verführt…..

Tourismus ist das klassische und leicht durchschaubare Beispiel, wie Schulden von einem zum anderen Land reihum geschoben werden sollen und wie die Natur dafür mit aberwitzigsten Projekten herhalten muss.

Nichts ist alberner, als der Kampf um Touristen (Siehe auch: Wintertourismus bangt um reiche Russen; oder: Ski Amade will mit Datenbrille punkten).

7.1.2015; OÖN; Schneider, „…den Herausforderungen begegnen..“

Negative Entwicklungshilfe?

Sachlich logisch, dennoch unter Ausblendung jeglichen Ausgleichsbemühens im globalen Kontext, plädiert Prof. Schneider für das Abwerben qualifizierter Arbeitskräfte aus anderen Wirtschaftsräumen zur Aufrechterhaltung und Steigerung unseres Wohlstands. Ob das die richtige Idee ist, den globalen Herausforderungen zu begegnen, oder ob dadurch die schwelenden Krisenherde nicht nur ein Stück weiter Richtung Radikalisierung gedrängt werden, bleibt allerdings dahingestellt.

Dr. Günther Hoppenberger

7.1.2015; Standard, Rauscher, „….ob Österreich reformierbar ist“

Jedes Land ist reformierbar – sofern man nicht immer nur die Menschen in deren Lebensbezügen zu reformieren versucht Hans Rauschers Neujahrsvorsatz, endlich die Probleme und nicht nur deren Symptome zu benennen, setzt große Erwartungen. Dazu wird vor allem nötig sein, sich von – zum Teil auch nur semantischen – Fehlinterpretationen zu verabschieden, wie z.B. davon, dass die Steuerhauptlast auf der oberen Mittelschicht liegt. Steuern sind kalkulatorische Größen und werden allesamt von den Konsumenten aufgebracht, was absolut in Ordnung ist, sofern den Konsumenten ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Insgesamt werden sich Reformen jedoch auf die Reform des Gesamtsystems unserer Geldordnung konzentrieren müssen, anstatt am Glauben festzuhalten, man könne tote Pferde wiederbeleben, weil sie doch einstmals so erfolgreich waren.

4.1.2015, Standard; K.M.Gauß; „Der Hunger ist zurückgekehrt“

Einfach großartig!

In brillant gesetzten Worten drückt Karl-Markus Gauß in seiner Widerrede zu Joschka Fischers unsäglich abgehobenem Kommentar vom 30.12.2014 das aus, was sich der Normalbürger immer häufiger fragt: Wissen Politiker, Wirtschaftskapitäne und Vertreter der Leitmedien überhaupt noch, wovon sie reden? Was wissen sie schon über die „Objekte“, über deren Zukunft zu bestimmen sie sich anmaßen? Die irrwitzigen Entscheidungsfolgen unserer Staatenlenker lassen sich eigentlich nur mehr mit deren zunehmender Angst vor persönlichem Abstieg erklären. Anstatt zur Sache, wird über Parteien, Wahlen, Wählerpotenziale und Wählerströme diskutiert, als ob das für die aufgeklärten Bevölkerungen des 21. Jhts. auch nur irgendeine Bedeutung hätte.

Dr. Günther Hoppenberger

4.1.2015; Standard; Rauscher; „Ein wirtschaftliches Selbstmordprogramm“

Die Lösung liegt in einer neuen Geldordnung!

Mir ist völlig unverständlich, wie Hans Rauscher, bei all ihm zugänglichen Informationen, zwischen „Wirtschaft“, also dem eigentlichen gesellschaftlichen Leistungsaustausch, und der „Finanzwirtschaft“, einem Konstrukt, das seiner ursächlichen Bestimmung zur Unterstützung der Wirtschaft nicht mehr gerecht wird, immer noch nicht zu differenzieren vermag. Ist es tatsächlich so schwer zu erkennen, dass das „Mordprogramm“ an der europäischen, wie auch der globalen Wirtschaft unter wachsamer Beobachtung durch die so genannte Troika, die keinesfalls mit den Heiligen 3 Königen verwechselt werden sollte, bereits seit längerer Zeit abläuft? Alle ehrlichen Lösungsbemühungen sollten sich daher auf eine neu zu konstruierende Geldordnung ausrichten.

Dr. Günther Hoppenberger

2.1.2015; Standard.at; 86% erwarten ein schwieriges Jahr für die Regierung

Und wen interessieren die Schwierigkeiten, die die „Normalbürger“ 2015 zu erwarten haben?

Ist es denn nicht völlig egal, ob für Regierung, Abgeordnete und Parteien ein schwieriges Jahr bevorsteht? Heißt das Umfrageergebnis nicht viel mehr, dass 86% nicht daran glauben, dass die Probleme, die vielfach in deren Tragweite noch gar nicht als solche erkannt wurden, auch 2015 nicht gelöst werden?

2.1.2015; Standard; Fischer will Steuern auf Vermögenszuwächse

„Österreich Fonds“

Fischers gewiss gemeinwohlorientierte Idee eines „großzügig angelegten Österreich Fonds“, der aus Vermögensbesteuerung gespeist werden sollte, verströmt dennoch den Geruch der Aufforderung zur Beteiligung an einem Staatsfonds und lässt Erinnerungen an die Aufrufe zum Kauf der Kriegsanleihen aufkommen.

Dr. Günther Hoppenberger